Über­tritt von Beam­ten in den Dienst des kom­mu­na­len Trä­gers eines Job­cen­ters

Die Rege­lung des § 6c SGB II ist hin­sicht­lich des Über­tritts von Beam­ten in den Dienst eines kom­mu­na­len Trä­gers ver­fas­sungs­kon­form.

Über­tritt von Beam­ten in den Dienst des kom­mu­na­len Trä­gers eines Job­cen­ters

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt des Lan­des Sach­sen-Anhalt in meh­re­ren Beru­fungs­ver­fah­ren Urtei­le des Ver­wal­tungs­ge­richts Hal­le bestä­tigt, mit denen das Ver­wal­tungs­ge­richt Kla­gen von Bun­des­be­am­ten gegen den Über­gang ihrer Beam­ten­ver­hält­nis­se auf kom­mu­na­le Trä­ger abge­wie­sen hat­te 1.

Nach § 6c Abs. 1 Satz 1 SGB II geht das Arbeits­ver­hält­nis eines bei der Bun­des­agen­tur für Arbeit beschäf­tig­ten Mit­ar­bei­ters auf einen kom­mu­na­len Trä­ger über, wenn die­ser die Bear­bei­tung von Anträ­gen zur Grund­si­che­rung für Arbeits­su­chen­de (Arbeits­lo­sen­geld II – "Harz IV") über­nimmt. Soweit die Vor­schrift Beam­te betrifft, stellt dies nach Ansicht des Senats kei­nen Ver­stoß gegen die durch Art. 33 Abs. 5 GG geschütz­ten her­ge­brach­ten Grund­sät­ze des Berufs­be­am­ten­tums und auch kei­nen unzu­läs­si­gen Ein­griff in die durch Art. 12 Abs. 1 GG garan­tier­te Berufs­frei­heit des Beam­ten dar. Auch hält der Senat in Bezug auf die von § 6c SGB II betrof­fe­nen Beam­ten einen Ver­stoß gegen den all­ge­mei­nen Gleich­heits­satz des Art. 3 Abs. 1 GG weder im Ver­hält­nis zu dem bei der Bun­des­agen­tur für Arbeit ver­blei­ben­den Beam­ten noch im Ver­gleich zu den eben­falls über­tre­ten­den Tarif­be­schäf­tig­ten für gege­ben.

Bezo­gen auf Arbeits­ver­hält­nis­se der Tarif­be­schäf­tig­ten sieht das Bun­des­ar­beits­ge­richt 2 dage­gen in der gesetz­li­chen Rege­lung eine Ver­let­zung der Berufs­frei­heit. Die Bun­des­rich­ter setz­ten daher das Ver­fah­ren im Fal­le einer Ange­stell­ten aus Sach­sen-Anhalt aus und leg­ten die Sache dem Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt zur Ent­schei­dung vor.

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in Mag­de­burg hat die Revi­si­on zum Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt gegen sei­ne Ent­schei­dun­gen zuge­las­sen, so dass die Urtei­le noch nicht rechts­kräf­tig sind.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt des Lan­des Sach­sen-Anhalt, Urtei­le vom 12. Novem­ber 2013 – 1 L 9/​13, 1 L 12/​13, 1 L 13/​13, 1 L 14/​13, 1 L 15/​13

  1. VG Hal­le, Urtei­le vom 12.12.2012 – 5 A 34/​11 HAL, 5 A 35/​11 HAL, 5 A 36/​11 HAL, 5 A 37/​11 HAL, 5 A 220/​11 HAL[]
  2. BAG, Beschluss vom 26.09.2013 – 8 AZR 775/​12[]