Über­nah­me in das Beam­ten­ver­hält­nis trotz Über­schrei­tens der Alters­gren­ze

Eine Über­nah­me in das Beam­ten­ver­hält­nis ist in bestimm­ten Fäl­len auch trotz Über­schrei­tens der Alters­gren­ze noch mög­lich, wie aktu­ell meh­re­re Ver­fah­ren vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt zei­gen, in denen das Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt aus­ge­spro­chen hat, dass das beklag­te Land Rhein­land-Pfalz den Antrag von vier Leh­rern auf Über­nah­me in das Beam­ten­ver­hält­nis nicht mit der Begrün­dung ableh­nen, sie über­schrit­ten die Höchst­al­ters­gren­ze­von 45 Jah­ren für eine Ein­stel­lung:

Über­nah­me in das Beam­ten­ver­hält­nis trotz Über­schrei­tens der Alters­gren­ze

Zwar ent­hal­te das Lan­des­be­am­ten­ge­setz mitt­ler­wei­le eine gesetz­lich gere­gel­te Höchst­al­ters­gren­ze von 45 Jah­ren. Die­se Alters­gren­ze gel­te nach dem Wort­laut des Geset­zes aber nur grund­sätz­lich, so das Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt. Nähe­res sei in den Lauf­bahn­vor­schrif­ten zu regeln. Eine wirk­sa­me Alters­gren­ze set­ze nach Auf­fas­sung der Rich­ter damit auch die Rege­lung von Aus­nah­men, z.B. für die Aner­ken­nung von Kin­der­er­zie­hungs­zei­ten, vor­aus.

Sol­che Aus­nah­me­re­ge­lun­gen ent­hal­te die Lauf­bahn­ver­ord­nung der­zeit noch nicht. Der Beklag­te sei des­halb ver­pflich­tet, über die Anträ­ge der Klä­ger auf Über­nah­me in das Beam­ten­ver­hält­nis trotz Über­schrei­tens der Alters­gren­ze neu zu ent­schei­den und dabei die für bis Dezem­ber 2010 ange­kün­dig­ten Aus­nah­me­re­ge­lun­gen in der Lauf­bahn­ver­ord­nung zu berück­sich­ti­gen.

Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt, Urtei­le vom 16. Novem­ber 2010 – 6 K 271/​10.NW, 6 K 343/10.NW 6 K 531/​10.NW 6 K 842/​10.NW