Rei­se­kos­ten­er­stat­tung für Leh­rer auf Klas­sen­fahrt

Beam­te­te Leh­rer in Nord­rhein-West­fa­len haben für die Teil­nah­me an Klas­sen­fahr­ten einen Anspruch auf Rei­se­kos­ten­ver­gü­tung; ein for­mu­lar­mä­ßig erklär­ter Ver­zicht auf eine sol­che Ver­gü­tung ist unwirk­sam.

Rei­se­kos­ten­er­stat­tung für Leh­rer auf Klas­sen­fahrt

In dem jetzt vom Ober­lan­des­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len ent­schie­de­nen Fall hat­te der Klä­ger, ein Ober­stu­di­en­rat an einem Gym­na­si­um im Sauer­land, im März 2008 eine Stu­di­en­fahrt der Jahr­gangs­stu­fe 12 nach Ita­li­en gelei­tet. Der Schul­lei­ter hat­te die Fahrt als Schul­ver­an­stal­tung geneh­migt und dem Klä­ger die bean­trag­te Dienst­rei­se­ge­neh­mi­gung erteilt. In dem Antrags­for­mu­lar soll der Klä­ger durch Ankreu­zen auf Rei­se­kos­ten­ver­gü­tung ver­zich­tet haben. Im Juli 2008 mach­te der Klä­ger Rei­se­kos­ten in Höhe von 334,– € gegen­über dem Land Nord­rhein-West­fa­len, ver­tre­ten durch die Bezirks­re­gie­rung Arns­berg, gel­tend.

Nach­dem die Bezirks­re­gie­rung die Zah­lung der Rei­se­kos­ten­ver­gü­tung abge­lehnt hat­te, erhob der Klä­ger Kla­ge vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Arns­berg. Die­ses gab sei­ner Kla­ge statt. Gegen die­se Ent­schei­dung leg­te das Land Beru­fung ein, die das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in Müns­ter nun zurück­wies:

Dass beam­te­te Leh­rer grund­sätz­lich für die Teil­nah­me an Klas­sen­fahr­ten eine Rei­se­kos­ten­ver­gü­tung bean­spru­chen könn­ten, sei unstrei­tig, so das OVG Müns­ter. Das beklag­te Land beru­fe sich auf die vom Leh­rer abge­ge­be­ne Ver­zichts­er­klä­rung. Das stel­le eine unzu­läs­si­ge Rechts­aus­übung dar. Das Land ver­sto­ße in gro­ber Wei­se gegen sei­ne Für­sor­ge­pflicht, wenn es die Durch­füh­rung von Klas­sen­fahr­ten, die nach den ein­schlä­gi­gen "Wan­der­richt­li­ni­en" Bestand­teil der Bil­dungs- und Erzie­hungs­ar­beit der Schu­len sei­en, sys­te­ma­tisch von einem Ver­zicht der Leh­rer auf Rei­se­kos­ten­ver­gü­tung abhän­gig mache.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len, Urteil vom 14. Novem­ber 2012 – 1 A 1579/​10