Per­sön­lich­keits­rech­te und Intim­sphä­re eines Beam­ten

as Gebot zum ach­tungs- und ver­trau­ens­ge­rech­ten Ver­hal­ten ver­pflich­tet den Beam­ten, die Per­sön­lich­keits­rech­te von Kol­le­gen und Mit­ar­bei­tern, ins­be­son­de­re ihre Intim­sphä­re, zu respek­tie­ren.

Per­sön­lich­keits­rech­te und Intim­sphä­re eines Beam­ten

Nach § 61 Abs. 1 Satz 3 BBG muss das Ver­hal­ten eines Beam­ten inner­halb und außer­halb des Diens­tes der Ach­tung und dem Ver­trau­en gerecht wer­den, die sein Beruf erfor­dert. Der Grund­tat­be­stand des § 61 Abs. 1 Satz 3 BBG erfasst auch das Ver­hält­nis zu Kol­le­gen oder Mit­ar­bei­tern und ver­pflich­tet den Beam­ten ins­be­son­de­re dazu, die Intim­sphä­re des Ein­zel­nen zu respek­tie­ren 1.

Die­se Ver­hal­tens­pflich­ten hat der Klä­ger – ein Arzt im Diens­te des Bun­des­nach­rich­ten­diens­tes – dadurch schwer­wie­gend ver­letzt, dass er in sei­nem Schrei­ben an die frü­he­re Mit­ar­bei­te­rin des BND ärzt­li­che Befun­de zu ihrem Intim­be­reich detail­liert wie­der­ge­ge­ben hat. Auf­grund die­ses Schrei­bens des ihr unbe­kann­ten Klä­gers, der sich als Betriebs­arzt des BND zu erken­nen gege­ben hat­te, konn­te die Mit­ar­bei­te­rin nicht mehr aus­schlie­ßen, dass die Geheim­hal­tung die­ser höchst­per­sön­li­chen Infor­ma­tio­nen beim BND nicht mehr gewähr­leis­tet war und die­se einem brei­te­ren Kreis von unbe­fug­ten Per­so­nen bekannt gewor­den waren.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil 26. Juni 2014 – 2 A 1.12

  1. Zängl, in: GKÖD, Bd. I Beam­ten­recht Stand 8/​01, K § 54 BBG a.F. Rn. 139 f.[]