Sozi­al­recht­li­che Bera­tung durch den Dienst­herrn?

Der Dienst­herr hat nach einer aktu­el­len Ent­schei­dungt des Nie­der­säch­si­schen Ober­ver­wal­tungs­ge­richts gegen­über Beam­ten und öffent­lich-recht­li­chen Bediens­te­ten grund­sätz­lich kei­ne umfas­sen­de Bera­tungs­pflicht über die Rech­te aus dem sozia­len Leis­tungs­sys­tem der Sozi­al­ge­setz­bü­cher.

Sozi­al­recht­li­che Bera­tung durch den Dienst­herrn?

Dem Dienst­herrn obliegt nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts kei­ne aus der beam­ten­recht­li­chen Für­sor­ge­pflicht abzu­lei­ten­de all­ge­mei­ne Pflicht zur Beleh­rung über alle für den Beam­ten ein­schlä­gi­gen Vor­schrif­ten, vor allem dann nicht, wenn es sich um recht­li­che Kennt­nis­se han­delt, die zumut­bar bei jedem Beam­ten vor­aus­ge­setzt wer­den kön­nen oder die sich der Beam­te unschwer selbst ver­schaf­fen kann. Dem­ge­mäß gebie­tet ihm die Für­sor­ge­pflicht grund­sätz­lich nicht, sei­ne Beam­ten von sich aus auf für sie etwa in Betracht kom­men­de Mög­lich­kei­ten einer Antrag­stel­lung auf­merk­sam zu machen [1]. Aller­dings kön­nen nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts beson­de­re Fall­ge­stal­tun­gen eine Beleh­rungs­pflicht des Dienst­herrn aus­lö­sen. Als sol­che hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt aner­kannt die aus­drück­li­che Bit­te des Beam­ten um eine Aus­kunft, fer­ner den vom Dienst­herrn erkann­ten oder erkenn­ba­ren Irr­tum des Beam­ten in einem bedeut­sa­men Punkt sowie eine bestehen­de all­ge­mei­ne Pra­xis, die Beam­ten über ein­schlä­gi­ge Rechts­vor­schrif­ten zu beleh­ren [2].

Nie­der­säch­si­sches Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 28. Mai 2009 – 5 LA 481/​07

  1. vgl. BVerwG, Urteil vom 30.01.1997 – BVerwG 2 C 10.96 -, m. w. N., juris[]
  2. vgl. BVerwG, Urteil vom 07.04.2005 – BVerwG 2 C 5.04, BVerw­GE 123, 175 und juris; Beschluss vom 06.03.2002 – BVerwG 2 B 3.02 -, Buch­holz 232 § 79 BBG Nr. 120 m. w. N.; Urteil vom 30.01.1997 – BVerwG 2 C 10.96 -, m. w. N., juris[]