Säch­si­sche Beam­ten­be­sol­dung – und das Abstands­ge­bot

Das Abstands­ge­bot stellt einen eigen­stän­di­gen her­ge­brach­ten Grund­satz des Berufs­be­am­ten­tums dar, der in enger Anbin­dung zum Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip und zum Leis­tungs­grund­satz steht.

Säch­si­sche Beam­ten­be­sol­dung – und das Abstands­ge­bot

Das Abstands­ge­bot unter­sagt dem Besol­dungs­ge­setz­ge­ber unge­ach­tet sei­nes wei­ten Gestal­tungs­spiel­raums, den Abstand zwi­schen ver­schie­de­nen Besol­dungs­grup­pen dau­er­haft ein­zu­eb­nen, soweit der Gesetz­ge­ber nicht in doku­men­tier­ter Art und Wei­se von sei­ner Befug­nis zur Neu­ein­schät­zung der Ämter­wer­tig­keit und Neu­struk­tu­rie­rung des Besol­dungs­ge­fü­ges Gebrauch macht.

Mit die­ser Begrün­dung waren jetzt vor dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die Ver­fas­sungs­be­schwer­den zwei­er säch­si­scher Poli­zei­ober­kom­mis­sa­re gegen die ver­zö­ger­te Besol­dungs­an­pas­sun­gen für säch­si­sche Beam­te der Besol­dungs­grup­pen A 10 auf­wärts erfolg­reich:

§ 20 Absatz 3 bis 5 Säch­si­sches Besol­dungs­ge­setz sowie Anla­gen 21, 22, 25, 35, 36 und 39 zum Säch­si­schen Besol­dungs­ge­setz in der Fas­sung des Fünf­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 17.01.2008 1 sind mit Arti­kel 33 Absatz 5 in Ver­bin­dung mit Arti­kel 3 Absatz 1 des Grund­ge­set­zes unver­ein­bar, soweit sie die Besol­dungs­an­pas­sung 2008 für die Besol­dungs­grup­pe A 10 erst mit vier­mo­na­ti­ger Ver­zö­ge­rung vor­se­hen.

§ 12 Absatz 2, § 14 Absatz 3 der Zwei­ten Ver­ord­nung über besol­dungs­recht­li­che Über­gangs­re­ge­lun­gen nach Her­stel­lung der Ein­heit Deutsch­lands in Ver­bin­dung mit § 17 Absatz 1 Satz 1 und Absatz 2 Säch­si­sches Besol­dungs­ge­setz sowie Anla­gen 2, 3, 6, 16, 17 und 20 zum Säch­si­schen Besol­dungs­ge­setz in der Fas­sung des Fünf­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 17.01.2008 1 sind mit Arti­kel 33 Absatz 5 in Ver­bin­dung mit Arti­kel 3 Absatz 1 des Grund­ge­set­zes unver­ein­bar, soweit sie die Besol­dungs­grup­pe A 10 in den Kalen­der­jah­ren 2008 und 2009 betref­fen.

Der Gesetz­ge­ber des Frei­staa­tes Sach­sen hat spä­tes­tens bis zum 1.07.2018 ver­fas­sungs­kon­for­me Rege­lun­gen für die Jah­re 2008 und 2009 zu tref­fen.

Gegen­stand der bei­den Ver­fas­sungs­be­schwer­den waren ver­wal­tungs­ge­richt­li­che Ent­schei­dun­gen zum Aus­lau­fen der "Ost­be­sol­dung". Im Kern ging es um die Fra­ge, ob die – allein für die Besol­dung und Ver­sor­gung aus den Besol­dungs­grup­pen ab A 10 – noch in den Jah­ren 2008 und 2009 bestehen­de "Ost-Absen­kung" der Bezü­ge in Höhe von (zu die­sem Zeit­punkt noch) 7,5 % mit Blick auf Art. 33 Abs. 5 GG und Art. 3 Abs. 1 GG ver­fas­sungs­ge­mäß war. Zudem wand­ten sich die Beschwer­de­füh­rer gegen eine eben­falls an der Schnitt­stel­le der Besol­dungs­grup­pen A 9/​A 10 anset­zen­de zeit­li­che Stu­fung der Besol­dungs­an­pas­sung um 2,9 % im Jahr 2008.

Der Frei­staat Sach­sen hat zum 1.01.2008 die Anglei­chung der Ost­be­sol­dung an das West­ni­veau für Beam­te der Besol­dungs­grup­pen bis A 9 voll­zo­gen, wäh­rend die abge­senk­te Ost­be­sol­dung für die Besol­dungs­grup­pen ab A 10 auf­wärts erst zum 1.01.2010 aus­lief. Dar­über hin­aus wur­de im Jahr 2008 für die Beam­ten der Besol­dungs­grup­pen A 10 auf­wärts die Über­tra­gung des Tarif­er­geb­nis­ses um vier Mona­te hin­aus­ge­scho­ben. Die ver­zö­ger­te Anglei­chung der Besol­dung und Ver­sor­gung an das West­ni­veau für die Besol­dungs­grup­pen ab A 10 auf­wärts und die ver­zö­ger­te Über­tra­gung der Tarif­er­geb­nis­se durch die Besol­dungs­an­pas­sung 2008 hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nun als mit Art 33 Abs. 5 GG und Art. 3 Abs. 1 GG unver­ein­bar erklärt. Ins­be­son­de­re feh­le es hin­sicht­lich bei­der Maß­nah­men an einem sach­li­chen Grund für die Benach­tei­li­gung der Beam­ten der Besol­dungs­grup­pen A 10 auf­wärts gegen­über den Beam­ten bis zur Besol­dungs­grup­pe A 9. Der Gesetz­ge­ber ist ver­pflich­tet, spä­tes­tens bis zum 1.07.2018 für die Jah­re 2008 und 2009 eine ver­fas­sungs­kon­for­me Neu­re­ge­lung zu tref­fen.

"Ost­be­sol­dung"[↑]

Zwei Maß­nah­men des säch­si­schen Besol­dungs­ge­setz­ge­bers – das gestuf­te Aus­lau­fen der Ost­be­sol­dung und ‑ver­sor­gung sowie die zeit­wei­se hin­zu­tre­ten­de gestuf­te Besol­dungs­an­pas­sung 2008 – führ­ten in den Kalen­der­jah­ren 2008 und 2009 dazu, dass sich der Abstand der Grund­be­zü­ge der Besol­dungs­grup­pen bis A 9 einer­seits und ab A 10 auf­wärts ande­rer­seits – in der Grup­pe der vor­mals Ost-Besol­de­ten – erheb­lich redu­zier­te.

Die Ost­be­sol­dung wur­de in Sach­sen zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen A 2 bis A 9 einer­seits und A 10 auf­wärts (sowie den Besol­dungs­ord­nun­gen B, C und R) ande­rer­seits mit einem Zeit­un­ter­schied von zwei Jah­ren abge­schafft.

Die Besol­dungs­dif­fe­renz zwi­schen Beam­ten in west­deut­schen und ost­deut­schen Län­dern geht auf die bun­des­be­sol­dungs­recht­li­che Über­gangs­re­ge­lung in der auf § 73 Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz (BBesG) in der Fas­sung vom 06.02.1991 beru­hen­den Zwei­ten Ver­ord­nung über besol­dungs­recht­li­che Über­gangs­re­ge­lun­gen nach Her­stel­lung der Ein­heit Deutsch­lands – 2. BesÜV – vom 21.06.1991 2 zurück. Deren Rege­lungs­kon­zept beruht auf einer Absen­kung einer­seits sowie einem par­ti­ell gewähr­ten Zuschuss ande­rer­seits und wur­de auch nach Über­gang der Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz auf die Län­der fort­ge­führt.

§ 2 der 2. BesÜV regel­te die Absen­kung der für das bis­he­ri­ge Bun­des­ge­biet gel­ten­den Dienst­be­zü­ge für Beam­te, Rich­ter und Sol­da­ten, die von ihrer erst­ma­li­gen Ernen­nung an im Bei­tritts­ge­biet ver­wen­det wur­den.

Die Vor­schrift lau­tet in ihrer Fas­sung vom 21.06.1991 2:

§ 2 – Bemes­sung der Dienst­be­zü­ge für erst­ma­lig Ernann­te

(1) Für Beam­te, Rich­ter und Sol­da­ten, die von ihrer erst­ma­li­gen Ernen­nung an im Bei­tritts­ge­biet ver­wen­det wer­den, betra­gen die Dienst­be­zü­ge (§ 1 Abs. 2 Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz) 60 vom Hun­dert der für das bis­he­ri­ge Bun­des­ge­biet gel­ten­den Dienst­be­zü­ge; hier­bei gel­ten die Ein­stu­fun­gen nach den Anla­gen 1, 2 und 3. Satz 1 gilt auch, wenn eine frü­he­re Ernen­nung kei­nen Anspruch auf Dienst­be­zü­ge begrün­det hat.

(2) Bei der Fest­set­zung des Besol­dungs­dienst­al­ters sind für die Gleich­stel­lung von Bezü­gen nach § 28 Abs. 2 Satz 4 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes, soweit die Bezü­ge im Bei­tritts­ge­biet zuge­stan­den haben, Zei­ten seit dem 1.07.1991 zu berück­sich­ti­gen.

Die abge­senk­ten Ost-Bezü­ge belie­fen sich im Fol­gen­den – suk­zes­si­ve anstei­gend -

  • ab 1.07.1991 auf 60 %,
  • ab 1.05.1992 auf 70 %,
  • ab 1.12 1992 auf 74 %,
  • ab 1.07.1993 auf 80 %,
  • ab 1.10.1994 auf 82 %,
  • ab 1.10.1995 auf 84 %,
  • ab 1.09.1997 auf 85 %,
  • ab 1.09.1998 auf 86,5 %,
  • ab 1.08.2000 auf 87 %,
  • ab 1.01.2001 auf 88,5 %,
  • ab 1.01.2002 auf 90 %,
  • ab 1.01.2003 auf 91 % und
  • ab 1.01.2004 auf 92,5 %

der für das bis­he­ri­ge Bun­des­ge­biet jeweils gel­ten­den Dienst­be­zü­ge.

Die Absen­kung – eben­so wie der nach­fol­gend dar­ge­stell­te Zuschuss – setz­te sich bei den Ver­sor­gungs­be­zü­gen fort. § 2 Nr. 2 Satz 1 der auf § 107a Beam­ten­ver­sor­gungs­ge­setz (BeamtVG) beru­hen­den Ver­ord­nung über beam­ten­ver­sor­gungs­recht­li­che Über­gangs­re­ge­lun­gen nach Her­stel­lung der Ein­heit Deutsch­lands (BeamtVÜV) in der Fas­sung der Zwei­ten Ver­ord­nung zur Ände­rung der Ver­ord­nung über beam­ten­ver­sor­gungs­recht­li­che Über­gangs­re­ge­lun­gen nach Her­stel­lung der Ein­heit Deutsch­lands vom 22.12 1992 3 bestimm­te, dass sich die ruhe­ge­halts­fä­hi­gen Dienst­be­zü­ge unter Berück­sich­ti­gung der Besol­dungs-Über­gangs­ver­ord­nun­gen bemes­sen:

§ 2 – Maß­ga­ben

Das Beam­ten­ver­sor­gungs­ge­setz gilt unbe­scha­det der Rege­lun­gen in Anla­ge I Kapi­tel XIX Sach­ge­biet A Abschnitt III Nr. 9 des Eini­gungs­ver­tra­ges vom 31.08.1990 4 mit fol­gen­den wei­te­ren Maß­ga­ben:

[…]

2. Die ruhe­ge­halt­fä­hi­gen Dienst­be­zü­ge bemes­sen sich unter Berück­sich­ti­gung der Besol­dungs-Über­gangs­ver­ord­nun­gen.

Die­se Dif­fe­ren­zie­rung wur­de in der Ent­schei­dung vom 12.02.2003 – "Beam­ten­be­sol­dung Ost I" – vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt gebil­ligt 5.

Gemäß § 4 der 2. BesÜV wur­de Beam­ten, Rich­tern und Sol­da­ten mit Anspruch auf Besol­dung nach § 2 ein ruhe­ge­halt­fä­hi­ger Zuschuss bis zur Höhe des Unter­schieds­be­trags zwi­schen den Bezü­gen nach § 2 und den bei glei­chem Amt für das bis­he­ri­ge Bun­des­ge­biet gel­ten­den Dienst­be­zü­gen gewährt, wenn sie auf­grund der im bis­he­ri­gen Bun­des­ge­biet erwor­be­nen Befä­hi­gungs­vor­aus­set­zun­gen ernannt wur­den.

§ 4 – Zuschuß zur Ergän­zung der Dienst­be­zü­ge

Beam­te, Rich­ter und Sol­da­ten mit Anspruch auf Besol­dung nach § 2 erhal­ten, wenn sie auf Grund der im bis­he­ri­gen Bun­des­ge­biet erwor­be­nen Befä­hi­gungs­vor­aus­set­zun­gen ernannt wer­den, einen ruhe­ge­halt­fä­hi­gen Zuschuß in Höhe des Unter­schieds­be­tra­ges zwi­schen den Bezü­gen nach § 2 und den bei glei­chem Amt für das bis­he­ri­ge Bun­des­ge­biet gel­ten­den Dienst­be­zü­gen. Dies gilt auch für Ernen­nun­gen vor Inkraft­tre­ten die­ser Ver­ord­nung.

Seit der ab 25.11.1997 gül­ti­gen Fas­sung des § 4 der 2. BesÜV 6 trat eine Bedürf­nis­klau­sel hin­zu, wonach ein Zuschuss gezahlt wur­de, wenn Beam­te auf­grund der im bis­he­ri­gen Bun­des­ge­biet oder im Aus­land erwor­be­nen Befä­hi­gungs­vor­aus­set­zun­gen ernannt wur­den und für die Gewin­nung ein drin­gen­des dienst­li­ches Bedürf­nis bestand.

§ 4 – Zuschuß zur Ergän­zung der Dienst­be­zü­ge

Beam­te, Rich­ter und Sol­da­ten mit Anspruch auf Besol­dung nach § 2 kön­nen mit Zustim­mung der obers­ten Dienst­be­hör­de und des für das Besol­dungs­recht zustän­di­gen Minis­te­ri­ums einen ruhe­ge­halt­fä­hi­gen Zuschuß bis zur Höhe des Unter­schieds­be­tra­ges zwi­schen den Bezü­gen nach § 2 und den bei glei­chem Amt für das bis­he­ri­ge Bun­des­ge­biet gel­ten­den Dienst­be­zü­gen erhal­ten, wenn sie auf­grund der im bis­he­ri­gen Bun­des­ge­biet oder im Aus­land erwor­be­nen Befä­hi­gungs­vor­aus­set­zun­gen ernannt wer­den und für die Gewin­nung ein drin­gen­des dienst­li­ches Bedürf­nis besteht.

Die­se die soge­nann­ten Auf­bau­hel­fer hono­rie­ren­de Zuschuss­re­ge­lung wur­de für alle bis zum 24.11.1997 ernann­ten Beam­ten, Rich­ter und Sol­da­ten bis zum end­gül­ti­gen Aus­lau­fen der Ost­be­sol­dung (im Bund war dies gem. § 12a Abs. 2 der 2. BesÜV in der ab dem 1.01.2008 gül­ti­gen Fas­sung 7 am 31.03.2008 der Fall, in Sach­sen am 31.12 2009) wei­ter ange­wen­det (§ 12 der 2. BesÜV in der ab dem 25.11.1997 gül­ti­gen Fas­sung). Ein Effekt die­ser Stich­tags­re­ge­lung war, dass vor dem Stich­tag (24.11.1997) im Bei­tritts­ge­biet erst­mals ernann­te Beam­te, Rich­ter und Sol­da­ten mit über­wie­gend im bis­he­ri­gen Bun­des­ge­biet erwor­be­nen Befä­hi­gungs­vor­aus­set­zun­gen 12 Jah­re lang (wäh­rend der Kalen­der­jah­re 1998 bis 2009) auf "West-Niveau" besol­det wur­den, wäh­rend die nach dem Stich­tag im Bei­tritts­ge­biet erst­mals ernann­ten Beam­ten, Rich­ter und Sol­da­ten mit über­wie­gend im bis­he­ri­gen Bun­des­ge­biet erwor­be­nen Befä­hi­gungs­vor­aus­set­zun­gen durch­weg auf abge­senk­tem Niveau besol­det wur­den.

Ent­spre­chend dem oben zu den Ver­sor­gungs­be­zü­gen Dar­ge­stell­ten war auch die­ser Zuschuss gemäß § 2 Nr. 2 Satz 1 BeamtVÜV bei der Bemes­sung der ruhe­ge­halt­fä­hi­gen Dienst­be­zü­ge zu berück­sich­ti­gen.

Die­se Dif­fe­ren­zie­rung wur­de in der Ent­schei­dung vom 12.02.2003 – "Beam­ten­be­sol­dung Ost II" – vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt eben­falls gebil­ligt 8.

Mit­hin fan­den die Lan­des­be­sol­dungs­ge­setz­ge­ber drei Grup­pen unter­schied­lich besol­de­ter Beam­ter inner­halb der jewei­li­gen Besol­dungs­grup­pe vor: Ers­tens die dem § 2 Abs. 2 2. BesÜV Unter­fal­len­den und daher "Ost­be­sol­de­ten", zwei­tens die dem § 2 Abs. 2 2. BesÜV nicht Unter­fal­len­den und daher "West­be­sol­de­ten" und drit­tens die sowohl dem § 2 Abs. 2 als auch dem § 4 der 2. BesÜV unter­fal­len­den und daher eben­falls (annä­hernd) auf West­ni­veau Besol­de­ten.

Gestuf­tes Aus­lau­fen der Ost­be­sol­dung 2008/​2009 in Sach­sen[↑]

Nach dem Über­gang der Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz auf die Län­der mit Wir­kung vom 01.09.2006 hin­sicht­lich der Lauf­bah­nen, der Besol­dung und der Ver­sor­gung der Beam­ten der Län­der, Gemein­den und ande­rer Kör­per­schaf­ten des öffent­li­chen Rechts sowie der Rich­ter in den Län­dern (Gesetz zur Ände­rung des Grund­ge­set­zes vom 28.08.2006 9; vgl. Art. 74 Abs. 1 Nr. 27 GG) wur­de das Rege­lungs­kon­zept der "Ost-Absen­kung" in den neu­en Län­dern bei­be­hal­ten, sei es infol­ge nach Art. 125a Abs. 1 GG fort­gel­ten­den Bun­des­rechts, sei es auf­grund gesetz­ge­be­ri­scher Über­nah­me.

Der säch­si­sche Gesetz­ge­ber hat sich das Rege­lungs­kon­zept der abge­senk­ten Besol­dung und Ver­sor­gung nach Art. 2 des Fünf­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 17.01.2008 10 mit Wir­kung vom 01.11.2007 – also mit rück­wir­ken­dem Inkraft­tre­ten – zu eigen gemacht. Dazu hat er die Fort­gel­tung der bun­des­recht­li­chen Rege­lun­gen (auch) zur Absen­kung der Bezü­ge "als Lan­des­recht" ange­ord­net (§ 17 Abs. 1 Satz 1 Säch­si­sches Besol­dungs­ge­setz in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 28.01.1998 – Sächs­BesG – [GVBl S. 50] zuletzt geän­dert durch Art. 2 des Fünf­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 17.01.2008 [GVBl S. 3] betref­fend Besol­dung; § 17 Abs. 2 Sächs­BesG betref­fend Ver­sor­gung):

§ 17 – Über­lei­tung des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes und des Beam­ten­ver­sor­gungs­ge­set­zes

(1) Das Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 06.08.2002 11, zuletzt geän­dert durch Arti­kel 3 des Geset­zes vom 19.07.2007 12, mit Aus­nah­me von § 14 Abs. 2 bis 4, § 84 Abs. 3 und § 85, sowie die auf­grund des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes erlas­se­nen Ver­ord­nun­gen gel­ten als Lan­des­recht fort. Die Anla­gen IV bis IX des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 06.08.2002 11, zuletzt geän­dert durch Arti­kel 3 des Geset­zes vom 19.07.2007 12, gel­ten bis zum 31.12 2007 als Lan­des­recht fort.

(2) Das Gesetz über die Ver­sor­gung der Beam­ten und Rich­ter in Bund und Län­dern (Beam­ten­ver­sor­gungs­ge­setz – BeamtVG) in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 16.03.1999 13, zuletzt geän­dert durch Arti­kel 6 des Geset­zes vom 19.07.2006 14, mit Aus­nah­me der §§ 71 bis 73, sowie die auf­grund des Beam­ten­ver­sor­gungs­ge­set­zes erlas­se­nen Ver­ord­nun­gen gel­ten als Lan­des­recht fort.

Für die Zeit ab dem 1.01.2008 hat der säch­si­sche Gesetz­ge­ber die gel­ten­den Beträ­ge gemäß § 20 Abs. 4 Satz 1 in Ver­bin­dung mit Anla­ge 16 Sächs­BesG – den bun­des­ge­setz­li­chen Beträ­gen ent­spre­chend – gere­gelt:

§ 20 – Erhö­hung der Besol­dung und der Ver­sor­gungs­be­zü­ge

[…]

(4) Die ab dem 1.01.2008 gel­ten­den Beträ­ge erge­ben sich aus den Anla­gen 2 bis 20. Die ab dem 1.05.und 1.09.2008 nach den vor­ste­hen­den Absät­zen erhöh­ten Beträ­ge erge­ben sich aus den Anla­gen 21 bis 39.

Die Ost-West-Dif­fe­renz ergibt sich aus einer Zusam­men­schau mit der Anla­ge 2 zu § 20 Abs. 4 Sächs­BesG.

Die Anglei­chung der Ost­be­sol­dung an das West­ni­veau – das heißt das Aus­lau­fen der Absen­kung um 7,5 % gegen­über dem West­ni­veau – wur­de für die Besol­dungs­grup­pen bis A 9 bereits zum 1.01.2008 voll­zo­gen, wäh­rend die Ost­be­sol­dung für die Besol­dungs­grup­pen ab A 10 auf­wärts in Sach­sen erst zum 1.01.2010, also zwei Jah­re spä­ter, aus­lief (§ 20 Abs. 4 i.V.m. Anla­ge 2 und 16 Sächs­BesG in der Fas­sung des Fünf­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 17.01.2008 [GVBl S. 3]).

Eine dif­fe­ren­zier­te Been­di­gung der Ost­be­sol­dung nach den Besol­dungs­grup­pen A 2 bis A 9 einer­seits (West­ni­veau ab 1.01.2008) und den Besol­dungs­grup­pen ab A 10 ande­rer­seits (West­ni­veau ab 1.01.2010) fand sich schon in der bun­des­recht­li­chen Vor­schrift des § 12 Abs. 2 der 2. BesÜV (in der vom 01.01.2003 bis zum 31.12 2009 15 gül­ti­gen Fas­sung).

Der Bun­des­ge­setz­ge­ber rück­te aller­dings – für Bun­des­be­am­te, Sol­da­ten sowie Bun­des­rich­ter – durch die Rege­lung des § 12a Abs. 2 der 2. BesÜV (in der ab dem 1.01.2008 gül­ti­gen Fas­sung 16) von die­ser Dif­fe­ren­zie­rung nur drei Mona­te nach ihrer Umset­zung wie­der ab; die voll­stän­di­ge Anglei­chung an das West-Besol­dungs­ni­veau erfolg­te auf Bun­des­ebe­ne für alle Besol­dungs­grup­pen zum 1.04.2008. Die­se Ände­rung erfolg­te rück­wir­kend durch Art. 12 des Geset­zes vom 29.07.2008 (Gesetz über die Anpas­sung von Dienst- und Ver­sor­gungs­be­zü­gen im Bund 2008/​2009 (BBVAn­pG 2008/​2009) vom 29.07.2008 17) und damit zeit­lich nach Erlass des Fünf­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 17.01.2008.

Der säch­si­sche Besol­dungs­ge­setz­ge­ber ergänz­te die Rege­lun­gen der § 20 Abs. 4 in Ver­bin­dung mit Anla­gen 2 und 16 Sächs­BesG durch eine Zula­gen­re­ge­lung: Zur Ver­hin­de­rung der Situa­ti­on, dass ein Beam­ter der Besol­dungs­grup­pe A 10 gerin­ge­re Dienst- oder Ver­sor­gungs­be­zü­ge als ein ver­gleich­ba­rer Beam­ter der Besol­dungs­grup­pe A 9 erhielt, wur­de nach § 22 Abs. 1 Satz 1 Sächs­BesG der Unter­schieds­be­trag – soweit die­ser auf der fort­ge­setz­ten Ost-Absen­kung beruh­te – zuzüg­lich eines Betra­ges in Höhe von 10, 00 € als Zula­ge gewährt. Sofern ein Beam­ter der Besol­dungs­grup­pe A 10 gleich hohe oder aber ledig­lich gering­fü­gig höhe­re Bezü­ge hat­te als ein ver­gleich­ba­rer Beam­ter der Besol­dungs­grup­pe A 9, wur­de die Zula­ge folg­lich nicht gewährt:

§ 22 – Über­gangs­re­ge­lung aus Anlass der Zwei­ten Besol­dungs-Über­gangs­ver­ord­nung

(1) Erhält ein Beam­ter der Besol­dungs­grup­pe A 10 gerin­ge­re Dienst­be­zü­ge als ein ver­gleich­ba­rer Beam­ter der Besol­dungs­grup­pe A 9, wird der Unter­schieds­be­trag zuzüg­lich eines Betra­ges in Höhe von 10 EUR als Zula­ge gewährt, soweit der Unter­schieds­be­trag auf­grund von § 12 Abs. 2 der Zwei­ten Ver­ord­nung über besol­dungs­recht­li­che Über­gangs­re­ge­lun­gen nach Her­stel­lung der Ein­heit Deutsch­lands (Zwei­te Besol­dungs-Über­gangs­ver­ord­nung – 2. BesÜV) in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 27.11.1997 18, die zuletzt durch Arti­kel 350 der Ver­ord­nung vom 31.10.2006 19 geän­dert wor­den ist, in der am 1.11.2007 gel­ten­den Fas­sung, beruht. Maß­geb­lich für die Ver­gleich­bar­keit nach Satz 1 sind die Stu­fe des Grund­ge­halts sowie die wei­te­ren Dienst­be­zü­ge nach § 1 Abs. 2 Nr. 3 bis 5 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes, mit Aus­nah­me der Amts­zu­la­ge gemäß Fuß­no­te 3 zur Besol­dungs­grup­pe A 9 der Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung A. Die Zula­ge ist ruhe­ge­halt­fä­hig, soweit sie ruhe­ge­halt­fä­hi­ge Dienst­be­zü­ge aus­gleicht.

(2) Der Absatz 1 gilt für Ver­sor­gungs­emp­fän­ger ent­spre­chend.

Die­se Maß­nah­men betra­fen glei­cher­ma­ßen Emp­fän­ger von Dienst­be­zü­gen (vgl. § 17 Abs. 1 Satz 1, § 20 Abs. 4 Satz 1 Sächs­BesG i.V.m. § 2 2. BesÜV; § 22 Abs. 1 Sächs­BesG) wie Ver­sor­gungs­emp­fän­ger (vgl. § 17 Abs. 2 Sächs­BesG i.V.m. § 2 Nr. 2 Satz 1 BeamtVÜV, § 2 2. BesÜV; § 22 Abs. 2 Sächs­BesG).

Gestuf­te Besol­dungs­an­pas­sung 2008 in Sach­sen[↑]

Zusätz­lich zu dem um zwei Jah­re spä­te­ren Aus­lau­fen der Ost­be­sol­dung wur­de wie­der­um für alle Besol­dungs­grup­pen ab A 10 auf­wärts die Besol­dungs­an­pas­sung 2008 um 2,9 % vom 01.05.2008 – dem Tag des Inkraft­tre­tens für die Besol­dungs­grup­pen bis A 9 (vgl. § 20 Abs. 3 Satz 1 Sächs­BesG) – auf den 1.09.2008, also um vier Mona­te, hin­aus­ge­scho­ben (§ 20 Abs. 3 Satz 2 Sächs­BesG):

§ 20 – Erhö­hung der Besol­dung und der Ver­sor­gungs­be­zü­ge

(1) Um 2,9 Pro­zent wer­den erhöht

  1. die Grund­ge­halts­sät­ze,
  2. der Fami­li­en­zu­schlag mit Aus­nah­me der Erhö­hungs­be­trä­ge für die Besol­dungs­grup­pen A 2 bis A 5,
  3. die Amts­zu­la­gen sowie die all­ge­mei­ne Stel­len­zu­la­ge nach Vor­be­mer­kung Num­mer 27 der Anla­ge I des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes (Bun­des­be­sol­dungs­ord­nun­gen A und B),
  4. die Anwär­ter­grund­be­trä­ge,
  5. die Leis­tungs­be­zü­ge für Pro­fes­so­ren sowie haupt­be­ruf­li­che Lei­ter und Mit­glie­der von Lei­tungs­gre­mi­en an Hoch­schu­len, soweit die­se nach § 13 an den all­ge­mei­nen linea­ren Besol­dungs­an­pas­sun­gen teil­neh­men kön­nen und die Teil­nah­me in der jewei­li­gen Beru­fungs­ver­ein­ba­rung fest­ge­legt ist.

Die Erhö­hung nach Satz 1 ist eine Anpas­sung der Besol­dung im Sin­ne von § 14 Abs. 1 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes. Sie gilt ent­spre­chend für die in § 84 Abs. 1 und 2 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes genann­ten Bezü­ge­be­stand­tei­le.

[…]

(3) Die Erhö­hun­gen nach den Absät­zen 1 und 2 gel­ten ab dem 1.05.2008. Für Emp­fän­ger von Dienst­be­zü­gen der Besol­dungs­ord­nung A ab Besol­dungs­grup­pe A 10 sowie der Besol­dungs­ord­nun­gen B, C, R und W gel­ten die Erhö­hun­gen ab dem 1.09.2008.

[…]

(5) Bei Ver­sor­gungs­emp­fän­gern gilt die Erhö­hung nach Absatz 1 ent­spre­chend für die dort und die in § 84 Abs. 1 und 2 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes genann­ten Bezü­ge­be­stand­tei­le, soweit sie der Berech­nung der Ver­sor­gungs­be­zü­ge zugrun­de lie­gen. Die Erhö­hung nach Satz 1 ist eine all­ge­mei­ne Anpas­sung der Ver­sor­gung im Sin­ne von § 70 BeamtVG. Absatz 3 gilt ent­spre­chend.

(6) Ver­sor­gungs­be­zü­ge, die in fes­ten Beträ­gen fest­ge­setzt sind, wer­den um 2, 8 Pro­zent erhöht. Absatz 3 gilt ent­spre­chend.

Auch die­se Maß­nah­me betraf Emp­fän­ger von Dienst­be­zü­gen (§ 20 Abs. 3 Satz 2 Sächs­BesG) wie Ver­sor­gungs­emp­fän­ger (vgl. § 20 Abs. 5 Satz 3, Abs. 6 Satz 2 Sächs­BesG) glei­cher­ma­ßen.

Die dar­auf­fol­gen­de Besol­dungs­an­pas­sung 2009 mit einer Erhö­hung der Grund­ge­halts­sät­ze um 40 € und wei­te­re 3 % erfolg­te ab dem 1.03.2009 unter­schieds­los zuguns­ten aller Besol­dungs­grup­pen (gem. Art. 2 Nr. 4 [betrifft § 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und 3 Sächs­BesG] des Sechs­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 19.06.2009 20). Ver­sor­gungs­be­zü­ge wur­den zur glei­chen Zeit ledig­lich line­ar um 3 % erhöht (gem. Art. 2 Nr. 4 [betrifft § 20 Abs. 4 Sächs­BesG] des Sechs­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 19.06.2009 20).

Aus­wir­kun­gen auf das Besol­dungs­ge­fü­ge[↑]

Auf das Besol­dungs­ge­fü­ge hat­ten die bei­den ange­grif­fe­nen Maß­nah­men fol­gen­de Aus­wir­kun­gen:

Vor dem maß­geb­li­chen Zeit­raum der Kalen­der­jah­re 2008 und 2009, also bis zum 31.12 2007, beweg­te sich der Abstand zwi­schen den ver­gleich­ba­ren Stu­fen der Besol­dungs­grup­pen A 9 (Ost) und A 10 (Ost) zwi­schen 7,75 % (Stu­fe 2) und 12,58 % (End­grund­ge­halt Stu­fe 11) und lag im Mit­tel bei 10,66 % (Stu­fe 2 bis 11; abso­lut sind dies 223,75 €; Bezugs­punkt ist vor­lie­gend durch­gän­gig die nied­ri­ge­re Besol­dungs­grup­pe, also Besol­dungs­grup­pe A 9 in der der jewei­li­gen Geset­zes­la­ge ent­spre­chen­den Höhe).

Durch die gestaf­fel­te Anglei­chung der Ost-Absen­kung sank der Abstand zwi­schen den ver­gleich­ba­ren Stu­fen der Besol­dungs­grup­pen A 9 und A 10 (Ost) auf Wer­te zwi­schen ‑0,33 % (Stu­fe 2) und 4,14 % (Stu­fe 11); im Mit­tel lag damit der Abstand bei ledig­lich 2,36 % (Stu­fe 2 bis 11; abso­lut sind dies 55,88 €).

In der Stu­fe 2 wur­den somit Beam­te der Besol­dungs­grup­pe A 10 (Ost) im Grund­ge­halt um 6,33 € schlech­ter, in der Stu­fe 3 nur um 8,37 € bes­ser besol­det als in der Besol­dungs­grup­pe A 9. Aus­ge­blen­det wird hier­bei die Zula­gen-Rege­lung des § 22 Abs. 1 Sächs­BesG, weil sie nicht nur schwer abs­trakt zu kal­ku­lie­ren ist, son­dern vor allem mit einem nach dem Wil­len des Gesetz­ge­bers ledig­lich 10 € betra­gen­den Zuschlag mar­gi­nal aus­fällt.

Durch die – zusätz­li­che – um vier Mona­te gestaf­fel­te Besol­dungs­an­pas­sung im Jahr 2008 sank der Abstand zwi­schen den ver­gleich­ba­ren Stu­fen der Besol­dungs­grup­pen A 9 und A 10 (Ost) im Zeit­raum vom 01.05.bis 31.08.2008 auf Wer­te zwi­schen ‑3,14 % (Stu­fe 2) und 1,21 % (Stu­fe 11), im Mit­tel damit auf ‑0,52 % (Stu­fe 2 bis 11; abso­lut sind dies ‑9,03 €).

Besol­dungs­an­pas­sun­gen und das Ver­hält­nis der Besol­dungs­grup­pen[↑]

Maß­nah­men des Besol­dungs­ge­setz­ge­bers und ihre jewei­li­gen Aus­wir­kun­gen auf die Abstän­de zwi­schen den ent­spre­chen­den Stu­fen unter­schied­li­cher Besol­dungs­grup­pen las­sen sich mit Blick auf das Ver­hält­nis der Besol­dungs­grup­pen zuein­an­der all­ge­mein in drei Fall­grup­pen sys­te­ma­ti­sie­ren: In linea­re Erhö­hun­gen, in abso­lu­te Erhö­hun­gen und in Ein­mal­zah­lun­gen. Die ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Maß­nah­men zei­ti­gen die Wir­kung tem­po­rä­rer Abstands­ver­kür­zung durch nach Besol­dungs­grup­pen zeit­lich dif­fe­ren­zie­ren­de linea­re Erhö­hun­gen.

  • Linea­re Erhö­hun­gen

    Erhö­hun­gen um den glei­chen Pro­zent­satz über alle Besol­dungs­grup­pen hin­weg (linea­re Erhö­hun­gen) sind abstands­wah­rend; sie ver­än­dern bestehen­de (in Pro­zent­wer­ten aus­ge­drück­te) Abstän­de zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen nicht.

  • Abso­lu­te Erhö­hun­gen

    Hin­ge­gen schmel­zen Erhö­hun­gen der monat­li­chen Bezü­ge um den­sel­ben Betrag (abso­lu­te Erhö­hun­gen) bestehen­de rela­ti­ve Abstän­de zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen ab, da ein glei­cher Betrag für höhe­re Besol­dungs­grup­pen zu einer rela­tiv gerin­ge­ren Stei­ge­rung als bei nied­ri­ge­ren Besol­dungs­grup­pen führt.

    Die­sen Effekt hat­te etwa die (hier nicht unmit­tel­bar ver­fah­rens-gegen­ständ­li­che) Besol­dungs­an­pas­sung zum 1.03.2009, soweit sie eine Grund­ge­halts­er­hö­hung um 40 € (neben der Grund­ge­halts­er­hö­hung um 3 %) vor­sah. Die in Pro­zent­wer­ten aus­ge­drück­ten Abstän­de zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen wur­den durch die abso­lu­te Erhö­hung in allen Besol­dungs­grup­pen um den Betrag von monat­lich 40 € leicht redu­ziert.

    Unge­ach­tet des­sen wird ein ein­mal auf­ge­tre­te­ner Abschmel­zungs­ef­fekt dau­er­haft im Besol­dungs­ge­fü­ge kon­ser­viert. Vor­lie­gend blieb der redu­zier­te Abstand auch über den 1.01.2010 – der West-Anglei­chung auch für die Besol­dungs­grup­pen ab A 10 – erhal­ten. Dies ist auch der Grund, war­um die bis zum 31.12 2007 gege­be­nen Abstän­de ab dem 1.01.2010 – nach in allen Besol­dungs­grup­pen erfolg­ter West-Anglei­chung – nicht wie­der erreicht wur­den, son­dern der Abstand zwi­schen den ver­gleich­ba­ren Stu­fen der Besol­dungs­grup­pen A 9 (Ost) und A 10 (Ost) im Mit­tel (Stu­fe 2 bis 11) bis zum 31.12 2007 10,66 % und ab dem 1.01.2010 zwi­schen A 9 (West) und A 10 (West) ledig­lich noch 10,48 % betrug.

  • Ein­mal­zah­lun­gen

    Anders als abso­lu­te Erhö­hun­gen der monat­li­chen Bezü­ge haben Ein­mal­zah­lun­gen kei­ne nach­hal­ti­ge Wir­kung; die ein­ma­li­ge Aus­zah­lung von bestimm­ten Beträ­gen in allen Besol­dungs­grup­pen tan­giert bestehen­de Abstän­de zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen nur vor­über­ge­hend. Schon des­halb las­sen sich Ein­mal­zah­lun­gen wegen ihres punk­tu­el­len Cha­rak­ters nicht als Besol­dungs­er­hö­hun­gen im eigent­li­chen Sin­ne bezeich­nen, wenn man den Begriff der Besol­dungs­er­hö­hung als fort­lau­fen­de Bes­ser­stel­lung ver­steht.

Tem­po­rä­re Abstands­ver­kür­zun­gen[↑]

Bei den bei­den ange­grif­fe­nen Maß­nah­men – dem gestuf­ten Aus­lau­fen der Ost­be­sol­dung und der gestuf­ten Besol­dungs­an­pas­sung 2008 – des säch­si­schen Besol­dungs­ge­setz­ge­bers in den Kalen­der­jah­ren 2008 und 2009 han­delt es sich jeweils um abstands­neu­tra­le linea­re Erhö­hun­gen. Aller­dings kann sich die Wahl unter­schied­li­cher Zeit­punk­te für die jewei­li­ge Besol­dungs­er­hö­hung (um 7,5 % einer­seits, um 2,9 % ande­rer­seits), wie vor­lie­gend, tem­po­rär erheb­lich abstands­ver­kür­zend aus­wir­ken. Für bestimm­te Besol­dungs­grup­pen ver­scho­be­ne linea­re Erhö­hun­gen wir­ken wie wie­der­hol­te Ein­mal­zah­lun­gen für die übri­gen Besol­dungs­grup­pen.

Auf­grund der dar­ge­stell­ten besol­dungs­recht­li­chen Situa­ti­on wur­den die Abstän­de zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen A 9 und A 10 (Ost) wäh­rend der ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Kalen­der­jah­re 2008 und 2009 deut­lich ver­kürzt. Für Emp­fän­ger von Dienst- und Ver­sor­gungs­be­zü­gen nach A 10 (Ost) wur­de die Ver­kür­zung in den Mona­ten Mai bis August 2008, in denen die bei­den dif­fe­ren­zie­ren­den Maß­nah­men zusam­men­fie­len, noch ver­schärft.

Außer­dem führ­te die im Rah­men der (hier nicht unmit­tel­bar ver­fah­rens-gegen­ständ­li­chen) Besol­dungs­an­pas­sung 2009 zum 1.03.2009 für alle Besol­dungs­grup­pen gewähr­te abso­lu­te Erhö­hung um 40 € zu einer zwar ledig­lich gering­fü­gi­gen, jedoch dau­er­haf­ten Abschmel­zung der Besol­dungs­ab­stän­de. Hier­von sind die (ledig­lich line­ar um 3 % und nicht auch abso­lut ange­ho­be­nen) Ver­sor­gungs­be­zü­ge nicht betrof­fen.

Die Aus­gangs­ver­fah­ren[↑]

Die Beschwer­de­füh­rer sind bezie­hungs­wei­se waren Poli­zei­ober­kom­mis­sa­re der Besol­dungs­grup­pe A 10 im Frei­staat Sach­sen. Der Beschwer­de­füh­rer in dem zwei­ten Ver­fas­sungs­be­schwer­de­ver­fah­ren 21 ist zum 31.12 2007 in den Ruhe­stand getre­ten.

Seit ihrer erst­ma­li­gen Ernen­nung und Ver­wen­dung im Bei­tritts­ge­biet erhiel­ten sie die auf 92,5 % abge­senk­ten Bezü­ge. Für den zum 31.12 2007 in den Ruhe­stand getre­te­nen Beschwer­de­füh­rer in dem zwei­ten Ver­fah­ren 21 setz­te sich die Absen­kung in des­sen Ver­sor­gungs­be­zü­gen fort. Die Ost­ab­sen­kung ist für bei­de Poli­zei­be­am­ten ab dem 1.01.2010 ent­fal­len.

Die in § 22 Abs. 1 Sächs­BesG vor­ge­se­he­ne Zula­ge, die bei Absin­ken der Bezü­ge von Beam­ten der Besol­dungs­grup­pe A 10 unter die Bezü­ge von Beam­ten der Besol­dungs­grup­pe A 9 gezahlt wer­den soll­te und die gemäß § 22 Abs. 2 Sächs­BesG für Ver­sor­gungs­emp­fän­ger, also auch den Beschwer­de­füh­rer in dem Ver­fah­ren 2 BvR 905/​14, ent­spre­chend galt, wur­de dem Beschwer­de­füh­rer in dem Ver­fah­ren 2 BvR 883/​14 nach des­sen Vor­trag tat­säch­lich nur für einen Teil des strei­ti­gen Zeit­raums – bis April 2009 – gezahlt. Nach Anga­ben des im Aus­gangs­ver­fah­ren beklag­ten Frei­staa­tes Sach­sen über­stie­gen anschlie­ßend sei­ne Bezü­ge nach Besol­dungs­grup­pe A 10 (Ost) die der Besol­dungs­grup­pe A 9.

Bei­de Poli­zei­be­am­te betraf neben der Ost­ab­sen­kung in Höhe von 7,5 % zusätz­lich die Ver­zö­ge­rung der Besol­dungs­an­pas­sung im Jahr 2008 um vier Mona­te (§ 20 Abs. 3, § 20 Abs. 5 Satz 3, Abs. 6 Satz 2 Sächs­BesG).

Die Ent­schei­dung der Ver­wal­tungs­ge­rich­te[↑]

Nach erfolg­lo­sen Wider­sprü­chen blie­ben auch die auf vol­le Besol­dung bezie­hungs­wei­se Ver­sor­gung gerich­te­ten Kla­gen bei­der Beschwer­de­füh­rer in allen drei Instan­zen erfolg­los.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Chem­nitz wies die Kla­gen der Beschwer­de­füh­rer mit Urtei­len vom 25.02.2010 22 und vom 24.08.2010 23 ab. Das Säch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt bestä­tig­te die­se Ent­schei­dun­gen mit Urtei­len vom 18.09.2012 24.

Mit Urteil jeweils vom 12.12 2013 25 wies das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt die Revi­sio­nen der Beschwer­de­füh­rer zurück.

ie Ent­schei­dung des säch­si­schen Besol­dungs­ge­setz­ge­bers, im streit­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum die von ihm vor­ge­fun­de­ne bun­des­ge­setz­li­che Rege­lung bei­zu­be­hal­ten, die zwi­schen der Besol­dung bei Beam­ten mit einem Amt bis zur Besol­dungs­grup­pe A 9 einer­seits und bei Beam­ten und Rich­tern mit einem höhe­ren Amt ande­rer­seits dif­fe­ren­zie­re, und die­se Rege­lung auch mit ihren Frik­tio­nen bis zum Ablauf des in § 14 Abs. 3 der 2. BesÜV bereits bestimm­ten Über­gangs­zeit­raums fort­zu­füh­ren, sei im Ergeb­nis mit dem Grund­ge­setz noch ver­ein­bar. Die um zwei Jah­re hin­aus­ge­scho­be­ne dif­fe­ren­zier­te Anglei­chung sei durch die beson­de­re und ein­ma­li­ge Situa­ti­on gerecht­fer­tigt, in der sich der säch­si­sche Besol­dungs­ge­setz­ge­ber im Jahr 2008 gegen Ende des Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­ses der Wie­der­her­stel­lung der deut­schen Ein­heit befun­den habe 26.

Dau­er und Umfang der ver­zö­ger­ten Besol­dungs­an­pas­sung sei­en hier schwer­wie­gend (zwei Jah­re; 7,5 %). Eine ange­spann­te Haus­halts­la­ge für sich allei­ne kön­ne eine Ungleich­be­hand­lung zu Las­ten ein­zel­ner Besol­dungs­grup­pen nicht recht­fer­ti­gen. Dar­an ände­re auch nichts, dass sich die besol­dungs­recht­li­che Rege­lung an Ent­gelt­ver­ein­ba­run­gen eines Tarif­ver­tra­ges anleh­ne, in dem für die Anpas­sung des Ent­gelts der Tarif­be­schäf­tig­ten des Lan­des Sach­sen an das West­ni­veau nach Ent­gelt­grup­pen dif­fe­ren­ziert wer­de. Zwar sei­en die Rege­lun­gen eines Tarif­ver­tra­ges ein maß­geb­li­cher Indi­ka­tor bei der Fra­ge, ob eine Abkopp­lung des Besol­dungs­ni­veaus von der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung zu besor­gen sei. Wegen der struk­tu­rel­len Unter­schie­de zwi­schen dem Tarif­ver­trags- und dem Besol­dungs­recht (dort von den Tarif­ver­trags­par­tei­en frei aus­ge­han­del­te Ent­gel­te, hier Ent­schei­dung des Gesetz­ge­bers in Erfül­lung grund­ge­setz­li­cher Ver­pflich­tun­gen) könn­ten Tarif­ver­trä­ge aber dann nicht als Richt­schnur für Besol­dungs­an­pas­sun­gen die­nen, wenn sie ihrem Inhalt nach mit Struk­tur­prin­zi­pi­en des Besol­dungs­rechts kol­li­dier­ten, wie hier mit der Not­wen­dig­keit eines ange­mes­se­nen Abstands zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen. Tarif­ver­trag­li­che Ver­ein­ba­run­gen könn­ten ein Abrü­cken von den durch Art. 33 Abs. 5 GG gewähr­leis­te­ten Struk­tur­prin­zi­pi­en der Beam­ten- und Rich­ter­be­sol­dung nicht recht­fer­ti­gen 27.

Auch die unter­schied­li­che wirt­schaft­li­che Leis­tungs­fä­hig­keit der Beam­ten kön­ne grund­sätz­lich nicht als Recht­fer­ti­gung für die Ungleich­be­hand­lung höhe­rer Besol­dungs­grup­pen her­an­ge­zo­gen wer­den. Zwar kön­ne bei unter­schied­li­cher wirt­schaft­li­cher Leis­tungs­fä­hig­keit eine Ungleich­be­hand­lung im Bereich des beam­ten­recht­li­chen Für­sor­ge­grund­sat­zes zuläs­sig sein. Im Besol­dungs­recht jedoch kön­ne die unter­schied­li­che wirt­schaft­li­che Leis­tungs­fä­hig­keit im Hin­blick auf das Abstands­ge­bot ledig­lich kurz­zei­ti­ge Ver­schie­bun­gen von Besol­dungs­er­hö­hun­gen für ein­zel­ne Besol­dungs­grup­pen recht­fer­ti­gen, wie im vor­lie­gen­den Fall die vier­mo­na­ti­ge Ver­schie­bung der Besol­dungs­an­pas­sung im Jahr 2008 für die Besol­dungs­grup­pen ab A 10. Bei län­ge­ren oder sub­stan­ti­el­len Ver­schie­bun­gen – wie hier bei einem Pro­zent­satz von 7,5 % für zwei Jah­re – kom­me eine Recht­fer­ti­gung allen­falls dann in Betracht, wenn davon nur die Spit­zen­äm­ter im höhe­ren Dienst betrof­fen sei­en. Eine Ver­schie­bung um zwei Jah­re sei weder kurz­zei­tig, noch sei­en Besol­dungs­grup­pen ab A 10 höhe­re Besol­dungs­grup­pen oder gar Spit­zen­äm­ter in die­sem Sinn.

Die hier ange­grif­fe­ne Ungleich­be­hand­lung der Besol­dungs­emp­fän­ger ab der Besol­dungs­grup­pe A 10 sei viel­mehr nur im Hin­blick auf die beson­de­re, ein­ma­li­ge Situa­ti­on, in der sich der säch­si­sche Lan­des­ge­setz­ge­ber im Jah­re 2008 befun­den habe, noch mit Art. 3 Abs. 1 GG ver­ein­bar. Der säch­si­sche Lan­des­ge­setz­ge­ber habe bei Über­gang der Gesetz­ge­bungs­zu­stän­dig­keit für das Besol­dungs­recht die seit 2003 bun­des­recht­lich gere­gel­te Abstu­fung der Besol­dungs­an­glei­chung vor­ge­fun­den. Er habe vor der Wahl gestan­den, ent­we­der die Besol­dung für alle Besol­dungs­grup­pen zum 1.01.2008 auf das im bis­he­ri­gen Bun­des­ge­biet gel­ten­de Niveau anzu­he­ben oder die Anglei­chung für alle Besol­dungs­grup­pen zu einem spä­te­ren Zeit­punkt vor­zu­neh­men oder schließ­lich die bereits bun­des­recht­lich vor­ge­se­he­ne gestuf­te Anglei­chung bei­zu­be­hal­ten. Im ers­ten Fall hät­te er sich neue finan­zi­el­le Las­ten auf­ge­bür­det. Im zwei­ten Fall wäre den gerin­ger besol­de­ten Beam­ten bis Besol­dungs­grup­pe A 9 die seit 2003 bun­des­recht­lich gere­gel­te Anglei­chung ver­sagt geblie­ben. Im drit­ten Fall, den er gewählt habe, habe er die vor­über­ge­hen­de Ein­eb­nung des Besol­dungs­ab­stan­des zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen in Kauf neh­men müs­sen. Dass er sich in die­ser Situa­ti­on für die drit­te Vari­an­te ent­schie­den habe, sei von sei­nem beson­ders gro­ßen Gestal­tungs­spiel­raum bei der Bewäl­ti­gung der Fol­gen der deut­schen Ein­heit gedeckt.

Ent­schei­dend dafür sei, dass die Ver­schie­bung der Besol­dungs­an­glei­chung für die Besol­dungs­grup­pen höher als A 9 zwar weder gering­fü­gig noch kurz­fris­tig, aber immer­hin nur vor­über­ge­hend gewe­sen sei. Sie habe ins­be­son­de­re nicht zu einer gerin­ge­ren Basis für spä­te­re Besol­dungs­er­hö­hun­gen geführt; die Beam­ten und Rich­ter die­ser Besol­dungs­grup­pen sei­en nach Aus­lau­fen der Absen­kung in die bereits bestehen­de und für die Besol­dung der aus dem frü­he­ren Bun­des­ge­biet stam­men­den Beam­ten und Rich­ter sowie der Beam­ten und Rich­ter mit Anspruch auf einen Zuschuss nach § 4 der 2. BesÜV maß­geb­li­che Anla­ge 21 zum Säch­si­schen Besol­dungs­ge­setz inte­griert wor­den. Die vor­über­ge­hen­de, wenn auch gra­vie­ren­de Ein­eb­nung des Besol­dungs­ab­stands habe sich letzt­lich nicht auf das dau­ern­de Besol­dungs­ge­fü­ge aus­ge­wirkt und wie­ge damit weni­ger schwer als etwa die teil­wei­se Erset­zung von linea­ren Besol­dungs­er­hö­hun­gen durch Ein­mal­zah­lun­gen 28.

Zudem habe der Lan­des­ge­setz­ge­ber mit der Zula­gen­re­ge­lung in § 22 Sächs­BesG ein Absin­ken der – noch nicht ange­gli­che­nen – nach der Besol­dungs­grup­pe A 10 besol­de­ten Beam­ten unter die Besol­dung der – schon ange­gli­che­nen – ver­gleich­ba­ren nach der Besol­dungs­grup­pe A 9 besol­de­ten Beam­ten ver­hin­dert. Eine höhe­re Zula­ge sei in die­ser Über­gangs­pha­se nicht ver­fas­sungs­recht­lich zwin­gend gebo­ten gewe­sen, zumal sie – wenn sie dem Abstands­ge­bot sub­stan­zi­ell hät­te Rech­nung tra­gen wol­len – in die Nähe der voll­stän­di­gen Anglei­chung schon zum 1.01.2008 hät­te kom­men müs­sen 29.

Die Ver­fas­sungs­be­schwer­den[↑]

Mit ihren im Wesent­li­chen gleich lau­ten­den Ver­fas­sungs­be­schwer­den rügen die Beschwer­de­füh­rer eine Ver­let­zung ihrer Rech­te aus Art. 3 Abs. 1 und Art. 33 Abs. 5 GG. Sie wen­den sich gegen die jewei­li­gen drei Gerichts­ent­schei­dun­gen und ver­tre­ten die Auf­fas­sung, die ange­wen­de­ten Nor­men sei­en mit Art. 3 Abs. 1 und Art. 33 Abs. 5 GG nicht ver­ein­bar.

Den Beschwer­de­füh­rern sei kei­ne nach dem Amt abge­stuf­te Besol­dung gewährt wor­den. Dies gel­te zum einen hin­sicht­lich des "unsub­stan­zi­el­len" Abstands von letzt­lich 10 € zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen A 9 und A 10 nach § 22 Sächs­BesG, zum ande­ren für die unter­schied­li­che Besol­dung, die in Abhän­gig­keit vom Zeit­punkt der Beför­de­rung inner­halb der Besol­dungs­grup­pe A 10 gewährt wor­den sei.

Hin­zu kom­me, dass auch die Ver­zö­ge­rung der Besol­dungs­an­pas­sung 2008 mit Art. 3 Abs. 1 und Art. 33 Abs. 5 GG nicht ver­ein­bar sei. Gemes­sen an den im Beschluss des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 23.10.2001 30 auf­ge­stell­ten Grund­sät­zen lie­ge kein Spar­bei­trag eines "Emp­fän­gers einer höhe­ren Besol­dung" vor; das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt habe selbst zugrun­de gelegt, dass ein Amt der Besol­dungs­grup­pe A 10 nicht zu den höhe­ren Besol­dungs­grup­pen gehö­re.

Die Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts[↑]

Die maß­geb­li­chen Nor­men sei­en nicht Bestand­teil einer Reform des Besol­dungs­rechts gewe­sen, wes­halb sich die Fra­ge nicht stel­le, ob und in wel­chem Umfang von der aus Art. 33 Abs. 5 GG resul­tie­ren­den Pflicht zur amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­ta­ti­on im Fal­le eines Sys­tem­wech­sels abge­wi­chen wer­den kön­ne.

Die Ver­fas­sungs­be­schwer­den sind zuläs­sig. Ins­be­son­de­re sind sie hin­rei­chend sub­stan­ti­iert im Sin­ne von § 23 Abs. 1 Satz 2 1. Halb­satz, § 92 BVerfGG. Die Beschwer­de­füh­rer begrün­den die behaup­te­te Ver­let­zung ihrer Rech­te im Sin­ne von § 90 Abs. 1 BVerfGG mit ver­fas­sungs­recht­li­chen Argu­men­ten und set­zen sich sowohl mit den ver­fas­sungs­recht­li­chen Maß­stä­ben als auch mit den ange­grif­fe­nen Ent­schei­dun­gen hin­rei­chend aus­ein­an­der.

Die Ver­fas­sungs­be­schwer­den sind begrün­det.

Die mit­tel­bar ange­grif­fe­nen Rege­lun­gen des § 20 Abs. 3 bis Abs. 5 Sächs­BesG sowie Anla­gen 21, 22, 25, 35, 36 und 39 Sächs­BesG und § 12 Abs. 2, § 14 Abs. 3 der 2. BesÜV in Ver­bin­dung mit § 17 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 Sächs­BesG sowie Anla­gen 2, 3, 6, 16, 17 und 20 Sächs­BesG sowie die hier­auf beru­hen­den, unmit­tel­bar ange­grif­fe­nen gericht­li­chen Ent­schei­dun­gen ver­sto­ßen gegen Art. 33 Abs. 5 in Ver­bin­dung mit Art. 3 Abs. 1 GG.

Her­ge­brach­te Grund­sät­ze des Berufs­be­am­ten­tums[↑]

Nach Art. 33 Abs. 5 GG ist das Recht des öffent­li­chen Diens­tes unter Berück­sich­ti­gung der her­ge­brach­ten Grund­sät­ze des Berufs­be­am­ten­tums zu regeln und fort­zu­ent­wi­ckeln. Mit den her­ge­brach­ten Grund­sät­zen des Berufs­be­am­ten­tums im Sin­ne des Art. 33 Abs. 5 GG ist der Kern­be­stand von Struk­tur­prin­zi­pi­en gemeint, die all­ge­mein oder doch ganz über­wie­gend wäh­rend eines län­ge­ren, tra­di­ti­ons­bil­den­den Zeit­raums, min­des­tens unter der Reichs­ver­fas­sung von Wei­mar, als ver­bind­lich aner­kannt und gewahrt wor­den sind 31. Art. 33 Abs. 5 GG ist unmit­tel­bar gel­ten­des Recht und ent­hält einen Rege­lungs­auf­trag an den Gesetz­ge­ber sowie eine insti­tu­tio­nel­le Garan­tie des Berufs­be­am­ten­tums 32.

Nicht jede Rege­lung des Beam­ten­rechts, die sich als her­ge­bracht erweist, wird von der insti­tu­tio­nel­len Garan­tie erfasst. Bezugs­punkt des Art. 33 Abs. 5 GG ist nicht das gewach­se­ne Berufs­be­am­ten­recht, son­dern das Berufs­be­am­ten­tum. Geschützt sind daher nur die­je­ni­gen Rege­lun­gen, die das Bild des Berufs­be­am­ten­tums in sei­ner über­kom­me­nen Gestalt maß­geb­lich prä­gen, sodass ihre Besei­ti­gung auch das Wesen des Berufs­be­am­ten­tums antas­ten wür­de. Dies ergibt sich bereits aus dem Wesen einer Ein­rich­tungs­ga­ran­tie, deren Sinn gera­de dar­in liegt, den Kern­be­stand der Struk­tur­prin­zi­pi­en – mit­hin die Grund­sät­ze, die nicht hin­weg­ge­dacht wer­den kön­nen, ohne dass damit zugleich die Ein­rich­tung selbst in ihrem Cha­rak­ter grund­le­gend ver­än­dert wür­de – dem gestal­ten­den Gesetz­ge­ber ver­bind­lich als Rah­men vor­zu­ge­ben. Bei die­sen Grund­sät­zen ver­langt Art. 33 Abs. 5 GG nicht nur "Berück­sich­ti­gung", son­dern auch "Beach­tung" 33. Sub­stan­zia­li­tät und Tra­di­tio­na­li­tät sind dem­nach zwei Vor­aus­set­zun­gen, die für die Qua­li­fi­ka­ti­on als her­ge­brach­ter Grund­satz kumu­la­tiv erfüllt sein müs­sen 34.

Zu den das Beam­ten­ver­hält­nis bestim­men­den her­ge­brach­ten Grund­sät­zen zäh­len unter ande­rem das Ali­men­ta­ti­ons- 35 (hier­zu aa), das Leis­tungs- sowie das Lauf­bahn­prin­zip 36 und damit eng zusam­men­hän­gend das Abstands­ge­bot.

Das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip ver­pflich­tet den Dienst­herrn, den Beam­ten und sei­ne Fami­lie lebens­lang ange­mes­sen zu ali­men­tie­ren und ihm nach sei­nem Dienst­rang, nach der mit sei­nem Amt ver­bun­de­nen Ver­ant­wor­tung und nach der Bedeu­tung des Berufs­be­am­ten­tums für die All­ge­mein­heit ent­spre­chend der Ent­wick­lung der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se und des all­ge­mei­nen Lebens­stan­dards einen ange­mes­se­nen Lebens­un­ter­halt zu gewäh­ren. Damit wird der Bezug der Besol­dung sowohl zu der Ein­kom­mens- und Aus­ga­ben­si­tua­ti­on der Gesamt­be­völ­ke­rung als auch zur Lage der Staats­fi­nan­zen, das heißt zu der sich in der Situa­ti­on der öffent­li­chen Haus­hal­te aus­drü­cken­den Leis­tungs­fä­hig­keit des Dienst­herrn, her­ge­stellt 37. Im Rah­men die­ser Ver­pflich­tung zu einer dem Amt ange­mes­se­nen Ali­men­tie­rung hat der Gesetz­ge­ber die Attrak­ti­vi­tät des Beam­ten­ver­hält­nis­ses auch für über­durch­schnitt­lich qua­li­fi­zier­te Kräf­te, das Anse­hen des Amtes in den Augen der Gesell­schaft, die vom Amts­in­ha­ber gefor­der­te Aus­bil­dung und sei­ne Bean­spru­chung zu berück­sich­ti­gen 38.

Die­sen Kri­te­ri­en muss der Gesetz­ge­ber sowohl bei struk­tu­rel­len Neu­aus­rich­tun­gen im Besol­dungs­recht als auch bei der kon­ti­nu­ier­li­chen Fort­schrei­bung der Besol­dungs­hö­he über die Jah­re hin­weg im Wege einer Gesamt­schau der hier­bei rele­van­ten Kri­te­ri­en und anhand einer Gegen­über­stel­lung mit jeweils in Betracht kom­men­den Ver­gleichs­grup­pen Rech­nung tra­gen 39.

Was die Mög­lich­keit anbe­langt, den Beam­ten Spar­las­ten auf­zu­bür­den, ist nicht nur auf den bereits oben zitier­ten grund­sätz­li­chen "Bezug der Besol­dung […] auch zur Lage der Staats­fi­nan­zen" hin­zu­wei­sen 40. Der Grund­satz der amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­ta­ti­on als Teil der mit den her­ge­brach­ten Grund­sät­zen ver­bun­de­nen insti­tu­tio­nel­len Garan­tie des Art. 33 Abs. 5 GG ist, soweit er mit ande­ren ver­fas­sungs­recht­li­chen Wert­ent­schei­dun­gen oder Insti­tu­ten kol­li­diert, – wie dies auch sonst der Fall ist – ent­spre­chend dem Grund­satz der prak­ti­schen Kon­kor­danz im Wege der Abwä­gung zu einem scho­nen­den Aus­gleich zu brin­gen 41. Das gilt nament­lich für das Ver­bot der Neu­ver­schul­dung in Art. 109 Abs. 3 Satz 1 GG (ein­ge­führt durch das Gesetz zur Ände­rung des Grund­ge­set­zes [Arti­kel 91c, 91d, 104b, 109, 109a, 115, 143d] vom 29.07.2009 42). Der in Art. 143d Abs. 1 Satz 4 GG ange­leg­ten Vor­wir­kung des Ver­bots der struk­tu­rel­len Net­to­kre­dit­auf­nah­me hat der Haus­halts­ge­setz­ge­ber auch bei der Anpas­sung der Bezü­ge der Beam­ten Rech­nung zu tra­gen. Unge­ach­tet der Ver­schär­fung der Regeln für die Kre­dit­auf­nah­me durch die Neu­fas­sung des Art. 109 Abs. 3 GG 43ver­mö­gen indes allein die Finanz­la­ge der öffent­li­chen Haus­hal­te oder das Ziel der Haus­halts­kon­so­li­die­rung den Grund­satz der amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­tie­rung nicht ein­zu­schrän­ken. Andern­falls lie­fe die Schutz­funk­ti­on des Art. 33 Abs. 5 GG ins Lee­re 44. Auch das beson­de­re Treue­ver­hält­nis ver­pflich­tet Beam­te nicht dazu, stär­ker als ande­re zur Kon­so­li­die­rung öffent­li­cher Haus­hal­te bei­zu­tra­gen. Eine Ein­schrän­kung des Grund­sat­zes der amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­tie­rung aus rein finan­zi­el­len Grün­den kann zur Bewäl­ti­gung einer der in Art. 109 Abs. 3 Satz 2 GG genann­ten Aus­nah­me­si­tua­tio­nen in Ansatz gebracht wer­den, wenn die betref­fen­de gesetz­ge­be­ri­sche Maß­nah­me aus­weis­lich einer aus­sa­ge­kräf­ti­gen Begrün­dung in den Gesetz­ge­bungs­ma­te­ria­li­en Teil eines schlüs­si­gen und umfas­sen­den Kon­zepts der Haus­halts­kon­so­li­die­rung ist 45. Dar­über hin­aus erscheint es mög­lich, dass in die­sem Rah­men auch sozia­le Belan­ge, die dem Sozi­al­staats­prin­zip ent­sprin­gen, Berück­sich­ti­gung fin­den kön­nen.

Das Leis­tungs­prin­zip zählt eben­so wie das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip zu den vom Gesetz­ge­ber zu beach­ten­den her­ge­brach­ten Grund­sät­zen des Berufs­be­am­ten­tums im Sin­ne von Art. 33 Abs. 5 GG 46. Es bezeich­net in sei­nem Kern zunächst das Prin­zip der Bes­ten­aus­le­se, wie es aus­drück­lich in Art. 33 Abs. 2 GG ver­an­kert ist 47. Das Leis­tungs­prin­zip betrifft nicht nur den erst­ma­li­gen Zugang zu einem öffent­li­chen Amt beim Ein­tritt in das Beam­ten­ver­hält­nis, son­dern beinhal­tet auch die Aner­ken­nung und recht­li­che Absi­che­rung des Beför­de­rungs­er­fol­ges, den der Beam­te bei der Bes­ten­aus­le­se auf­grund von Eig­nung, Befä­hi­gung und fach­li­cher Leis­tung erlangt hat 47. Über das Sta­tus­recht ist das Besol­dungs­recht mit­tel­bar leis­tungs­be­zo­gen, indem Leis­tung mit Beför­de­rung hono­riert wird 48.

Die mit­tel­ba­re Ver­wirk­li­chung des Leis­tungs­prin­zips im Besol­dungs­recht – über das Sta­tus­recht einer­seits sowie über das her­kömm­li­che Sys­tem der Dienst­al­ters­stu­fen bei der Bemes­sung des Grund­ge­halts ande­rer­seits – schließt aller­dings den Ein­satz unmit­tel­bar von der indi­vi­du­el­len Leis­tung der Beam­ten abhän­gi­ger Besol­dungs­be­stand­tei­le nicht aus. Inso­weit kommt es zu einer Über­schnei­dung des Leis­tungs­prin­zips mit dem Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip, das schon vor Ein­fü­gung der Fort­ent­wick­lungs­klau­sel in Art. 33 Abs. 5 GG eine ste­te Wei­ter­ent­wick­lung des Beam­ten­rechts und des­sen Anpas­sung an ver­än­der­te Umstän­de der Staat­lich­keit ermög­lich­te 49. Eine stär­ke­re Berück­sich­ti­gung des Leis­tungs­ge­dan­kens stellt einen zuläs­si­gen Aspekt der Besol­dungs­ge­setz­ge­bung dar 50.

Dane­ben ist auch das Lauf­bahn­prin­zip vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt wie­der­holt als her­ge­brach­ter Grund­satz des Berufs­be­am­ten­tums aner­kannt wor­den. Inhalt des Lauf­bahn­prin­zips ist zumin­dest, dass für die Ein­stel­lung und das beruf­li­che Fort­kom­men des Beam­ten, Rich­ters oder Sol­da­ten Lauf­bah­nen mit jeweils typi­sier­ten Min­dest­an­for­de­run­gen bestehen 51.

Das Lauf­bahn­prin­zip – wie auch der Auf­bau des Ämter­ge­fü­ges – ist zudem Aus­druck des Leis­tungs­prin­zips 52. Inso­fern sind bei­de Prin­zi­pi­en eng mit­ein­an­der ver­knüpft.

Die Orga­ni­sa­ti­on der öffent­li­chen Ver­wal­tung stellt dar­auf ab, dass in den höher besol­de­ten Ämtern die für den Dienst­herrn wert­vol­le­ren Leis­tun­gen erbracht wer­den. Des­halb muss im Hin­blick auf das Leis­tungs- und das Lauf­bahn­prin­zip mit der orga­ni­sa­ti­ons­recht­li­chen Glie­de­rung der Ämter eine Staf­fe­lung der Gehäl­ter ein­her­ge­hen. Ver­glei­che sind dabei nicht nur inner­halb einer Besol­dungs­ord­nung, son­dern gera­de auch zwi­schen den ver­schie­de­nen Besol­dungs­ord­nun­gen gebo­ten 53.

Abstands­ge­bot als her­ge­brach­ter Grund­satz des Berufs­be­am­ten­tums[↑]

Auch das Abstands­ge­bot stellt einen eigen­stän­di­gen her­ge­brach­ten Grund­satz des Berufs­be­am­ten­tums dar, der aller­dings in enger Anbin­dung zum Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip und zum Leis­tungs­grund­satz steht.

Aus dem Leis­tungs­grund­satz in Art. 33 Abs. 2 GG und dem Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip in Art. 33 Abs. 5 GG folgt ein Abstands­ge­bot, das dem Gesetz­ge­ber unge­ach­tet sei­nes wei­ten Gestal­tungs­spiel­raums unter­sagt, den Abstand zwi­schen ver­schie­de­nen Besol­dungs­grup­pen dau­er­haft ein­zu­eb­nen 54. Jedem Amt ist eine Wer­tig­keit imma­nent, die sich in der Besol­dungs­hö­he wider­spie­geln muss. Die Wer­tig­keit wird ins­be­son­de­re durch die Ver­ant­wor­tung des Amtes und die Inan­spruch­nah­me des Amts­in­ha­bers bestimmt. Die "amts"angemessene Besol­dung ist damit eine not­wen­di­ger­wei­se abge­stuf­te Besol­dung 55.

Das Abstands­ge­bot gebie­tet dabei nicht allein, dass die unter­schied­li­che Wer­tig­keit der Ämter im Hin­blick auf die End­stu­fen zum Aus­druck kommt. Viel­mehr ist es erfor­der­lich, dass zur Wah­rung der Strin­genz des gesam­ten Besol­dungs­sys­tems die unter­schied­li­che Wer­tig­keit der Ämter auch in sämt­li­chen ein­an­der ent­spre­chen­den (Erfahrungs-)Stufen abge­bil­det wird.

Das Abstands­ge­bot zwingt den Gesetz­ge­ber aller­dings nicht, einen ein­mal fest­ge­leg­ten Abstand zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen abso­lut oder rela­tiv bei­zu­be­hal­ten. Viel­mehr kann er ein bestehen­des Besol­dungs­sys­tem neu struk­tu­rie­ren und auch die Wer­tig­keit von Besol­dungs­grup­pen zuein­an­der neu bestim­men 56.

Da bestehen­de Abstän­de zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen Aus­druck der den Ämtern durch den Gesetz­ge­ber zuge­schrie­be­nen Wer­tig­kei­ten sind, dür­fen sie aller­dings nicht infol­ge von Ein­zel­maß­nah­men – etwa die zeit­ver­setz­te und/​oder gestuf­te Inkraft­set­zung von Besol­dungs­er­hö­hun­gen für Ange­hö­ri­ge bestimm­ter Besol­dungs­grup­pen 57 – nach und nach ein­ge­eb­net wer­den 58. Es besteht also ein Ver­bot schlei­chen­der Abschmel­zung bestehen­der Abstän­de, wel­che außer­halb der zuläs­si­gen gesetz­ge­be­ri­schen Neu­be­wer­tung und Neu­struk­tu­rie­rung statt­fin­den 59.

Für die Beur­tei­lung der Zuläs­sig­keit einer gesetz­ge­be­ri­schen Ver­än­de­rung der Besol­dungs­ab­stän­de bie­tet sich vor allem der Rück­griff auf die Absicht des Gesetz­ge­bers an, wie sie in den Gesetz­ge­bungs­ma­te­ria­li­en zum Aus­druck kommt. Solan­ge der Gesetz­ge­ber danach nicht in doku­men­tier­ter Art und Wei­se von sei­ner Befug­nis zur Neu­ein­schät­zung der Ämter­wer­tig­keit und Neu­struk­tu­rie­rung des Besol­dungs­ge­fü­ges Gebrauch macht, greift das Ver­bot, bestehen­de Abstän­de ein­zu­eb­nen.

Die Kon­trol­le des Abstands­ge­bots kann als sys­tem­in­ter­ner Ver­gleich inner­halb der Beam­ten­schaft anhand der aus den Besol­dungs­ta­bel­len ersicht­li­chen Brut­to-Gehäl­ter erfol­gen 60. Die Net­to-Grund­ge­häl­ter als Bezugs­punkt des Ver­gleichs zu wäh­len, wür­de ledig­lich die Steu­er­pro­gres­si­on berück­sich­ti­gen. Die­se Ver­zer­rung fällt indes nicht signi­fi­kant ins Gewicht. Die Steu­er­pro­gres­si­on hat ledig­lich inso­weit Bedeu­tung, als Belas­tun­gen höhe­rer Besol­dungs­grup­pen umso kri­ti­scher zu sehen sind, da die­se ange­sichts der pro­gres­si­ven Ein­kom­men­steu­er­ta­rif­ge­stal­tung höhe­ren (Grenz-)Steuersätzen unter­lie­gen.

Beam­ten­be­sol­dung und Gleich­heits­grund­satz[↑]

Die Rege­lung der Bezü­ge ist auch an den Gleich­heits­satz gebun­den 61. Nach stän­di­ger Recht­spre­chung gebie­tet der all­ge­mei­ne Gleich­heits­satz dem Gesetz­ge­ber, wesent­lich Glei­ches gleich und wesent­lich Unglei­ches ungleich zu behan­deln 62. Er ver­bie­tet unglei­che Belas­tun­gen eben­so wie unglei­che Begüns­ti­gun­gen 63. Ver­bo­ten ist daher ein gleich­heits­wid­ri­ger Begüns­ti­gungs­aus­schluss, bei dem eine Begüns­ti­gung einem Per­so­nen­kreis gewährt, einem ande­ren Per­so­nen­kreis aber vor­ent­hal­ten wird 64. Dif­fe­ren­zie­run­gen sind damit nicht aus­ge­schlos­sen, bedür­fen jedoch stets der Recht­fer­ti­gung durch Sach­grün­de, die dem Dif­fe­ren­zie­rungs­ziel und dem Aus­maß der Ungleich­be­hand­lung ange­mes­sen sind 65.

Es ist grund­sätz­lich Sache des Gesetz­ge­bers, die­je­ni­gen Sach­ver­hal­te aus­zu­wäh­len, an die er die­sel­ben Rechts­fol­gen knüpft und die er so als recht­lich gleich qua­li­fi­ziert. Die­se Aus­wahl muss er jedoch sach­ge­recht tref­fen 66. Dabei gilt ein stu­fen­lo­ser am Grund­satz der Ver­hält­nis­mä­ßig­keit ori­en­tier­ter ver­fas­sungs­recht­li­cher Prü­fungs­maß­stab, des­sen Inhalt und Gren­zen sich nicht abs­trakt, son­dern nur nach den jeweils betrof­fe­nen unter­schied­li­chen Sach- und Rege­lungs­be­rei­chen bestim­men las­sen 67. Je nach Rege­lungs­ge­gen­stand und Dif­fe­ren­zie­rungs­merk­ma­len erge­ben sich aus dem all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz unter­schied­li­che Anfor­de­run­gen an den die Ungleich­be­hand­lung tra­gen­den Sach­grund, die von auf das Will­kür­ver­bot beschränk­ten Bin­dun­gen bis hin zu stren­gen Ver­hält­nis­mä­ßig­keits­er­for­der­nis­sen rei­chen kön­nen 68.

Das Will­kür­ver­bot ist ver­letzt, wenn für die (un)gleiche Behand­lung zwei­er Sach­ver­hal­te durch den Gesetz­ge­ber bezo­gen auf den jeweils in Rede ste­hen­den Sach­be­reich und sei­ne Eigen­art ein ver­nünf­ti­ger, ein­leuch­ten­der Grund fehlt 69. Eine stren­ge­re Bin­dung des Gesetz­ge­bers kann sich aus den neben Art. 3 GG betrof­fe­nen Frei­heits­rech­ten 70 und aus der Ungleich­be­hand­lung von Per­so­nen­grup­pen erge­ben 71. Zudem ver­schär­fen sich die Anfor­de­run­gen des Art. 3 Abs. 1 GG, je weni­ger die Merk­ma­le, an die die gesetz­li­che Dif­fe­ren­zie­rung anknüpft, für den Ein­zel­nen ver­füg­bar sind 72 oder je mehr sie sich denen des Art. 3 Abs. 3 GG annä­hern 73.

Im Bereich des Besol­dungs­rechts bedeu­tet dies, dass Beam­te mit glei­chen oder gleich­wer­ti­gen Ämtern zwar in der Regel gleich zu besol­den sind. Dies gilt jedoch nicht unein­ge­schränkt. Die Zuläs­sig­keit einer Dif­fe­ren­zie­rung hängt davon ab, ob nach dem Maß­stab des Art. 3 Abs. 1 GG ein sach­lich gerecht­fer­tig­ter Grund vor­liegt 74.

Besol­dungs­recht und die Gestal­tungs­frei­heit des Gesetz­ge­bers[↑]

Bei der Prü­fung der Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit von besol­dungs­recht­li­chen Vor­schrif­ten hat der Gesetz­ge­ber eine ver­hält­nis­mä­ßig wei­te Gestal­tungs­frei­heit 75. Wegen des wei­ten Spiel­raums poli­ti­schen Ermes­sens, inner­halb des­sen er das Besol­dungs­recht den tat­säch­li­chen Not­wen­dig­kei­ten und der fort­schrei­ten­den Ent­wick­lung anpas­sen und ver­schie­den­ar­ti­ge Gesichts­punk­te berück­sich­ti­gen darf, über­prüft das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nicht, ob der Gesetz­ge­ber die gerech­tes­te, zweck­mä­ßigs­te und ver­nünf­tigs­te Lösung gewählt hat 76. Es kann, sofern nicht von der Ver­fas­sung selbst getrof­fe­ne Wer­tun­gen ent­ge­gen­ste­hen, nur die Über­schrei­tung äußers­ter Gren­zen bean­stan­den, jen­seits derer sich gesetz­li­che Vor­schrif­ten bei der Abgren­zung von Lebens­sach­ver­hal­ten als evi­dent sach­wid­rig erwei­sen 77. Jede Besol­dungs­ord­nung ent­hält unver­meid­ba­re Här­ten und mag aus Sicht der Betrof­fe­nen frag­wür­dig sein. Sol­che Uneben­hei­ten, Frik­tio­nen und Män­gel müs­sen in Kauf genom­men wer­den, solan­ge sich für die Rege­lung ein plau­si­bler und sach­lich ver­tret­ba­rer Grund anfüh­ren lässt 78.

Das Ein­räu­men einer wei­ten gesetz­ge­be­ri­schen Gestal­tungs­frei­heit soll gera­de grund­le­gen­de Neu­re­ge­lun­gen ermög­li­chen. Dies gilt nicht nur mit Blick auf Art. 3 Abs. 1 GG, son­dern auch hin­sicht­lich Art. 33 Abs. 5 GG 79. Der Gesetz­ge­ber muss ins­be­son­de­re die Frei­heit haben, von der bis­he­ri­gen Bewer­tung eines Amtes im Ver­hält­nis zu einem ande­ren Amt abzu­wei­chen. Anders lässt sich, wenn man eine Besol­dungs­ord­nung in ihrem Bestand nicht ver­stei­nern will, eine vom Gesetz­ge­ber für not­wen­dig gehal­te­ne ver­nünf­ti­ge Neu­re­ge­lung und Ver­bes­se­rung nicht bewerk­stel­li­gen 80.

Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der ver­zö­ger­ten Besol­dungs­an­pas­sung in Sach­sen[↑]

§ 20 Abs. 3 bis 5 Sächs­BesG sowie Anla­gen 21, 22, 25, 35, 36 und 39 Sächs­BesG in der Fas­sung des Fünf­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 17.01.2008 10, die die ver­zö­ger­te Besol­dungs­an­pas­sung um 2,9 % von Mai bis August 2008 zulas­ten der ab der Besol­dungs­grup­pe A 10 besol­de­ten Beam­ten regeln, sind inso­weit mit den grund­ge­setz­li­chen Vor­ga­ben nicht ver­ein­bar.

Die Ver­zö­ge­rung der Besol­dungs­an­pas­sung in Höhe von 2,9 % um vier Mona­te ver­letzt die Rech­te der Beschwer­de­füh­rer aus Art. 33 Abs. 5 in Ver­bin­dung mit Art. 3 Abs. 1 GG. Die betrof­fe­nen Beam­ten der Besol­dungs­grup­pen A 10 auf­wärts wur­den ohne erkenn­ba­ren sach­li­chen Grund im Ver­gleich zu den Beam­ten bis zur Besol­dungs­grup­pe A 9, die von der Besol­dungs­an­pas­sung schon zum 1.05.2008 pro­fi­tiert haben, benach­tei­ligt.

Der säch­si­sche Besol­dungs­ge­setz­ge­ber kann sich ins­be­son­de­re nicht dar­auf beru­fen, dass eine grund­le­gen­de Neu­re­ge­lung des Besol­dungs­sys­tems Gegen­stand der Geset­zes­än­de­rung gewe­sen und ihm daher ein beson­ders wei­ter Gestal­tungs­spiel­raum ein­zu­räu­men sei. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ist damit bei sei­ner Prü­fung nicht auf eine rei­ne Evi­denz­kon­trol­le beschränkt.

Aus­weis­lich der Geset­zes­be­grün­dung der Staats­re­gie­rung soll­te die ver­zö­ger­te Besol­dungs­an­pas­sung allein der Erzie­lung von Ein­spa­run­gen die­nen. So heißt es in der Geset­zes­be­grün­dung 81:

Mit der 4‑monatigen Ver­zö­ge­rung der Besol­dungs­an­pas­sung ggü. dem Tarif­be­reich bei den höhe­ren Besol­dungs­grup­pen (ab Bes­Gr. A 10) leis­ten die­se einen wei­te­ren Bei­trag zur haus­halts­ge­mä­ßen Kon­so­li­die­rung, denn die­se ist in Anbe­tracht der bestehen­den Ver­schul­dung von der­zeit ca. 12 Mrd. € noch nicht abge­schlos­sen.

Eben­so äußer­te sich Staats­mi­nis­ter Til­lich bei der ers­ten Lesung des Ent­wurfs im Säch­si­schen Land­tag 82, wonach die Beam­ten "durch die Zurück­stel­lung und Ver­zö­ge­rung von Besol­dungs­an­pas­sun­gen ihren Bei­trag zur Haus­halts­kon­so­li­die­rung" leis­te­ten.

Mit der Ver­zö­ge­rung einer Besol­dungs­an­pas­sung hat der Besol­dungs­ge­setz­ge­ber gera­de kei­ne Neu­be­wer­tung der Wer­tig­keit der Ämter vor­ge­nom­men oder Neu­re­ge­lun­gen und Ver­bes­se­run­gen bewerk­stel­ligt 80, son­dern ledig­lich durch Ein­zel­maß­nah­men den Emp­fän­gern aus­ge­wähl­ter Besol­dungs­grup­pen einen "wei­te­ren Bei­trag zur haus­halts­ge­mä­ßen Kon­so­li­die­rung" abver­langt.

Die ver­zö­ger­te Über­tra­gung der Tarif­er­geb­nis­se im Jahr 2008 für die Besol­dungs­grup­pen ab A 10 auf­wärts lässt sich auch nicht als sozi­al­ver­träg­li­cher Spar­bei­trag höhe­rer Besol­dungs­grup­pen recht­fer­ti­gen.

So kön­nen schon die für eine Dif­fe­ren­zie­rung ange­führ­ten Grün­de nicht über­zeu­gen. Zwar erscheint auf den ers­ten Blick die Begrün­dung, dass Emp­fän­ger höhe­rer Bezü­ge von der all­ge­mei­nen Teue­rung, zu deren Aus­gleich die linea­re Erhö­hung der Besol­dung und Ver­sor­gung bei­tra­gen soll, jeden­falls teil­wei­se weni­ger stark betrof­fen sind als Emp­fän­ger nied­ri­ger Bezü­ge 83, nach­voll­zieh­bar. Dies mag nament­lich mit Blick auf den Grund­be­darf zutref­fen, der sich mit einem rela­tiv klei­ne­ren Anteil ihres (höhe­ren) Gehalts decken lässt.

Aller­dings trägt gera­de die­se Argu­men­ta­ti­on im vor­lie­gen­den Kon­text nicht, da – wie schon das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt fest­ge­stellt hat 84 – die ange­grif­fe­ne Maß­nah­me nicht aus­schließ­lich Emp­fän­ger höhe­rer Bezü­ge betrifft, son­dern alle Beam­ten von der Besol­dungs­grup­pe A 10 auf­wärts. Jeden­falls bei den der Besol­dungs­grup­pe A 10 zuge­hö­ri­gen Beam­ten han­delt es sich offen­sicht­lich nicht um Emp­fän­ger höhe­rer Bezü­ge.

Abge­se­hen davon ist die Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen einem (all­ge­mei­nen) Grund­be­darf und dar­über hin­aus­ge­hen­den, amts­an­ge­mes­se­nen Bedar­fen nicht über­zeu­gend. Es ist viel­mehr von einem dem jewei­li­gen Amt ange­mes­se­nen Gesamt­be­darf aus­zu­ge­hen 85. Inner­halb des jeweils "amts­an­ge­mes­se­nen" Unter­halts ist kei­ne Dif­fe­ren­zie­rung in ver­schie­de­ne Bedar­fe ange­legt, wes­halb es beim Abstands­ge­bot auch nicht auf abso­lut, son­dern auf rela­tiv gleich­blei­ben­de Abstän­de in der Besol­dung der unter­schied­lich bewer­te­ten Ämter ankommt 58. Infol­ge der Infla­ti­on ver­lie­ren Emp­fän­ger aller Besol­dungs­grup­pen in rela­tiv glei­chem Maße an Kauf­kraft. Zum Auf­wie­gen des Kauf­kraft­ver­lusts und damit zur Siche­rung des jeweils "amts­an­ge­mes­se­nen" Unter­halts ist daher eine Besol­dungs­er­hö­hung in eben­falls rela­tiv glei­chem Maße nötig.

Das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip ver­pflich­tet den Besol­dungs­ge­setz­ge­ber dazu, sich bei der Bemes­sung der Besol­dung – für alle Beam­ten – an der Ent­wick­lung der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se und dem all­ge­mei­nen Lebens­stan­dard zu ori­en­tie­ren 86. Dass allein die Finanz­la­ge der öffent­li­chen Haus­hal­te oder das Ziel der Haus­halts­kon­so­li­die­rung den Grund­satz der amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­tie­rung nicht ein­zu­schrän­ken ver­mag, da andern­falls die Schutz­funk­ti­on des Art. 33 Abs. 5 GG ins Lee­re lie­fe 87, gilt eben­falls für alle Beam­ten. Die von Ver­fas­sungs wegen geschul­de­te Ali­men­tie­rung ist nicht eine dem Umfang nach belie­big varia­ble Grö­ße, die sich ein­fach nach den "wirt­schaft­li­chen Mög­lich­kei­ten" der öffent­li­chen Hand oder nach den poli­ti­schen Dring­lich­keits­be­wer­tun­gen hin­sicht­lich der ver­schie­de­nen vom Staat zu erfül­len­den Auf­ga­ben oder nach dem Umfang der Bemü­hun­gen um die Ver­wirk­li­chung des all­ge­mei­nen Sozi­al­staats­prin­zips bemes­sen lässt 88.

Wenn der Besol­dungs­ge­setz­ge­ber für nied­ri­ge­re Besol­dungs­grup­pen eine Anpas­sung in bestimm­ter Höhe als für eine amts­an­ge­mes­se­ne Ali­men­ta­ti­on erfor­der­lich erach­tet, muss er sich hier­an – zumin­dest im Grund­satz – für alle Beam­ten fest­hal­ten las­sen, sofern er mit der Dif­fe­ren­zie­rung kei­ne Umge­stal­tung des Besol­dungs­sys­tems oder eine Neu­be­wer­tung von Sta­tus­äm­tern vor­nimmt 89.

Es bleibt aber in einem sol­chen Fall stets zu prü­fen, ob eine Maß­nah­me des Besol­dungs­ge­setz­ge­bers im Aus­nah­me­fall ver­fas­sungs­recht­lich gerecht­fer­tigt sein kann. Ein sol­cher Aus­nah­me­fall liegt hier jedoch nicht vor, zumal im frag­li­chen Zeit­raum noch nicht das mit Ver­fas­sungs­rang aus­ge­stat­te­te Ver­bot der Neu­ver­schul­dung galt, das erst mit Gesetz vom 29.07.2009 42 durch Art. 109 Abs. 3 Satz 1 GG in das Grund­ge­setz auf­ge­nom­men wor­den ist. Zudem stellt sich die ver­zö­ger­te Besol­dungs­an­pas­sung für die Besol­dungs­grup­pen A 10 und auf­wärts nicht als Teil eines schlüs­si­gen Gesamt­kon­zepts zur Sanie­rung des säch­si­schen Haus­halts dar, son­dern als ein­ma­li­ger "Spar­bei­trag" die­ser Besol­dungs­grup­pen. Ande­re mit Ver­fas­sungs­rang aus­ge­stat­te­te kol­li­die­ren­de Wert­ent­schei­dun­gen, die zu berück­sich­ti­gen wären, sind nicht ersicht­lich. Ins­be­son­de­re kön­nen im vor­lie­gen­den Zusam­men­hang kei­ne beson­de­ren sozia­len Belan­ge zu einer aus­nahms­wei­sen ver­fas­sungs­recht­li­chen Recht­fer­ti­gung der Maß­nah­me füh­ren. Unab­hän­gig von der Fra­ge, ob sol­che Belan­ge grund­sätz­lich berück­sich­ti­gungs­fä­hig sind, lässt jeden­falls vor­lie­gend die Dif­fe­ren­zie­rung an der Schnitt­stel­le zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen A 9 und A 10 nicht erken­nen, dass der Besol­dungs­ge­setz­ge­ber beson­de­re sozi­al­po­li­ti­sche Aspek­te wie etwa die beson­ders gro­ße finan­zi­el­le Leis­tungs­fä­hig­keit bestimm­ter Besol­dungs­grup­pen berück­sich­ti­gen woll­te.

Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der säch­si­schen Über­gangs­re­ge­lung von der Ost­be­sol­dung[↑]

§ 12 Abs. 2, § 14 Abs. 3 der 2. BesÜV in Ver­bin­dung mit § 17 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 Sächs­BesG sowie Anla­gen 2, 3, 6, 16, 17 und 20 Sächs­BesG in der Fas­sung des Fünf­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 17.01.2008 10 ver­let­zen Art. 33 Abs. 5 in Ver­bin­dung mit Art. 3 Abs. 1 GG, soweit sie die Besol­dungs­grup­pe A 10 in den Kalen­der­jah­ren 2008 und 2009 betref­fen.

Nach den dar­ge­leg­ten Maß­stä­ben ist auch die dif­fe­ren­zier­te Anglei­chung an das West-Besol­dungs­ni­veau bei Beam­ten mit einem Amt bis zur Besol­dungs­grup­pe A 9 einer­seits und bei Beam­ten und Rich­tern mit einem höhe­ren Amt ande­rer­seits mit dem Grund­ge­setz unver­ein­bar.

Die durch die vor­lie­gen­den Ver­fas­sungs­be­schwer­den auf­ge­wor­fe­ne Rechts­fra­ge beschränkt sich auf die Art und Wei­se der Anglei­chung der Ost­be­sol­dung an das West-Besol­dungs­ni­veau in den Jah­ren 2008 und 2009 durch den säch­si­schen Lan­des­ge­setz­ge­ber, der seit dem 1.09.2006 die Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz für die Lauf­bah­nen, die Besol­dung und die Ver­sor­gung der Beam­ten der Län­der, Gemein­den und ande­rer Kör­per­schaf­ten des öffent­li­chen Rechts sowie der Rich­ter in den Län­dern hat (Gesetz zur Ände­rung des Grund­ge­set­zes vom 28.08.2006 9; vgl. Art. 74 Abs. 1 Nr. 27 GG). Ledig­lich die Besol­dung in den Jah­ren 2008 und 2009 ist zur Über­prü­fung gestellt wor­den. Nicht Gegen­stand des Ver­fah­rens ist dage­gen die Besol­dungs­dif­fe­renz zwi­schen den alten und den neu­en Län­dern, die auf der bun­des­be­sol­dungs­recht­li­chen Über­gangs­re­ge­lung in der auf § 73 BBesG beru­hen­den 2. Besol­dungs­über­gangs­ver­ord­nung (Zwei­te Ver­ord­nung über besol­dungs­recht­li­che Über­gangs­re­ge­lun­gen nach Her­stel­lung der Ein­heit Deutsch­lands vom 21.06.1991 2) beruh­te.

Dem Besol­dungs­ge­setz­ge­ber stand im Hin­blick auf die Aus­ge­stal­tung der Anglei­chung der Ost­be­sol­dung an das West­ni­veau im Grund­satz ein wei­ter Gestal­tungs­spiel­raum zur Ver­fü­gung. Im Unter­schied zur ver­zö­ger­ten Besol­dungs­an­pas­sung 2008 han­delt es sich bei der Anglei­chung der Ost­be­sol­dung an das West­ni­veau um die Aus­ge­stal­tung einer Sys­tement­schei­dung, näm­lich der Abkehr von der nach neu­en und alten Län­dern dif­fe­ren­zie­ren­den Besol­dung. Dabei ist aller­dings zu berück­sich­ti­gen, dass der Besol­dungs­ge­setz­ge­ber mit nach Besol­dungs­grup­pen dif­fe­ren­zie­ren­den Zeit­punk­ten für die West-Anglei­chung gera­de kei­ne ämter­be­zo­ge­ne Neu­be­wer­tung vor­ge­nom­men hat, für die ihm beson­ders gro­ße Gestal­tungs­spiel­räu­me ein­zu­räu­men wären.

Wäh­rend die West-Anglei­chung als sol­che also als Sys­tem­wech­sel ange­se­hen wer­den kann, weil hier­in die end­gül­ti­ge Abkehr von einer mit Rück­sicht auf die Fol­gen der deut­schen Ein­heit über Jah­re hin­weg bestehen­den Dif­fe­ren­zie­rung zu sehen ist, betrifft die hier zu beur­tei­len­de Maß­nah­me, die Ent­schei­dung für eine dif­fe­ren­zier­te West-Anglei­chung, die Art und Wei­se der Gestal­tung die­ses Sys­tem­wech­sels und läuft somit auf eine blo­ße haus­hal­te­risch moti­vier­te Ein­zel­maß­nah­me hin­aus, die eine höhe­re ver­fas­sungs­ge­richt­li­che Kon­troll­dich­te bedingt.

Durch die ange­grif­fe­ne Maß­nah­me wird der Abstand zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen A 9 und A 10 (Ost) ein­ge­eb­net. Damit ist das Abstands­ge­bot beein­träch­tigt.

Der säch­si­sche Besol­dungs­ge­setz­ge­ber weicht mit der gewähl­ten Lösung deut­lich von den für das Ver­hält­nis der Besol­dungs­grup­pen A 9/​A 10 im Beson­de­ren, aber auch für das Ver­hält­nis ande­rer benach­bar­ter Besol­dungs­grup­pen im All­ge­mei­nen, selbst­ge­setz­ten Abstän­den ab.

An die­ser Bewer­tung ändert auch die Zula­gen­re­ge­lung des § 22 Abs. 1 Satz 1 Sächs­BesG nichts. Wie das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt zutref­fend fest­stellt, trägt die­se dem Abstands­ge­bot nicht sub­stan­zi­ell Rech­nung 90. Die Abstän­de zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen A 9 (Ost) und A 10 (Ost) lagen vor der Dif­fe­ren­zie­rung mit Wir­kung zum 1.01.2008 im Mit­tel aller ein­an­der ent­spre­chen­den Stu­fen bei 223, 75 € bezie­hungs­wei­se bei 10,66 %. Nach der West-Anglei­chung der Besol­dungs­grup­pe A 9 zum 1.01.2008 lagen die Abstän­de zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen A 9 und A 10 (Ost) im Mit­tel aller ein­an­der ent­spre­chen­den Stu­fen bei 55, 88 € bezie­hungs­wei­se bei 2,36 %. Vor die­sem Hin­ter­grund fällt die auf einen Unter­schieds­be­trag – soweit die­ser auf der fort­ge­setz­ten Ost-Absen­kung beruh­te – zuzüg­lich eines Betra­ges in Höhe von 10 € beschränk­te Zula­ge nicht nen­nens­wert ins Gewicht, zumal die­se nur ein­griff, wenn die Dienst­be­zü­ge nach A 10 gerin­ger waren als die Dienst­be­zü­ge nach A 9.

Für die­se Beein­träch­ti­gung des Abstands­ge­bots fehlt es an einer sach­li­chen Recht­fer­ti­gung.

Wie das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt zutref­fend aus­ge­führt hat, ver­mag weder die Anleh­nung an die Rege­lung im Tarif­be­reich einen für das Besol­dungs­recht bedeut­sa­men Recht­fer­ti­gungs­grund dar­zu­stel­len, noch kann die ange­spann­te Haus­halts­la­ge für sich allei­ne die Ungleich­be­hand­lung zu Las­ten ein­zel­ner Besol­dungs­grup­pen recht­fer­ti­gen.

Zum einen steht die struk­tu­rel­le Ver­schie­den­ar­tig­keit der Rege­lungs­be­rei­che des Tarif­ver­trags­rechts einer­seits und des Beam­ten­be­sol­dungs­rechts ande­rer­seits einer recht­fer­ti­gen­den Über­tra­gung der Rege­lung des Tarif­be­reichs auf die Beam­ten­schaft ent­ge­gen 91. Zwar sind Ent­wick­lun­gen im Tarif­be­reich einer von meh­re­ren maß­geb­li­chen Para­me­tern für die Fra­ge, ob eine Abkopp­lung des Besol­dungs­ni­veaus von der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung zu besor­gen ist 92. Es blei­ben aber struk­tu­rel­le Unter­schie­de zwi­schen dem Tarif­ver­trags- und dem Besol­dungs­recht. Den von den Tarif­ver­trags­par­tei­en frei aus­ge­han­del­ten Ent­gel­ten steht die Ent­schei­dung des Gesetz­ge­bers in Erfül­lung grund­ge­setz­li­cher Ver­pflich­tun­gen gegen­über. Daher kön­nen Tarif­ver­trä­ge dann nicht als Richt­schnur für Besol­dungs­an­pas­sun­gen die­nen, wenn sie ihrem Inhalt nach mit Struk­tur­prin­zi­pi­en des Besol­dungs­rechts kol­li­die­ren, wie hier mit der Not­wen­dig­keit eines ange­mes­se­nen Abstands zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen. Tarif­ver­trag­li­che Ver­ein­ba­run­gen kön­nen ein Abrü­cken von den durch Art. 33 Abs. 5 GG gewähr­leis­te­ten Struk­tur­prin­zi­pi­en der Beam­ten- und Rich­ter­be­sol­dung nicht recht­fer­ti­gen 27.

Zum ande­ren kann von einer "aus­sa­ge­kräf­ti­gen Begrün­dung in den Gesetz­ge­bungs­ma­te­ria­li­en [als] Teil eines schlüs­si­gen und umfas­sen­den Kon­zepts der Haus­halts­kon­so­li­die­rung" 93 vor­lie­gend nicht die Rede sein. Der säch­si­sche Besol­dungs­ge­setz­ge­ber hat die Bun­des­re­ge­lun­gen der 2. BesÜV durch sta­ti­sche Ver­wei­sung über­nom­men. Die vor Ein­grei­fen der (Vor­wir­kun­gen der) Schul­den­brem­se (Art. 143d Abs. 1 Satz 4, Art. 109 Abs. 3 Satz 1 und 5 GG) eher noch stren­ger aus­fal­len­den Maß­stä­be für eine Berück­sich­ti­gung der Haus­halts­la­ge sind vor­lie­gend erst recht nicht erfüllt. Wie dar­ge­legt, ver­mö­gen fis­ka­li­sche Über­le­gun­gen des Besol­dungs­ge­setz­ge­bers und dar­aus fol­gen­de Bemü­hun­gen, Aus­ga­ben zu spa­ren, für sich genom­men in der Regel kei­ne unter­schied­li­che besol­dungs­recht­li­che Behand­lung ver­gleich­ba­rer Per­so­nen­grup­pen zu recht­fer­ti­gen 94.

Ein Sach­grund für die Dif­fe­ren­zie­rung ist auch sonst nicht ersicht­lich. Ins­be­son­de­re lässt sie sich nicht durch eine beson­de­re und ein­ma­li­ge Situa­ti­on am Ende des Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­ses der Wie­der­her­stel­lung der deut­schen Ein­heit recht­fer­ti­gen.

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt stellt in den ange­grif­fe­nen Ent­schei­dun­gen ent­schei­dend dar­auf ab, dass die Maß­nah­me durch den beson­ders gro­ßen gesetz­ge­be­ri­schen Gestal­tungs­spiel­raum bei der Bewäl­ti­gung der Fol­gen der deut­schen Ein­heit gedeckt sei. Die Ungleich­be­hand­lung sei nur im Hin­blick auf "die beson­de­re und ein­ma­li­ge Situa­ti­on […], in der sich der säch­si­sche Besol­dungs­ge­setz­ge­ber im Jahr 2008 gegen Ende des Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­ses der Wie­der­her­stel­lung der deut­schen Ein­heit befun­den habe", gerecht­fer­tigt gewe­sen 26.

Ent­schei­dend dafür sei, dass die Ver­schie­bung der Besol­dungs­an­glei­chung für die Besol­dungs­grup­pen höher als A 9 zwar weder gering­fü­gig noch kurz­fris­tig, aber immer­hin nur vor­über­ge­hend gewe­sen sei. Sie habe ins­be­son­de­re nicht zu einer gerin­ge­ren Basis für spä­te­re Besol­dungs­er­hö­hun­gen geführt. Die vor­über­ge­hen­de, wenn auch gra­vie­ren­de Ein­eb­nung des Besol­dungs­ab­stan­des wir­ke sich letzt­lich nicht auf das dau­ern­de Besol­dungs­ge­fü­ge aus und wie­ge damit weni­ger schwer als etwa die teil­wei­se Erset­zung von linea­ren Besol­dungs­er­hö­hun­gen durch Ein­mal­zah­lun­gen 28. Zudem habe der Lan­des­ge­setz­ge­ber mit der Zula­gen­re­ge­lung in § 22 Sächs­BesG ein Absin­ken der nach der Besol­dungs­grup­pe A 10 besol­de­ten Beam­ten unter die Besol­dung der ver­gleich­ba­ren nach der Besol­dungs­grup­pe A 9 besol­de­ten Beam­ten ver­hin­dert 29.

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat die – jeden­falls für den Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz­ge­ber bestehen­de – "beson­de­re Aus­nah­me­si­tua­ti­on der Wie­der­ver­ei­ni­gung und der mit ihr zu bewäl­ti­gen­den trans­for­ma­to­ri­schen Gesamt­auf­ga­ben des Staa­tes" 95 im Rah­men der Recht­fer­ti­gung dif­fe­ren­zie­ren­der Besol­dungs­re­ge­lun­gen in sei­ner Ent­schei­dung vom 12.02.2003 zwar berück­sich­tigt 96, zugleich aber die zeit­li­che Begrenzt­heit die­ser Situa­ti­on und die Befris­tung der zu ihrer Bewäl­ti­gung geschaf­fe­nen Über­gangs­vor­schrif­ten 97 betont. Es hat ins­be­son­de­re dar­auf hin­ge­wie­sen, dass sich die Auf­recht­erhal­tung einer dif­fe­ren­zie­ren­den Besol­dung in Ost- und West­deutsch­land nicht mit der Erwä­gung recht­fer­ti­gen las­se, dass zunächst eine völ­li­ge Anglei­chung der wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se in Ost und West erreicht wer­den müs­se 98. Auf die­ser Grund­la­ge hat es die dama­li­ge dif­fe­ren­zie­ren­de Rege­lung in § 73 BBesG für mit dem Grund­ge­setz sei­ner Zeit noch ver­ein­bar erklärt 99.

Unab­hän­gig von der Fra­ge, ob sich auch ein Lan­des­ge­setz­ge­ber in glei­chem Maße auf die Aus­nah­me­si­tua­ti­on der Wie­der­ver­ei­ni­gung beru­fen kann, trägt das Argu­ment eines beson­de­ren Gestal­tungs­spiel­raums gegen Ende des Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­ses jeden­falls zum Zeit­punkt des Erlas­ses der ange­grif­fe­nen Maß­nah­me im Jahr 2008 nicht mehr als sach­li­che Recht­fer­ti­gung.

Zwar lässt sich im Hin­blick auf die wesent­li­chen vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in sei­ner Ent­schei­dung vom 12.02.2003 5 zur Ein­schät­zung der wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Lage der ost­deut­schen Län­der in den Blick genom­me­nen Para­me­ter auch für die Jah­re 2007/​2008 kei­ne deut­li­che Anglei­chung an das West­ni­veau fest­stel­len. So betrug das Brut­to­in­lands­pro­dukt je Ein­woh­ner 2001 etwa 61,2 % (ohne Ber­lin) des West­ni­veaus 100 und ist bis zum Ende des Jah­res 2007 ledig­lich auf 69,5 % (mit Ber­lin) des West­ni­veaus 101 gestie­gen. Die wirt­schaft­li­che Situa­ti­on war ins­ge­samt wei­ter­hin von einer hohen Arbeits­lo­sig­keit geprägt. Betrug die Arbeits­lo­sen­quo­te in den neu­en Län­dern im Jahr 2001 18,9 %, so war sie im Jahr 2007 mit 15,1 % wei­ter­hin dop­pelt so hoch wie in den alten Län­dern (6,2 %) 102. Auch bei den Arbeit­neh­mer­ent­gel­ten je Arbeit­neh­mer lagen die neu­en Län­der (mit Ber­lin) mit 81,1 % im Ver­gleich zu den alten Län­dern wei­ter­hin deut­lich hin­ter die­sen zurück 103. Zudem blieb auch das Niveau der Stan­dard­ren­te in den ost­deut­schen Län­dern noch erkenn­bar hin­ter dem­je­ni­gen in den west­deut­schen zurück. So betrug die Stan­dard­ren­te bis zum 30.06.2008 in West­deutsch­land 1.182,15 € und in Ost­deutsch­land 1.039, 05 € und ent­sprach damit wie schon 2002 87,89 % der West­ren­te 104.

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat aber schon in sei­ner Ent­schei­dung vom 12.02.2003 fest­ge­stellt, dass der wirt­schaft­li­che Anpas­sungs- und Auf­hol-pro­zess in den neu­en Län­dern, der nach der Ver­ei­ni­gung zunächst von ganz erheb­li­chen Fort­schrit­ten geprägt gewe­sen sei, sich jedoch in den letz­ten Jah­ren vor der Ent­schei­dung deut­lich ver­lang­samt habe 105. Von einer abseh­ba­ren annä­hern­den Anglei­chung der finan­zi­el­len und wirt­schaft­li­chen Situa­ti­on war also schon damals nicht aus­zu­ge­hen. Aus heu­ti­ger Sicht deu­tet eini­ges dar­auf hin, dass sich die Unter­schie­de in der Wirt­schafts- und Finanz­kraft zwi­schen Ost- und West­deutsch­land nicht mehr als Teil eines abseh­ba­ren Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­ses im Zusam­men­hang mit der Wie­der­ver­ei­ni­gung dar­stel­len, son­dern Anzei­chen einer struk­tu­rel­len Benach­tei­li­gung eini­ger der neu­en Län­der sind, die der­je­ni­gen eini­ger alter Län­der ent­spricht. So sta­gnier­te das Brut­to­in­lands­pro­dukt real und je Ein­woh­ner in Ost­deutsch­land seit 2005 bei einem Wert von 70 % des Brut­to­in­lands­pro­duk­tes in West­deutsch­land 106. Zudem wie­sen schon 2007 die neu­en Län­der (ohne Ber­lin) mit einem Brut­to­in­lands­pro­dukt in jewei­li­gen Prei­sen je Ein­woh­ner zwi­schen 20.352 € (Meck­len­burg-Vor­pom­mern) und 21.828 € (Sach­sen) eine wei­te­re Annä­he­rung an ein­zel­ne west­deut­sche Län­der wie Schles­wig-Hol­stein (25.489 €), Rhein­land-Pfalz (25.791 €) und Nie­der­sach­sen (25.864 €) auf 107. Außer­dem war auch schon 2007 die Arbeits­lo­sen­quo­te in den ost­deut­schen Län­dern sehr dif­fe­ren­ziert und näher­te sich in eini­gen Regio­nen dem west­deut­schen Durch­schnitt deut­lich an (z.B. Pots­dam Juni 2008 7,8 %, Jena 8,3 %, Kreis Bör­de 9,1 %)) 102.

Vor die­sem Hin­ter­grund ließ sich bei Erlass der ange­grif­fe­nen Maß­nah­me im Jahr 2008 der damit ein­her­ge­hen­de gra­vie­ren­de Ein­griff in die Rech­te der betrof­fe­nen Beam­ten, Staats­an­wäl­te und Rich­ter aus Art. 33 Abs. 5 in Ver­bin­dung mit Art. 3 Abs. 1 GG nicht mehr mit der beson­de­ren Situa­ti­on der Bewäl­ti­gung des Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­ses im Anschluss an die Wie­der­ver­ei­ni­gung begrün­den. Zwar mögen die auf­ge­zeig­ten Unter­schie­de in der wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Leis­tungs­fä­hig­keit zum Teil noch immer Aus­druck eines Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­ses Ost­deutsch­lands sein. 18 Jah­re nach der Wie­der­ver­ei­ni­gung konn­ten jedoch die­se – eben­so von zahl­rei­chen ande­ren Ent­wick­lun­gen beein­fluss­ten – Unter­schie­de zwi­schen Ost- und West­deutsch­land schon allein auf­grund des Zeit­ab­laufs nicht mehr zur Recht­fer­ti­gung von Ungleich­be­hand­lun­gen der vor­lie­gen­den Art her­an­ge­zo­gen wer­den. Ent­spre­chend dif­fe­ren­zie­ren­de Besol­dungs­re­ge­lun­gen las­sen sich ledig­lich als Über­gangs­re­ge­lun­gen hin­neh­men, um für eine begrenz­te Zeit auf eine außer­ge­wöhn­li­che Situa­ti­on wie die der Wie­der­ver­ei­ni­gung zu reagie­ren. Der säch­si­sche Besol­dungs­ge­setz­ge­ber befand sich beim Über­gang der Besol­dungs­ge­setz­ge­bungs­kom­pe­tenz durch die Föde­ra­lis­mus­re­form zum 1.09.2006 (Gesetz zur Ände­rung des Grund­ge­set­zes vom 28.08.2006 9; vgl. Art. 74 Abs. 1 Nr. 27 GG)) jedoch in einer ver­gleich­ba­ren Situa­ti­on wie die Besol­dungs­ge­setz­ge­ber ande­rer weni­ger leis­tungs­star­ker deut­scher Län­der. Folg­lich war ihm im Rah­men von Art. 33 Abs. 5 GG auch nur ein ver­gleich­ba­rer Gestal­tungs­spiel­raum eröff­net.

Gesamt­schau bei­der Schlech­ter­stel­lun­gen bei der Besol­dungs­an­pas­sung in Sach­sen[↑]

Die bei­den Schlech­ter­stel­lun­gen der Besol­dungs­grup­pen A 10 auf­wärts in den Kalen­der­jah­ren 2008 und 2009 (7,5 %-ige Anglei­chungs­ver­zö­ge­rung für die Kalen­der­jah­re 2008 und 2009 sowie ver­zö­ger­te Besol­dungs­an­pas­sung um 2,9 % für vier Mona­te im Jahr 2008) sind bereits iso­liert betrach­tet ver­fas­sungs­wid­rig, so dass sie in der Gesamt­schau erst recht nicht ver­fas­sungs­kon­form sind.

Wenn der Frei­staat Sach­sen in sei­ner Stel­lung­nah­me anführt, das Gesetz vom 20.10.2016 (Gesetz zur Umset­zung der Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zur Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit der Beam­ten­be­sol­dung 108), das dem Abstands­ge­bot und dem all­ge­mei­nen Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip rück­wir­kend bis zum Jahr 2011 Rech­nung tra­ge, mil­de­re die Fol­gen der hier streit­be­fan­ge­nen Maß­nah­men fak­tisch ab, stellt er die ver­fas­sungs­recht­li­che Bedenk­lich­keit der sozia­len Staf­fe­lung hin­sicht­lich bei­der Maß­nah­men für den streit­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum der Jah­re 2008 und 2009 nicht in Abre­de. Zwar mögen auch ande­re als die jeweils unmit­tel­bar zu beur­tei­len­den Ein­zel­maß­nah­men des Besol­dungs­ge­setz­ge­bers in einer Gesamt­be­trach­tung Berück­sich­ti­gung fin­den, wenn es um die Fra­ge der suk­zes­si­ven Ein­eb­nung der Abstän­de zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen infol­ge nach und nach ein­grei­fen­der Ein­zel­maß­nah­men geht 109. Sofern jedoch (eine oder zwei) Ein­zel­maß­nah­men bereits für sich betrach­tet ver­fas­sungs­wid­rig sind, ver­mö­gen spä­te­re – ande­re Zeit­räu­me erfas­sen­de – ver­fas­sungs­kon­for­me Ein­zel­maß­nah­men dar­an nichts zu ändern. Auf Maß­nah­men des Besol­dungs­ge­setz­ge­bers in nicht streit­ge­gen­ständ­li­chen Fol­ge­jah­ren kann es bei der ver­fas­sungs­recht­li­chen Beur­tei­lung der streit­be­fan­ge­nen Maß­nah­men nicht ankom­men.

Neu­re­ge­lungs­auf­trag an den säch­si­schen Gesetz­ge­ber[↑]

Der Ver­stoß einer Norm gegen das Grund­ge­setz kann ent­we­der zur Nich­tig­erklä­rung (§ 95 Abs. 3 BVerfGG) oder dazu füh­ren, dass das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die mit der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit gege­be­ne Unver­ein­bar­keit der Norm mit dem Grund­ge­setz fest­stellt (vgl. § 31 Abs. 2, § 79 Abs. 1 BVerfGG) 110.

Da dem Gesetz­ge­ber vor­lie­gend meh­re­re Mög­lich­kei­ten zur Ver­fü­gung ste­hen, die fest­ge­stell­ten Ver­fas­sungs­ver­stö­ße zu behe­ben, sind die ange­grif­fe­nen Maß­nah­men für mit dem Grund­ge­setz unver­ein­bar zu erklä­ren.

Stellt das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die Unver­ein­bar­keit einer Norm oder meh­re­rer Nor­men mit dem Grund­ge­setz fest, folgt dar­aus grund­sätz­lich die Ver­pflich­tung des Gesetz­ge­bers, die Rechts­la­ge rück­wir­kend ver­fas­sungs­ge­mäß umzu­ge­stal­ten. Aus­nah­men von die­ser Regel­fol­ge der Unver­ein­bar­keit hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt wie­der­holt bei haus­halts­wirt­schaft­lich bedeut­sa­men Nor­men bejaht 111. Spe­zi­ell bei besol­dungs­recht­li­chen Nor­men gilt es zu beach­ten, dass die Ali­men­ta­ti­on des Beam­ten der Sache nach die Befrie­di­gung eines gegen­wär­ti­gen Bedarfs aus gegen­wär­tig zur Ver­fü­gung ste­hen­den Haus­halts­mit­teln dar­stellt. Eine all­ge­mei­ne rück­wir­ken­de Behe­bung des Ver­fas­sungs­ver­sto­ßes ist daher mit Blick auf die Beson­der­hei­ten des Beam­ten­ver­hält­nis­ses nicht gebo­ten 112. Eine rück­wir­ken­de Behe­bung ist jedoch sowohl hin­sicht­lich der Klä­ger der Aus­gangs­ver­fah­ren als auch hin­sicht­lich der Klä­ger erfor­der­lich, über deren Anspruch noch nicht abschlie­ßend ent­schie­den wor­den ist 113.

Der Gesetz­ge­ber ist inso­fern ver­pflich­tet, spä­tes­tens bis zum 1.07.2018 für die Jah­re 2008 und 2009 eine ver­fas­sungs­kon­for­me Neu­re­ge­lung zu tref­fen.

Gemäß § 95 Abs. 2 BVerfGG sind die ange­grif­fe­nen Ent­schei­dun­gen des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts auf­zu­he­ben und die Ver­fah­ren an die­ses zurück­zu­ver­wei­sen.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 23. Mai 2017 – 2 BvR 883/​142 BvR 905/​14

  1. Sächs. GVBl. S. 3[][]
  2. BGBl. I S. 1345[][][]
  3. BGBl. I 1992 S. 2427[]
  4. BGBl.1990 II S. 885, 1142[]
  5. BVerfGE 107, 218[][]
  6. BGBl. I S. 2764[]
  7. BGBl. I 2008 S. 1582[]
  8. BVerfGE 107, 257[]
  9. BGBl. I S.2034[][][]
  10. GVBl S. 3[][][]
  11. BGBl. I S. 3020[][]
  12. BGBl. I S. 1457, 1458[][]
  13. BGBl. I S. 322, 847, 2033[]
  14. BGBl. I S. 1652, 1657[]
  15. BGBl. I 2003 S. 1798[]
  16. BGBl. I S. 1582[]
  17. BGBl. I S. 1582[]
  18. BGBl. I S. 2764[]
  19. BGBl. I S. 2407, 2454[]
  20. GVBl S. 327[][]
  21. BVerfG – 2 BvR 905/​14[][]
  22. VG Chem­nitz, Urteil vom 25.02.2010 – 3 K 928/​08[]
  23. VG Chem­nitz, Urteil vom 24.08.2010 – 3 K 925/​08[]
  24. Sächs. OVG, Urtei­le vom 18.09.2012 – 2 A 736/​10 und 2 A 524/​10[]
  25. BVerwG, Urteil vom 12.12.2013 – 2 C 24.12 und 2 C 26.12[]
  26. BVerwG, Urtei­le vom 12.12 2013 – 2 C 24.12 und 2 C 26.12, Rn. 6[][]
  27. BVerwG, Urtei­le vom 12.12 2013 – 2 C 24.12 und 2 C 26.12, Rn.19[][]
  28. BVerwG, Urtei­le vom 12.12 2013 – 2 C 24.12 und 2 C 26.12, Rn. 22[][]
  29. BVerwG, Urtei­le vom 12.12 2013 – 2 C 24.12 und 2 C 26.12, Rn. 23[][]
  30. BVerfG, Beschluss vom 23.10.2001 – 2 BvR 666/​00, Rn. 5[]
  31. vgl. BVerfGE 106, 225, 232; 117, 330, 344 f.; 117, 372, 379; 121, 205, 219; 141, 56, 69 Rn. 33[]
  32. vgl. BVerfGE 106, 225, 231 f.; 117, 330, 344; 139, 64, 111 Rn. 92; 141, 56, 69 Rn. 33; BVerfG, Beschluss vom 17.01.2017 – 2 BvL 1/​10, Rn. 16[]
  33. vgl. BVerfGE 119, 247, 262 f.; 141, 56, 69 Rn. 34[]
  34. vgl. BVerfG, Beschluss vom 17.01.2017 – 2 BvL 1/​10, Rn. 17[]
  35. vgl. BVerfGE 139, 64, 111 Rn. 92; 140, 240, 277 Rn. 71; 141, 56, 70 Rn. 35[]
  36. vgl. BVerfGE 71, 255, 268; 141, 56, 70 Rn. 36[]
  37. vgl. BVerfGE 8, 1, 14; 107, 218, 238; 117, 330, 351; 119, 247, 269; 130, 263, 292 f.; 139, 64, 111 Rn. 93; 140, 240, 278 Rn. 72; 141, 56, 70 Rn. 35[]
  38. vgl. BVerfGE 44, 249, 265 f.; 99, 300, 315; 114, 258, 288; 130, 263, 292; 139, 64, 111 f. Rn. 93; 140, 240, 278 Rn. 72; 141, 56, 70 Rn. 35[]
  39. vgl. BVerfGE 130, 263, 292 f.; 139, 64, 113 Rn. 98; 140, 240, 280 Rn. 77[]
  40. vgl. BVerfGE 8, 1, 14; 107, 218, 238; 117, 330, 351; 119, 247, 269; 130, 263, 292 f.; 139, 64, 111 Rn. 93; 140, 240, 278 Rn. 72[]
  41. vgl. BVerfGE 139, 64, 124 Rn. 125; 140, 240, 294 Rn. 109[]
  42. BGBl. I S. 2248[][]
  43. vgl. BVerfGE 129, 124, 170; 132, 195, 245[]
  44. vgl. BVerfGE 44, 249, 264 f.; 76, 256, 311; 99, 300, 320; 114, 258, 291; 117, 372, 388; 139, 64, 125 f. Rn. 127; 140, 240, 295 Rn. 110; stRspr[]
  45. vgl. BVerfGE 139, 64, 125 f. Rn. 127; 140, 240, 295 Rn. 110[]
  46. vgl. BVerfGE 121, 205, 226; 130, 263, 296; stRspr[]
  47. vgl. BVerfGE 117, 372, 382; 121, 205, 226; 130, 263, 296[][]
  48. vgl. BVerfGE 130, 263, 296 f.[]
  49. vgl. BVerfGE 119, 247, 262; 130, 263, 296 f.[]
  50. vgl. BVerfGE 110, 353, 365 ff.[]
  51. vgl. BVerfGE 107, 257, 273; 141, 56, 70 Rn. 36[]
  52. vgl. BVerfGE 62, 374, 384; 141, 56, 70 Rn. 36[]
  53. vgl. BVerfGE 139, 64, 118 Rn. 111; 140, 240, 285 Rn. 90[]
  54. vgl. BVerfGE 139, 64, 117 Rn. 110; 140, 240, 284 Rn. 89[]
  55. vgl. BVerfGE 114, 258, 293; 117, 330, 355; 130, 263, 293; 139, 64, 118 Rn. 111; 140, 240, 284 f. Rn. 90[]
  56. vgl. BVerfGE 130, 263, 295 m.w.N.[]
  57. vgl. BVerfGE 140, 240, 285 f. Rn. 91[]
  58. vgl. auch BVerwG, Urtei­le vom 12.12 2013 – 2 C 24.12 und 2 C 26.12, Rn. 17[][]
  59. vgl. zur "Sala­mi-Tak­tik" im Besol­dungs­recht BVerfGE 139, 64, 123 Rn. 122; 140, 240, 292 Rn. 105[]
  60. vgl. BVerfGE 139, 64, 118 Rn. 112; 140, 240, 286 Rn. 92[]
  61. BVerfGE 107, 218, 243; 107, 257, 269; 114, 258, 297; 117, 330, 352 f.; 130, 52, 67[]
  62. vgl. BVerfGE 98, 365, 385; 116, 164, 180; 122, 210, 230; 130, 240, 252; 141, 1, 38 Rn. 93 ff.[]
  63. vgl. BVerfGE 79, 1, 17; 121, 108, 119; 121, 317, 370; 122, 210, 230; 126, 400, 416; 130, 240, 252 f.; 135, 126, 143 Rn. 51; 138, 136, 180 Rn. 121; stRspr[]
  64. vgl. BVerfGE 116, 164, 180; 121, 108, 119; 121, 317, 370; 126, 400, 416; 138, 136, 180 Rn. 121[]
  65. vgl. BVerfGE 124, 199, 220; 129, 49, 68; 130, 240, 253; 132, 179, 188 Rn. 30; 133, 59, 86 Rn. 72; 135, 126, 143 Rn. 52; 138, 136, 180 Rn. 121[]
  66. vgl. BVerfGE 75, 108, 157; 107, 218, 244; 115, 381, 389[]
  67. vgl. BVerfGE 75, 108, 157; 93, 319, 348 f.; 107, 27, 46; 126, 400, 416; 129, 49, 69; 132, 179, 188 Rn. 30; 138, 136, 180 Rn. 121[]
  68. vgl. BVerfGE 88, 5, 12; 88, 87, 96; 105, 73, 110; 110, 274, 291; 112, 164, 174; 116, 164, 180; 117, 1, 30; 120, 1, 29; 122, 1, 23; 122, 210, 230; 123, 111, 119 f.; 126, 400, 416; 127, 224, 244; 129, 49, 68; 130, 52, 66; 130, 240, 254; 131, 239, 255 f.; 135, 126, 143 f. Rn. 52; stRspr[]
  69. vgl. BVerfGE 76, 256, 329; 85, 176, 187; 90, 145, 196; 101, 275, 291; 115, 381, 389[]
  70. vgl. BVerfGE 88, 87, 96; 111, 176, 184; 122, 210, 230; 129, 49, 69; 138, 136, 181 Rn. 122[]
  71. vgl. BVerfGE 101, 54, 101; 103, 310, 319; 110, 274, 291; 131, 239, 256; 133, 377, 407 f. Rn. 75[]
  72. vgl. BVerfGE 88, 87, 96; 129, 49, 69; 138, 136, 181 Rn. 122[]
  73. vgl. BVerfGE 88, 87, 96; 124, 199, 220; 129, 49, 69; 130, 240, 254; 132, 179, 188 f. Rn. 31; 141, 1, 39 Rn. 94[]
  74. vgl. BVerfGE 12, 326, 333; 26, 100, 110 ff.; 26, 163, 169 ff.; 107, 218, 245[]
  75. vgl. BVerfGE 8, 1, 22 f.; 13, 356, 361 f.; 26, 141, 158 ff.; 71, 39, 52 f.; 103, 310, 319 f.; 114, 258, 288; 117, 372, 381; 121, 241, 261; 130, 263, 294; 139, 64, 112 Rn. 94; 140, 240, 278 f. Rn. 73; stRspr[]
  76. vgl. BVerfGE 103, 310, 320; 110, 353, 364; 117, 330, 353; 121, 241, 261; 130, 263, 294; 139, 64, 112 Rn. 95; 140, 240, 279 Rn. 75[]
  77. vgl. BVerfGE 65, 141, 148 f.; 103, 310, 319 f.; 107, 218, 244 f.[]
  78. BVerfGE 110, 353, 364 f.; vgl. aus der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts statt aller BVerw­GE 123, 308, 313[]
  79. BVerfGE 56, 146, 161 f. unter Ver­weis auf insb. BVerfGE 8, 1, 22; 26, 141, 158 f.[]
  80. vgl. BVerfGE 26, 141, 158; 110, 353, 365[][]
  81. LTDrucks 4/​9812, S. 2[]
  82. Ple­nar­pro­to­koll 4/​88, S. 7285 f.[]
  83. so noch BVerfG, Beschluss vom 02.06.2001 – 2 BvR 571/​00, Rn. 5; Beschluss vom 23.10.2001 – 2 BvR 666/​00, Rn. 5[]
  84. BVerwG, Urtei­le vom 12.12 2013 – 2 C 24.12 und 2 C 26.12, Rn.20[]
  85. so auch Gün­ther, Die Anpas­sung der Beam­ten­be­sol­dung an die all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se, 1987, S.200 f.[]
  86. vgl. aus­drück­lich BVerfGE 140, 240, 285 Rn. 91[]
  87. vgl. BVerfGE 44, 249, 264 f.; 76, 256, 311; 99, 300, 320; 114, 258, 291; 117, 372, 388; 139, 64, 125 f. Rn. 127; 140, 240, 294 f. Rn. 110; stRspr[]
  88. vgl. BVerfGE 140, 240, 285 f. Rn. 91; unter Ver­weis auf BVerfGE 44, 249, 264; zustim­mend Stutt­mann, NVwZ 2016, S. 184, 189; vgl. bereits Gün­ther, NJ 2001, S. 10, 11 m.w.N.; Lind­ner, BayVBl.2015, S. 801, 807; gera­de zur "sozia­len Staf­fe­lung" von Besol­dungs­er­hö­hun­gen im Anschluss an BVerfGE 140, 240 Lind­ner, ZBR 2016, S. 109, 112[]
  89. vgl. auch Lind­ner, ZBR 2014, S. 361, 363; Schmidt, in: Hebeler/​Kersten/​Lindner, Hand­buch Besol­dungs­recht, 2015, § 5 Rn. 22[]
  90. vgl. BVerwG, Urtei­le vom 12.12 2013 – 2 C 24.12 und 2 C 26.12, Rn. 23[]
  91. vgl. BVerwG, Urtei­le vom 12.12 2013 – 2 C 24.12 und 2 C 26.12, Rn.19[]
  92. vgl. nur BVerfGE 139, 64, 114 f. Rn. 99 ff.; 140, 240, 281 f. Rn. 78 ff.[]
  93. vgl. BVerfGE 139, 64, 126 Rn. 127; 140, 240, 295 Rn. 110[]
  94. BVerfGE 19, 76, 84 f.; 93, 386, 402; 107, 218, 253[]
  95. BVerfGE 107, 218, 243[]
  96. vgl. auch BVerfGE 107, 218, 256[]
  97. vgl. BVerfGE 107, 218, 256 hin­sicht­lich § 73 BBesG; 236 hin­sicht­lich Art. 143 GG[]
  98. BVerfGE 107, 218, 255 f.[]
  99. BVerfGE 107, 218, 255[]
  100. vgl. BVerfGE 107, 218, 248; Jah­res­be­richt 2002 der Bun­des­re­gie­rung zum Stand der Deut­schen Ein­heit, BT-Drs. 14/​9950, S. 99[]
  101. vgl. Jah­res­be­richt der Bun­des­re­gie­rung zum Stand der deut­schen Ein­heit 2008, BT-Drs. 16/​10454, S. 86[]
  102. vgl. Jah­res­be­richt der Bun­des­re­gie­rung zum Stand der deut­schen Ein­heit 2008, BT-Drs. 16/​10454, S. 11[][]
  103. vgl. Jah­res­be­richt der Bun­des­re­gie­rung zum Stand der deut­schen Ein­heit 2008, BT-Drs. 16/​10454, S. 86; vgl. auch zur Lage 2003 BVerfGE 107, 218, 250[]
  104. Jah­res­gut­ach­ten 2008/​2009 des Sach­ver­stän­di­gen­ra­tes zur Begut­ach­tung der gesamt­wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung, S. 364 und BVerfGE 107, 218, 252[]
  105. BVerfGE 107, 218, 248[]
  106. vgl. Die Beauf­trag­te der Bun­des­re­gie­rung für die neu­en Län­der [Hrsg.], Jah­res­be­richt der Bun­des­re­gie­rung zum Stand der deut­schen Ein­heit 2016, S. 74[]
  107. vgl. Jah­res­be­richt der Bun­des­re­gie­rung zum Stand der deut­schen Ein­heit 2008, BT-Drs. 16/​10454, S. 85[]
  108. GVBl S. 514[]
  109. vgl. BVerwG, Urtei­le vom 12.12 2013 – 2 C 24.12 und 2 C 26.12, Rn. 17[]
  110. vgl. BVerfGE 139, 19, 63 Rn. 92[]
  111. vgl. BVerfGE 93, 121, 148; 105, 73, 134; 117, 1, 70; 130, 263, 312 f.; 139, 64, 147 f. Rn.195; 140, 240, 316 Rn. 170[]
  112. vgl. BVerfGE 81, 363, 383 ff.; 99, 300, 330 f.; 130, 263, 313; 139, 64, 148 Rn.195; 140, 240, 316 Rn. 170[]
  113. vgl. BVerfGE 99, 300, 331; 130, 263, 313; 139, 64, 148 Rn.195; 140, 240, 316 Rn. 170[]