Pflicht­ver­tei­di­ger im gericht­li­chen Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren – und kei­ne Pausch­ver­gü­tung

In Ver­fah­ren nach der Wehr­dis­zi­pli­nar­ord­nung kann kei­ne Pausch­ge­bühr nach § 51 RVG fest­ge­setzt wer­den.

Pflicht­ver­tei­di­ger im gericht­li­chen Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren – und kei­ne Pausch­ver­gü­tung

Für das Ver­fah­ren nach der Wehr­dis­zi­pli­nar­ord­nung sieht § 51 Abs. 1 Satz 1 RVG kei­ne Pausch­ge­bühr vor. Es han­delt sich um kei­nes der in die­ser Vor­schrift auf­ge­zähl­ten Ver­fah­ren. In Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren kommt die Bewil­li­gung einer Pausch­ge­bühr nicht in Betracht 1.

Zwar sah § 109 Abs. 1 BRAGO bis zum 30.06.2004 vor, dass in Ver­fah­ren nach der Wehr­dis­zi­pli­nar­ord­nung nach Maß­ga­be der Absät­ze 2 bis 7 die Vor­schrif­ten des Sechs­ten Abschnitts sinn­ge­mäß gel­ten soll­ten. § 99 BRAGO war Teil des Sechs­ten Abschnitts der BRAGO, so dass hier­nach die Fest­set­zung einer Pausch­ge­bühr mög­lich war. Zwar sind in § 51 Abs. 1 und Abs. 3 RVG die Buß­geld­ver­fah­ren auf­ge­nom­men, für die bis zum 30.06.2004 in § 105 BRAGO eine dem § 109 Abs. 1 BRAGO ver­gleich­ba­re Ver­wei­sung auf die Rege­lung über die Pausch­ge­bühr in § 99 BRAGO vor­ge­se­hen war.

Für Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren und Ver­fah­ren nach der Wehr­dis­zi­pli­nar­ord­nung fehlt es aber an einer Nach­fol­ge­re­ge­lung zu § 109 Abs. 1 BRAGO. Daher ist die Fest­set­zung einer Pausch­ge­bühr in die­sen Ver­fah­ren nicht mehr vor­ge­se­hen.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 25. Novem­ber 2015 – 2 WDB 12015 -

  1. vgl. May­er in Gerold/​Schmidt, Rechts­an­walts­ver­gü­tungs­ge­setz, 21. Auf­la­ge 2013, 6202 VV Rn. 6; Schnei­der in Schneider/​Wolf, Anwalts­kom­men­tar RVG, 7. Auf­la­ge 2014, § 51 RVG Rn. 1 a.E., Stol­len­werk in: Schneider/​Volpert/​Fölsch, Gesam­tes Kos­ten­recht 2014, § 51 RVG Rn. 6 a.E.[]