Table-Dan­cing statt Poli­zei­dienst

Table-Dan­cing recht­fer­tigt die Ableh­nung einer Bewer­be­rin für den Poli­zei­dienst. Meint jeden­falls das Ver­wal­tungs­ge­richt Stutt­gart mit Beschluss vom 18.02.2009 und lehn­te den Eil­an­trag einer Bewer­be­rin für den Poli­zei­voll­zugs­dienst zum Früh­jahr 2009 gegen das vom Bereit­schafts­po­li­zei­prä­si­di­um Baden-Würt­tem­berg ver­tre­te­ne Land auf zügi­ge Fort­set­zung ihres Bewer­bungs­ver­fah­rens ab.

Table-Dan­cing statt Poli­zei­dienst

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts hat das Bereit­schafts­po­li­zei­prä­si­di­um das Bewer­bungs­ver­fah­ren zu Recht abge­bro­chen. Denn es bestün­den Zwei­fel an der cha­rak­ter­li­chen Eig­nung der Bewer­be­rin. Dem Bereit­schafts­po­li­zei­prä­si­di­um sei­en näm­lich anonym Aus­zü­ge aus einem Inter­net-Forum mit über einer Mil­li­on Nut­zern zuge­lei­tet wor­den. Dort habe sich die Bewer­be­rin noch wäh­rend des Aus­wahl­ver­fah­rens schon als Poli­zei­meis­ter­an­wär­te­rin bezeich­net und Fotos ein­ge­stellt gehabt, die jeden­falls wie „Table-Dan­cing“ vor Publi­kum wirk­ten. Der Vor­trag der Bewer­be­rin, dass die­se Fotos inzwi­schen gelöscht sei­en, auch habe sie nur in der einen Bar bedient und in Stie­feln und Biki­ni zum Amü­se­ment der z.T. auch jugend­li­chen Gäs­te getanzt, ände­re dar­an nichts. Die Zwei­fel an der cha­rak­ter­li­chen Eig­nung der Bewer­be­rin wür­den sich aus die für vie­le Inter­net­nut­zer ein­seh­ba­re Ver­knüp­fung zwi­schen einer (auch nur künf­ti­gen) Tätig­keit bei der Poli­zei und ihren Akti­vi­tä­ten als „Table-Dan­ce­rin“ erge­ben. Denn die­se Ver­knüp­fung las­se ver­mu­ten, dass sich die Bewer­be­rin durch die Anga­be der (künf­ti­gen) Berufs­tä­tig­keit einen stär­ke­ren Zulauf bei ihrem Job als Kell­ne­rin ver­spro­chen habe, wor­in ein merk­wür­di­ges Ver­ständ­nis des Ver­hält­nis­ses von Beam­ten­sta­tus zu etwai­gen Neben­tä­tig­kei­ten lie­gen dürf­te. Auch sei inzwi­schen ein Ermitt­lungs­ver­fah­ren gegen sie wegen des Ver­dachts des Miss­brauchs von Dienst­be­zeich­nun­gen anhän­gig.

Gegen den Beschluss ist die Beschwer­de an den Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg in Mann­heim gege­ben. Sie ist inner­halb von zwei Wochen nach Bekannt­ga­be der Ent­schei­dung ein­zu­le­gen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Stutt­gart, Beschluss vom 18. Febru­ar 2009 – 9 K 384/​09