Post­bo­ten, Geld­brie­fe und die Fol­gen

Ein bei der Deut­schen Post AG als Beam­ter ein­ge­setz­ter Brief­zu­stel­ler, der unter Ver­let­zung des Post­ge­heim­nis­ses Brief­sen­dun­gen geöff­net hat, um sich das dar­in befind­li­che Bar­geld rechts­wid­rig anzu­eig­nen, ist aus dem Dienst zu ent­fer­nen. Dies ent­schied der Senat für Dis­zi­pli­nar­sa­chen des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts Rhein­land-Pfalz in Koblenz.

Post­bo­ten, Geld­brie­fe und die Fol­gen

Der im Jah­re 1968 gebo­re­ne Beam­te steht als Brief­zu­stel­ler im Dienst der Deut­schen Post AG. Im Dezem­ber 2005 konn­te er durch den Umschlag einer Post­sen­dung hin­durch erken­nen, dass sich dar­in Bar­geld befand. Der Beklag­te öff­ne­te den Brief und nahm das vor­ge­fun­de­ne Geld an sich. Anschlie­ßend öff­ne­te er wei­te­re 31 Sen­dun­gen und nahm auch deren Inhalt (ins­ge­samt rund 100,– €) an sich. Die Brie­fe ent­sorg­te er in einem Alt­pa­pier­con­tai­ner. Dabei wur­de er von Bau­ar­bei­tern beob­ach­tet, die die aus dem Alt­pa­pier­con­tai­ner wie­der her­aus­ge­nom­me­nen Brie­fe der Poli­zei über­ga­ben. Das Amts­ge­richt ver­ur­teil­te den Beam­ten wegen Ver­let­zung des Post­ge­heim­nis­ses in Tat­ein­heit mit Unter­schla­gung zu einer Geld­stra­fe von 65 Tages­sät­zen zu je 35,– €. Anschlie­ßend reich­te die Deut­sche Post AG Kla­ge auf Ent­fer­nung des Beam­ten aus dem Dienst ein. Das Ver­wal­tungs­ge­richt gab die­ser Kla­ge statt. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt wies die Beru­fung des Beam­ten zurück.

Das Öff­nen der einem Brief­zu­stel­ler zur Ver­fü­gung ste­hen­den Post­sen­dun­gen wie­ge sei­ner Art nach außer­or­dent­lich schwer, weil der Beam­te damit den Kern­be­reich sei­ner Dienst­pflich­ten ver­letzt habe. Denn zu den zen­tra­len Pflich­ten eines Post­be­am­ten gehö­re neben der ord­nungs­ge­mä­ßen Zustel­lung der ihm anver­trau­ten Post­sen­dun­gen ins­be­son­de­re die Beach­tung und akti­ve Wah­rung des durch das Grund­ge­setz garan­tier­ten Brief­ge­heim­nis­ses. Die Miss­ach­tung die­ser Kern­pflich­ten stel­le ein schwe­res Dienst­ver­ge­hen dar. Hier­durch sei ein end­gül­ti­ger Ver­lust des Ver­trau­ens des Dienst­herrn und der All­ge­mein­heit in eine pflicht­ge­mä­ße Amts­füh­rung des Beam­ten ein­ge­tre­ten. Die Ent­fer­nung aus dem Dienst sei des­halb gebo­ten.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Urteil vom 7. Dezem­ber 2007 – 11 A 11152/07.OVG