Pro­mo­ti­on per Sol­da­ten­ver­sor­gung

Ein Sol­dat auf Zeit, der an einer Uni­ver­si­tät der Bun­des­wehr ein Stu­di­um absol­viert und dies mit dem Erwerb eines aka­de­mi­schen Gra­des abge­schlos­sen hat, kann nicht bean­spru­chen, dass eine Pro­mo­ti­on nach Maß­ga­be des Sol­da­ten­ver­sor­gungs­ge­set­zes geför­dert wird.

Pro­mo­ti­on per Sol­da­ten­ver­sor­gung

Dem steht bereits § 4 Abs. 2 Nr. 2 BföV [1] ent­ge­gen. Nach die­ser Vor­schrift sind nicht för­de­rungs­fä­hig „wis­sen­schaft­li­che Aus­ar­bei­tun­gen sowie Lehr­vor­gän­ge, die nicht in einem päd­ago­gisch gestal­te­ten Lehr- und Lern­pro­zess statt­fin­den“. Die Auf­fas­sung, Über­wie­gen­des spre­che dafür, dass sich der Rela­tiv­satz der vor­ge­nann­ten Vor­schrift („die nicht in einem … Lern­pro­zess statt­fin­den“) nicht auf wis­sen­schaft­li­che Aus­ar­bei­tun­gen wie zum Bei­spiel Dis­ser­ta­tio­nen bezie­he, so dass es nicht auf die Fra­ge ankom­me, ob und in wel­cher Form das Pro­mo­ti­ons­ver­fah­ren durch den „Dok­tor­va­ter“ des Klä­gers beglei­tet wer­de, begeg­net kei­nen ernst­li­chen Rich­tig­keits­zwei­feln. Für die­se Aus­le­gung des § 4 Abs. 2 Nr. 2 BföV spricht aus­schlag­ge­bend, dass wis­sen­schaft­li­che Aus­ar­bei­tun­gen, spe­zi­ell Pro­mo­tio­nen, die Fähig­keit des Bewer­bers zu selb­stän­di­ger wis­sen­schaft­li­cher Arbeit erwei­sen.

Etwas ande­res ergibt sich auch nicht aus dem Vor­brin­gen des Zeit­sol­da­ten, sei­ne Pro­mo­ti­on im Fach­be­reich Päd­ago­gik sei nach Maß­ga­be des Sol­da­ten­ver­sor­gungs­ge­set­zes zu för­dern, weil er gar nicht pri­mär die Aus­übung des Berufs eines Diplom­päd­ago­gen anstre­be, son­dern auf der Basis sei­nes Diploms und der Pro­mo­ti­on sei­ne Ver­wen­dungs­brei­te deut­lich ver­grö­ßern wol­le, zum Bei­spiel in den Berufs­bil­dern des Know­ledge-Mana­gers, des Uni­ver­si­täts­do­zen­ten und des wis­sen­schaft­li­chen Mit­ar­bei­ters. Inso­weit miss­ach­tet der Klä­ger, dass die Leis­tun­gen der Berufs­för­de­rung bezwe­cken, den Sol­da­ten auf Zeit zu einer ange­mes­se­nen Ein­glie­de­rung in das zivi­le Erwerbs­le­ben zu ver­hel­fen (vgl. § 3 Abs. 1 SVG). Die­ses Ziel ist im kon­kre­ten Fal­le mit dem Erwerb des aka­de­mi­schen Gra­des eines Diplom-Päd­ago­gen bereits erreicht wor­den. Ange­sichts des beschrie­be­nen Geset­zes­ziels kann der Klä­ger des­halb nicht die För­de­rung von Maß­nah­men bean­spru­chen, die sei­ne mit einem aka­de­mi­schen Grad been­de­te Berufs­aus­bil­dung ver­voll­komm­nen [2].

Nie­der­säch­si­sches Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 24. August 2010 – 5 LA 315/​08

  1. Berufs­för­de­rungs­ver­ord­nung[]
  2. vgl. in die­sem Sin­ne auch BVerwG, Beschluss vom 17.03.2000 – 2 B 1.00, Buch­holz 239.2 § 5 SVG Nr. 7; OVG Schles­wig-Hol­stein, Urteil vom 28.10.1994 – 3 L 116/​93, RiA 1995, 308; Plog/​Wiedow, BBG, Band 4 Anh. IX/​1, § 3 SVG Rn 5[]