Potenz­mit­tel für Beam­te bei­hil­fe­fä­hig

Das Ver­wal­tungs­ge­richt des Saar­lan­des in Saar­lou­is hat in einem aktu­el­len Urteil das saar­län­di­sche Lan­des­amt für Zen­tra­le Diens­te dazu ver­pflich­tet, dem kla­gen­den Beam­ten zu den Auf­wen­dun­gen für die Arz­nei­mit­tel Cia­lis und Levi­tra eine Bei­hil­fe zu gewäh­ren.

Potenz­mit­tel für Beam­te bei­hil­fe­fä­hig

Dem Klä­ger waren die vor­ge­nann­ten Medi­ka­men­te fach­ärzt­lich ver­ord­net wor­den, um Erek­ti­ons­stö­run­gen (erek­ti­le Dys­funk­ti­on), die im Rah­men eines Tes­to­ste­ron-Man­gel-Syn­droms auf­tra­ten, zu the­ra­pie­ren. Der Beklag­te hat es abge­lehnt, zu den Auf­wen­dun­gen für Cia­lis (167,99 €) und Levi­tra (164,98 €) eine Bei­hil­fe zu gewäh­ren, weil es sich um potenz­stei­gern­de Arz­nei­mit­tel zur Erhö­hung der Lebens­qua­li­tät han­de­le, die nicht bei­hil­fe­fä­hig sei­en.

Die Saar­loui­ser Ver­wal­tungs­rich­ter sind dem nicht gefolgt und haben viel­mehr dar­auf abge­stellt, bei Cia­lis und Levi­tra han­de­le es sich um Arz­nei­mit­tel, die im Fall des Klä­gers aus medi­zi­ni­schen Grün­den erfor­der­lich und geeig­net sei­en, um die bei ihm bestehen­de erek­ti­le Dys­funk­ti­on, die ihrer­seits eine schwer­wie­gen­de behand­lungs­be­dürf­ti­ge Erkran­kung dar­stel­le, zu besei­ti­gen. Die erek­ti­le Dys­funk­ti­on habe durch­weg orga­ni­sche Ursa­chen und kön­ne Vor­bo­te ande­rer, noch schwer­wie­gen­de­rer Erkran­kun­gen sein. Die Wirk­stof­fe in den genann­ten Arz­nei­mit­teln bewirk­ten eine Weit­stel­lung der Gefä­ße in den Geschlechts­or­ga­nen und damit eine ver­bes­ser­te Durch­blu­tung, ohne aller­dings eine sexu­el­le Sti­mu­la­ti­on zu erset­zen. Die dem Klä­ger ent­stan­de­nen Auf­wen­dun­gen sei­en damit not­wen­dig im Sin­ne des saar­län­di­schen Bei­hil­fe­rechts und auch ange­mes­sen, weil ein preis­lich güns­ti­ge­res Mit­tel nicht ersicht­lich sei. Die pau­scha­le Benen­nung der in Rede ste­hen­den Prä­pa­ra­te, für die „Via­gra“ als Ober­be­griff gel­te, als soge­nann­te „Life­style-Arz­nei­mit­tel“ ände­re dar­an nichts.

Die Bei­hil­fe­fä­hig­keit die­ser Arz­nei­mit­tel sei in der saar­län­di­schen Bei­hil­fe­ver­ord­nung in ihrer für die Ent­schei­dung maß­geb­li­chen, bis zum 31. Dezem­ber 2008 gül­ti­gen Fas­sung auch nicht aus­ge­schlos­sen, wes­halb der Fra­ge, unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen ein Aus­schluss recht­lich zuläs­sig sei, nicht nach­ge­gan­gen wer­den müs­se.

Ver­wal­tungs­ge­richt des Saar­lands, Urteil vom 3. März 2009 – 3 K 1812/​08