Stich­tags­re­ge­lung in der Sol­da­ten­ver­sor­gung

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Schles­wig hat ges­tern die Kla­ge eines ehe­ma­li­gen Sol­da­ten abge­wie­sen, der wäh­rend eines Ein­sat­zes in Afgha­ni­stan bei einer Explo­si­on im März 2002 ver­letzt wor­den und ist seit­her in sei­ner Erwerbs­fä­hig­keit gemin­dert ist. Mit der Kla­ge begehr­te er die Wie­der­ein­stel­lung in ein Wehr­dienst­ver­hält­nis beson­de­rer Art mit der Fol­ge bes­se­rer Ver­sor­gungs­an­sprü­che aus dem Ein­satz­ver­sor­gungs­ge­setz.

Stich­tags­re­ge­lung in der Sol­da­ten­ver­sor­gung

Der Deut­sche Bun­des­tag hat­te die­ses Gesetz im Jah­re 2004 ver­ab­schie­det und eine Rück­wir­kung der begüns­ti­gen­den Rege­lung zum 1.12.2002 auf­ge­nom­men. Anlass für das Gesetz war ein Ter­ror­an­schlag in Afgha­ni­stan im Juni 2003 auf einen mit deut­schen Sol­da­ten besetz­ten Bus in Kabul, bei dem 4 Bun­des­wehr­an­ge­hö­ri­ge getö­tet und 29 ver­letzt wur­den. Der ursprüng­li­che Zeit­punkt des Inkraft­tre­tens wur­de im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren auf den 1.12.2002 zurück­ver­legt, um die Opfer eines Hub­schrau­ber­ab­stur­zes im Dezem­ber 2002 mit ein­zu­be­zie­hen. Der Klä­ger sah sei­nen Anspruch auf Gleich­be­hand­lung ver­letzt, weil die Stich­tags­re­ge­lung nicht bis in den März 2002 zurück­reicht.

Die­ser Argu­men­ta­ti­on folg­te das VG nicht. Der Gesetz­ge­ber habe den ihm zuste­hen­den Ent­schei­dungs­spiel­raum für eine Rück­wir­kung bei gesetz­li­chen Begüns­ti­gun­gen ein­ge­hal­ten. Die Wahl des Stich­ta­ges brin­ge zwar unver­meid­lich gewis­se Här­ten mit sich, die aber selbst bei einer Ein­be­zie­hung der Grup­pe des Klä­gers nicht aus­zu­schlie­ßen gewe­sen wäre, da auch dann ande­re bei vor­he­ri­gen Ereig­nis­sen in Aus­lands­ein­sät­zen Geschä­dig­te wei­ter­hin nicht berück­sich­tigt wor­den wären. Die Ver­sor­gungs­ver­bes­se­rung sei näm­lich nicht auf Afgha­ni­stan-Ein­sät­ze beschränkt, son­dern für alle Aus­lands­ein­sät­ze ein­ge­führt wor­den.

Schles­wig-Hol­stei­ni­sches Ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 26. Febru­ar 2009 – 12 A 140/​08.