Über­lei­tung von Lan­des­be­am­ten in der Ver­sor­gungs­ver­wal­tung und Umwelt­ver­wal­tung in Nord­rhein-West­fa­len

Die Beam­ten, die im Zuge der Kom­mu­na­li­sie­rung der Ver­sor­gungs- und der Umwelt­ver­wal­tung in Nord­rhein-West­fa­len zum 1. Janu­ar 2008 ins­be­son­de­re auf kom­mu­na­le Kör­per­schaf­ten über­ge­lei­tet wer­den soll­ten, sind Bediens­te­te des Lan­des geblie­ben, die durch ein Lan­des­ge­setz erfolg­te Über­lei­tung auf die kom­mu­na­len Kör­per­schaf­ten ist unwirk­sam. Dies hat jetzt das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ent­schie­den.

Über­lei­tung von Lan­des­be­am­ten in der Ver­sor­gungs­ver­wal­tung und Umwelt­ver­wal­tung in Nord­rhein-West­fa­len

Durch Lan­des­ge­setz wur­den zum Jah­res­be­ginn 2008 die staat­li­chen Ver­sor­gungs­äm­ter in Nord­rhein-West­fa­len auf­ge­löst und deren Auf­ga­ben auf Kom­mu­nen – Land­krei­se, kreis­freie Städ­te, Land­schafts­ver­bän­de – über­tra­gen. Ein Teil der in den staat­li­chen Ver­sor­gungs­äm­tern täti­gen Beam­ten soll­te auf der Grund­la­ge von Zuord­nungs­plä­nen kraft Geset­zes auf die­se Kör­per­schaf­ten über­ge­lei­tet wer­den.

Durch ein wei­te­res Lan­des­ge­setz wur­den zum sel­ben Zeit­punkt bestimm­te, bis­her von den Bezirks­re­gie­run­gen wahr­ge­nom­me­ne Auf­ga­ben der Umwelt­ver­wal­tung eben­falls kom­mu­na­li­siert und mit die­sen Auf­ga­ben befass­te Bediens­te­te gleich­falls über­wie­gend auf die Kom­mu­nen über­ge­lei­tet.

Eine grö­ße­re Anzahl der von die­ser Über­lei­tung Betrof­fe­nen hat im Wege der Kla­ge die Fest­stel­lung begehrt, Beam­ter des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len geblie­ben zu sein. Sie haben damit vor den Ver­wal­tungs­ge­rich­ten Min­den und Düs­sel­dorf 1 und dem Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len in Müns­ter 2 obsiegt.

Die hier­ge­gen gerich­te­ten Revi­sio­nen des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len sind erfolg­los geblie­ben. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ent­schied, dass die bei­den Lan­des­ge­set­ze eine gesetz­li­che Über­lei­tung der Beam­ten nicht bewirkt haben: Die Lan­des­ge­set­ze haben sich für die Über­lei­tung soge­nann­ter Zuord­nungs­plä­ne bedient. Dabei haben die Geset­ze den Zuord­nungs­plä­nen nur vor­be­rei­ten­de Bedeu­tung bei­gemes­sen. Damit konn­ten die Zuord­nungs­plä­ne die ihnen zuge­dach­te Rechts­fol­ge nicht her­bei­füh­ren. Des­halb ist das Gesetz unvoll­stän­dig geblie­ben und konn­te die Über­lei­tung nicht bewir­ken.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urtei­le vom 24. Novem­ber 2011 – 2 C 50.10, 53.10, 65.10 und 70.10

  1. VG Min­den, Urtei­le vom 17.11.2008 – 4 K 2123/​08 und 4 K 2116/​08; Urteil vom 24.03.2009 – 4 K 3492/​08; VG Düs­sel­dorf, Urteil vom 30.05.2008 – 13 K 1005/​08[]
  2. OVG NRW, Urtei­le vom 07.09.2010 – 6 A 3249/​08, 6 A 2144/​08 und 6 A 3164/​08; Urteil vom 12.10.2010 – 6 A 814/​09[]