Streit um den zukünf­ti­gen Ber­li­ner Poli­zei­prä­si­den­ten

Die Stel­len­be­set­zung des Poli­zei­prä­si­den­ten in Ber­lin mit dem vor­ge­se­he­nen Bewer­ber ist nach einer Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin wie­der­um gestoppt wor­den.

Streit um den zukünf­ti­gen Ber­li­ner Poli­zei­prä­si­den­ten

Der Antrag­stel­ler hat­te sich eben­so wie der aus­ge­wähl­te Bewer­ber um die Stel­le des Poli­zei­prä­si­den­ten in Ber­lin bewor­ben. Schon die vor­an­ge­gan­ge­ne Aus­wahl­ent­schei­dung hat­te das Ver­wal­tungs­ge­richt bean­stan­det, weil das gesetz­lich vor­ge­schrie­be­ne beson­de­re Aus­wahl­ver­fah­ren nicht durch­ge­führt wor­den war.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt hat nun aber­mals in einem vor­läu­fi­gen Rechts­schutz­ver­fah­ren ent­schie­den, dass die Stel­le vor­erst nicht mit dem aus­ge­wähl­ten Bewer­ber besetzt wer­den darf. Die Aus­wahl ver­let­ze den Antrag­stel­ler in sei­nem Recht auf feh­ler­freie Ent­schei­dung. Die Senats­ver­wal­tung habe ihre Aus­wahl­ent­schei­dung in unzu­läs­si­ger Wei­se allein auf das Ergeb­nis der zwi­schen­zeit­lich geführ­ten Aus­wahl­ge­sprä­che gestützt. Zwar habe die­ses Aus­wahl­ge­spräch in Bezug auf den aus­ge­wähl­ten Bewer­ber beson­de­re Bedeu­tung gehabt, weil die­ser zuletzt 1997 beur­teilt wor­den sei und des­halb kei­ne Erkennt­nis­se über sei­ne aktu­el­le Leis­tungs­fä­hig­keit vor­ge­le­gen hät­ten. Für den unter­le­ge­nen Bewer­ber habe aber eine aktu­el­le Beur­tei­lung vor­ge­le­gen, die ihm durch­gän­gig höchs­te Leis­tun­gen in sei­nem der­zei­ti­gen Amt beschei­ni­ge. Die­se Beur­tei­lung habe die Senats­ver­wal­tung nicht gänz­lich außer Acht las­sen dür­fen, auch wenn der unter­le­ge­ne Bewer­ber im Aus­wahl­ge­spräch schlech­ter abge­schnit­ten habe. Viel­mehr sei eine Gesamt­wür­di­gung der Leis­tun­gen die­ses Bewer­bers erfor­der­lich gewe­sen. Dar­über hin­aus sei die der Aus­wahl­ent­schei­dung zugrun­de­lie­gen­de Annah­me zu bean­stan­den, der aus­ge­wähl­te Kan­di­dat sei des­halb fach­lich bes­ser geeig­net, weil er als ehe­ma­li­ger Prä­si­dent eines Bun­des­po­li­zei­prä­si­di­ums ein Amt mit mehr Kom­pe­ten­zen und mehr Ver­ant­wor­tung beklei­det habe als der unter­le­ge­ne Bewer­ber, der Lei­ter einer Ber­li­ner Poli­zei­di­rek­ti­on ist. Selbst wenn das erst­ge­nann­te Amt als „höher­wer­tig“ ange­se­hen wer­de, habe die­se Erwä­gung nicht her­an­ge­zo­gen wer­den dür­fen, weil der Aus­ge­wähl­te die­ses Amt seit 2008 nicht mehr beklei­de und die Senats­ver­wal­tung zudem kei­ne Erkennt­nis­se über sei­ne bis dahin erbrach­ten Leis­tun­gen in die­sem Amt habe; bei die­ser Sach­la­ge sei die abs­trak­te Ein­stu­fung der Dienst­pos­ten der Bewer­ber kein zuläs­si­ges Aus­wahl­kri­te­ri­um.

Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin, Beschluss vom 7. Dezem­ber 2011 – VG 5 L 335.11