Prü­fungs­kom­mis­sio­nen und der Per­so­nal­rat

Nach § 80 des Bun­des­per­so­nal­ver­tre­tungs­ge­set­zes (BPers­VG) kann an Prü­fun­gen, die eine Dienst­stel­le von den Beschäf­tig­ten ihres Bereichs abnimmt, ein Mit­glied des für die­sen Bereich zustän­di­gen Per­so­nal­rats, das von die­sem benannt ist, bera­tend teil­neh­men. Die­ses prü­fungs­be­zo­ge­ne Betei­li­gungs­recht des Per­so­nal­rats umfasst aber, wie das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt jetzt ent­schie­den hat, nicht die Teil­nah­me an den Bera­tun­gen der Prü­fungs­kom­mis­si­on.

Prü­fungs­kom­mis­sio­nen und der Per­so­nal­rat

In dem jetzt vom BVerwG ent­schie­de­nen Rechts­streit ging es um Aus­wahl­ver­fah­ren für die Zulas­sung zum Auf­stieg in den höhe­ren Dienst im Geschäfts­be­reich des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Gesund­heit. Die­ses Aus­wahl­ver­fah­ren glie­dert sich in eine münd­li­che und eine schrift­li­che Prü­fung, die vor einer Prü­fungs­kom­mis­si­on abzu­le­gen sind. Das Minis­te­ri­um gesteht sei­nem Haupt­per­so­nal­rat zu, dass ein von die­sem benann­tes Per­so­nal­rats­mit­glied in der münd­li­chen Prü­fung zuge­gen ist, ver­wei­gert aber des­sen Teil­nah­me an den Bera­tun­gen der Prü­fungs­kom­mis­si­on über das Prü­fungs­er­geb­nis. Das dahin­ge­hen­de Begeh­ren des Haupt­per­so­nal­rats haben die gericht­li­chen Vor­in­stan­zen abge­lehnt.

Die­se Rechts­auf­fas­sung hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt jetzt bestä­tigt. Aus § 80 BPers­VG ergibt sich zwar, dass das vom Per­so­nal­rat ent­sand­te Mit­glied in der münd­li­chen und schrift­li­chen Prü­fung zuge­gen sein und dass es gegen­über der Prü­fungs­kom­mis­si­on Anre­gun­gen und Beden­ken vor­tra­gen darf. Eine Teil­nah­me an den Bera­tun­gen der Prü­fungs­kom­mis­si­on sieht die genann­te Bestim­mung jedoch nicht vor. Einer inso­weit ein­deu­ti­gen gesetz­li­chen Rege­lung im Bereich des Per­so­nal­ver­tre­tungs­rechts bedarf es aber, weil das hier ein­schlä­gi­ge Lauf­bahn- und Prü­fungs­recht des Bun­des eine Betei­li­gung von Per­so­nal­rats­mit­glie­dern an den gehei­men Bera­tun­gen der Prü­fungs­kom­mis­si­on nicht vor­sieht.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 25. März 2009 – 6 P 8.08