Qua­li­fi­zier­ter Dienst­un­fall

Die maß­stäb­li­chen Vor­aus­set­zun­gen eines sog. qua­li­fi­zier­ten Dienst­un­falls i.S.v. § 37 Abs. 1 Satz 1 BeamtVG sind in der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts hin­rei­chend geklärt [1]. Hier­nach erfor­dert § 37 Abs. 1 Satz 1 BeamtVG zunächst in objek­ti­ver Hin­sicht eine Dienst­hand­lung, mit der für den Beam­ten typi­scher­wei­se eine beson­de­re, über das übli­che Maß der Lebens- oder nur Gesund­heits­ge­fähr­dung hin­aus­ge­hen­de Lebens­ge­fahr ver­bun­den ist.

Qua­li­fi­zier­ter Dienst­un­fall

Die Gewäh­rung eines erhöh­ten Unfall­ru­he­ge­halts setzt damit eine Dienst­ver­rich­tung vor­aus, die bei typi­schem Ver­lauf das Risi­ko ent­spre­chen­der Ver­let­zun­gen in sich birgt, sodass deren Ein­tritt als Rea­li­sie­rung der gestei­ger­ten Gefähr­dungs­la­ge und nicht als Ver­wirk­li­chung eines all­ge­mei­nen Berufs­ri­si­kos erscheint [2].

Ob die Dienst­hand­lung für das Leben des Beam­ten eine sol­che Gefahr begrün­det hat, erfor­dert eine wer­ten­de Betrach­tung der Umstän­de des kon­kre­ten Ein­zel­falls [3].

Wei­ter ist für die Annah­me eines qua­li­fi­zier­ten Dienst­un­falls erfor­der­lich, dass der Beam­te sich der Gefähr­dung sei­nes Lebens bewusst ist; die­ses Bewusst­sein folgt in aller Regel bereits aus der Kennt­nis der die Gefahr begrün­den­den objek­ti­ven Umstän­de [4].

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 7. Okto­ber 2014 – 2 B 12.2014 -

  1. vgl. BVerwG, Urteil vom 13.12 2012 – 2 C 51.11, Buch­holz 239.1 § 37 BeamtVG Nr. 4 Rn. 10 ff. m.w.N.[]
  2. vgl. BVerwG, Urteil vom 08.10.1998 – 2 C 17.98, Buch­holz 239.1 § 37 BeamtVG Nr. 2 S. 2[]
  3. BVerwG, Urteil vom 12.04.1978 – 6 C 59.76, Buch­holz 232 § 141a BBG Nr. 4 S. 4 und Beschluss vom 30.08.1993 – 2 B 67.93 6[]
  4. BVerwG, Urteil vom 13.12 2012 a.a.O. Rn. 13 ff.[]