Unter­be­zahl­te säch­si­sche Beam­te

Die Bezü­ge säch­si­scher Beam­ter der Besol­dungs­grup­pe A 10 im Jahr 2011 waren ver­fas­sungs­wid­rig.

Unter­be­zahl­te säch­si­sche Beam­te

Mit die­ser auf Rich­ter­vor­la­gen ver­schie­de­ner Ver­wal­tungs­ge­rich­te ergan­ge­nen Ent­schei­dung knüpft das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt an sein Urteil zur Besol­dung der Rich­ter und Staats­an­wäl­te (R‑Besoldung) vom 05.05.2015 [1] an, des­sen ver­fas­sungs­recht­li­cher Maß­stab auf die A‑Besoldung im Wesent­li­chen über­trag­bar ist. Die Grund­ge­halts­sät­ze der Besol­dungs­grup­pe A 10 in Sach­sen im Jahr 2011 sind mit Art. 33 Abs. 5 GG unver­ein­bar. Der Lan­des­ge­setz­ge­ber hat ver­fas­sungs­kon­for­me Rege­lun­gen mit Wir­kung spä­tes­tens vom 01.07.2016 an zu tref­fen.

Anders die Situa­ti­on in Nord­rhein-West­fa­len und in Nie­der­sach­sen: Dort bil­lig­te das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die zu sei­ner Über­prü­fung gestell­ten Bezü­ge: Die Grund­ge­halts­sät­ze der Besol­dungs­grup­pe A 9 in Nord­rhein-West­fa­len in den Jah­ren 2003 und 2004 sowie A 12 und A 13 im Jahr 2003 sind hin­ge­gen mit Art. 33 Abs. 5 GG ver­ein­bar, eben­so die Grund­ge­halts­sät­ze der Besol­dungs­grup­pe A 9 in Nie­der­sach­sen im Jahr 2005.

Inhalts­über­sicht


Die Rich­ter­vor­la­gen[↑]

Gegen­stand der Ent­schei­dung sind ins­ge­samt vier Ver­fah­ren der kon­kre­ten Nor­men­kon­trol­le zur Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit der A‑Besoldung von Beam­ten aus den Bun­des­län­dern Sach­sen, Nord­rhein-West­fa­len und Nie­der­sach­sen:

  • Die bei­den – inzwi­schen sie­ben Jah­re alte – Vor­la­gen des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts für das Land Nord­rhein-West­fa­len [2] betref­fen die Fra­ge, ob die Ali­men­ta­ti­on nord­rhein-west­fä­li­scher Beam­ter
    • eines Jus­tiz­voll­zug­samts­in­spek­tors der Besol­dungs­grup­pe A 9 in den Jah­ren 2003 und 2004 [3] und
    • eines Ober­amts­an­walts der Besol­dungs­grup­pen A 12 und A 13 im Jahr 2003 [4]

    ver­fas­sungs­ge­mäß war.

  • Die Vor­la­ge des Ver­wal­tungs­ge­richts Hal­le [5] bezieht sich auf die Ali­men­ta­ti­on einer Lan­des­in­spek­to­rin der Besol­dungs­grup­pe A 10 nach dem säch­si­schen Besol­dungs­ge­setz im Jahr 2011 [6]; für die bei der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Mit­tel­deutsch­land in Hal­le beschäf­tig­te Klä­ge­rin des Aus­gangs­ver­fah­rens ist das Besol­dungs­recht des Frei­staa­tes Sach­sen maß­geb­lich.
  • Gegen­stand der Vor­la­ge des Ver­wal­tungs­ge­richts Braun­schweig [7] ist die Fra­ge, ob die Ali­men­ta­ti­on eines Steu­er­amts­in­spek­tors in der Besol­dungs­grup­pe A 9 in Nie­der­sach­sen im Jahr 2005 ver­fas­sungs­ge­mäß war [8].

Ent­wick­lung der Beam­ten­be­sol­dung[↑]

Von 1971 bis 2003 war für die Besol­dung der Beam­ten allein der Bun­des­ge­setz­ge­ber zustän­dig. Er hat­te von sei­ner kon­kur­rie­ren­den Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz in Art. 74a Abs. 1 a.F. GG für die Besol­dung und Ver­sor­gung der Ange­hö­ri­gen des öffent­li­chen Diens­tes (ein­ge­fügt durch Art. 1 Nr. 1 des Acht­und­zwan­zigs­ten Geset­zes zur Ände­rung des Grund­ge­set­zes vom 18.03.1971 [9]) durch den Erlass des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes abschlie­ßend Gebrauch gemacht. Bis zum Jahr 2003 war auch die Gewäh­rung einer jähr­li­chen Son­der­zu­wen­dung (soge­nann­tes Weih­nachts­geld) und eines jähr­li­chen Urlaubs­gel­des bun­des­ein­heit­lich gere­gelt. Nach § 67 Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz (in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 06.08.2002 – BBesG a.F. – [10]) erhiel­ten die Beam­ten eine Son­der­zu­wen­dung nach beson­de­rer bun­des­ge­setz­li­cher Rege­lung; glei­ches galt nach § 68a BBesG a.F. bezüg­lich des Urlaubs­gel­des.

Die Son­der­zu­wen­dung war im Gesetz über die Gewäh­rung einer jähr­li­chen Son­der­zu­wen­dung (Son­der­zu­wen­dungs­ge­setz – SoZuwG) in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 15.12 1998 [11] gere­gelt. Nach § 6 Abs. 1 Satz 1 SoZuwG wur­de der Grund­be­trag in Höhe der nach dem Besol­dungs­recht für den Monat Dezem­ber maß­ge­ben­den Bezü­ge gewährt, wobei gemäß § 13 SoZuwG ein Bemes­sungs­fak­tor galt, der sich nach dem Ver­hält­nis der Bezü­ge im Dezem­ber 1993 zu den­je­ni­gen im Dezem­ber des lau­fen­den Jah­res errech­ne­te. Im Jahr 2002 betrug die jähr­li­che Son­der­zu­wen­dung 86,31 % des für Dezem­ber 2002 maß­ge­ben­den Grund­be­tra­ges. Bei Fort­gel­tung die­ser Rege­lung hät­te die Son­der­zu­wen­dung im Jahr 2003 84,29 % der Dezem­ber­be­zü­ge betra­gen.

Das Urlaubs­geld war im Gesetz über die Gewäh­rung eines jähr­li­chen Urlaubs­gel­des (Urlaubs­geld­ge­setz – UrlGG) in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 16.05.2002 [12] gere­gelt. Beam­te zähl­ten zu dem nach § 1 Abs. 1 UrlGG berech­tig­ten Per­so­nen­kreis. Die Bestim­mung lau­te­te:

§ 1 – Berech­tig­ter Per­so­nen­kreis

(1) Ein jähr­li­ches Urlaubs­geld erhal­ten nach die­sem Gesetz

  1. Bun­des­be­am­te, Beam­te der Län­der, der Gemein­den, der Gemein­de­ver­bän­de sowie der sons­ti­gen der Auf­sicht eines Lan­des unter­ste­hen­den Kör­per­schaf­ten, Anstal­ten und Stif­tun­gen des öffent­li­chen Rechts; aus­ge­nom­men sind die Ehren­be­am­ten und die Beam­ten auf Wider­ruf, die neben­bei ver­wen­det wer­den, sowie ent­pflich­te­te Hoch­schul­leh­rer,
  2. Rich­ter des Bun­des und der Län­der; aus­ge­nom­men sind die ehren­amt­li­chen Rich­ter,
  3. Berufs­sol­da­ten und Sol­da­ten auf Zeit mit Anspruch auf Besol­dung oder Aus­bil­dungs­geld (§ 30 Abs. 2 des Sol­da­ten­ge­set­zes).

Die­ses Gesetz gilt nicht für die öffent­lich-recht­li­chen Reli­gi­ons­ge­sell­schaf­ten und ihre Ver­bän­de.

§ 2 UrlGG regel­te die Vor­aus­set­zun­gen eines Urlaubs­geld­an­spruchs wie folgt:

§ 2 – Anspruchs­vor­aus­set­zun­gen

(1) Vor­aus­set­zung für den Anspruch ist, dass der Berech­tig­te

  1. am ers­ten all­ge­mei­nen Arbeits­tag des Monats Juli in einem der in § 1 Abs. 1 bezeich­ne­ten Rechts­ver­hält­nis­se steht und nicht für den gesam­ten Monat Juli ohne Bezü­ge beur­laubt ist und
  2. seit dem ers­ten all­ge­mei­nen Arbeits­tag des lau­fen­den Jah­res unun­ter­bro­chen bei einem öffent­lich-recht­li­chen Dienst­herrn (§ 29 Abs. 1 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes) in einem Dienst, Arbeits- oder Aus­bil­dungs­ver­hält­nis steht oder gestan­den hat.

Sind die Anspruchs­vor­aus­set­zun­gen nach Num­mer 1 nur des­halb nicht erfüllt, weil wegen einer Eltern­zeit kein Anspruch auf Bezü­ge besteht, so ist dies in dem Kalen­der­jahr unschäd­lich, in dem Dienst- oder Anwär­ter­be­zü­ge für min­des­tens drei vol­le Kalen­der­mo­na­te des ers­ten Kalen­der­halb­jah­res zuge­stan­den haben oder Dienst- oder Anwär­ter­be­zü­ge unmit­tel­bar nach Been­di­gung der Eltern­zeit wie­der zuste­hen. Auf die War­te­zeit nach Num­mer 2 wird der wäh­rend die­ser Zeit geleis­te­te Wehr- oder Zivil­dienst ange­rech­net.

(2) Die Vor­aus­set­zun­gen des Absat­zes 1 Nr. 2 gel­ten auch als erfüllt für die Zeit zwi­schen der Been­di­gung eines Beam­ten­ver­hält­nis­ses oder eines öffent­lich-recht­li­chen Aus­bil­dungs­ver­hält­nis­ses kraft Rechts­vor­schrift oder all­ge­mei­ner Ver­wal­tungs­an­ord­nung infol­ge Bestehens einer Lauf­bahn­prü­fung (Abschluss­prü­fung) und der Begrün­dung eines Dienst- oder Arbeits­ver­hält­nis­ses bei einem öffent­lich-recht­li­chen Dienst­herrn, längs­tens bis zum ers­ten all­ge­mei­nen Arbeits­tag des auf die Lauf­bahn­prü­fung fol­gen­den Monats.

Nach § 4 Abs. 1 UrlGG betrug das Urlaubs­geld für Beam­te der Besol­dungs­grup­pe A 9 und höher 255, 65 €. § 4 UrlGG lau­te­te:

§ 4 – Höhe des Urlaubs­gel­des

(1) Das Urlaubs­geld beträgt 255,65 €, für Beam­te und Sol­da­ten mit Grund­ge­halt aus den Besol­dungs­grup­pen A 1 bis A 8 332,34 €.

(2) Ein Berech­tig­ter, des­sen regel­mä­ßi­ge Arbeits­zeit oder des­sen Dienst und des­sen Bezü­ge ermä­ßigt wor­den sind, erhält ein im glei­chen Ver­hält­nis ver­rin­ger­tes Urlaubs­geld.

(3) Erhält der Berech­tig­te ein Urlaubs­geld aus einem ande­ren Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis, so ist die­se Leis­tung auf das nach die­sem Gesetz zuste­hen­de Urlaubs­geld anzu­rech­nen.

Ab dem Jahr 2002 gab es Bestre­bun­gen, die Beam­ten­be­sol­dung für eigen­stän­di­ge Rege­lun­gen der Län­der zu öff­nen, die schließ­lich in eine zunächst auf das Son­der­zah­lungs­recht begrenz­te Teil­fö­de­ra­li­sie­rung der Besol­dung mün­de­ten.

Die Teil­fö­de­ra­li­sie­rung des Besol­dungs­rechts wur­de voll­zo­gen durch das Gesetz über die Anpas­sung von Dienst- und Ver­sor­gungs­be­zü­gen in Bund und Län­dern 2003/​2004 sowie zur Ände­rung dienst­recht­li­cher Vor­schrif­ten [13] vom 10.09.2003 [14]. Durch Art. 18 Abs. 1 BBVAnpG 2003/​2004 wur­den das Son­der­zu­wen­dungs­ge­setz und das Urlaubs­geld­ge­setz auf­ge­ho­ben. Art. 18 Abs. 2 BBVAnpG 2003/​2004 regel­te ihre über­gangs­wei­se gel­ten­de wei­te­re Anwen­dung. Die Vor­schrift lau­te­te:

Arti­kel 18 – Auf­he­bung von Vor­schrif­ten

(1) Es wer­den auf­ge­ho­ben:

  1. das Gesetz über die Gewäh­rung einer jähr­li­chen Son­der­zu­wen­dung in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 15.12 1998 [11], zuletzt geän­dert durch Arti­kel 3 des Geset­zes vom 16.02.2002 [15], und
  2. das Urlaubs­geld­ge­setz in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 16.05.2002 [12].

(2) Das Gesetz über die Gewäh­rung einer jähr­li­chen Son­der­zu­wen­dung in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 15.12 1998 [11], zuletzt geän­dert durch Arti­kel 3 des Geset­zes vom 16.02.2002 [15], und das Urlaubs­geld­ge­setz in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 16.05.2002 [12] sind bis zum Inkraft­tre­ten bun­des- oder lan­des­ge­setz­li­cher Rege­lun­gen zur Gewäh­rung von jähr­li­chen Son­der­zah­lun­gen wei­ter anzu­wen­den.

(…)

Den Län­dern wur­de gemäß Art. 18 Abs. 2 in Ver­bin­dung mit Art. 13 Nr. 7 BBVAnpG 2003/​2004 im Wege einer Neu­fas­sung des § 67 BBesG zugleich die Befug­nis ein­ge­räumt, eige­ne Rege­lun­gen bezüg­lich einer jähr­li­chen Son­der­zah­lung zu erlas­sen. Die­se „Öff­nungs­klau­sel“ schreibt einen bun­des­ein­heit­li­chen Höchst­be­trag der Son­der­zah­lun­gen vor, gewährt dem Bund und den Län­dern aber im Übri­gen – hin­sicht­lich Höhe, Zweck, Struk­tur und Zah­lungs­wei­se – umfas­sen­de inhalt­li­che Gestal­tungs­frei­heit. Die Pas­sa­ge lau­tet:

Arti­kel 13 – Ände­rung des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes

Das Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 06.08.2002 [10], zuletzt geän­dert durch Arti­kel 3 die­ses Geset­zes, wird wie folgt geän­dert:

1. – 6. (…)

7. § 67 wird wie folgt gefasst:

„§ 67 Jähr­li­che Son­der­zah­lun­gen

(1) Soweit der Bund oder die Län­der durch Gesetz jähr­li­che Son­der­zah­lun­gen gewäh­ren, dür­fen die­se im Kalen­der­jahr die Bezü­ge eines Monats nicht über­stei­gen. Dane­ben kann für jedes Kind eines Berech­tig­ten ein Son­der­be­trag bis zur Höhe von 25, 56 € gewährt wer­den. Bei den Bezü­gen nach Satz 1 sind die Aus­lands­dienst­be­zü­ge nach dem 5. Abschnitt, Zula­gen und Ver­gü­tun­gen nach den §§ 42a, 45, 47, 48, 50a und 51 sowie sons­ti­ge Ein­mal­zah­lun­gen nicht zu berück­sich­ti­gen. Abwei­chend von Satz 1 kann die jähr­li­che Son­der­zah­lung für die Besol­dungs­grup­pen A 2 bis A 8 um bis zu 332,34 € und für alle übri­gen Besol­dungs­grup­pen um bis zu 255,65 € erhöht wer­den.

(2) In der bun­des- oder lan­des­ge­setz­li­chen Rege­lung ist die Zah­lungs­wei­se zu bestim­men. Außer­dem kann fest­ge­legt wer­den, dass die Son­der­zah­lun­gen nach Absatz 1 Satz 1 und 3 ruhe­ge­halt­fä­hig sind. Gleich­zei­tig kann bestimmt wer­den, dass sie an den all­ge­mei­nen Anpas­sun­gen nach § 14 teil­neh­men.“

8. (…)

Für die Jah­re 2003 und 2004 ent­hielt das BBVAnpG 2003/​2004 spe­zi­el­le Rege­lun­gen, die neben die bereits zitier­ten Bestim­mun­gen tra­ten. Art. 1 Nr. 5 BBVAnpG 2003/​2004 in Ver­bin­dung mit § 85 BBesG betraf die Ein­mal­zah­lung im Jahr 2003; Art. 2 Nr. 2 BBVAnpG 2003/​2004 in Ver­bin­dung mit § 85 BBesG betraf die Ein­mal­zah­lung im Jahr 2004. Die­se Ein­mal­zah­lun­gen kamen als wei­te­rer Besol­dungs­be­stand­teil zu der sons­ti­gen Besol­dung in den Jah­ren 2003 bezie­hungs­wei­se 2004 hin­zu. Die betref­fen­den Vor­schrif­ten lau­ten:

Arti­kel 1 – Ände­rung des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes für das Jahr 2003

Das Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 06.08.2002 [10], geän­dert durch Arti­kel 10 des Geset­zes vom 06.08.2002 [16], wird wie folgt geän­dert:

1. – 4. (…)

5. Nach § 83 wer­den fol­gen­de §§ 84 und 85 ange­fügt:

“ (…)

§ 85 Ein­mal­zah­lung im Jahr 2003

(1) Beam­te, Rich­ter und Sol­da­ten mit Anspruch auf Besol­dung für den gesam­ten Monat April 2003 und min­des­tens einen Tag im Monat Mai 2003 erhal­ten eine Ein­mal­zah­lung in Höhe von 7, 5 vom Hun­dert der Dienst­be­zü­ge, die ihnen im Monat März 2003 (Basis­mo­nat) zuge­stan­den haben, höchs­tens 185 €, soweit von der Ermäch­ti­gung nach Absatz 6 inner­halb von drei Mona­ten nach dem 16.09.2003 kein Gebrauch gemacht wird. Satz 1 gilt nicht für Emp­fän­ger von Bezü­gen aus der Besol­dungs­grup­pe B 11.

(…)

(6) Die Län­der wer­den ermäch­tigt, jeweils für ihren Bereich durch Gesetz zu regeln, dass die Ein­mal­zah­lung nach Absatz 1 für die Ämter der den Staats­se­kre­tä­ren des Bun­des ver­gleich­ba­ren Beam­ten in den Län­dern ent­spre­chend Absatz 1 Satz 2 bestimmt wer­den kann.“

6. (…)

Arti­kel 2 – Ände­rung des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes für das Jahr 2004

Das Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 06.08.2002 [10], zuletzt geän­dert durch Arti­kel 1 die­ses Geset­zes, wird wie folgt geän­dert:

1. (…)

2. § 85 wird wie folgt gefasst:

„§ 85 Ein­mal­zah­lung im Jahr 2004

(1) Beam­te, Rich­ter und Sol­da­ten, die im Monat Novem­ber 2004 unun­ter­bro­chen bei dem­sel­ben Dienst­herrn in einem Beam­ten, Rich­ter- oder Sol­da­ten­ver­hält­nis ste­hen und min­des­tens für einen Tag in die­sem Monat Anspruch auf Besol­dung haben, erhal­ten eine Ein­mal­zah­lung in Höhe von 50 €, Anwär­ter in Höhe von 30 €, soweit von der Ermäch­ti­gung nach Absatz 4 inner­halb von drei Mona­ten nach dem 16.09.2003 kein Gebrauch gemacht wird. Satz 1 gilt nicht für Emp­fän­ger von Bezü­gen aus der Besol­dungs­grup­pe B 11.“

(2) – 3. …

Beam­ten­be­sol­dung in Nord­rhein-West­fa­len vor der Föde­ra­lis­mus­re­form[↑]

Die drei Län­der, deren Besol­dungs­vor­schrif­ten ver­fah­rens­ge­gen­ständ­lich sind, haben von der Mög­lich­keit, jähr­li­che Son­der­zah­lun­gen in eige­ner Zustän­dig­keit für ihren Bereich neu zu regeln, in unter­schied­li­cher Wei­se Gebrauch gemacht.

Der nord­rhein-west­fä­li­sche Land­tag ver­ab­schie­de­te am 20.11.2003 als Art. I des Geset­zes über die Gewäh­rung einer Son­der­zah­lung und über die Bezü­ge der Staats­se­kre­tä­re und ent­spre­chen­der Ver­sor­gungs­emp­fän­ger in den Jah­ren 2003 und 2004 für das Land Nord­rhein-West­fa­len das Gesetz über die Gewäh­rung einer Son­der­zah­lung an Beam­te, Rich­ter und Ver­sor­gungs­emp­fän­ger für das Land Nord­rhein-West­fa­len (Son­der­zah­lungs­ge­setz NRW – SZG-NRW) [17]. Das Gesetz, das am 30.11.2003 in Kraft trat, sah eine gegen­über der alten Rechts­la­ge gerin­ge­re jähr­li­che Son­der­zah­lung vor; ein geson­der­tes Urlaubs­geld wur­de nicht mehr gewährt. Nach § 6 des Geset­zes betrug der Grund­be­trag der Son­der­zah­lung für das Jahr 2003 für Beam­te der Besol­dungs­grup­pen A 9 und höher 50 % der für den Monat Dezem­ber maß­geb­li­chen Bezü­ge.

Die maß­geb­li­chen Vor­schrif­ten des SZG-NRW in der Fas­sung vom 30.11.2003 waren:

§ 1 – Gel­tungs­be­reich

(1) Eine jähr­li­che Son­der­zah­lung erhal­ten nach die­sem Gesetz

  1. Beam­tin­nen und Beam­te des Lan­des, der Gemein­den, der Gemein­de­ver­bän­de und der sons­ti­gen der Auf­sicht des Lan­des unter­ste­hen­den Kör­per­schaf­ten, Anstal­ten und Stif­tun­gen des öffent­li­chen Rechts; aus­ge­nom­men sind die Ehren­be­am­tin­nen und Ehren­be­am­ten,

(2) …

§ 2 – Anspruchs­vor­aus­set­zun­gen für Beam­te und Rich­ter

(1) Vor­aus­set­zung für den Anspruch ist, dass die Berech­tig­ten

  1. am 1.12 in einem der in § 1 Abs. 1 Nr. 1 und 2 bezeich­ne­ten Rechts­ver­hält­nis­se ste­hen,
  2. seit dem ers­ten nicht all­ge­mein frei­en Tag des Monats Okto­ber unun­ter­bro­chen oder im lau­fen­den Kalen­der­jahr ins­ge­samt sechs Mona­te bei einem öffent­lich-recht­li­chen Dienst­herrn (§ 29 Abs. 1 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes) in einem haupt­be­ruf­li­chen Dienst- oder Arbeits­ver­hält­nis oder einem Aus­bil­dungs­ver­hält­nis ste­hen oder gestan­den haben und
  3. min­des­tens bis ein­schließ­lich 31.03.des fol­gen­den Jah­res im Dienst die­ses Dienst­herrn ver­blei­ben, es sei denn, dass sie ein frü­he­res Aus­schei­den nicht selbst zu ver­tre­ten haben.

(2) – (6) …

§ 5 – Zusam­men­set­zung der Son­der­zah­lung

Die Son­der­zah­lung besteht aus einem Grund­be­trag und einem Son­der­be­trag für Kin­der.

§ 6 – Grund­be­trag für Beam­te und Rich­ter

(1) Der Grund­be­trag wird in den Jah­ren 2003, 2004 und 2005 für die Beam­tin­nen und Beam­ten der Besol­dungs­grup­pen A 2 bis A 6 in Höhe von 84, 29 vom Hun­dert, für die Beam­tin­nen und Beam­ten der Besol­dungs­grup­pen A 7 und A 8 sowie für die Emp­fän­ge­rin­nen und Emp­fän­ger von Anwär­ter­be­zü­gen in Höhe von 70 vom Hun­dert und im Übri­gen in Höhe von 50 vom Hun­dert aus den nach dem Besol­dungs­recht für den Monat Dezem­ber maß­ge­ben­den Bezü­gen berech­net und gewährt, und zwar auch dann, wenn der/​dem Berech­tig­ten die Bezü­ge für die­sen Monat nur teil­wei­se zuste­hen oder in den Fäl­len einer Beur­lau­bung ohne Dienst­be­zü­ge nicht zuste­hen. Ab dem Jahr 2006 tritt an die Stel­le der in Satz 1 genann­ten Vom­hun­dert­sät­ze der Vom­hun­dert­satz, der sich aus dem Ver­hält­nis der regel­mä­ßig anzu­pas­sen­den Bezü­ge nach dem Stand Dezem­ber 1993 und denen im Dezem­ber des lau­fen­den Jah­res errech­net. Das Finanz­mi­nis­te­ri­um wird ermäch­tigt, den jeweils maß­ge­ben­den Vom­hun­dert­satz fest­zu­set­zen.

(2) Bezü­ge im Sin­ne des Absat­zes 1 sind unter Berück­sich­ti­gung des § 6 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes

  1. das Grund­ge­halt, der Fami­li­en­zu­schlag, Amts, Stel­len, Aus­gleichs- und Über­lei­tungs­zu­la­gen, Leis­tungs­be­zü­ge für Pro­fes­so­ren sowie für haupt­be­ruf­li­che Lei­ter und Mit­glie­der von Lei­tungs­gre­mi­en an Hoch­schu­len, soweit die­se nicht als Ein­mal­zah­lun­gen gewährt wer­den, sowie Anwär­ter­be­zü­ge,

(3) …

(4) …

In der Begrün­dung zum Gesetz­ent­wurf vom 15.09.2003 wird die Lage der öffent­li­chen Haus­hal­te im Land, die ins­be­son­de­re auf­grund der nega­ti­ven wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung und der hohen Steu­er­aus­fäl­le äußerst ange­spannt sei, als Pro­blem benannt. Von der daher zwin­gend gebo­te­nen Ent­las­tung der Haus­hal­te von Land und Kom­mu­nen könn­ten die Per­so­nal­kos­ten als größ­ter Aus­ga­ben­block nicht aus­ge­nom­men wer­den; viel­mehr müs­se die Ent­las­tung auch einen ange­mes­se­nen Bei­trag der Beam­ten und Ver­sor­gungs­emp­fän­ger ein­schlie­ßen [18].

Beam­ten­be­sol­dung im Frei­staat Sach­sen vor der Föde­ra­lis­mus­re­form[↑]

In Sach­sen wur­de zum 1.01.2004 die Höhe der jähr­li­chen Son­der­zah­lung für Beam­te des geho­be­nen Diens­tes auf 1.200 € fest­ge­setzt; das Urlaubs­geld, das bis­her 255, 65 € betra­gen hat­te, ent­fiel durch die Auf­he­bung des UrlGG. Die maß­geb­li­chen Vor­schrif­ten des Säch­si­schen Geset­zes über die Gewäh­rung einer jähr­li­chen Son­der­zah­lung (Säch­si­sches Son­der­zah­lungs­ge­setz – SächsSZG) vom 06.01.2004 [19] lau­te­ten:

§ 1 – Gel­tungs­be­reich

(1) Eine jähr­li­che Son­der­zah­lung nach die­sem Gesetz erhal­ten

  1. Beam­te des Frei­staa­tes Sach­sen, der Gemein­den, der Gemein­de­ver­bän­de, der Land­krei­se sowie der sons­ti­gen der Auf­sicht des Frei­staa­tes Sach­sen unter­ste­hen­den Kör­per­schaf­ten, Anstal­ten und Stif­tun­gen des öffent­li­chen Rechts,
  2. Rich­ter des Frei­staa­tes Sach­sen,
  3. Mit­glie­der der Staats­re­gie­rung,
  4. Ver­sor­gungs­emp­fän­ger, denen lau­fen­de Ver­sor­gungs­be­zü­ge zuste­hen, die der Frei­staat Sach­sen, eine Gemein­de, ein Gemein­de­ver­band, ein Land­kreis oder eine der sons­ti­gen der Auf­sicht des Frei­staa­tes Sach­sen unter­ste­hen­den Kör­per­schaf­ten, Anstal­ten und Stif­tun­gen des öffent­li­chen Rechts zu tra­gen hat.
  5. Aus­ge­nom­men von einer jähr­li­chen Son­der­zah­lung sind Ehren­be­am­te und ehren­amt­li­che Rich­ter.

    (2) Das Gesetz gilt nicht für öffent­lich-recht­li­che Reli­gi­ons­ge­sell­schaf­ten und ihre Ver­bän­de.

    § 2 – Anspruchs­vor­aus­set­zun­gen

    Vor­aus­set­zung für den Anspruch ist, dass der Berech­tig­te am 1.12 in einem der in § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 bis 4 bezeich­ne­ten Rechts­ver­hält­nis­se steht.

    § 4 – Höhe der Son­der­zah­lung für Beam­te, Rich­ter und Mit­glie­der der Staats­re­gie­rung

    (1) Die Höhe der Son­der­zah­lung für Beam­te, Rich­ter und Mit­glie­der der Staats­re­gie­rung bemisst sich nach der Besol­dungs­grup­pe, die am 1.12 für die Bezü­ge­zah­lung maß­ge­bend ist. Sie beträgt

  1. im ein­fa­chen und mitt­le­ren Dienst
  2. im geho­be­nen Dienst
  3. im höhe­ren Dienst für die Besol­dungs­grup­pen A 13 bis A 16, C 1 bis C 3, R 1, R 2, W 1 und W 2:
  4. für die übri­gen Besol­dungs­grup­pen und Mit­glie­der der Staats­re­gie­rung
  5. für Anwär­ter

(2) Im Fal­le einer Teil­zeit­be­schäf­ti­gung wird die Son­der­zah­lung im glei­chen Ver­hält­nis wie die Arbeits­zeit gekürzt.

(3) Hat der Berech­tig­te nicht wäh­rend des gesam­ten Kalen­der­jah­res auf­grund einer Tätig­keit im Dienst eines öffent­lich-recht­li­chen Dienst­herrn (§ 29 Abs. 1 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes) Bezü­ge erhal­ten, ver­min­dert sich die Son­der­zah­lung für die Zei­ten, für die ihm kei­ne Bezü­ge zuge­stan­den haben. Die Min­de­rung beträgt für jeden vol­len Monat ein Zwölf­tel. Dabei wer­den meh­re­re Zeit­räu­me zusam­men­ge­zählt und in die­sem Fal­le der Monat zu 30 Tagen gerech­net. Der Zah­lung von Bezü­gen steht die Zah­lung von Mut­ter­schafts­geld nach dem Mut­ter­schutz­ge­setz in der jeweils gel­ten­den Fas­sung wäh­rend eines Arbeits­ver­hält­nis­ses zu einem öffent­lich-recht­li­chen Dienst­herrn gleich. Für die Dau­er einer Eltern­zeit unter­bleibt die Min­de­rung bis zur Voll­endung des zwölf­ten Lebens­mo­nats des Kin­des, wenn am Tage vor Antritt der Eltern­zeit Anspruch auf Bezü­ge aus einem Rechts­ver­hält­nis nach Satz 1 bestan­den hat.

(4) Erhält der Berech­tig­te eine der Son­der­zah­lung nach die­sem Gesetz ver­gleich­ba­re Leis­tung oder eine ver­gleich­ba­re tarif­li­che Leis­tung, ver­min­dert sich die Son­der­zah­lung ent­spre­chend.

Nach der Begrün­dung des Gesetz­ent­wurfs [20] soll­te ein voll­stän­di­ger Sys­tem­wech­sel voll­zo­gen wer­den mit einer Ver­ein­heit­li­chung der Son­der­zah­lun­gen für Besol­dungs- und Ver­sor­gungs­emp­fän­ger mit Anspruch auf Bezü­ge nach dem Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz bezie­hungs­wei­se Beam­ten­ver­sor­gungs­ge­setz unmit­tel­bar und für die­je­ni­gen mit Anspruch auf Bezü­ge nach dem Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz bezie­hungs­wei­se Beam­ten­ver­sor­gungs­ge­setz in Ver­bin­dung mit der Zwei­ten Ver­ord­nung über besol­dungs­recht­li­che Über­gangs­re­ge­lun­gen nach Her­stel­lung der Ein­heit Deutsch­lands (Zwei­te Besol­dungs-Über­gangs­ver­ord­nung – 2. BesÜV a.F.) bezie­hungs­wei­se der Ver­ord­nung über beam­ten­ver­sor­gungs­recht­li­che Über­gangs­re­ge­lun­gen nach Her­stel­lung der Ein­heit Deutsch­lands (Beam­ten­ver­sor­gungs-Über­gangs­ver­ord­nung – BeamtVÜV). Zugleich soll­te im Hin­blick auf Dere­gu­lie­rung und Ver­wal­tungs­ver­ein­fa­chung der Rege­lungs­in­halt wesent­lich gekürzt und trans­pa­rent gestal­tet wer­den. An die Stel­le der bei­den Bun­des­ge­set­ze und der bei­den Leis­tun­gen Son­der­zu­wen­dung und Urlaubs­geld soll­te im Frei­staat Sach­sen ein Gesetz über die Gewäh­rung einer ein­zi­gen Son­der­zah­lung tre­ten. Um den ver­än­der­ten all­ge­mei­nen sozia­len, wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Rah­men­be­din­gun­gen im Frei­staat Sach­sen Rech­nung zu tra­gen, soll­te die Höhe der künf­ti­gen Son­der­zah­lung unter das bis­he­ri­ge Niveau von Urlaubs­geld und jähr­li­cher Son­der­zah­lung abge­senkt wer­den. Die Besol­dungs- und Ver­sor­gungs­emp­fän­ger soll­ten damit einen soli­da­ri­schen Bei­trag zur Haus­halts­kon­so­li­die­rung leis­ten.

Durch Art. 27 des Geset­zes beglei­ten­der Rege­lun­gen zum Dop­pel­haus­halt 2011/​2012 (Haus­halts­be­gleit­ge­setz 2011/​2012 – HBG 2011/​2012) vom 15.12 2010 [21], in Kraft getre­ten am 1.01.2011, wur­de das SächsSZG auf­ge­ho­ben. Die­se Vor­schrift lau­tet wie folgt:

Das Säch­si­sche Gesetz über die Gewäh­rung einer jähr­li­chen Son­der­zah­lung (Säch­si­sches Son­der­zah­lungs­ge­setz – SächsSZG) vom 06.01.2004 [22] wird auf­ge­ho­ben.

Die Geset­zes­be­grün­dung [23] recht­fer­tigt die Maß­nah­me mit der gerin­gen Wirt­schafts­kraft, der hohen Arbeits­lo­sig­keit im Frei­staat Sach­sen und dem nied­ri­gen Bezahl­ni­veau für ver­gleich­ba­re Beschäf­tig­te außer­halb des öffent­li­chen Diens­tes. Das grund­ge­setz­li­che Ver­schul­dungs­ver­bot in Ver­bin­dung mit der pro­gnos­ti­zier­ten lang­fris­ti­gen Ein­nah­me­ent­wick­lung im Frei­staat Sach­sen erfor­de­re eine nach­hal­ti­ge Anpas­sung der Struk­tu­ren und Prü­fung sämt­li­cher Aus­ga­ben. Auch von den Beam­ten des Frei­staa­tes Sach­sen wer­de inso­weit ein Bei­trag erwar­tet.

Beam­ten­be­sol­dung in Nie­der­sach­sen vor der Föde­ra­lis­mus­re­form[↑]

Das Land Nie­der­sach­sen mach­te erst­mals mit dem Gesetz zur Ände­rung besol­dungs- und ande­rer dienst­recht­li­cher Vor­schrif­ten und des Minis­ter­ge­set­zes vom 31.10.2003 (Nds. Bes­ÄndG) [24] von sei­ner Besol­dungs­kom­pe­tenz Gebrauch.

Nr. 4 Nds. Bes­ÄndG, in Kraft getre­ten am 8.11.2003, füg­te einen neu­en § 13 in das Nie­der­säch­si­sche Besol­dungs­ge­setz (NBesG) vom 05.06.1997 [25] ein, nach dem für das Jahr 2003 eine (ein­ma­li­ge) Son­der­zah­lung in Höhe von 65 % der für den Monat Dezem­ber 2003 maß­ge­ben­den Bezü­ge gewährt wur­de. § 13 NBesG lau­te­te:

§ 13 – Besol­dungs- und ver­sor­gungs­recht­li­che Über­gangs­vor­schrif­ten

(1) Das Bun­des­be­sol­dungs- und ‑ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­setz 2003/​2004 gilt für die durch Lan­des­recht bestimm­ten Emp­fän­ge­rin­nen und Emp­fän­ger von Dienst- oder Ver­sor­gungs­be­zü­gen aus den Besol­dungs­grup­pen B 9 und B 10 nicht, soweit dadurch die Grund­ge­halts­sät­ze und Amts­zu­la­gen in den Jah­ren 2003 und 2004 erhöht und Ein­mal­zah­lun­gen fest­ge­legt wer­den.

(2) Für das Jahr 2003 wer­den Son­der­zah­lun­gen als Ein­mal­zah­lung in Anwen­dung des Geset­zes über die Gewäh­rung einer jähr­li­chen Son­der­zu­wen­dung in der Fas­sung vom 15.12 1998 [11], zuletzt geän­dert durch Arti­kel 3 des Geset­zes vom 16.02.2002 [15], geleis­tet; der nach des­sen § 13 Satz 1 anzu­wen­den­de Bemes­sungs­fak­tor beträgt 0, 65.

Im Jahr 2004 bestimm­te sich die Son­der­zah­lung nach § 8 NBesG (§ 8 NBesG a.F.; ein­ge­fügt durch Art. 1 Nr. 3 Nds. Bes­ÄndG mit Wir­kung vom 01.01.2004), der eine monat­li­che Son­der­zah­lung in Höhe von 4,17 % der berück­sich­ti­gungs­fä­hi­gen Bezü­ge – dies ent­spricht bei Betrach­tung des gesam­ten Kalen­der­jah­res 2004 etwa 50 % eines Monats­be­zu­ges – vor­sah. Nied­ri­ge­re Besol­dungs­grup­pen (A 2 bis A 8) erhiel­ten im Inter­es­se des sozia­len Aus­gleichs zusätz­lich einen Erhö­hungs­be­trag in Form eines Fest­be­trags von 120 €, der im Monat Juli mit dem Son­der­zah­lungs­be­trag aus­be­zahlt wur­de. § 8 NBesG a.F. hat­te fol­gen­den Inhalt:

§ 8 – Son­der­zah­lun­gen

(1) Beam­tin­nen, Beam­te, Rich­te­rin­nen und Rich­ter erhal­ten neben ihren monat­li­chen Dienst- oder Anwär­ter­be­zü­gen monat­lich eine Son­der­zah­lung (§ 67 BBesG) in Höhe von 4, 17 vom Hun­dert die­ser Bezü­ge. Zula­gen und Ver­gü­tun­gen nach den §§ 42 a, 45, 47, 48, 50 a und 51 BBesG, Aus­lands­dienst­be­zü­ge nach dem 5. Abschnitt des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes sowie Ein­mal­zah­lun­gen gehö­ren nicht zu den Bezü­gen im Sin­ne des Sat­zes 1. In den Besol­dungs­grup­pen A 2 bis A 8 erhöht sich die Son­der­zah­lung für den Monat Juli um 120 €.

(2) Ver­sor­gungs­emp­fän­ge­rin­nen und Ver­sor­gungs­emp­fän­ger erhal­ten neben ihren monat­li­chen Ver­sor­gungs­be­zü­gen eine monat­li­che Son­der­zah­lung (§ 50 Abs. 4 des Beam­ten­ver­sor­gungs­ge­set­zes – BeamtVG) in Höhe von 4, 17 vom Hun­dert die­ser Bezü­ge. Satz 1 gilt nicht für Per­so­nen, die einen Unter­halts­bei­trag auf­grund eines Gna­den­er­wei­ses oder einer Dis­zi­pli­nar­ent­schei­dung oder Über­gangs­geld nach § 47 oder 47 a BeamtVG erhal­ten. Für die Berech­nung nach Satz 1 sind die monat­li­chen Ver­sor­gungs­be­zü­ge vor der Anwen­dung von Ruhens- und Anrech­nungs­vor­schrif­ten zugrun­de zu legen. Nicht zu den Bezü­gen im Sin­ne des Sat­zes 1 gehö­ren die Zuschlä­ge nach den §§ 50 a bis 50 e BeamtVG und Ein­mal­zah­lun­gen.

(3) Berech­tig­te nach den Absät­zen 1 und 2 erhal­ten für jedes Kind, für das ihnen in Bezug auf den Monat Juli ein Fami­li­en­zu­schlag gewährt wird, eine jähr­li­che Son­der­zah­lung in Höhe von 25,56 €. Wai­sen, denen der Fami­li­en­zu­schlag zusteht, erhal­ten die jähr­li­che Son­der­zah­lung selbst. Die jähr­li­che Son­der­zah­lung wird mit den Bezü­gen für den Monat Juli gezahlt.

Der Gesetz­ent­wurf [26] bezweck­te, von der durch das BBVAnpG 2003/​2004 eröff­ne­ten selbst­stän­di­gen Gestal­tungs­be­fug­nis Gebrauch zu machen mit dem Ziel, einen Bei­trag des öffent­li­chen Diens­tes zur Kon­so­li­die­rung des Haus­halts zu leis­ten.

Im ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Jahr 2005 rich­te­te sich die Son­der­zah­lung nach der gemäß Art. 5 Nr. 1 des Nie­der­säch­si­schen Haus­halts­be­gleit­ge­set­zes (NHhBgG) 2005 vom 17.12 2004 [27] vor­ge­nom­me­nen Neu­re­ge­lung des § 8 NBesG (§ 8 NBesG n.F.). An die Stel­le der im Jahr 2004 ein­ge­führ­ten monat­li­chen Son­der­zah­lung und des Erhö­hungs­be­tra­ges trat mit Wir­kung vom 01.01.2005 für Emp­fän­ger von Dienst­be­zü­gen nied­ri­ge­rer Besol­dungs­grup­pen (A 2 bis A 8) eine jähr­li­che Son­der­zah­lung in Höhe von 420 €, die neben den Dienst­be­zü­gen für den Monat Dezem­ber gezahlt wur­de. Für die übri­gen Besol­dungs­grup­pen wur­de die jähr­li­che Son­der­zah­lung gestri­chen; ledig­lich ein kin­der­be­zo­ge­ner Betrag in Höhe von 25,56 € pro Kind blieb bestehen. In der so geän­der­ten Fas­sung lau­te­te § 8 NBesG:

§ 8 – Jähr­li­che Son­der­zah­lun­gen

(1) Beam­tin­nen und Beam­te in den Besol­dungs­grup­pen A2 bis A8 erhal­ten neben ihren Dienst­be­zü­gen für den Monat Dezem­ber eine jähr­li­che Son­der­zah­lung in Höhe von 420 €. § 6 Abs.1 BBesG gilt ent­spre­chend.

(2) Beam­tin­nen, Beam­te, Rich­te­rin­nen, Rich­ter, Ver­sor­gungs­emp­fän­ge­rin­nen und Ver­sor­gungs­emp­fän­ger erhal­ten neben ihren Dienst, Anwär­ter- oder Ver­sor­gungs­be­zü­gen für den Monat Dezem­ber für jedes Kind, für das ihnen in Bezug auf den Monat Dezem­ber ein Fami­li­en­zu­schlag gewährt wird, eine jähr­li­che Son­der­zah­lung in Höhe von 25,56 €. Wai­sen, denen der Fami­li­en­zu­schlag zusteht, erhal­ten die­se Son­der­zah­lung selbst.

Aus­weis­lich der Geset­zes­be­grün­dung [28] sei­en auf­grund der über­aus ange­spann­ten haus­halts­wirt­schaft­li­chen Situa­ti­on und der damit ver­bun­de­nen Ver­schär­fung der Kon­so­li­die­rungs­er­for­der­nis­se aber­mals struk­tu­rel­le Ein­grif­fe in den Lan­des­haus­halt in Form einer Redu­zie­rung der Per­so­nal­aus­ga­ben not­wen­dig.

Beam­ten­be­sol­dung nach der Föde­ra­lis­mus­re­form[↑]

Im Jahr 2006 ging infol­ge der soge­nann­ten Föde­ra­lis­mus­re­form I die Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz für die Beam­ten­be­sol­dung und ‑ver­sor­gung auf die Län­der über.

Das Gesetz zur Ände­rung des Grund­ge­set­zes (Art. 22, 23, 33, 52, 72, 73, 74, 74a, 75, 84, 85, 87c, 91a, 91b, 93, 98, 104a, 104b, 105, 107, 109, 125a, 125b, 125c, 143c) vom 28.08.2006 [29] führ­te mit Wir­kung vom 01.09.2006 zu einer föde­ra­len Neu­ord­nung der dienst­recht­li­chen Rege­lungs­kom­pe­ten­zen. Durch Art. 1 Nr. 8 des Ände­rungs­ge­set­zes wur­de unter ande­rem der im Jahr 1971 ein­ge­füg­te Art. 74a GG (vgl. Art. I Nr. 1 des 28. Geset­zes zur Ände­rung des Grund­ge­set­zes vom 18.03.1971, BGBl I S.206) auf­ge­ho­ben, der dem Bund die kon­kur­rie­ren­de Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz für die Besol­dung und Ver­sor­gung aller Ange­hö­ri­gen des öffent­li­chen Diens­tes zuge­wie­sen hat­te. An die Stel­le des in die­ser Bestim­mung zum Aus­druck kom­men­den Grund­sat­zes der bun­des­ein­heit­li­chen Besol­dung und Ver­sor­gung trat die Rege­lung in Art. 74 Abs. 1 Nr. 27 GG, wonach der Bund die kon­kur­rie­ren­de Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz über „die Sta­tus­rech­te und ‑pflich­ten der Beam­ten der Län­der, Gemein­den und ande­ren Kör­per­schaf­ten des öffent­li­chen Rechts sowie der Rich­ter in den Län­dern mit Aus­nah­me der Lauf­bah­nen, Besol­dung und Ver­sor­gung“ inne­hat. Nach der Über­gangs­vor­schrift des Art. 125a Abs. 1 GG gilt das Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz als Bun­des­recht fort; es kann aber durch Lan­des­recht ersetzt wer­den.

Die Vor­la­gen des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts für das Land Nord­rhein-West­fa­len [30] bezie­hen sich auf die Kalen­der­jah­re 2003 und 2004, die Vor­la­ge des Ver­wal­tungs­ge­richts Braun­schweig bezieht sich auf das Jahr 2005 [8], also jeweils auf Zeit­räu­me der zwi­schen Bund und Län­dern geteil­ten Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz im Besol­dungs­recht. Die Vor­la­ge des Ver­wal­tungs­ge­richts Hal­le [6] betrifft das Kalen­der­jahr 2011, also einen Zeit­raum, in dem die Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz für die Besol­dung der Beam­ten der Län­der aus­schließ­lich bei den Län­dern lag.

Beam­ten­be­sol­dung in Nord­rhein-West­fa­len nach der Föde­ra­lis­mus­re­form[↑]

Grund­la­ge der Besol­dung der Beam­ten in Nord­rhein-West­fa­len in den Jah­ren 2003 und 2004 war das BBesG a.F.

§ 1 BBesG a.F. regel­te den per­so­nel­len und sach­li­chen Anwen­dungs­be­reich des Geset­zes:

§ 1 – Gel­tungs­be­reich

(1) Die­ses Gesetz regelt die Besol­dung der

  1. Bun­des­be­am­ten, der Beam­ten der Län­der, der Gemein­den, der Gemein­de­ver­bän­de sowie der sons­ti­gen der Auf­sicht eines Lan­des unter­ste­hen­den Kör­per­schaf­ten, Anstal­ten und Stif­tun­gen des öffent­li­chen Rechts; aus­ge­nom­men sind die Ehren­be­am­ten und die Beam­ten auf Wider­ruf, die neben­bei ver­wen­det wer­den,
  2. Rich­ter des Bun­des und der Län­der; aus­ge­nom­men sind die ehren­amt­li­chen Rich­ter,
  3. Berufs­sol­da­ten und Sol­da­ten auf Zeit.

(2) Zur Besol­dung gehö­ren fol­gen­de Dienst­be­zü­ge:

  1. Grund­ge­halt,
  2. Leis­tungs­be­zü­ge für Pro­fes­so­ren sowie haupt­be­ruf­li­che Lei­ter und Mit­glie­der von Lei­tungs­gre­mi­en an Hoch­schu­len,
  3. Fami­li­en­zu­schlag,
  4. Zula­gen,
  5. Ver­gü­tun­gen,
  6. Aus­lands­dienst­be­zü­ge.

(3) Zur Besol­dung gehö­ren fer­ner fol­gen­de sons­ti­ge Bezü­ge:

  1. Anwär­ter­be­zü­ge,
  2. jähr­li­che Son­der­zu­wen­dun­gen,
  3. ver­mö­gens­wirk­sa­me Leis­tun­gen,
  4. jähr­li­ches Urlaubs­geld.
  5. (4) Die Län­der kön­nen besol­dungs­recht­li­che Vor­schrif­ten im Sin­ne der Absät­ze 1 bis 3 nur erlas­sen, soweit dies bun­des­ge­setz­lich aus­drück­lich gere­gelt ist.

    (5) Die­ses Gesetz gilt nicht für die öffent­lich-recht­li­chen Reli­gi­ons­ge­sell­schaf­ten und ihre Ver­bän­de.

Die Besol­dungs­ord­nung A und die Bemes­sung des Grund­ge­hal­tes waren in § 20 und § 27 BBesG samt Anla­gen gere­gelt:

§ 20 – Bun­des­be­sol­dungs­ord­nun­gen A und B

(1) Die Ämter der Beam­ten und Sol­da­ten und ihre Besol­dungs­grup­pen wer­den in Bun­des­be­sol­dungs­ord­nun­gen oder in Lan­des­be­sol­dungs­ord­nun­gen gere­gelt. Die §§ 21 und 22 blei­ben unbe­rührt.

(2) Die Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung A – auf­stei­gen­de Gehäl­ter – und die Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung B – fes­te Gehäl­ter – sind Anla­ge I. Die Grund­ge­halts­sät­ze der Besol­dungs­grup­pen sind in der Anla­ge IV aus­ge­wie­sen. Die Bun­des­re­gie­rung wird ermäch­tigt, durch Rechts­ver­ord­nung mit Zustim­mung des Bun­des­ra­tes Funk­tio­nen den Ämtern in den Bun­des­be­sol­dungs­ord­nun­gen zuzu­ord­nen.

(3) …

§ 27 – Bemes­sung des Grund­ge­halts

(1) Das Grund­ge­halt wird, soweit die Besol­dungs­ord­nun­gen nichts ande­res vor­se­hen, nach Stu­fen bemes­sen. Das Auf­stei­gen in den Stu­fen bestimmt sich nach dem Besol­dungs­dienst­al­ter und der Leis­tung. Es wird min­des­tens das Anfangs­grund­ge­halt der jewei­li­gen Besol­dungs­grup­pe gezahlt.

(2) Das Grund­ge­halt steigt bis zur fünf­ten Stu­fe im Abstand von zwei Jah­ren, bis zur neun­ten Stu­fe im Abstand von drei Jah­ren und dar­über hin­aus im Abstand von vier Jah­ren.

(3) – (5) …

In Anla­ge IV Nr. 1 zum BBesG sind die Grund­ge­halts­sät­ze der Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung A ent­hal­ten.

Linea­re Besol­dungs­an­pas­sun­gen in den Jah­ren 2003 und 2004 erfolg­ten im Wege einer Ände­rung des § 14 BBesG a.F. durch Art. 1 bis 3 BBVAnpG 2003/​2004. Zum 1.04.2003 wur­den die Grund­ge­halts­sät­ze in den Besol­dungs­grup­pen A 2 bis A 11 und zum 1.07.2003 in den Besol­dungs­grup­pen A 12 und höher jeweils um 2,4 % ange­ho­ben. Zum 1.04.2004 und 1.08.2004 wur­den in der Besol­dungs­ord­nung A die Grund­ge­halts­sät­ze jeweils um 1,0 % erhöht. § 14 BBesG in der Fas­sung des Art. 1 Nr. 2 BBVAnpG 2003/​2004 vom 10.09.2003 lau­te­te:

§ 14 – Anpas­sung der Besol­dung

(1) Die Besol­dung wird ent­spre­chend der Ent­wick­lung der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se und unter Berück­sich­ti­gung der mit den Dienst­auf­ga­ben ver­bun­de­nen Ver­ant­wor­tung durch Bun­des­ge­setz regel­mä­ßig ange­passt.

(2) Um 2, 4 vom Hun­dert wer­den erhöht

  1. die Grund­ge­halts­sät­ze,
  2. der Fami­li­en­zu­schlag mit Aus­nah­me der Erhö­hungs­be­trä­ge für die Besol­dungs­grup­pen A 2 bis A 5,
  3. die Amts­zu­la­gen sowie die all­ge­mei­ne Stel­len­zu­la­ge nach Vor­be­mer­kung Num­mer 27 der Bun­des­be­sol­dungs­ord­nun­gen A und B,
  4. die Anwär­ter­grund­be­trä­ge.

Die Erhö­hung gilt für die Besol­dungs­grup­pen A 2 bis A 11 und Anwär­ter ab 1.04.2003, für die übri­gen Besol­dungs­grup­pen ab 1.07.2003, soweit von der Ermäch­ti­gung nach Absatz 4 inner­halb von drei Mona­ten nach dem 16.09.2003 kein Gebrauch gemacht wird. Die Erhö­hung nach Satz 1 Nr. 1 gilt in den Jah­ren 2003 und 2004 nicht für die Besol­dungs­grup­pe B 11. Die erhöh­ten Beträ­ge erge­ben sich aus den Anla­gen IV, V, VIII und IX in der ab dem 1.04.2003 gel­ten­den Fas­sung.

§ 14 BBesG in der Fas­sung des Art. 2 Nr. 1 BBVAnpG 2003/​2004 vom 10.09.2003 lau­te­te:

§ 14 – Anpas­sung der Besol­dung

(1) Die Besol­dung wird ent­spre­chend der Ent­wick­lung der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se und unter Berück­sich­ti­gung der mit den Dienst­auf­ga­ben ver­bun­de­nen Ver­ant­wor­tung durch Bun­des­ge­setz regel­mä­ßig ange­passt.

(2) Um 1, 0 vom Hun­dert wer­den erhöht

  1. die Grund­ge­halts­sät­ze,
  2. der Fami­li­en­zu­schlag mit Aus­nah­me der Erhö­hungs­be­trä­ge für die Besol­dungs­grup­pen A 2 bis A 5,
  3. die Amts­zu­la­gen sowie die all­ge­mei­ne Stel­len­zu­la­ge nach Vor­be­mer­kung Num­mer 27 der Bun­des­be­sol­dungs­ord­nun­gen A und B,
  4. die Anwär­ter­grund­be­trä­ge.

Die Erhö­hung gilt ab 1.04.2004, soweit von der Ermäch­ti­gung nach Absatz 4 inner­halb von drei Mona­ten nach dem 16.09.2003 kein Gebrauch gemacht wird. Die Erhö­hung nach Satz 1 Nr. 1 gilt im Jahr 2004 nicht für die Besol­dungs­grup­pe B 11. Die erhöh­ten Beträ­ge erge­ben sich aus den Anla­gen IV, V, VIII und IX in der ab dem 1.04.2004 gel­ten­den Fas­sung.

(3) – (4) …

§ 14 BBesG in der Fas­sung des Art. 3 Nr. 1 BBVAnpG 2003/​2004 vom 10.09.2003 hat­te fol­gen­den Inhalt:

§ 14 – Anpas­sung der Besol­dung

(1) Die Besol­dung wird ent­spre­chend der Ent­wick­lung der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se und unter Berück­sich­ti­gung der mit den Dienst­auf­ga­ben ver­bun­de­nen Ver­ant­wor­tung durch Bun­des­ge­setz regel­mä­ßig ange­passt.

(2) Um 1, 0 vom Hun­dert wer­den erhöht

  1. die Grund­ge­halts­sät­ze,
  2. der Fami­li­en­zu­schlag mit Aus­nah­me der Erhö­hungs­be­trä­ge für die Besol­dungs­grup­pen A 2 bis A 5,
  3. die Amts­zu­la­gen sowie die all­ge­mei­ne Stel­len­zu­la­ge nach Vor­be­mer­kung Num­mer 27 der Bun­des­be­sol­dungs­ord­nun­gen A und B,
  4. die Anwär­ter­grund­be­trä­ge.

Die Erhö­hung gilt ab 1.08.2004, soweit von der Ermäch­ti­gung nach Absatz 4 inner­halb von drei Mona­ten nach dem 16.09.2003 kein Gebrauch gemacht wird. Die Erhö­hung nach Satz 1 Nr. 1 gilt im Jahr 2004 nicht für die Besol­dungs­grup­pe B 11. Die erhöh­ten Beträ­ge erge­ben sich aus den Anla­gen IV, V, VIII und IX in der ab dem 1.08.2004 gel­ten­den Fas­sung.

(3) – (4) …

Beam­ten­be­sol­dung im Frei­staat Sach­sen nach der Föde­ra­lis­mus­re­form[↑]

Grund­la­ge der Besol­dung der Beam­ten in Sach­sen im Vor­la­ge­zeit­raum des Jah­res 2011 war neben dem Säch­si­schen Son­der­zah­lungs­ge­setz das Säch­si­sche Besol­dungs­ge­setz (Sächs­BesG) vom 28.01.1998 [31] in der Fas­sung des Art. 2 des Sechs­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 19.06.2009 [32].

§ 1 Abs. 1 Sächs­BesG regel­te den sach­li­chen und per­sön­li­chen Gel­tungs­be­reich des Sächs­BesG in dem ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum:

§ 1 – Gel­tungs­be­reich

(1) Die­ses Gesetz regelt die Besol­dung der Beam­ten und Rich­ter des Frei­staa­tes Sach­sen und der Beam­ten der Gemein­den, der Gemein­de­ver­bän­de, der Land­krei­se und der sons­ti­gen der Auf­sicht des Frei­staa­tes unter­ste­hen­den Kör­per­schaf­ten, Anstal­ten und Stif­tun­gen des öffent­li­chen Rechts; aus­ge­nom­men sind die Ehren­be­am­ten, die ehren­amt­li­chen Rich­ter sowie die Beam­ten auf Wider­ruf, die neben­bei ver­wen­det wer­den. Es trifft fer­ner Rege­lun­gen über Ver­sor­gungs­be­zü­ge, Auf­wands­ent­schä­di­gun­gen und Zuwen­dun­gen aus Grün­den der Für­sor­ge.

(2) …

Für die Höhe der ein­zel­nen Besol­dungs­be­stand­tei­le (Grund­ge­halts­sät­ze, Fami­li­en­zu­schlag und Zula­gen) ver­wies § 20a Abs. 2 in Ver­bin­dung mit § 20a Abs. 1 Nr. 1 bis 3 Sächs­BesG auf die Anla­gen zum Sächs­BesG. § 20a Abs. 1 Sächs­BesG regel­te die Höhe der Besol­dungs­an­pas­sung. § 20a Abs. 1 und 2 Sächs­BesG lau­te­ten in der vom 01.03.2009 bis 31.03.2011 gel­ten­den Fas­sung:

§ 20a – Erhö­hung der Besol­dung und der Ver­sor­gungs­be­zü­ge 2010

(1) Ab dem 1.03.2010 erhö­hen sich um 1, 2 Pro­zent

  1. die Grund­ge­halts­sät­ze,
  2. der Fami­li­en­zu­schlag mit Aus­nah­me der Erhö­hungs­be­trä­ge für die Besol­dungs­grup­pen A 2 bis A 5,
  3. die Amts­zu­la­gen sowie die all­ge­mei­ne Stel­len­zu­la­ge nach Vor­be­mer­kung Num­mer 27 der Anla­ge I des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes (Bun­des­be­sol­dungs­ord­nun­gen A und B),
  4. die Anwär­ter­grund­be­trä­ge,
  5. die Leis­tungs­be­zü­ge für Pro­fes­so­ren sowie haupt­be­ruf­li­che Lei­ter und Mit­glie­der von Lei­tungs­gre­mi­en an Hoch­schu­len, soweit die­se nach § 13 an den all­ge­mei­nen linea­ren Besol­dungs­an­pas­sun­gen teil­neh­men kön­nen und die Teil­nah­me in der jewei­li­gen Beru­fungs­ver­ein­ba­rung fest­ge­legt ist,
  6. der Aus­lands­zu­schlag und der Aus­lands­kin­der­zu­schlag.

Die Erhö­hung nach Satz 1 ist eine Anpas­sung der Besol­dung im Sin­ne von § 14 Abs. 1 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes. Sie gilt ent­spre­chend für die in § 84 Abs. 1 und 2 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes genann­ten Bezü­ge­be­stand­tei­le.

(2) Die ab dem 1.03.2010 gel­ten­den Beträ­ge erge­ben sich aus den Anla­gen 21 bis 34.

(3) – (4) …

Für den Zeit­raum vom 01.01.2011 bis 31.03.2011 fan­den sich die Grund­ge­halts­sät­ze der A‑Besoldung in Anla­ge 21, die Amts­zu­la­gen in Anla­ge 22 und der Fami­li­en­zu­schlag in Anla­ge 25 zum Sächs­BesG in der Fas­sung des Art. 2 des Sechs­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 19.06.2009 [32].

Zum 1.04.2011 wur­den die Grund­ge­halts­sät­ze auf Grund­la­ge des § 20 Abs. 1 Nr. 1 Sächs­BesG in der Fas­sung des Sie­ben­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 16.06.2011 [33] um 1,5 % erhöht. § 20 Abs. 2 in Ver­bin­dung mit § 20 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 Sächs­BesG ver­wies hin­sicht­lich der Besol­dungs­hö­he auf die Anla­gen zum Sächs­BesG. § 20 Sächs­BesG in die­ser Fas­sung lau­te­te:

§ 20 – Erhö­hung der Besol­dung und der Ver­sor­gungs­be­zü­ge 2011

(1) Ab dem 1.04.2011 erhö­hen sich um 1, 5 Pro­zent

  1. die Grund­ge­halts­sät­ze,
  2. der Fami­li­en­zu­schlag mit Aus­nah­me der Erhö­hungs­be­trä­ge für die Besol­dungs­grup­pen A 2 bis A 5,
  3. die Amts­zu­la­gen sowie die all­ge­mei­ne Stel­len­zu­la­ge nach Vor­be­mer­kung Num­mer 27 der Anla­ge I des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes (Bun­des­be­sol­dungs­ord­nun­gen A und B),
  4. die Anwär­ter­grund­be­trä­ge,
  5. die Leis­tungs­be­zü­ge für Pro­fes­so­ren sowie haupt­be­ruf­li­che Lei­ter und Mit­glie­der von Lei­tungs­gre­mi­en an Hoch­schu­len, soweit die­se nach § 13 an den all­ge­mei­nen linea­ren Besol­dungs­an­pas­sun­gen teil­neh­men kön­nen und die Teil­nah­me in der jewei­li­gen Beru­fungs­ver­ein­ba­rung fest­ge­legt ist, und
  6. der Aus­lands­zu­schlag und der Aus­lands­kin­der­zu­schlag.

Die Erhö­hung nach Satz 1 ist eine Anpas­sung der Besol­dung im Sin­ne von § 14 Abs. 1 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes. Sie gilt ent­spre­chend für die in § 84 Abs. 1 und 2 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes genann­ten Bezü­ge­be­stand­tei­le.

(2) Die ab dem 1.04.2011 gel­ten­den Beträ­ge erge­ben sich aus den Anla­gen 2 bis 12.

(3) – (4) …

Für den Zeit­raum vom 01.04.bis 31.12 2011 fan­den sich die Grund­ge­halts­sät­ze der A‑Besoldung in Anla­ge 2, die Amts­zu­la­gen in Anla­ge 3 und der Fami­li­en­zu­schlag in Anla­ge 6 zum Sächs­BesG in der Fas­sung des Sie­ben­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 16.06.2011.

Fer­ner erhiel­ten Beam­te im ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Jahr 2011 gemäß § 18 Abs. 1 Satz 1 Sächs­BesG in der Fas­sung vom 01.04.2011 eine Ein­mal­zah­lung in Höhe von 360 €. § 18 Sächs­BesG lau­te­te wie folgt:

§ 18 – Ein­mal­zah­lung im Jahr 2011

(1) Beam­te und Rich­ter, die min­des­tens für einen Tag des Monats April 2011 Anspruch auf Besol­dung aus einem Beam­ten- oder Rich­ter­ver­hält­nis bei einem Dienst­herrn im Frei­staat Sach­sen hat­ten, erhal­ten mit den Bezü­gen für den Monat Juni 2011 eine Ein­mal­zah­lung in Höhe von 360 EUR. Anwär­ter erhal­ten eine Ein­mal­zah­lung in Höhe von 120 EUR. Beim Zusam­men­tref­fen von meh­re­ren Ansprü­chen nach den Sät­zen 1 und 2 sind die Ver­hält­nis­se zum 1.04.2011 maß­ge­bend. Für Beam­te und Rich­ter, die sich im Monat April 2011 in Eltern­zeit befun­den haben, gel­ten die Sät­ze 1 und 2 ent­spre­chend; Absatz 2 gilt mit der Maß­ga­be, dass auf die Ver­hält­nis­se am Tag vor Beginn der Eltern­zeit abge­stellt wird.

(2) – (3) …

Beam­ten­be­sol­dung in Nie­der­sach­sen nach der Föde­ra­lis­mus­re­form[↑]

In Nie­der­sach­sen regel­te im ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum neben dem Nie­der­säch­si­schen Besol­dungs­ge­setz, das – wie oben beschrie­ben – die Gewäh­rung einer Son­der­zah­lung vor­sah, das BBesG a.F. die Besol­dung der Beam­ten, wes­halb auf die Aus­füh­run­gen zu der Rechts­la­ge in Nord­rhein-West­fa­len ver­wie­sen wird; eine Anpas­sung der Grund­ge­halts­sät­ze erfolg­te in dem streit­ge­gen­ständ­li­chen Jahr 2005 nicht.

Zuläs­sig­keit der Rich­ter­vor­la­gen[↑]

Die vier Rich­ter­vor­la­gen sind zuläs­sig.

Zwar hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Hal­le sei­ne Vor­la­ge­fra­ge nicht prä­zi­se for­mu­liert, weil es in den Tenor des Vor­la­ge­be­schlus­ses kei­ne der Vor­schrif­ten auf­ge­nom­men hat, auf denen die Besol­dung der Klä­ge­rin beruht. Es ergibt sich jedoch aus dem Tenor in Ver­bin­dung mit der Begrün­dung des Vor­la­ge­be­schlus­ses hin­rei­chend genau, dass die Vor­la­ge­fra­ge auf die Amts­an­ge­mes­sen­heit der Ali­men­ta­ti­on der Klä­ge­rin des Aus­gangs­ver­fah­rens in der Besol­dungs­grup­pe A 10 in Sach­sen im Jahr 2011 gerich­tet ist [34].

Die Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit der Vor­la­ge­fra­ge ist auch im Hin­blick auf die Zuläs­sig­keit der Kla­ge hin­rei­chend dar­ge­tan. Ins­be­son­de­re ist die ver­wal­tungs­pro­zes­sua­le Ent­schei­dung für die Beklag­te des Aus­gangs­ver­fah­rens als rich­ti­gen Kla­ge­geg­ner ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu bean­stan­den.

Die ört­li­che Zustän­dig­keit des Ver­wal­tungs­ge­richts Hal­le folgt aus § 52 Nr. 4 Satz 1 Var. 1 VwGO, weil die Klä­ge­rin ihren dienst­li­chen Wohn­sitz (§ 15 Abs. 1 Satz 1 BBesG) an der Außen­stel­le der Beklag­ten in Hal­le hat.

Die Beklag­te des Aus­gangs­ver­fah­rens, die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung Mit­tel­deutsch­land, ist als Kör­per­schaft des öffent­li­chen Rechts für die Fest­stel­lungs­kla­ge gemäß § 78 Abs. 1 Nr. 1 Var. 3 VwGO, § 126 Abs. 3 BRRG pas­siv­le­gi­ti­miert. Zwar ist nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts die Kla­ge auf Fest­stel­lung der Unte­rali­men­ta­ti­on grund­sätz­lich gegen das Land zu rich­ten. Zur Begrün­dung ver­weist das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt dar­auf, dass es seit der Föde­ra­lis­mus­re­form 2006 Sache der Lan­des­ge­setz­ge­ber ist, eine etwai­ge ver­fas­sungs­wid­rig zu nied­ri­ge Ali­men­ta­ti­on der Lan­des­be­am­ten zu besei­ti­gen [35]. Dies betrifft indes die Kon­stel­la­ti­on, in der das Land zugleich der Dienst­herr und damit Adres­sat der Ver­pflich­tung zur amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­ta­ti­on ist. Vor­lie­gend kommt dage­gen der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Mit­tel­deutsch­land die Dienst­her­ren­ei­gen­schaft zu. Unge­ach­tet des­sen bleibt es ange­sichts der Geset­zes­bin­dung der Besol­dung (vgl. § 2 Abs. 1 BBesG) Sache des Lan­des­ge­setz­ge­bers, eine ver­fas­sungs­wid­rig zu nied­ri­ge Ali­men­ta­ti­on der Lan­des­be­am­ten zu besei­ti­gen.

Die Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts[↑]

Die im Fol­gen­den näher bezeich­ne­ten Vor­schrif­ten des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes – Vor­la­ge des Ver­wal­tungs­ge­richts Hal­le [6] – sind mit Art. 33 Abs. 5 GG unver­ein­bar, soweit sie die Besol­dungs­grup­pe A 10 im Kalen­der­jahr 2011 betref­fen. Die Vor­la­gen des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts für das Land Nord­rhein-West­fa­len [30] und des Ver­wal­tungs­ge­richts Braun­schweig [8] sind hin­ge­gen unbe­grün­det:

    1. Anla­ge 21 Num­mer 1 (Grund­ge­halts­sät­ze Besol­dungs­ord­nung A ab 1.03.2010) zu § 20a Absatz 2 des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes (Sächs­BesG) in der Fas­sung des Sechs­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 19.06.2009 [36] in der Fas­sung des Anhangs zu Arti­kel 2 Num­mer 7 des Sechs­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 19.06.2009 [36]
    2. sowie Anla­ge 2 Num­mer 1 (Grund­ge­halts­sät­ze Besol­dungs­ord­nung A ab 1.04.2011) zu § 20 Absatz 2 des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes (Sächs­BesG) in der Fas­sung des Sie­ben­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 16.06.2011 [37] in der Fas­sung des Anhangs zu Arti­kel 1 Num­mer 6 des Sie­ben­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 16.06.2011 [38]
  1. jeweils in Ver­bin­dung mit Arti­kel 27 des Geset­zes beglei­ten­der Rege­lun­gen zum Dop­pel­haus­halt 2011/​2012 (Haus­halts­be­gleit­ge­setz 2011/​2012 – HBG 2011/​2012) vom 15.12 2010 [39] sind, soweit sie die Besol­dungs­grup­pe A 10 in dem Kalen­der­jahr 2011 betref­fen, mit Arti­kel 33 Absatz 5 des Grund­ge­set­zes unver­ein­bar.

  2. Der Gesetz­ge­ber des Frei­staa­tes Sach­sen hat ver­fas­sungs­kon­for­me Rege­lun­gen mit Wir­kung spä­tes­tens vom 01.07.2016 an zu tref­fen.
    1. Anla­ge IV Num­mer 1 (Grund­ge­halts­sät­ze Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung A ab 1.01.2002) zu § 20 Absatz 2 Satz 2 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes (BBesG) in der Fas­sung vom 06.08.2002 [40]
    2. sowie Anla­ge IV Num­mer 1 (Grund­ge­halts­sät­ze Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung A ab 1.04.2003) zu § 20 Absatz 2 Satz 2 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes (BBesG) in der Fas­sung vom 06.08.2002 [40] in der Fas­sung des Anhangs 1 zu Arti­kel 1 Num­mer 6 des Geset­zes über die Anpas­sung von Dienst- und Ver­sor­gungs­be­zü­gen in Bund und Län­dern 2003/​2004 sowie zur Ände­rung dienst­recht­li­cher Vor­schrif­ten (Bun­des­be­sol­dungs- und ‑ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­setz 2003/​2004 – BBVAnpG 2003/​2004) vom 10.09.2003 [41]
    3. sowie Anla­ge IV Num­mer 1 (Grund­ge­halts­sät­ze Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung A ab 1.04.2004) zu § 20 Absatz 2 Satz 2 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes (BBesG) in der Fas­sung vom 06.08.2002 [40] in der Fas­sung des Anhangs 14 zu Arti­kel 2 Num­mer 3 des Geset­zes über die Anpas­sung von Dienst- und Ver­sor­gungs­be­zü­gen in Bund und Län­dern 2003/​2004 sowie zur Ände­rung dienst­recht­li­cher Vor­schrif­ten (Bun­des­be­sol­dungs- und ‑ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­setz 2003/​2004 – BBVAnpG 2003/​2004) vom 10.09.2003 [41]
    4. sowie Anla­ge IV Num­mer 1 (Grund­ge­halts­sät­ze Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung A ab 1.08.2004) zu § 20 Absatz 2 Satz 2 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes (BBesG) in der Fas­sung vom 06.08.2002 [40] in der Fas­sung des Anhangs 27 zu Arti­kel 3 Num­mer 2 des Geset­zes über die Anpas­sung von Dienst- und Ver­sor­gungs­be­zü­gen in Bund und Län­dern 2003/​2004 sowie zur Ände­rung dienst­recht­li­cher Vor­schrif­ten (Bun­des­be­sol­dungs- und ‑ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­setz 2003/​2004 – BBVAnpG 2003/​2004) vom 10.09.2003 [41]

    jeweils in Ver­bin­dung mit § 1 Absatz 1 Num­mer 1, §§ 2, 5, 6 Absät­ze 1 und 2 Num­mer 1 Son­der­zah­lungs­ge­setz Nord­rhein-West­fa­len vom 20.11.2003 [42] sind, soweit sie die Besol­dungs­grup­pe A 9 in Nord­rhein-West­fa­len in den Kalen­der­jah­ren 2003 und 2004 betref­fen, mit Arti­kel 33 Absatz 5 des Grund­ge­set­zes in der bis zum 31.08.2006 gel­ten­den Fas­sung ver­ein­bar.

    1. Anla­ge IV Num­mer 1 (Grund­ge­halts­sät­ze Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung A ab 1.01.2002) zu § 20 Absatz 2 Satz 2 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes (BBesG) in der Fas­sung vom 06.08.2002 [40]
    2. sowie Anla­ge IV Num­mer 1 (Grund­ge­halts­sät­ze Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung A ab 1.07.2003) zu § 20 Absatz 2 Satz 2 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes (BBesG) in der Fas­sung vom 06.08.2002 [40] in der Fas­sung des Anhangs 1 zu Arti­kel 1 Num­mer 6 des Geset­zes über die Anpas­sung von Dienst- und Ver­sor­gungs­be­zü­gen in Bund und Län­dern 2003/​2004 sowie zur Ände­rung dienst­recht­li­cher Vor­schrif­ten (Bun­des­be­sol­dungs- und ‑ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­setz 2003/​2004 – BBVAnpG 2003/​2004) vom 10.09.2003 [41]

    jeweils in Ver­bin­dung mit § 1 Absatz 1 Num­mer 1, §§ 2, 5, 6 Absät­ze 1 und 2 Num­mer 1 Son­der­zah­lungs­ge­setz Nord­rhein-West­fa­len vom 20.11.2003 [42] sind, soweit sie die Besol­dungs­grup­pen A 12 und A 13 in dem Kalen­der­jahr 2003 in Nord­rhein-West­fa­len betref­fen, mit Arti­kel 33 Absatz 5 GG in der bis zum 31.08.2006 gel­ten­den Fas­sung ver­ein­bar.

  3. Anla­ge IV Num­mer 1 (Grund­ge­halts­sät­ze Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung A ab 1.08.2004) zu § 20 Absatz 2 Satz 2 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes (BBesG) in der Fas­sung vom 06.08.2002 [40] in der Fas­sung des Anhangs 27 zu Arti­kel 3 Num­mer 2 des Geset­zes über die Anpas­sung von Dienst- und Ver­sor­gungs­be­zü­gen in Bund und Län­dern 2003/​2004 sowie zur Ände­rung dienst­recht­li­cher Vor­schrif­ten (Bun­des­be­sol­dungs- und ‑ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­setz 2003/​2004 – BBVAnpG 2003/​2004) vom 10.09.2003 [43] ist, soweit sie die Besol­dungs­grup­pe A 9 in Nie­der­sach­sen im Kalen­der­jahr 2005 betrifft, mit Arti­kel 33 Absatz 5 des Grund­ge­set­zes in der bis zum 31.08.2006 gel­ten­den Fas­sung ver­ein­bar.

Ver­fas­sungs­recht­li­cher Maß­stab bei der Beam­ten­be­sol­dung[↑]

Der ver­fas­sungs­recht­li­che Maß­stab, an dem die Rechts­grund­la­gen für die Besol­dung der Beam­ten zu mes­sen sind, ergibt sich aus Art. 33 Abs. 5 GG. Nach der bis zum 31.08.2006 gel­ten­den Fas­sung die­ser Bestim­mung ist das Recht des öffent­li­chen Diens­tes unter Berück­sich­ti­gung der her­ge­brach­ten Grund­sät­ze des Berufs­be­am­ten­tums zu regeln; die­se For­mu­lie­rung wur­de durch Art. 1 Nr. 3 des Geset­zes zur Ände­rung des Grund­ge­set­zes vom 28.08.2006 [29] um die Wör­ter „und fort­zu­ent­wi­ckeln“ ergänzt [44].

Zu den vom Gesetz­ge­ber wegen ihres grund­le­gen­den und struk­tur­prä­gen­den Cha­rak­ters nicht nur zu berück­sich­ti­gen­den, son­dern zu beach­ten­den [45] her­ge­brach­ten Grund­sät­zen des Berufs­be­am­ten­tums zählt das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip. Art. 33 Abs. 5 GG ist unmit­tel­bar gel­ten­des Recht und ent­hält einen Rege­lungs­auf­trag an den Gesetz­ge­ber sowie eine insti­tu­tio­nel­le Garan­tie des Berufs­be­am­ten­tums [46]. Des Wei­te­ren begrün­det Art. 33 Abs. 5 GG ein grund­rechts­glei­ches Recht der Beam­ten, soweit deren sub­jek­ti­ve Rechts­stel­lung betrof­fen ist [47].

Der Inhalt des Ali­men­ta­ti­ons­prin­zips wird von ver­schie­de­nen Deter­mi­nan­ten geprägt. Das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip ver­pflich­tet den Dienst­herrn, Beam­te sowie ihre Fami­li­en lebens­lang ange­mes­sen zu ali­men­tie­ren und ihnen nach ihrem Dienst­rang, nach der mit ihrem Amt ver­bun­de­nen Ver­ant­wor­tung und nach der Bedeu­tung des Berufs­be­am­ten­tums für die All­ge­mein­heit ent­spre­chend der Ent­wick­lung der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se und des all­ge­mei­nen Lebens­stan­dards einen ange­mes­se­nen Lebens­un­ter­halt zu gewäh­ren. Damit wird der Bezug der Besol­dung sowohl zu der Ein­kom­mens- und Aus­ga­ben­si­tua­ti­on der Gesamt­be­völ­ke­rung als auch zur Lage der Staats­fi­nan­zen, das heißt zu der sich in der Situa­ti­on der öffent­li­chen Haus­hal­te aus­drü­cken­den Leis­tungs­fä­hig­keit des Dienst­herrn, her­ge­stellt [48]. Im Rah­men die­ser Ver­pflich­tung zu einer dem Amt ange­mes­se­nen Ali­men­tie­rung hat der Gesetz­ge­ber die Attrak­ti­vi­tät des Beam­ten­ver­hält­nis­ses für über­durch­schnitt­lich qua­li­fi­zier­te Kräf­te, das Anse­hen des Amtes in den Augen der Gesell­schaft, die vom Amts­in­ha­ber gefor­der­te Aus­bil­dung und sei­ne Bean­spru­chung zu berück­sich­ti­gen [49]. Für die Beur­tei­lung der Ange­mes­sen­heit der Ali­men­ta­ti­on kommt es auf deren Gesamt­hö­he an, zu deren Ermitt­lung neben dem Grund­ge­halt auch wei­te­re Besol­dungs­be­stand­tei­le wie Son­der­zah­lun­gen oder Stel­len­zu­la­gen [50] her­an­zu­zie­hen sind, auch wenn die­se für sich betrach­tet nicht den ver­fas­sungs­recht­li­chen Schutz eines her­ge­brach­ten Grund­sat­zes des Berufs­be­am­ten­tums gemäß Art. 33 Abs. 5 GG genie­ßen [51].

Bei der prak­ti­schen Umset­zung der aus Art. 33 Abs. 5 GG resul­tie­ren­den Pflicht zur amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­tie­rung besitzt der Gesetz­ge­ber einen wei­ten Ent­schei­dungs­spiel­raum [52]. Dies gilt sowohl hin­sicht­lich der Struk­tur als auch hin­sicht­lich der Höhe der Besol­dung [53]; die­se ist der Ver­fas­sung nicht unmit­tel­bar, als fes­ter und exakt bezif­fer­ba­rer Betrag, zu ent­neh­men [54]. Inso­fern stellt die in Art. 33 Abs. 5 GG ent­hal­te­ne Garan­tie eines „amts­an­ge­mes­se­nen“ Unter­halts ledig­lich eine den Besol­dungs­ge­setz­ge­ber in die Pflicht neh­men­de ver­fas­sungs­recht­li­che Gestal­tungs­di­rek­ti­ve dar [55].

Inner­halb des ihm zukom­men­den Ent­schei­dungs­spiel­raums muss der Gesetz­ge­ber das Besol­dungs­recht den tat­säch­li­chen Not­wen­dig­kei­ten und der fort­schrei­ten­den Ent­wick­lung der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se anpas­sen. Die von ihm jeweils gewähl­te Lösung – hin­sicht­lich Struk­tur und Höhe der Ali­men­ta­ti­on – unter­liegt aller­dings der gericht­li­chen Kon­trol­le [56].

Es ist jedoch nicht Auf­ga­be des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zu prü­fen, ob der Gesetz­ge­ber dabei die gerech­tes­te, zweck­mä­ßigs­te und ver­nünf­tigs­te Lösung gewählt hat [57]. Dem wei­ten Ent­schei­dungs­spiel­raum des Gesetz­ge­bers ent­spricht viel­mehr eine zurück­hal­ten­de, auf den Maß­stab evi­den­ter Sach­wid­rig­keit beschränk­te Kon­trol­le der ein­fach­ge­setz­li­chen Rege­lung [58]. Im Ergeb­nis beschränkt sich die mate­ri­el­le Kon­trol­le dabei auf die Fra­ge, ob die Bezü­ge der Beam­ten evi­dent unzu­rei­chend sind. Ob dies der Fall ist, muss anhand einer Gesamt­schau ver­schie­de­ner Kri­te­ri­en und unter Berück­sich­ti­gung der kon­kret in Betracht kom­men­den Ver­gleichs­grup­pen geprüft wer­den [59].

Ori­en­tie­rungs­rah­men für die ver­fas­sungs­ge­mä­ße Aus­ge­stal­tung des Ali­men­ta­ti­ons­prin­zips[↑]

Im Rah­men die­ser Gesamt­schau liegt es nahe, mit Hil­fe von aus dem Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip ableit­ba­ren und volks­wirt­schaft­lich nach­voll­zieh­ba­ren Para­me­tern einen durch Zah­len­wer­te kon­kre­ti­sier­ten Ori­en­tie­rungs­rah­men für eine grund­sätz­lich ver­fas­sungs­ge­mä­ße Aus­ge­stal­tung der Ali­men­ta­ti­ons­struk­tur und des Ali­men­ta­ti­ons­ni­veaus zu ermit­teln. Hier­zu eig­nen sich fünf Para­me­ter, die in der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zum Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip ange­legt sind und denen indi­zi­el­le Bedeu­tung bei der Ermitt­lung des ver­fas­sungs­recht­lich geschul­de­ten Ali­men­ta­ti­ons­ni­veaus zukommt. In sei­nem Urteil zur soge­nann­ten R‑Besoldung vom 05.05.2015 [1] hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die­se Para­me­ter erst­mals her­an­ge­zo­gen. Sie las­sen sich wegen des­sel­ben ver­fas­sungs­recht­li­chen Beur­tei­lungs­maß­stabs (Art. 33 Abs. 5 GG) auf die Über­prü­fung der Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit der A‑Besoldung über­tra­gen. Ist die Mehr­heit die­ser Para­me­ter erfüllt (1. Prü­fungs­stu­fe), besteht eine Ver­mu­tung für eine ver­fas­sungs­wid­ri­ge Unte­rali­men­ta­ti­on. Durch die Berück­sich­ti­gung wei­te­rer ali­men­ta­ti­ons­re­le­van­ter Kri­te­ri­en im Rah­men einer Gesamt­ab­wä­gung (2. Prü­fungs­stu­fe) kann die­se Ver­mu­tung wider­legt oder erhär­tet wer­den [60].

Der Gesetz­ge­ber muss den für die Bemes­sung der amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­ta­ti­on rele­van­ten Kri­te­ri­en sowohl bei struk­tu­rel­len Neu­aus­rich­tun­gen im Besol­dungs­recht als auch bei der kon­ti­nu­ier­li­chen Fort­schrei­bung der Besol­dungs­hö­he über die Jah­re hin­weg Rech­nung tra­gen [61]. Eben­so­we­nig wie die exak­te Höhe der ange­mes­se­nen Besol­dung lässt sich dabei der Zeit­punkt, zu dem die­se als gera­de noch amts­an­ge­mes­sen anzu­se­hen ist, unmit­tel­bar der Ver­fas­sung ent­neh­men. Ob der Gesetz­ge­ber sei­ner Pflicht zur Anpas­sung der Ali­men­tie­rung an die all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se bei der Fort­schrei­bung der Besol­dungs­hö­he nach­kommt, zeigt sich viel­mehr erst anhand einer Gegen­über­stel­lung der Besol­dungs­ent­wick­lung einer­seits mit ver­schie­de­nen Ver­gleichs­grö­ßen ande­rer­seits über einen aus­sa­ge­kräf­ti­gen Zeit­raum hin­weg. Die hier­bei regel­mä­ßig her­an­zu­zie­hen­den Schwel­len­wer­te, bei deren Über­schrei­tung eine erkenn­ba­re Dif­fe­renz zwi­schen der Besol­dungs­ent­wick­lung oder ‑höhe und der her­an­zu­zie­hen­den Ver­gleichs­grö­ße vor­liegt, haben dabei ledig­lich Ori­en­tie­rungs­cha­rak­ter [62].

Eine deut­li­che Dif­fe­renz zwi­schen der Besol­dungs­ent­wick­lung und den Tarif­er­geb­nis­sen der Ange­stell­ten im öffent­li­chen Dienst in dem jeweils betrof­fe­nen Land oder – bei der Bun­des­be­sol­dung – auf Bun­des­ebe­ne ist ein wich­ti­ger Para­me­ter für eine evi­den­te Miss­ach­tung des Ali­men­ta­ti­ons­ge­bo­tes (ers­ter Para­me­ter [63]).

Bezugs­rah­men für die Amts­an­ge­mes­sen­heit der Ali­men­ta­ti­on sind zunächst die Ein­kom­men der Arbeit­neh­mer mit ver­gleich­ba­rer Aus­bil­dung und Tätig­keit inner­halb des öffent­li­chen Diens­tes [64]. Dem Ein­kom­mens­ni­veau die­ser pri­vat­recht­lich beschäf­tig­ten Arbeit­neh­mer kommt eine beson­de­re Bedeu­tung für die Bestim­mung der Wer­tig­keit des Amtes und damit der Ange­mes­sen­heit der Besol­dung zu [65], zumal die Tarif­ab­schlüs­se im öffent­li­chen Dienst ein gewich­ti­ges Indiz für die Ent­wick­lung der (sons­ti­gen) all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se sowie des all­ge­mei­nen Lebens­stan­dards sind [66]. Zwar ist der Besol­dungs­ge­setz­ge­ber – auch ange­sichts der grund­sätz­li­chen Unter­schie­de zwi­schen der Tari­fent­loh­nung und der Beam­ten­be­sol­dung – von Ver­fas­sungs wegen nicht ver­pflich­tet, bei Anpas­sun­gen der Bezü­ge eine strik­te Par­al­le­li­tät zu den Tarif­er­geb­nis­sen des öffent­li­chen Diens­tes zu gewähr­leis­ten [67]. Ande­rer­seits darf er aber auch die Tarif­er­geb­nis­se bei der Fest­set­zung der Beam­ten­be­sol­dung nicht in einer über die Unter­schied­lich­keit der Ent­loh­nungs­sys­te­me hin­aus­ge­hen­den Wei­se außer Betracht las­sen. Wird bei einer Gegen­über­stel­lung der Besol­dungs­ent­wick­lung mit der Ent­wick­lung der Tarif­er­geb­nis­se im öffent­li­chen Dienst eine Abkop­pe­lung der Bezü­ge der Amts­trä­ger hin­rei­chend deut­lich sicht­bar, ist dies mit der von Ver­fas­sungs wegen gebo­te­nen Ori­en­tie­rungs­funk­ti­on der Tarif­er­geb­nis­se für die Besol­dungs­an­pas­sung unver­ein­bar [60].

Dies ist in der Regel der Fall, wenn die Dif­fe­renz zwi­schen den Tarif­er­geb­nis­sen und der Besol­dungs­an­pas­sung min­des­tens fünf Pro­zent des Index­wer­tes der erhöh­ten Besol­dung beträgt. Eine sol­che Dif­fe­renz ent­sprä­che, legt man die Tarif­er­hö­hun­gen im öffent­li­chen Dienst seit 1980 um durch­schnitt­lich jähr­lich 2, 35 % zugrun­de, mehr als einer voll­stän­di­gen Nicht­an­pas­sung der Besol­dung im Anschluss an zwei auf­ein­an­der­fol­gen­de durch­schnitt­li­che Tarif­er­hö­hun­gen [60].

Aus­ge­hend von dem jeweils streit­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­ab­schnitt ist die Betrach­tung dabei auf den Zeit­raum der zurück­lie­gen­den 15 Jah­re zu erstre­cken, um einer­seits zufäl­li­ge Aus­schlä­ge auf­zu­fan­gen und ande­rer­seits eine metho­di­sche Ver­gleich­bar­keit noch zu gewähr­leis­ten. Ergän­zend ist gege­be­nen­falls für einen wei­te­ren gleich­lan­gen Zeit­raum, der auch den Zeit­raum der fünf Jah­re vor Beginn des oben genann­ten 15-jäh­ri­gen Betrach­tungs­zeit­raums abdeckt und sich mit die­sem Zeit­raum über­lappt, eine Ver­gleichs­be­rech­nung durch­zu­füh­ren. Durch eine der­ar­ti­ge Staf­fel­prü­fung soll sicher­ge­stellt wer­den, dass etwai­ge sta­tis­ti­sche Aus­rei­ßer berei­nigt wer­den [60].

Eine deut­li­che Abwei­chung der Besol­dungs­ent­wick­lung von der Ent­wick­lung des Nomi­nal­lohn­in­dex im jeweils betrof­fe­nen Land ist ein wei­te­res Indiz für eine evi­den­te Miss­ach­tung des Ali­men­ta­ti­ons­ge­bo­tes (zwei­ter Para­me­ter [60]).

Die Ver­pflich­tung zur Anpas­sung der Besol­dung an die Ent­wick­lung der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se [68] erfor­dert, dass die Besol­dung der Beam­ten zu der Ein­kom­mens­si­tua­ti­on und ‑ent­wick­lung der Gesamt­be­völ­ke­rung in Bezug gesetzt wird [69]. Zur Ori­en­tie­rung eig­net sich inso­weit der Nomi­nal­lohn­in­dex, der ein all­ge­mein aner­kann­ter Indi­ka­tor für die Ein­kom­mens- und Wohl­stands­ent­wick­lung der abhän­gig Beschäf­tig­ten in Deutsch­land ist [70]. Die­ser Index misst die Ver­än­de­rung des durch­schnitt­li­chen Brut­to­mo­nats­ver­diens­tes inklu­si­ve Son­der­zah­lun­gen der voll­zeit, teil­zeit- und gering­fü­gig beschäf­tig­ten Arbeit­neh­mer. Er ist weit­ge­hend reprä­sen­ta­tiv für die Ver­dienst­ent­wick­lung und bil­det sie trans­pa­rent, exakt, zeit­nah und in regel­mä­ßi­gen Zeit­ab­stän­den ab [71]. Auch wenn das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in ande­rem Zusam­men­hang die abso­lu­te Höhe der Net­to­be­zü­ge als Beur­tei­lungs­grund­la­ge für die Amts­an­ge­mes­sen­heit her­an­ge­zo­gen hat [72], kann zur Gewähr­leis­tung der Ver­gleich­bar­keit im Rah­men der hier vor­ge­nom­me­nen Gegen­über­stel­lung der pro­zen­tua­len Ent­wick­lung des brut­to­lohn­ba­sier­ten Nomi­nal­lohn­in­dex mit der Besol­dung über einen län­ge­ren Zeit­raum auf die Brut­to­be­sol­dung abge­stellt wer­den; Ver­zer­run­gen infol­ge der Steu­er­pro­gres­si­on oder der Belas­tung mit Sozi­al­ab­ga­ben fal­len bei die­ser rela­tio­na­len Betrach­tung nicht signi­fi­kant ins Gewicht und könn­ten gege­be­nen­falls im Rah­men der erfor­der­li­chen Gesamt­be­trach­tung berück­sich­tigt wer­den [60].

Beträgt die Dif­fe­renz zwi­schen der Besol­dungs­ent­wick­lung und der Ent­wick­lung des Nomi­nal­lohn­in­dex bei Zugrun­de­le­gung eines Zeit­raums von 15 Jah­ren bis zu dem ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­ab­schnitt sowie in einem über­lap­pen­den gleich­lan­gen Zeit­raum in der Regel min­des­tens fünf Pro­zent des Index­wer­tes der erhöh­ten Besol­dung, ist dies ein wei­te­res Indiz für die evi­den­te Unan­ge­mes­sen­heit der Ali­men­ta­ti­on [60].

Eine deut­li­che Abwei­chung der Besol­dungs­ent­wick­lung von der Ent­wick­lung des Ver­brau­cher­preis­in­dex in dem jeweils betrof­fe­nen Land oder – bei der Bun­des­be­sol­dung – auf Bun­des­ebe­ne ist ein wei­te­res Indiz für eine Ver­let­zung des Kern­ge­halts der Ali­men­ta­ti­on (drit­ter Para­me­ter [60]).

Der Gesetz­ge­ber hat bei der Bemes­sung der Besol­dung zu berück­sich­ti­gen, dass die­se dem Beam­ten über die Befrie­di­gung der Grund­be­dürf­nis­se hin­aus einen sei­nem Amt ange­mes­se­nen Lebens­un­ter­halt ermög­li­chen muss [73]. Das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip ver­langt – par­al­lel zu der Kon­stel­la­ti­on eines fami­li­är beding­ten Unter­halts­be­darfs [74], durch eine ent­spre­chen­de Bemes­sung der Bezü­ge zu ver­hin­dern, dass das Gehalt infol­ge eines Anstiegs der all­ge­mei­nen Lebens­hal­tungs­kos­ten auf­ge­zehrt wird und dem Beam­ten infol­ge des Kauf­kraft­ver­lus­tes die Mög­lich­keit genom­men wird, den ihm zukom­men­den Lebens­zu­schnitt zu wah­ren. Zur Ermitt­lung der wirt­schaft­li­chen Situa­ti­on des Beam­ten ist der Ent­wick­lung sei­nes Ein­kom­mens die all­ge­mei­ne Preis­ent­wick­lung anhand des Ver­brau­cher­preis­in­dex gegen­über­zu­stel­len. Der Ver­brau­cher­preis­in­dex bemisst die durch­schnitt­li­che Preis­ent­wick­lung aller Waren und Dienst­leis­tun­gen (Mie­ten, Nah­rungs­mit­tel, Beklei­dung, Kraft­fahr­zeu­ge, Fri­seur, Rei­ni­gung, Repa­ra­tu­ren, Ener­gie­kos­ten, Rei­sen etc.), die von pri­va­ten Haus­hal­ten für Kon­sum­zwe­cke in Anspruch genom­men wer­den [60].

Bleibt die Besol­dungs­ent­wick­lung im ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­ab­schnitt hin­ter der Ent­wick­lung des Ver­brau­cher­preis­in­dex in den zurück­lie­gen­den 15 Jah­ren und in einem wei­te­ren gleich­lan­gen über­lap­pen­den Zeit­raum in der Regel um min­des­tens fünf Pro­zent zurück, ist dies ein wei­te­res Indiz für die evi­den­te Unan­ge­mes­sen­heit der Ali­men­ta­ti­on [60].

Der vier­te Para­me­ter ergibt sich aus einem sys­tem­in­ter­nen Besol­dungs­ver­gleich [60].

Aus dem Leis­tungs­grund­satz in Art. 33 Abs. 2 GG und dem Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip in Art. 33 Abs. 5 GG folgt ein Abstands­ge­bot, das es dem Gesetz­ge­ber unge­ach­tet sei­nes wei­ten Gestal­tungs­spiel­raums unter­sagt, den Abstand zwi­schen ver­schie­de­nen Besol­dungs­grup­pen dau­er­haft ein­zu­eb­nen. Die Amts­an­ge­mes­sen­heit der Ali­men­ta­ti­on der Beam­ten bestimmt sich daher auch durch ihr Ver­hält­nis zur Besol­dung ande­rer Beam­ten­grup­pen [75]. Der sys­tem­in­ter­ne Besol­dungs­ver­gleich ist inso­weit ein wei­te­rer Para­me­ter für die Kon­kre­ti­sie­rung der durch Art. 33 Abs. 5 GG gebo­te­nen Ali­men­ta­ti­on (vier­ter Para­me­ter).

Durch die Anknüp­fung der Ali­men­ta­ti­on an inner­dienst­li­che, unmit­tel­bar amts­be­zo­ge­ne Kri­te­ri­en wie den Dienst­rang soll sicher­ge­stellt wer­den, dass die Bezü­ge ent­spre­chend der unter­schied­li­chen Wer­tig­keit der Ämter abge­stuft sind. Daher bestimmt sich ihre Amts­an­ge­mes­sen­heit auch im Ver­hält­nis zur Besol­dung und Ver­sor­gung ande­rer Beam­ten­grup­pen. Gleich­zei­tig kommt dar­in zum Aus­druck, dass jedem Amt eine Wer­tig­keit imma­nent ist, die sich in der Besol­dungs­hö­he wider­spie­geln muss. Die Wer­tig­keit wird ins­be­son­de­re durch die Ver­ant­wor­tung des Amtes und die Inan­spruch­nah­me des Amts­in­ha­bers bestimmt. Die „amts“-angemessene Besol­dung ist not­wen­di­ger­wei­se eine abge­stuf­te Besol­dung [76]. Die Orga­ni­sa­ti­on der öffent­li­chen Ver­wal­tung stellt dar­auf ab, dass in den höher besol­de­ten Ämtern die für den Dienst­herrn wert­vol­le­ren Leis­tun­gen erbracht wer­den. Des­halb muss im Hin­blick auf das Leis­tungs- und das Lauf­bahn­prin­zip mit der orga­ni­sa­ti­ons­recht­li­chen Glie­de­rung der Ämter eine Staf­fe­lung der Gehäl­ter ein­her­ge­hen. Ver­glei­che sind dabei nicht nur inner­halb einer Besol­dungs­ord­nung, son­dern gera­de auch zwi­schen den ver­schie­de­nen Besol­dungs­ord­nun­gen gebo­ten [77]. Amts­an­ge­mes­se­ne Gehäl­ter sind auf die­ser Grund­la­ge so zu bemes­sen, dass sie Beam­ten eine Lebens­hal­tung ermög­li­chen, die der Bedeu­tung ihres jewei­li­gen Amtes ent­spricht [78].

Ver­fas­sungs­recht­lich bedenk­lich ist im Lich­te des Abstands­ge­bots auch eine ali­men­ta­ti­ons­be­zo­ge­ne Schlech­ter­stel­lung höhe­rer Besol­dungs­grup­pen durch eine zeit­ver­setz­te und/​oder gestuf­te Inkraft­set­zung der Besol­dungs­er­hö­hung für Ange­hö­ri­ge die­ser Besol­dungs­grup­pen als Aus­druck einer sozia­len Staf­fe­lung. Der Besol­dungs­ge­setz­ge­ber ent­fernt sich dabei regel­mä­ßig von der ver­fas­sungs­recht­li­chen Vor­ga­be, die Bemes­sung der Ali­men­ta­ti­on – für alle Beam­ten – an der Ent­wick­lung der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se und dem all­ge­mei­nen Lebens­stan­dard zu ori­en­tie­ren. Die von Ver­fas­sungs wegen geschul­de­te Ali­men­tie­rung ist nicht eine dem Umfang nach belie­big varia­ble Grö­ße, die sich ein­fach nach den „wirt­schaft­li­chen Mög­lich­kei­ten“ der öffent­li­chen Hand oder nach den poli­ti­schen Dring­lich­keits­be­wer­tun­gen hin­sicht­lich der ver­schie­de­nen vom Staat zu erfül­len­den Auf­ga­ben oder nach dem Umfang der Bemü­hun­gen um die Ver­wirk­li­chung des all­ge­mei­nen Sozi­al­staats­prin­zips bemes­sen lässt [79].

Eine deut­li­che Ver­rin­ge­rung der Abstän­de der Brut­to­ge­häl­ter in den Besol­dungs­grup­pen infol­ge unter­schied­lich hoher linea­rer Anpas­sun­gen bei ein­zel­nen Besol­dungs­grup­pen oder zeit­lich ver­zö­ger­ter Besol­dungs­an­pas­sun­gen indi­ziert einen Ver­stoß gegen das Abstands­ge­bot. Ein Ver­stoß liegt in der Regel vor bei einer Abschmel­zung der Abstän­de zwi­schen zwei ver­gleich­ba­ren Besol­dungs­grup­pen um min­des­tens 10 % in den zurück­lie­gen­den fünf Jah­ren [60].

Für die Wah­rung eines aus­rei­chen­den Abstands der Brut­to­ge­häl­ter höhe­rer Besol­dungs­grup­pen zu den Tabel­len­wer­ten unte­rer Besol­dungs­grup­pen ist im Übri­gen in den Blick zu neh­men, dass von Ver­fas­sungs wegen bei der Bemes­sung der Besol­dung der qua­li­ta­ti­ve Unter­schied zwi­schen der Grund­si­che­rung für Arbeits­su­chen­de (frü­her Sozi­al­hil­fe), der die Befrie­di­gung eines äußers­ten Min­dest­be­darfs obliegt, und dem einem erwerbs­tä­ti­gen Beam­ten geschul­de­ten Unter­halt hin­rei­chend deut­lich wer­den muss [80]. Die Net­to­ali­men­ta­ti­on in den unte­ren Besol­dungs­grup­pen muss also ihrer­seits einen Min­dest­ab­stand zum Grund­si­che­rungs­ni­veau auf­wei­sen.

Dabei ist zu prü­fen, ob ein sol­cher Min­dest­ab­stand zum sozi­al­hil­fe­recht­li­chen Exis­tenz­mi­ni­mum unter­schrit­ten wäre, wenn die Besol­dung um weni­ger als 15 vom Hun­dert über dem sozi­al­hil­fe­recht­li­chen Bedarf läge [81]. Bei des­sen Berech­nung wer­den ange­sichts der seit dem 1.01.2009 bestehen­den all­ge­mei­nen Pflicht zum Abschluss einer Krank­heits­kos­ten­ver­si­che­rung (vgl. § 193 Abs. 3 VVG) die Min­dest­bei­trä­ge einer Krank­heits­kos­ten­ver­si­che­rung von den Net­to­be­zü­gen eines Beam­ten mög­li­cher­wei­se in Abzug zu brin­gen sein [82], weil die Emp­fän­ger von Leis­tun­gen der Grund­si­che­rung aus die­sen Leis­tun­gen eine Kran­ken­ver­si­che­rung nicht finan­zie­ren müs­sen. In die­sem Zusam­men­hang kann es auch dar­auf ankom­men, ob die Dienst­be­zü­ge gene­rell aus­rei­chen, um als Allein­ver­die­ner den ange­mes­se­nen Lebens­un­ter­halt einer vier­köp­fi­gen Fami­lie durch­gän­gig auf­zu­brin­gen [83]. Dabei hat der Gesetz­ge­ber einen wei­ten Gestal­tungs­spiel­raum, wie bei der Fest­set­zung der Bezü­ge den Anfor­de­run­gen des Gebo­tes eines Min­dest­ab­stan­des zum Grund­si­che­rungs­ni­veau Rech­nung zu tra­gen ist. Dies kann etwa durch eine Anhe­bung des Bemes­sungs­sat­zes der Bei­hil­fe auf 100 % der ent­stan­de­nen Auf­wen­dun­gen, eine Anhe­bung des Ein­gangs­ge­hal­tes einer Besol­dungs­stu­fe ver­bun­den mit einer gerin­ge­ren pro­zen­tua­len Stei­ge­rung in den Erfah­rungs­stu­fen, eine Anhe­bung des Fami­li­en­zu­schlags in den unte­ren Besol­dungs­grup­pen oder durch sons­ti­ge geeig­ne­te Maß­nah­men unter Berück­sich­ti­gung der sich in die­sem Fall für höhe­re Besol­dungs­grup­pen mög­li­cher­wei­se auf­grund des Abstands­ge­bo­tes erge­ben­den Kon­se­quen­zen gesche­hen.

All die­se Fra­gen bedür­fen vor­lie­gend kei­ner abschlie­ßen­den Klä­rung, da kei­ne Anhalts­punk­te dafür erkenn­bar sind, dass ein der­ar­ti­ger Min­dest­ab­stand zum Grund­si­che­rungs­ni­veau hier nicht ein­ge­hal­ten wäre oder etwai­ge ver­fas­sungs­wid­ri­ge Brut­to­ge­häl­ter unte­rer Besol­dungs­grup­pen zwin­gend eine Ver­let­zung des Abstands­ge­bo­tes für die streit­ge­gen­ständ­li­chen Besol­dungs­grup­pen zur Fol­ge haben müss­ten.

Durch das Gesetz zur Ände­rung des Grund­ge­set­zes vom 28.08.2006 [29] hat der Gesetz­ge­ber die Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz für die Beam­ten­be­sol­dung und ‑ver­sor­gung auf die Län­der (zurück-)übertragen. Der Gleich­heits­satz (Art. 3 Abs. 1 GG) hin­dert den Lan­des­ge­setz­ge­ber zwar grund­sätz­lich nicht, von der Gesetz­ge­bung ande­rer Län­der abwei­chen­de Rege­lun­gen zu tref­fen und dabei den unter­schied­li­chen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­sen der Län­der Rech­nung zu tra­gen [84]. Gleich­wohl ist eine unbe­grenz­te Aus­ein­an­der­ent­wick­lung der Bezü­ge im Bund und in den Län­dern durch die infol­ge der Neu­ord­nung der Kom­pe­tenz­ver­tei­lung im Grund­ge­setz eröff­ne­te Befug­nis zum Erlass jeweils eige­ner Besol­dungs­re­ge­lun­gen nicht gedeckt. Art. 33 Abs. 5 GG setzt der Gestal­tungs­frei­heit des Gesetz­ge­bers inso­weit Gren­zen, ohne ein besol­dungs­recht­li­ches Homo­ge­ni­täts­ge­bot zu pos­tu­lie­ren. Vor die­sem Hin­ter­grund bil­det der Quer­ver­gleich mit der Besol­dung des Bun­des und ande­rer Län­der schließ­lich ein wei­te­res Indiz für die Bestim­mung des Kern­ge­halts der Ali­men­ta­ti­on (fünf­ter Para­me­ter [60]).

Die Ali­men­ta­ti­on muss es Beam­ten ermög­li­chen, sich ganz dem öffent­li­chen Dienst als Lebens­be­ruf zu wid­men und in recht­li­cher wie wirt­schaft­li­cher Sicher­heit und Unab­hän­gig­keit zur Erfül­lung der ihnen zuge­wie­se­nen Auf­ga­ben bei­zu­tra­gen [85]. Sie dient damit nicht allein dem Lebens­un­ter­halt, son­dern hat – ange­sichts der Bedeu­tung des Berufs­be­am­ten­tums für die All­ge­mein­heit – zugleich eine qua­li­täts­si­chern­de Funk­ti­on [86]. Damit die Ent­schei­dung für eine Tätig­keit als Beam­ter für über­durch­schnitt­lich qua­li­fi­zier­te Kräf­te attrak­tiv ist, muss sich die Amts­an­ge­mes­sen­heit der Ali­men­ta­ti­on auch durch ihr Ver­hält­nis zu den Ein­kom­men bestim­men, die für ver­gleich­ba­re und auf der Grund­la­ge ver­gleich­ba­rer Aus­bil­dung erbrach­te Tätig­kei­ten außer­halb des in Rede ste­hen­den öffent­li­chen Diens­tes erzielt wer­den [87]. Neben einem Ver­gleich mit den Bezah­lungs­sys­te­men in der Pri­vat­wirt­schaft [75] ist dabei vor allem die Besol­dung in ande­ren Län­dern zu berück­sich­ti­gen. Die Attrak­ti­vi­tät eines Amtes bemisst sich – gera­de ange­sichts einer erfah­rungs­ge­mäß erhöh­ten Fle­xi­bi­li­tät von Berufs­ein­stei­gern – daher auch nach der Höhe der Bezü­ge im Län­der­ver­gleich. Eine Ver­en­gung des Blicks aus­schließ­lich auf die wirt­schaft­li­che und finan­zi­el­le Situa­ti­on des betref­fen­den Lan­des ver­lö­re aus dem Auge, dass im föde­ra­len Sys­tem des Grund­ge­set­zes die opti­ma­le Erle­di­gung der eige­nen Auf­ga­ben bei gleich­zei­tig begrenz­ten per­so­nel­len Res­sour­cen durch den Wett­be­werb mit ande­ren Dienst­her­ren bestimmt wird. Inso­weit ist neben dem eben­falls bun­des­wei­ten Ver­gleich mit der Pri­vat­wirt­schaft der Ver­gleich mit den Kon­di­tio­nen des Staats­diens­tes und der Besol­dung im Diens­te des Bun­des und ande­rer Län­der aus­sa­ge­kräf­tig [60].

Zeigt sich eine erheb­li­che Gehalts­dif­fe­renz im Ver­gleich zum Durch­schnitt der Bezü­ge der jewei­li­gen Besol­dungs­grup­pe im Bund oder in den ande­ren Län­dern, spricht dies dafür, dass die Ali­men­ta­ti­on ihre qua­li­täts­si­chern­de Funk­ti­on nicht mehr erfüllt. Wann eine sol­che Erheb­lich­keit gege­ben ist, kann nicht pau­schal beant­wor­tet wer­den. Liegt das streit­ge­gen­ständ­li­che jähr­li­che Brut­to­ein­kom­men ein­schließ­lich etwai­ger Son­der­zah­lun­gen 10 Pro­zent unter dem Durch­schnitt der übri­gen Län­der im glei­chen Zeit­raum, was gemes­sen an der streit­ge­gen­ständ­li­chen Besol­dung regel­mä­ßig einem Besol­dungs­un­ter­schied von mehr als einem Monats­ge­halt ent­spre­chen dürf­te, ist dies jeden­falls ein wei­te­res Indiz für eine ver­fas­sungs­wid­ri­ge Unte­rali­men­ta­ti­on [60].

Es besteht die Ver­mu­tung einer der ange­mes­se­nen Betei­li­gung an der all­ge­mei­nen Ent­wick­lung der wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se und des Lebens­stan­dards nicht genü­gen­den und damit ver­fas­sungs­wid­ri­gen Unte­rali­men­ta­ti­on, wenn jeden­falls drei der oben genann­ten fünf Para­me­ter erfüllt sind. Die­se Ver­mu­tung kann im Rah­men einer Gesamt­ab­wä­gung durch Berück­sich­ti­gung wei­te­rer ali­men­ta­ti­ons­re­le­van­ter Kri­te­ri­en wider­legt oder erhär­tet wer­den. Zu die­sen wei­te­ren Kri­te­ri­en zäh­len neben der Attrak­ti­vi­tät des Beam­ten­ver­hält­nis­ses für über­durch­schnitt­lich qua­li­fi­zier­te Kräf­te, dem Anse­hen des Amtes in den Augen der Gesell­schaft sowie der vom Amts­in­ha­ber gefor­der­ten Aus­bil­dung und Bean­spru­chung [88] vor allem die beson­de­re Qua­li­tät der Tätig­keit und Ver­ant­wor­tung eines Beam­ten, Ent­wick­lun­gen im Bereich der Bei­hil­fe und der Ver­sor­gung sowie der Ver­gleich mit den durch­schnitt­li­chen Brut­to­ver­diens­ten sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäf­tig­ter mit ver­gleich­ba­rer Qua­li­fi­ka­ti­on und Ver­ant­wor­tung [60].

In der Höhe der Ali­men­ta­ti­on muss sich die beson­de­re Qua­li­tät und Ver­ant­wor­tung eines Amts­trä­gers wider­spie­geln [60].

Abs. 5 GG ent­hält auch eine insti­tu­tio­nel­le Garan­tie des Berufs­be­am­ten­tums. Gegen­stand der Ein­rich­tungs­ga­ran­tie ist der Kern­be­stand von Struk­tur­prin­zi­pi­en, die sich in der Tra­di­ti­on ent­wi­ckelt und bewährt haben [89]. Die Ent­wick­lung des Berufs­be­am­ten­tums ist his­to­risch eng mit der­je­ni­gen des Rechts­staats ver­knüpft: War der Beam­te ursprüng­lich allein dem Regen­ten ver­pflich­tet, wan­del­te er sich mit dem ver­än­der­ten Staats­ver­ständ­nis vom Fürs­ten- zum Staats­die­ner. Sei­ne Auf­ga­be ist es, Ver­fas­sung und Gesetz im Inter­es­se des Bür­gers auch und gera­de gegen die Staats­spit­ze zu behaup­ten. Die Über­nah­me der funk­ti­ons­we­sent­li­chen tra­dier­ten Grund­struk­tu­ren des Berufs­be­am­ten­tums in das Grund­ge­setz beruht auf einer Funk­ti­ons­be­stim­mung des Berufs­be­am­ten­tums als Insti­tu­ti­on, die, gegrün­det auf Sach­wis­sen, fach­li­che Leis­tung und loya­le Pflicht­er­fül­lung, eine sta­bi­le Ver­wal­tung sichern und damit einen aus­glei­chen­den Fak­tor gegen­über den das Staats­we­sen gestal­ten­den poli­ti­schen Kräf­ten bil­den soll [90].

Gera­de im Inter­es­se des Bür­gers sind im Bereich des Funk­ti­ons­vor­be­halts des Art. 33 Abs. 4 GG beson­de­re Anfor­de­run­gen an die Art und Qua­li­tät der Auf­ga­ben­er­fül­lung durch Beam­te zu stel­len. Zu des­sen Gewähr­leis­tungs­be­reich gehö­ren jene Auf­ga­ben, deren Wahr­neh­mung die beson­de­ren Ver­läss­lich­keits, Ste­tig­keits- und Rechts­staat­lich­keits­ga­ran­tien des Beam­ten­tums erfor­dert [91]. Fach­li­ches Niveau und recht­li­che Inte­gri­tät des öffent­li­chen Diens­tes wer­den dabei durch das in Art. 33 Abs. 2 GG ver­an­ker­te Prin­zip der Bes­ten­aus­le­se anhand von Eig­nung, Befä­hi­gung und fach­li­cher Leis­tung sicher­ge­stellt, das den erst­ma­li­gen Zugang zu einem öffent­li­chen Amt beim Ein­tritt in das Beam­ten­ver­hält­nis eben­so wie die Ämterbe­set­zung auf­grund von Beför­de­run­gen regu­liert [92].

Sei­ne Auf­ga­be kann das Berufs­be­am­ten­tum nur erfül­len, wenn es recht­lich und wirt­schaft­lich gesi­chert ist [93]. Nur wenn die inne­re und äuße­re Unab­hän­gig­keit gewähr­leis­tet ist und Wider­spruch nicht das Risi­ko einer Bedro­hung der Lebens­grund­la­gen des Amts­trä­gers und sei­ner Fami­lie in sich birgt, kann rea­lis­ti­scher­wei­se erwar­tet wer­den, dass ein Beam­ter auch dann auf rechts­staat­li­cher Amts­füh­rung beharrt, wenn sie (partei-)politisch uner­wünscht sein soll­te [94]. Das Berufs­be­am­ten­tum wird so zur tra­gen­den Stüt­ze des Rechts­staa­tes [95].

Die Ali­men­ta­ti­on bil­det die Vor­aus­set­zung dafür, dass sich der Beam­te ganz dem öffent­li­chen Dienst als Lebens­be­ruf wid­men und in recht­li­cher und wirt­schaft­li­cher Unab­hän­gig­keit zur Erfül­lung der dem Berufs­be­am­ten­tum vom Grund­ge­setz zuge­wie­se­nen Auf­ga­be, im poli­ti­schen Kräf­te­spiel eine sta­bi­le, geset­zes­treue Ver­wal­tung zu sichern, bei­tra­gen kann [96]. Inso­weit ent­fal­tet das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip eine Schutz­funk­ti­on für den Beam­ten [97].

Die Amts­an­ge­mes­sen­heit der Ali­men­ta­ti­on ist fer­ner im Lich­te des Niveaus der Bei­hil­fe­leis­tun­gen zu bewer­ten [60]. Die Gewäh­rung von Bei­hil­fen fin­det ihre Grund­la­ge in der Für­sor­ge­pflicht des Dienst­herrn [98]. Das gegen­wär­ti­ge Sys­tem der Bei­hil­fe ist zwar nicht Bestand­teil der ver­fas­sungs­recht­lich geschul­de­ten Ali­men­ta­ti­on des Beam­ten; von Ver­fas­sungs wegen muss die amts­an­ge­mes­se­ne Ali­men­ta­ti­on ledig­lich die Kos­ten einer Kran­ken­ver­si­che­rung decken, die zur Abwen­dung krank­heits­be­ding­ter, durch Leis­tun­gen auf­grund der Für­sor­ge­pflicht nicht aus­ge­gli­che­ner Belas­tun­gen erfor­der­lich ist [99]. Die Ali­men­ta­ti­on ist aber dann nicht mehr aus­rei­chend, wenn die Kran­ken­ver­si­che­rungs­prä­mi­en, die zur Abwen­dung krank­heits­be­ding­ter und nicht von der Bei­hil­fe aus­ge­gli­che­ner Belas­tun­gen erfor­der­lich sind, einen sol­chen Umfang errei­chen, dass der ange­mes­se­ne Lebens­un­ter­halt des Beam­ten oder Ver­sor­gungs­emp­fän­gers nicht mehr gewähr­leis­tet ist. Das Prin­zip der amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­ta­ti­on ver­langt par­al­lel zu der Kon­stel­la­ti­on fami­li­är beding­ter Unter­halts­las­ten, eine Aus­zeh­rung der all­ge­mei­nen Gehalts­be­stand­tei­le durch krank­heits­be­zo­ge­ne Auf­wen­dun­gen zu ver­hin­dern [100]. Bei einer sol­chen Sach­la­ge kann daher eine ent­spre­chen­de Kor­rek­tur der Besol­dungs- und Ver­sor­gungs­ge­set­ze, die das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip kon­kre­ti­sie­ren, ver­fas­sungs­recht­lich gebo­ten sein [101]. Glei­ches gilt, wenn eine Viel­zahl zeit­lich gestaf­fel­ter, für sich genom­men ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu bean­stan­den­der Ein­schnit­te des Gesetz­ge­bers im Bei­hil­fe­be­reich das für den sons­ti­gen Lebens­un­ter­halt des Beam­ten zur Ver­fü­gung ste­hen­de Ein­kom­men unan­ge­mes­sen redu­zie­ren („Sala­mi-Tak­tik“ [60]).

Weder die Ver­sor­gung noch die Besol­dung stellt ein Ent­gelt für bestimm­te Dienst­leis­tun­gen des Beam­ten dar. Bei­des ist viel­mehr „Gegen­leis­tung“ des Dienst­herrn dafür, dass sich der Beam­te ihm mit sei­ner gan­zen Per­sön­lich­keit zur Ver­fü­gung stellt und gemäß den jewei­li­gen Anfor­de­run­gen sei­ne Dienst­pflicht nach Kräf­ten erfüllt [102]. Ver­sor­gung und Besol­dung sind Teil­ele­men­te des ein­heit­li­chen Tat­be­stands der Ali­men­ta­ti­on und schon bei Begrün­dung des Beam­ten­ver­hält­nis­ses garan­tiert [103]. Der Dienst­herr ist gehal­ten, den Unter­halt des Beam­ten lebens­lang – und damit auch nach Ein­tritt in den Ruhe­stand – zu garan­tie­ren [104]. Die­ser Ver­pflich­tung kommt er gegen­wär­tig durch Bereit­stel­lung einer Voll­ver­sor­gung nach. Der Beam­te hat sei­ne Alters­ver­sor­gung und die sei­ner Hin­ter­blie­be­nen nicht selbst zu ver­an­las­sen [105]; statt­des­sen sind die Brut­to­be­zü­ge der akti­ven Beam­ten von vorn­her­ein – unter Berück­sich­ti­gung der künf­ti­gen Pen­si­ons­an­sprü­che – nied­ri­ger fest­ge­setzt [106]. Kür­zun­gen im Bereich des Ver­sor­gungs­rechts haben zur Kon­se­quenz, dass der Amts­trä­ger einen grö­ße­ren Teil sei­ner Bezü­ge zum Zwe­cke der pri­va­ten Alters­vor­sor­ge auf­wen­den muss, um nicht über­mä­ßi­ge Ein­bu­ßen sei­nes Lebens­stan­dards bei Ein­tritt in den Ruhe­stand hin­neh­men zu müs­sen. Auch dies kann zu einer Unter­schrei­tung der ver­fas­sungs­recht­lich gebo­te­nen Ali­men­ta­ti­on füh­ren [60].

Schließ­lich muss sich die Amts­an­ge­mes­sen­heit der Ali­men­ta­ti­on, um ihre qua­li­täts­si­chern­de Funk­ti­on zu erfül­len, auch durch ihr Ver­hält­nis zu den Ein­kom­men bestim­men, die für ver­gleich­ba­re und auf der Grund­la­ge ver­gleich­ba­rer Aus­bil­dung erbrach­te Tätig­kei­ten außer­halb des öffent­li­chen Diens­tes erzielt wer­den [87]. Ob die Ali­men­ta­ti­on einem Amt, das für über­durch­schnitt­lich qua­li­fi­zier­te Kräf­te attrak­tiv sein soll, ange­mes­sen ist, zeigt auch ein Ver­gleich der Besol­dungs­hö­he mit den durch­schnitt­li­chen Brut­to­ver­diens­ten sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäf­tig­ter mit ver­gleich­ba­rer Qua­li­fi­ka­ti­on und Ver­ant­wor­tung in der Pri­vat­wirt­schaft, wobei die Beson­der­hei­ten des Sta­tus und des beam­ten­recht­li­chen Besol­dungs- und Ver­sor­gungs­sys­tems nicht außer Acht gelas­sen wer­den dür­fen [107].

Aus­nahms­wei­se zuläs­si­ge Unte­rali­men­ta­ti­on[↑]

Ergibt die Gesamt­schau, dass die als unzu­rei­chend ange­grif­fe­ne Ali­men­ta­ti­on grund­sätz­lich als ver­fas­sungs­wid­ri­ge Unte­rali­men­ta­ti­on ein­zu­stu­fen ist, bedarf es der Prü­fung, ob dies im Aus­nah­me­fall ver­fas­sungs­recht­lich gerecht­fer­tigt sein kann. Der Grund­satz der amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­ta­ti­on ist Teil der mit den her­ge­brach­ten Grund­sät­zen ver­bun­de­nen insti­tu­tio­nel­len Garan­tie des Art. 33 Abs. 5 GG. Soweit er mit ande­ren ver­fas­sungs­recht­li­chen Wert­ent­schei­dun­gen oder Insti­tu­ten kol­li­diert, ist er – wie dies auch sonst der Fall ist – ent­spre­chend dem Grund­satz der prak­ti­schen Kon­kor­danz im Wege der Abwä­gung zu einem scho­nen­den Aus­gleich zu brin­gen (3. Prü­fungs­stu­fe [vgl. BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.))).

Ver­fas­sungs­rang hat nament­lich das Ver­bot der Neu­ver­schul­dung in Art. 109 Abs. 3 Satz 1 GG (ein­ge­führt durch das Gesetz zur Ände­rung des Grund­ge­set­zes [Arti­kel 91c, 91d, 104b, 109, 109a, 115, 143d] vom 29.07.2009 [108]). Gemäß Art. 109 Abs. 3 Satz 1 GG sind Haus­hal­te von Bund und Län­dern grund­sätz­lich ohne Ein­nah­men aus Kre­di­ten aus­zu­glei­chen (soge­nann­te Schul­den­brem­se). Aus­nahms­wei­se ist eine Neu­ver­schul­dung bei kon­junk­tu­rel­len Abwei­chun­gen von der Nor­mal­la­ge (vgl. Art. 109 Abs. 3 Satz 2 Var. 1 GG) sowie bei Natur­ka­ta­stro­phen oder außer­ge­wöhn­li­chen Not­si­tua­tio­nen zuläs­sig (vgl. Art. 109 Abs. 3 Satz 2 Var. 2 GG). Die Haus­hal­te der Län­der sind in den Haus­halts­jah­ren 2011 bis 2019 so auf­zu­stel­len, dass im Haus­halts­jahr 2020 die Vor­ga­be aus Art. 109 Abs. 3 Satz 5 GG (kei­ne struk­tu­rel­le Net­to­kre­dit­auf­nah­me) erfüllt wird (vgl. Art. 143d Abs. 1 Satz 4 GG). Dabei müs­sen die Haus­halts­ge­setz­ge­ber der Län­der das Ziel der Haus­halts­kon­so­li­die­rung im Jahr 2020 im Blick behal­ten. Kon­kre­te­re Ver­pflich­tun­gen zur Errei­chung die­ses Ziels erge­ben sich aus Art. 143d Abs. 1 Satz 4 GG nicht [109]. Zum voll­stän­di­gen Abbau der Finan­zie­rungs­de­fi­zi­te bis zum Jahr 2020 sind ledig­lich die Län­der ver­pflich­tet, die gemäß Art. 143d Abs. 2 Satz 1 GG Kon­so­li­die­rungs­hil­fen aus dem Haus­halt des Bun­des erhal­ten (vgl. Art. 143d Abs. 2 Satz 4 GG).

Der in Art. 143d Abs. 1 Satz 4 GG ange­leg­ten Vor­wir­kung des Ver­bots der struk­tu­rel­len Net­to­kre­dit­auf­nah­me hat der Haus­halts­ge­setz­ge­ber auch bei der Anpas­sung der Bezü­ge der Beam­ten Rech­nung zu tra­gen [60]. Unge­ach­tet der Ver­schär­fung der Regeln für die Kre­dit­auf­nah­me durch die Neu­fas­sung des Art. 109 Abs. 3 GG [110] ver­mö­gen indes allein die Finanz­la­ge der öffent­li­chen Haus­hal­te oder das Ziel der Haus­halts­kon­so­li­die­rung den Grund­satz der amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­tie­rung nicht ein­zu­schrän­ken. Andern­falls lie­fe die Schutz­funk­ti­on des Art. 33 Abs. 5 GG ins Lee­re [111]. Auch das beson­de­re Treue­ver­hält­nis ver­pflich­tet Beam­te nicht dazu, stär­ker als ande­re zur Kon­so­li­die­rung öffent­li­cher Haus­hal­te bei­zu­tra­gen [112]. Eine Ein­schrän­kung des Grund­sat­zes der amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­tie­rung aus rein finan­zi­el­len Grün­den kann zur Bewäl­ti­gung einer der in Art. 109 Abs. 3 Satz 2 GG genann­ten Aus­nah­me­si­tua­tio­nen in Ansatz gebracht wer­den, wenn die betref­fen­de gesetz­ge­be­ri­sche Maß­nah­me aus­weis­lich einer aus­sa­ge­kräf­ti­gen Begrün­dung in den Gesetz­ge­bungs­ma­te­ria­li­en Teil eines schlüs­si­gen und umfas­sen­den Kon­zepts der Haus­halts­kon­so­li­die­rung ist [60].

Rela­ti­ver Norm­be­stands­schutz für die Beam­tena­li­men­ta­ti­on[↑]

Jen­seits der ver­fas­sungs­recht­lich gebo­te­nen Min­des­ta­li­men­ta­ti­on, wie sie sich auf­grund der oben dar­ge­stell­ten Gesamt­ab­wä­gung ergibt, genießt die Ali­men­ta­ti­on des Beam­ten einen rela­ti­ven Norm­be­stands­schutz. Der Gesetz­ge­ber darf hier Kür­zun­gen oder ande­re Ein­schnit­te in die Bezü­ge vor­neh­men, wenn dies aus sach­li­chen Grün­den gerecht­fer­tigt ist [113]. Kür­zun­gen oder ande­re Ein­schnit­te kön­nen durch sol­che Grün­de sach­lich gerecht­fer­tigt wer­den, die im Bereich des Sys­tems der Beam­ten­be­sol­dung lie­gen [114]. Zu sol­chen sys­tem­im­ma­nen­ten Grün­den kön­nen finan­zi­el­le Erwä­gun­gen zwar hin­zu­tre­ten [115]; das Bemü­hen, Aus­ga­ben zu spa­ren, kann aber nicht als aus­rei­chen­de Legi­ti­ma­ti­on für eine Kür­zung der Besol­dung ange­se­hen wer­den [116], soweit sie nicht als Teil eines schlüs­si­gen Gesamt­kon­zepts dem in Art. 109 Abs. 3 GG ver­an­ker­ten Ziel der Haus­halts­kon­so­li­die­rung dient [60].

Begrün­dungs­pflich­ten für den Gesetz­ge­ber[↑]

Die Fest­le­gung der Besol­dungs­hö­he durch den Gesetz­ge­ber ist an die Ein­hal­tung pro­ze­du­ra­ler Anfor­de­run­gen geknüpft. Die­se Anfor­de­run­gen tref­fen ihn ins­be­son­de­re in Form von Begrün­dungs­pflich­ten [117].

Der Gesetz­ge­ber ist gehal­ten, bereits im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren die Fort-schrei­bung der Besol­dungs­hö­he zu begrün­den. Die Ermitt­lung und Abwä­gung der berück­sich­tig­ten und berück­sich­ti­gungs­fä­hi­gen Bestim­mungs­fak­to­ren für den ver­fas­sungs­recht­lich gebo­te­nen Umfang der Anpas­sung der Besol­dung müs­sen sich in einer ent­spre­chen­den Dar­le­gung und Begrün­dung des Gesetz­ge­bers im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren nie­der­schla­gen. Eine blo­ße Begründ­bar­keit genügt nicht den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen der Pro­ze­du­ra­li­sie­rung. Der mit der Aus­gleichs­funk­ti­on der Pro­ze­du­ra­li­sie­rung ange­streb­te Ratio­na­li­sie­rungs­ge­winn kann – auch mit Blick auf die Ermög­li­chung von Rechts­schutz – effek­tiv nur erreicht wer­den, wenn die erfor­der­li­chen Sach­ver­halts­er­mitt­lun­gen vor­ab erfol­gen und dann in der Geset­zes­be­grün­dung doku­men­tiert wer­den [60]. Die Pro­ze­du­ra­li­sie­rung zielt auf die Her­stel­lung von Ent­schei­dun­gen und nicht auf ihre Dar­stel­lung, das heißt nach­träg­li­che Begrün­dung [118].

An die­sen Maß­stä­ben gemes­sen sind die Vor­ga­ben des Art. 33 Abs. 5 GG in der ab dem 1.09.2006 gel­ten­den Fas­sung in dem Ver­fah­ren auf die Rich­ter­vor­la­ge des Ver­wal­tungs­ge­richts Hal­le [6] nicht erfüllt. Eine Gesamt­be­trach­tung der für die Bestim­mung der Besol­dungs­hö­he maß­geb­li­chen Para­me­ter ergibt, dass die gewähr­te A 10-Besol­dung evi­dent unzu­rei­chend ist. In den Ver­fah­ren auf die Rich­ter­vor­la­gen des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts für das Land Nord­rhein-West­fa­len [119] sowie des Ver­wal­tungs­ge­richts Braun­schweig [8] ist die Bemes­sung der Besol­dung für den jeweils ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum dage­gen ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu bean­stan­den.

Ergeb­nis: Beam­ten­be­sol­dung im Frei­staat Sach­sen (Besol­dungs­grup­pe A10 im Jahr 2011)[↑]

Die Grund­ge­halts­sät­ze der Besol­dungs­ord­nung A genü­gen in der Besol­dungs­grup­pe A 10 in Sach­sen in dem Jahr 2011 nicht, um einem Beam­ten nach der mit sei­nem Amt ver­bun­de­nen Ver­ant­wor­tung und nach der Bedeu­tung die­ses Amtes für die All­ge­mein­heit einen der Ent­wick­lung der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se und des all­ge­mei­nen Lebens­stan­dards ange­mes­se­nen Lebens­un­ter­halt zu ermög­li­chen. Der Gesetz­ge­ber hat bei der Fest­le­gung der Grund­ge­halts­sät­ze die Siche­rung der Attrak­ti­vi­tät des Amtes eines Beam­ten für ent­spre­chend qua­li­fi­zier­te Kräf­te, das Anse­hen die­ses Amtes in den Augen der Gesell­schaft, die vom Beam­ten gefor­der­te Aus­bil­dung, sei­ne Ver­ant­wor­tung und sei­ne Bean­spru­chung nicht hin­rei­chend berück­sich­tigt. Dies ergibt sich in ers­ter Linie aus einem Ver­gleich der Ent­wick­lung der Grund­ge­halts­sät­ze zuzüg­lich etwai­ger Son­der­zah­lun­gen in der Besol­dungs­grup­pe A 10 mit der Ent­wick­lung der Ein­kom­men der Tarif­be­schäf­tig­ten im öffent­li­chen Dienst, der Ent­wick­lung des Nomi­nal­lohn- und des Ver­brau­cher­preis­in­dex und wird durch die Her­an­zie­hung wei­te­rer ali­men­ta­ti­ons­re­le­van­ter Kri­te­ri­en im Rah­men einer Gesamt­ab­wä­gung bestä­tigt. Kol­li­die­ren­des Ver­fas­sungs­recht steht die­sem Befund nicht ent­ge­gen.

Indi­zi­en für die evi­den­te Unan­ge­mes­sen­heit der Ali­men­ta­ti­on erge­ben sich aus einer Gegen­über­stel­lung der Anpas­sung der Besol­dung mit der Ent­wick­lung der Ein­kom­men der Tarif­be­schäf­tig­ten im öffent­li­chen Dienst sowie der Ent­wick­lung des Nomi­nal­lohn- und des Ver­brau­cher­preis­in­dex in Sach­sen.

Die Ent­wick­lung der Grund­ge­halts­sät­ze zuzüg­lich Son­der­zah­lun­gen in der Besol­dungs­grup­pe A 10 in Sach­sen stellt sich für die hier zu betrach­ten­den ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­räu­me der Jah­re 1997 bis 2011 fol­gen­der­ma­ßen dar: Die Grund­ge­halts­sät­ze wur­den

  • zum 1.03.1997 um 1,3 % durch Art. 1 Abs. 1 Nr. 1 BBVAnpG 1996/​1997 vom 24.03.1997 [120],
  • zum 1.01.1998 um 1,5 % durch Art. 1 Abs. 1 Nr. 1 BBVAnpG 1998 vom 06.08.1998 [121],
  • zum 1.06.1999 um 2,9 % durch Art. 1 Abs. 1 Nr. 1 BBVAnpG 1999 vom 19.11.1999 [122],
  • durch Art. 1 Abs. 1 Nr. 1 BBVAnpG 2000 vom 19.04.2001 [123] zum 1.01.2001 um 1,8 % und zum 1.01.2002 um 2,2 % sowie
  • durch Art. 1 bis 3 BBVAnpG 2003/​2004 vom 10.09.2003 [14] zum 1.04.2003 um 2,4 %, zum 1.04.2004 um 1,0 % und zum 1.08.2004 um 1,0 %

erhöht.

Zum 1.09.2008 wur­den die Grund­ge­halts­sät­ze der Besol­dungs­ord­nung A 10 um 2,9 % erhöht (vgl. § 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 i.V.m. Abs. 3 Satz 2 Sächs­BesG, ein­ge­fügt durch das Fünf­te Gesetz zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 17.01.2008 [124]). Zum 1.03.2009 wur­den die Grund­ge­halts­sät­ze um 40 € erhöht und die so erhöh­ten Grund­ge­halts­sät­ze um 3,0 % ange­ho­ben (vgl. § 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und Nr. 3a Sächs­BesG in der Fas­sung des Sechs­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 19.06.2009 [125]). Zum 1.03.2010 wur­den die Grund­ge­halts­sät­ze um 1,2 % erhöht (vgl. § 20a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Sächs­BesG in der Fas­sung des Sechs­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 19.06.2009 [125]). Zum 1.04.2011 wur­den die Grund­ge­halts­sät­ze um 1,5 % erhöht (vgl. § 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Sächs­BesG in der Fas­sung des Sie­ben­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 16.06.2011 [33]). Außer­dem erhiel­ten Beam­te, die min­des­tens für einen Tag des Monats April 2011 Anspruch auf Besol­dung aus einem Beam­ten- oder Rich­ter­ver­hält­nis bei einem Dienst­herrn im Frei­staat Sach­sen hat­ten, mit den Bezü­gen für den Monat Juni 2011 eine Ein­mal­zah­lung in Höhe von 360 € gemäß § 18 Abs. 1 Satz 1 Sächs­BesG.

Ab dem Jahr 2004 wur­de Beam­ten in der Besol­dungs­grup­pe A 10 durch § 4 Abs. 1 Nr. 2 SächsSZG mit den lau­fen­den Bezü­gen für den Monat Dezem­ber eine jähr­li­che Son­der­zah­lung in Höhe von 1.200 € gewährt. Das SoZuwG, das zuletzt im Jahr 2002 eine jähr­li­che Son­der­zu­wen­dung in Höhe von 86,31 % der für Dezem­ber 2002 maß­ge­ben­den Bezü­ge vor­sah (vgl. § 6 Abs. 1 SoZuwG), war durch Art. 18 Abs. 1 Nr. 1 BBVAnpG 2003/​2004 auf­ge­ho­ben wor­den. Aller­dings war im Jahr 2003 in Sach­sen gemäß § 18 Abs. 2 BBVAnpG 2003/​2004 das SoZuwG wei­ter anzu­wen­den, da noch kei­ne lan­des­ge­setz­li­che Rege­lung in Kraft getre­ten war.

Die Klä­ge­rin des Aus­gangs­ver­fah­rens, deren Bezü­ge bis zum 31.12 2002 gemäß § 2 Abs. 1 Satz 1 der 2. BesÜV abge­senkt waren, erhielt ab dem 1.01.2003 gemäß § 4 der 2. BesÜV einen Zuschuss bis zur Höhe des Unter­schieds­be­tra­ges zwi­schen den Bezü­gen nach § 2 der 2. BesÜV und den bei glei­chem Amt für das bis­he­ri­ge Bun­des­ge­biet gel­ten­den Dienst­be­zü­gen. Zu den Dienst­be­zü­gen gehör­ten gemäß § 1 Abs. 2 Nr. 1 Nr. 3 und 4 BBesG a.F., auf den § 2 Abs. 1 Satz 1 der 2. BesÜV ver­weist, Grund­ge­halt, Fami­li­en­zu­schlag und Zula­gen, nicht aber die jähr­li­che Son­der­zah­lung, die zu den „sons­ti­gen Bezü­gen“ im Sin­ne des § 1 Abs. 3 BBesG a.F. zähl­te.

Die Son­der­zah­lung für erst­ma­lig im Bei­tritts­ge­biet Ernann­te wur­de wie­der­um gemäß § 3 Abs. 3 Satz 1 der 2. BesÜV in Höhe von 75 % der nach dem Besol­dungs­recht für den Monat Dezem­ber maß­ge­ben­den Bezü­ge gewährt. Wort­laut und Sys­te­ma­tik des § 3 Abs. 3 Satz 1 der 2. BesÜV spre­chen dafür, unter dem Begriff „Bezü­ge“ im Sin­ne des § 3 Abs. 3 Satz 1 der 2. BesÜV nicht die Son­der­zah­lung als Teil sons­ti­ger Bezü­ge im Sin­ne des § 1 Abs. 3 BBesG a.F. zu ver­ste­hen, son­dern wie § 6 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 SoZuwG, auf den § 3 Abs. 3 Satz 1 der 2. BesÜV Bezug nimmt, ins­be­son­de­re das Grund­ge­halt ein­schließ­lich des Zuschus­ses nach § 4 der 2. BesÜV. Ange­sichts des­sen belief sich die Son­der­zah­lung im Jahr 2003 auf 75 % der für den Monat Dezem­ber maß­ge­ben­den Bezü­ge.

Durch Art. 27 des Haus­halts­be­gleit­ge­set­zes 2011/​2012 vom 15.12 2010 [21] wur­de das SächsZG mit Wir­kung zum 1.01.2011 auf­ge­ho­ben. Der Weg­fall der Son­der­zah­lung ent­sprach für Beam­te, die wie die Klä­ge­rin des Aus­gangs­ver­fah­rens ihre Befä­hi­gungs­vor­aus­set­zun­gen im bis­he­ri­gen Bun­des­ge­biet erwor­ben hat­ten und erst­ma­lig im Bei­tritts­ge­biet ernannt wor­den waren, einer fik­ti­ven Besol­dungs­kür­zung von 5,88 % [(1–12/12,75)*100] für das Jahr 2011.

Damit stieg die A 10-Besol­dung in dem Zeit­raum 1997 bis 2011 bei Zugrun­de-legung einer ursprüng­lich gewähr­ten Son­der­zah­lung in Höhe von 75 % des Grund­be­trags der für den Monat Dezem­ber gewähr­ten Bezü­ge um 17,82 %

Die Strei­chung des Urlaubs­gel­des in Höhe von 255, 65 € durch Auf­he­bung des Urlaubs­geld­ge­set­zes (vgl. Art. 18 Abs. 1 Nr. 2 BBVAnpG 2003/​2004) ab dem Jahr 2004, die Anhe­bung der Grund­ge­halts­sät­ze um 40 € zum 1.03.2009 sowie die Gewäh­rung einer Ein­mal­zah­lung von 360 € zum 1.06.2011 kön­nen rech­ne­risch an die­ser Stel­le ver­nach­läs­sigt wer­den, weil sie, bezo­gen auf den hier zu betrach­ten­den Zeit­raum von 15 Jah­ren, nur zu einem mini­ma­len Besol­dungs­zu­wachs von deut­lich unter 2 € monat­lich geführt haben.

Die Ver­diens­te der Tarif­be­schäf­tig­ten im öffent­li­chen Dienst der Län­der, die bis Okto­ber 2005 nach dem Bun­des-Ange­stell­ten­ta­rif­ver­trag ent­lohnt wur­den und für die mit Aus­nah­me der Län­der Ber­lin und Hes­sen seit dem 1.11.2006 der Tarif­ver­trag für den öffent­li­chen Dienst der Län­der gilt, stie­gen aus­weis­lich der vom Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt vor­ge­leg­ten Daten in den Jah­ren 1997 bis 2011 in Sach­sen um 24,3 %

In dem­sel­ben Zeit­raum stieg in Sach­sen der Nomi­nal­lohn­in­dex um 27 % und der Ver­brau­cher­preis­in­dex um 25 %.

Die Dif­fe­renz zwi­schen der Ent­wick­lung der Tarif­ein­kom­men, des Nomi­nal­lohn­in­dex und des Ver­brau­cher­preis­in­dex (100 + x) einer­seits und der Besol­dungs­ent­wick­lung (100 + y) ande­rer­seits stellt sich damit in Rela­ti­on zur Besol­dungs­ent­wick­lung wie folgt dar:

[100 + x] – [100 +y]
—————————— x 100.
 [100 + y]

Die Ent­wick­lung der Besol­dung blieb aus­ge­hend von der Basis 100 im Jahr 1996 im Jahr 2011 um 5,5 % hin­ter dem Anstieg der Tarif­ver­diens­te, um 7,79 % hin­ter dem Anstieg des Nomi­nal­lohn­in­dex und um 6,09 % hin­ter dem Anstieg des Ver­brau­cher­preis­in­dex zurück.

Der Anstieg des Besol­dungs­ni­veaus infol­ge der „Ost-West-Anpas­sung“ auf Grund­la­ge der 2. BesÜV und der regel­mä­ßi­gen Ände­rung von deren § 2 ist nicht in die Gegen­über­stel­lung mit der Ent­wick­lung des Nomi­nal­lohn­in­dex ein­zu­be­zie­hen. Die Absen­kung der Besol­dung war zeit­lich beschränkt und betraf nur den begrenz­ten Kreis von Per­so­nen, denen nicht ein Zuschuss nach § 4 der 2. BesÜV zur Anpas­sung der Dienst­be­zü­ge an das „West­ni­veau“ gewährt wur­de. Eine Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen den Besol­dungs­emp­fän­gern in der Wei­se, dass die Anpas­sung nur bei den Bezie­hern einer „Ost-Besol­dung“ ein­ge­preist wird, hät­te im Übri­gen im Ein­zel­fall zur Fol­ge, dass für die­sen Per­so­nen­kreis kei­ne Unte­rali­men­ta­ti­on fest­zu­stel­len ist, wäh­rend die Besol­dungs­vor­schrif­ten (even­tu­ell) für ver­fas­sungs­wid­rig zu erklä­ren wären, soweit sie die Bezie­her einer Besol­dung auf „West-Niveau“ betref­fen. Dies erscheint auch mit Blick dar­auf, dass die Bezie­her einer „Ost-Besol­dung“ von vorn­her­ein – abso­lut betrach­tet – besol­dungs­recht­lich ohne­hin schlech­ter gestellt wur­den, kaum nach­voll­zieh­bar.

Eine zusätz­li­che Staf­fel­prü­fung ist vor­lie­gend nicht ange­zeigt, da nicht auf belast­ba­re und aus­sa­ge­kräf­ti­ge Daten für einen zurück­lie­gen­den über­lap­pen­den Zeit­raum zurück­ge­grif­fen wer­den kann. Die Daten über die Ent­wick­lung des Nomi­nal­lohn­in­dex in Sach­sen in den ers­ten Jah­ren nach der Wie­der­ver­ei­ni­gung sind kaum aus­sa­ge­kräf­tig und daher für eine Ver­gleichs­be­trach­tung nicht geeig­net (Anstieg im Jahr 1992 gegen­über dem Vor­jahr um 30,4 %; Anstieg im Jahr 1993 um 14,5 %). Glei­ches gilt für den Ver­brau­cher­preis­in­dex, der im Jahr 1992 gegen­über dem Vor­jahr um 13,9 % und im Jahr 1993 um 10,7 % anstieg.

Die Gesamt­be­trach­tung der ange­führ­ten Para­me­ter begrün­det somit die Ver­mu­tung, dass die Grund­ge­halts­sät­ze der Besol­dungs­ord­nung A 10 in Sach­sen im Jahr 2011 das Min­dest­maß amts­an­ge­mes­se­ner Ali­men­ta­ti­on unter­schrit­ten haben.

Im Rah­men einer Gesamt­ab­wä­gung unter Ein­be­zie­hung wei­te­rer ali­men­ta­ti­ons­re­le­van­ter Deter­mi­nan­ten erhär­tet sich die Ver­mu­tung der evi­den­ten Unan­ge­mes­sen­heit der Ali­men­ta­ti­on in der Besol­dungs­grup­pe A 10 in Sach­sen im Jahr 2011.

Die Ämter in der Besol­dungs­grup­pe A 10 stel­len gestei­ger­te Anfor­de­run­gen an den beruf­li­chen Wer­de­gang und die Qua­li­fi­ka­ti­on ihrer Inha­ber. § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 des Beam­ten­ge­set­zes für den Frei­staat Sach­sen (Säch­si­sches Beam­ten­ge­setz – SächsBG 2009) in der Fas­sung vom 12.05.2009 [126] ver­lang­te für die Zulas­sung zu den Lauf­bah­nen des geho­be­nen Diens­tes im streit­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum die Fach­hoch­schul­rei­fe, die all­ge­mei­ne Hoch­schul­rei­fe, die Meis­ter­prü­fung in der ent­spre­chen­den Fach­rich­tung oder einen als gleich­wer­tig aner­kann­ten Bil­dungs­stand. Der Vor­be­rei­tungs­dienst selbst dau­er­te in Sach­sen in den Lauf­bah­nen des geho­be­nen Diens­tes drei Jah­re. Er ver­mit­tel­te in einem Stu­di­en­gang an einer Fach­hoch­schu­le den Beam­ten die wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­se und Metho­den sowie die berufs­prak­ti­schen Fähig­kei­ten und Kennt­nis­se, die zur Erfül­lung der Auf­ga­ben in ihrer Lauf­bahn erfor­der­lich waren. Der Stu­di­en­gang bestand aus Fach­stu­di­en von min­des­tens acht­zehn­mo­na­ti­ger und berufs­prak­ti­schen Stu­di­en­zei­ten von min­des­tens zwölf­mo­na­ti­ger Dau­er. Letz­te­re umfass­ten die Aus­bil­dung in fach­be­zo­ge­nen Schwer­punkt­be­rei­chen der Lauf­bahn­auf­ga­ben (vgl. zum Gan­zen § 22 Abs. 4 SächsBG 2009). Eines Vor­be­rei­tungs­diens­tes bedurf­te es nur bei Vor­lie­gen eines gleich­wer­ti­gen Fach­hoch­schul­ab­schlus­ses nicht (vgl. § 22 Abs. 6 Satz 1 SächsBG 2009). Gemäß § 26 Abs. 1 SächsBG 2009 schloss der Vor­be­rei­tungs­dienst in den Lauf­bah­nen des geho­be­nen Diens­tes mit einer Prü­fung ab.

In die Gesamt­schau zur Beur­tei­lung der Amts­an­ge­mes­sen­heit der Ali­men­ta­ti­on der Beam­ten sind auch die spür­ba­ren Ein­schnit­te im Bereich der Bei­hil­fe ein­zu­be­zie­hen. In Sach­sen trat die Ver­ord­nung der Säch­si­schen Staats­re­gie­rung über die Gewäh­rung von Bei­hil­fe in Krank­heits, Pfle­ge, Geburts- und Todes­fäl­len (Säch­si­sche Bei­hil­fe­ver­ord­nung – SächsBhVO) vom 22.07.2004 [127] an die Stel­le der bis dahin gemäß § 102 Säch­si­sches Beam­ten­ge­setz vom 16.07.1999 [128] gel­ten­den Bei­hil­fe­vor­schrif­ten des Bun­des (vgl. All­ge­mei­ne Ver­wal­tungs­vor­schrift für Bei­hil­fen in Krank­heits, Pfle­ge, Geburts- und Todes­fäl­len [Bei­hil­fe­vor­schrif­ten – BhV] vom 01.11.2001 [129]). Ein­ge­führt wur­de dar­in mit Wir­kung vom 01.09.2004 ein jähr­li­cher Selbst­be­halt in Höhe von 80 € für bei­hil­fe­fä­hi­ge Auf­wen­dun­gen (vgl. § 12 Abs. 1 Satz 1 SächsBhVO). Dies stellt gera­de in den unte­ren Besol­dungs­grup­pen eine mehr als nur gering­fü­gi­ge finan­zi­el­le Belas­tung dar. Des Wei­te­ren wur­de mit Wir­kung zum 1.01.2005 auf­grund Anla­ge 3 zu § 6 Abs. 3 SächsBhVO der Erstat­tungs­satz für zahn­tech­ni­sche Leis­tun­gen von 60 % (vgl. Anla­ge 2 Nr. 1 zu § 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BhV) auf 40 % gekürzt.

Auch die Ein­schnit­te im Bereich des Ver­sor­gungs­rechts erhär­ten die Ver­mu­tung einer ver­fas­sungs­wid­ri­gen Unte­rali­men­ta­ti­on. Ins Gewicht fällt hier neben der Kür­zung der Besol­dungs- und Ver­sor­gungs­an­pas­sun­gen gemäß § 14a Abs. 1 Satz 2 BBesG um jähr­lich 0,2 % mit Wir­kung zum 1.01.1999 zur Bil­dung einer Ver­sor­gungs­rück­la­ge (durch das Ver­sor­gungs­re­form­ge­setz 1998 vom 29.06.1998 [130]) die Kür­zung des Ruhe­ge­halts von 75 % auf höchs­tens 71,75 % der ruhe­ge­halts­fä­hi­gen Dienst­be­zü­ge durch das Ver­sor­gungs­än­de­rungs­ge­setz 2001 vom 20.12 2001 [131]. Die­se Ein­schnit­te sind in der Ver­gan­gen­heit iso­liert betrach­tet als ver­fas­sungs­recht­lich unbe­denk­lich ein­ge­stuft wor­den [132]. Unge­ach­tet des­sen füh­ren ins­be­son­de­re die Absen­kung des Pen­si­ons­ni­veaus und die dar­aus resul­tie­ren­de Not­wen­dig­keit eines erhöh­ten Eigen­an­teils an der Alters­vor­sor­ge – gera­de ange­sichts einer stei­gen­den Lebens­er­war­tung – zu einer wei­te­ren Auf­zeh­rung der Bezü­ge mit der Fol­ge, dass die Gewähr­leis­tung eines der Ent­wick­lung der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se ange­mes­se­nen Lebens­un­ter­halts des Beam­ten nicht mehr zwei­fels­frei sicher­ge­stellt ist.

Gegen­über­stel­lun­gen mit Ver­gleichs­grup­pen außer­halb des öffent­li­chen Diens­tes füh­ren im Rah­men der erfor­der­li­chen Gesamt­schau zu kei­ner ande­ren Beur­tei­lung, son­dern bekräf­ti­gen die auf­grund des Besol­dungs­ver­gleichs getrof­fe­ne Ver­mu­tung einer evi­den­ten Unan­ge­mes­sen­heit der Besol­dung.

Das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt hat Daten aus der Ver­dienst­struk­tur­er­he­bung 2010 vor­ge­legt, die es ermög­li­chen, die A 10-Besol­dung in Sach­sen mit dem Ver­dienst von aus­ge­wähl­ten, nach Beruf, Bil­dungs­ab­schluss, Alter, Berufs­er­fah­rung und Anfor­de­rungs­ni­veau ver­wand­ten Beschäf­tig­ten­grup­pen in der Pri­vat­wirt­schaft zu ver­glei­chen und die rela­ti­ve Posi­ti­on der nach A 10 besol­de­ten Amts­trä­ger in der jewei­li­gen grup­pen­spe­zi­fi­schen Ver­tei­lung der Ver­diens­te zu bestim­men.

Ein auf die­ser Grund­la­ge durch­ge­führ­ter Ver­gleich der A 10-Besol­dung in Sach­sen mit den Ver­diens­ten (ohne Son­der­zah­lung) der Grup­pe aller Voll­zeit­be­schäf­tig­ten der Leis­tungs­grup­pe 2 (Her­aus­ge­ho­be­ne Fach­kräf­te), die über einen Fach­hoch­schul­ab­schluss ver­fü­gen, ergibt, dass im Jahr 2010 nur 4 % der Ver­gleichs­grup­pe weni­ger ver­dien­ten als ein Amts­trä­ger in der Besol­dungs­grup­pe A 10 in der ers­ten Stu­fe (nur Grund­ge­halt). Gleich­zei­tig lag des­sen Besol­dung im Jahr 2010 unter dem mitt­le­ren Ver­dienst aller Arbeit­neh­mer der Leis­tungs­grup­pe 2 mit Fach­hoch­schul­ab­schluss in aus­ge­wähl­ten Beru­fen (Inge­nieu­re; Bank­fach­leu­te; Büro­fach­kräf­te; Daten­ver­ar­bei­tungs­fach­leu­te; Architekten/​Bauingenieure; Sozi­al­ar­bei­ter, Sozi­al­pfle­ger, Sozi­al­päd­ago­gen; Ver­si­che­rungs­fach­leu­te). Immer­hin 66 % aller Voll­zeit­be­schäf­tig­ten der Leis­tungs­grup­pe 2 mit Fach­hoch­schul­ab­schluss und 74 % aller Voll­zeit­be­schäf­tig­ten der Leis­tungs­grup­pe 2 mit 21 und mehr Jah­ren Unter­neh­mens­zu­ge­hö­rig­keit ver­dien­ten im Jahr 2010 mehr als ein Amts­trä­ger in der Besol­dungs­grup­pe A 10 in der End­stu­fe (Grund­ge­halt). Mit Aus­nah­me der Grup­pe „Sozi­al­ar­bei­ter, Sozi­al­pfle­ger, Sozi­al­päd­ago­gen“ lag in allen oben auf­ge­führ­ten aus­ge­wähl­ten Berufs­grup­pen der mitt­le­re Ver­dienst im Jahr 2010 über dem Grund­ge­halt eines Amts­trä­gers der Besol­dungs­grup­pe A 10 in der End­stu­fe.

Noch deut­li­cher ist die Dis­kre­panz im Ver­gleich zu der Grup­pe der Ver­si­che­rungs­fach­leu­te, deren Tätig­keit mit der der Klä­ge­rin des Aus­gangs­ver­fah­rens bei der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung ver­gleich­bar ist. So ver­dien­ten in die­ser Grup­pe 2 % weni­ger als ein Amts­trä­ger der ers­ten Stu­fe in der Besol­dungs­grup­pe A 10 in Sach­sen und nur 11 % weni­ger als ein Amts­trä­ger, der das Grund­ge­halt aus der End­stu­fe der A 10-Besol­dung in Sach­sen bezog.

In der Gesamt­ab­wä­gung ergibt sich, dass die Bemes­sung der Grund­ge­halts­sät­ze der A 10-Besol­dung in Sach­sen im ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum ver­fas­sungs­recht­lich nicht mehr ange­mes­sen war. Gegen­läu­fi­ge Aspek­te, die die Ver­mu­tung der evi­den­ten Unan­ge­mes­sen­heit der Ali­men­ta­ti­on ent­kräf­ten könn­ten, sind nicht ersicht­lich.

Kol­li­die­ren­des Ver­fas­sungs­recht steht dem Befund der evi­den­ten Unan­ge­mes­sen­heit der Besol­dung nicht ent­ge­gen. Wesent­li­che Ursa­che der Unte­rali­men­ta­ti­on war die Strei­chung der Son­der­zah­lung im Jahr 2011. Aus­weis­lich der Geset­zes­be­grün­dung zu Art. 27 des Haus­halts­be­gleit­ge­set­zes 2011/​2012, mit dem das Säch­si­sche Son­der­zah­lungs­ge­setz auf­ge­ho­ben wur­de, war die­se Maß­nah­me aus­schließ­lich fis­ka­lisch moti­viert. Eine über die Besol­dungs­kür­zung hin­aus­ge­hen­de Neu­struk­tu­rie­rung der Besol­dung, die in der Geset­zes­be­grün­dung ange­deu­tet wird [133], ist indes nicht zu erken­nen. In ihrer Begrün­dung erläu­tert die Staats­re­gie­rung, dass das grund­ge­setz­li­che Ver­schul­dungs­ver­bot eine nach­hal­ti­ge Anpas­sung der Struk­tu­ren und Prü­fung sämt­li­cher Aus­ga­ben erfor­de­re, und erläu­tert, dass von einer „Anpas­sung“ der Aus­ga­ben Beam­te, aber auch ande­re Berei­che wie die Jugend­hil­fe, das eltern­bei­trags­freie Schul­vor­be­rei­tungs­jahr sowie die tarif­ver­trag­li­che Teil­zeit­be­schäf­ti­gung von Leh­rern betrof­fen sei­en [133]. Zwei­fel­haft ist jedoch bereits, ob die Begrün­dungs­tie­fe des Gesetz­ent­wurfs den pro­ze­du­ra­len Anfor­de­run­gen an den Nach­weis der Ein­bet­tung der Kür­zung in ein umfas­sen­des und schlüs­si­ges Kon­zept zur Haus­halts­kon­so­li­die­rung, Rn. 110)) genügt. Der Ver­weis auf punk­tu­el­le Kür­zungs­maß­nah­men lässt nicht den Schluss zu, dass die Strei­chung der Son­der­zah­lung Teil eines Gesamt­kon­zepts der Haus­halts­kon­so­li­die­rung war. Dies kann indes dahin­ste­hen, da weder in dem Gesetz­ent­wurf hin­rei­chend begrün­det noch sonst ersicht­lich ist, dass die Kür­zungs­maß­nah­men, ins­be­son­de­re die Auf­he­bung des Son­der­zah­lungs­ge­set­zes, auf­grund einer der in Art. 109 Abs. 3 Satz 2 GG genann­ten Aus­nah­me­si­tua­tio­nen gerecht­fer­tigt war. Der pau­scha­le Hin­weis auf die „gerin­ge Wirt­schafts­kraft“ und die „hohe Arbeits­lo­sig­keit“ im Frei­staat Sach­sen [133] ist inso­weit kei­ne taug­li­che Begrün­dung für das Vor­lie­gen einer Pha­se kon­junk­tu­rel­len Abschwungs (vgl. Art. 109 Abs. 3 Satz 2 Var. 1 GG). Außer­dem lie­gen kei­ne Anhalts­punk­te für eine außer­ge­wöhn­lich schlech­te kon­junk­tu­rel­le Ent­wick­lung im Jahr 2010, in dem das Haus­halts­be­gleit­ge­setz 2011/​2012 ver­ab­schie­det wur­de, vor. So stieg das Brut­to­in­lands­pro­dukt, das den wich­tigs­ten Indi­ka­tor für die Kon­junk­tur­ent­wick­lung bil­det, gegen­über dem Vor­jahr um 4,13 % im Jahr 2010 und im Jahr 2011 noch ein­mal um 4,57 % [134].

Abs. 4 Satz 1 der Säch­si­schen Ver­fas­sung (Sächs­Verf) vom 27.05.1992 [135], wonach bei einer von den durch­schnitt­li­chen Steu­er­ein­nah­men der vor­an­ge­gan­ge­nen vier Jah­re (Nor­mal­la­ge) um min­des­tens drei vom Hun­dert abwei­chen­den kon­junk­tu­rel­len Ent­wick­lung von dem Ver­bot der Kre­dit­auf­nah­me in Art. 95 Abs. 2 Sächs­Verf abge­wi­chen wer­den kann, trat erst auf­grund Art. 1 des Ver­fas­sungs­än­de­rungs­ge­set­zes vom 11.07.2013 [136] mit Wir­kung zum 1.01.2014 in Kraft und führt schon daher zu kei­ner ande­ren Bewer­tung. Art. 95 Sächs­Verf in der im ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Jahr 2011 gel­ten­den Fas­sung vom 27.05.1992 ent­hielt kei­ne dahin­ge­hen­de Bestim­mung.

Ergeb­nis: Beam­ten­be­sol­dung in Nord­rhein-West­fa­len (Besol­dungs­grup­pe A9 in den Jah­ren 2003 und 2004)[↑]

In Nord­rhein-West­fa­len genüg­te die A 9‑Besoldung in den Jah­ren 2003 und 2004 den Anfor­de­run­gen des Art. 33 Abs. 5 GG in der bis zum 31.08.2006 gel­ten­den Fas­sung. Kei­ner der auf der ers­ten Prü­fungs­stu­fe zu betrach­ten­den Para­me­ter spricht dafür, dass die Bezü­ge ver­fas­sungs­recht­lich nicht mehr akzep­ta­bel waren und damit ein Ver­stoß gegen den abso­lu­ten Schutz des Ali­men­ta­ti­ons­prin­zips vor­liegt. Sons­ti­ge Grün­de für eine evi­den­te Unan­ge­mes­sen­heit der Besol­dung sind eben­falls nicht ersicht­lich. Auch ein Ver­stoß gegen die ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen an eine Besol­dungs­kür­zung liegt nicht vor.

Eine Gesamt­schau der besol­dungs­re­le­van­ten Para­me­ter begrün­det nicht die Ver­mu­tung, dass die gewähr­te Besol­dung im streit­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum evi­dent unzu­rei­chend war.

Die Ent­wick­lung der Grund­ge­halts­sät­ze zuzüg­lich Son­der­zah­lun­gen in der Besol­dungs­grup­pe A 9 in Nord­rhein-West­fa­len stellt sich für die hier zu betrach­ten­den ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­räu­me der Jah­re 1989 bis 2003 und 1990 bis 2004 fol­gen­der­ma­ßen dar:

Die Grund­ge­halts­sät­ze wur­den

  • zum 1.01.1989 um 1,4 % und zum 1.01.1990 um 1,7 % durch § 2 Abs. 1 Nr. 1 des Art. 1 BBVAnpG 1988 vom 20.12 1988 [137],
  • zum 1.03.1991 um 6,0 % durch § 2 Abs. 1 Nr. 1 des Art. 1 BBVAnpG 1991 vom 21.02.1992 [138],
  • zum 1.05.1992 um 5,4 % durch § 1 Abs. 1 Nr. 1 des Art. 2 BBVAnpG 1992 vom 23.03.1993 [139],
  • zum 1.05.1993 um 3,0 % durch § 1 Abs. 1 Nr. 1 des Art. 2 BBVAnpG 1993 vom 20.12 1993 [140],
  • zum 1.01.1995 um 2,0 % durch § 1 Abs. 1 Nr. 1 des Art. 2 BBVAnpG 1994 vom 24.08.1994 [141],
  • zum 1.05.1995 um 3,2 % durch § 1 Abs. 1 Nr. 1 des Art. 2 BBVAnpG 1995 vom 18.12 1995 [142],
  • zum 1.03.1997 durch Art. 1 Abs. 1 Nr. 1 BBVAnpG 1996/​1997 vom 24.03.1997 [120] um 1,3 %,
  • zum 1.01.1998 durch Art. 1 Abs. 1 Nr. 1 BBVAnpG 1998 vom 06.08.1998 [121] um 1,5 %,
  • zum 1.06.1999 durch Art. 1 Abs. 1 Nr. 1 BBVAnpG 1999 vom 19.11.1999 [122] um 2,9 %,
  • durch Art. 1 Abs. 1 Nr. 1 BBVAnpG 2000 vom 19.04.2001 [123] zum 1.01.2001 um 1,8 % und zum 1.01.2002 um 2,2 %,
  • durch Art. 1 bis 3 BBVAnpG 2003/​2004 vom 10.09.2003 [14] zum 1.04.2003 um 2,4 %, zum 1.04.2004 um 1,0 % und zum 1.08.2004 um 1,0 %
  • erhöht.

    Mit Wir­kung zum 1.12 2003 wur­de Beam­ten in der Besol­dungs­grup­pe A 9 durch § 6 Abs. 1 SZG-NRW eine jähr­li­che Son­der­zah­lung in Höhe von 50 % aus den nach dem Besol­dungs­recht für den Monat Dezem­ber maß­ge­ben­den Bezü­gen gewährt. Das SoZuwG, das zuletzt im Jahr 2002 eine jähr­li­che Son­der­zu­wen­dung in Höhe von 86,31 % der für Dezem­ber 2002 maß­ge­ben­den Bezü­ge vor­sah (§ 6 Abs. 1 SoZuwG), war durch Art. 18 Abs. 1 Nr. 1 BBVAnpG 2003/​2004 auf­ge­ho­ben wor­den. Die dar­aus resul­tie­ren­de Kür­zung der Son­der­zah­lung ent­spricht (unter wei­te­rer Berück­sich­ti­gung einer Ein­mal­zah­lung von 185 € im Jahr 2003) einer fik­ti­ven Besol­dungs­kür­zung von 2,82 % für das Jahr 2003.

    Dar­aus ergibt sich ein Anstieg der A 9‑Besoldung in dem Zeit­raum 1989 bis 2003 um 36,83 % und in dem Zeit­raum 1990 bis 2004 um 37,66 %

    Die Strei­chung des Urlaubs­gel­des in Höhe von 255, 65 € durch Auf­he­bung des Urlaubs­geld­ge­set­zes (vgl. Art. 18 Abs. 1 Nr. 2 BBVAnpG 2003/​2004) ab dem Jahr 2004 kann wegen mini­ma­ler Aus­wir­kun­gen auf den Ver­gleichs­zeit­raum rech­ne­risch an die­ser Stel­le eben­so ver­nach­läs­sigt wer­den wie die Ein­mal­zah­lung in Höhe von 50 € im Jahr 2004.

    Die Ver­diens­te der Tarif­be­schäf­tig­ten im öffent­li­chen Dienst der Län­der stie­gen aus­weis­lich der vom Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt vor­ge­leg­ten Daten in den Jah­ren 1989 bis 2003 um 41,6 % und in den Jah­ren 1990 bis 2004 um 42,5 % Die durch­schnitt­li­chen Brut­to­mo­nats­ver­diens­te stie­gen zwi­schen 1989 und 2003 um 37,9 % und zwi­schen 1990 und 2004 um 35,2 % Der Ver­brau­cher­preis­in­dex stieg in Nord­rhein-West­fa­len zwi­schen 1989 und 2003 um 36,1 % und zwi­schen 1990 und 2004 um 34,6 %

    Ins­ge­samt stellt sich damit die Dif­fe­renz zwi­schen der Ent­wick­lung der Tarif­ein­kom­men, des Nomi­nal­lohn­in­dex und des Ver­brau­cher­preis­in­dex einer­seits und der Besol­dungs­ent­wick­lung ande­rer­seits in Rela­ti­on zur Besol­dungs­ent­wick­lung wie folgt dar: Die Ent­wick­lung der Besol­dung blieb aus­ge­hend von der Basis 100 im Jahr 1988 im Jahr 2003 um 3,49 % hin­ter dem Anstieg der Tarif­ver­diens­te und um 0,78 % hin­ter dem Anstieg des Nomi­nal­lohn­in­dex zurück. Der Anstieg des Ver­brau­cher­preis­in­dex fiel hin­ter den Anstieg der Besol­dung um 0,54 % zurück. Die Ent­wick­lung der Besol­dung blieb aus­ge­hend von der Basis 100 im Jahr 1989 im Jahr 2004 um 3,52 % hin­ter dem Anstieg der Tarif­ver­diens­te zurück. Der Anstieg des Nomi­nal­lohn­in­dex fiel um 1,82 % und der des Ver­brau­cher­preis­in­dex um 2,27 % hin­ter den Anstieg der Besol­dung zurück. Damit ist hin­sicht­lich kei­nes die­ser drei Para­me­ter die Gren­ze einer 5 %-igen Abwei­chung von der Besol­dungs­ent­wick­lung über­schrit­ten.

    Einem sys­tem­in­ter­nen Besol­dungs­ver­gleich lässt sich ein Abschmel­zen der Abstän­de zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen und ‑ord­nun­gen, das eine unan­ge­mes­se­ne Ali­men­ta­ti­on der Beam­ten der Besol­dungs­grup­pe A 9 indi­zie­ren könn­te, eben­falls nicht ent­neh­men. So betrug der Abstand zwi­schen dem Grund­ge­halts­satz der Besol­dungs­grup­pe A 9 und dem Grund­ge­halts­satz der Besol­dungs­grup­pe A 5 (jeweils End­stu­fe) in den Jah­ren 1998 und 2003 etwa 33 % Für die Jah­re 1999 und 2004 ergibt sich kein ande­rer Befund.

    Aus einem Quer­ver­gleich mit ande­ren Län­dern ergibt sich wegen der in den Jah­ren 2003 und 2004 hin­sicht­lich der Grund­ge­halts­sät­ze als zen­tra­lem Gehalts­be­stand­teil bun­des­ein­heit­li­chen Besol­dung auf der Grund­la­ge des BBesG a.F. eben­falls kein Indiz dafür, dass die Bezü­ge in Nord­rhein-West­fa­len in den Jah­ren 2003 und 2004 evi­dent unan­ge­mes­sen waren.

    Es sind auch kei­ne wei­te­ren Umstän­de ersicht­lich, aus denen sich bei der gebo­te­nen Gesamt­ab­wä­gung eine evi­den­te Unan­ge­mes­sen­heit der Bezü­ge ergibt. Zwar ent­spricht die Kür­zung der Son­der­zah­lung im Jahr 2003 einer rea­len Besol­dungs­ab­sen­kung in Höhe von 2,82 % Ange­sichts der Anhe­bung der Bezü­ge zum 1.04.2003 um 2,4 % sowie der Gewäh­rung einer Ein­mal­zah­lung in die­sem Jahr in Höhe von 185 € beläuft sich der Ein­kom­mens­ver­lust brut­to auf etwa 0,5 % gegen­über dem Vor­jahr. Dass eine ein­ma­li­ge Kür­zung in die­ser Höhe ver­fas­sungs­recht­lich nicht mehr hin­nehm­bar wäre, ist in die­sem kon­kre­ten Fall nicht zwei­fels­frei erkenn­bar. Dabei ist zu berück­sich­ti­gen, dass in dem Zeit­raum der Jah­re 1989 bis 2003 die Besol­dung ein wenig stär­ker als die Ver­brau­cher­prei­se und nur gering­fü­gig schwä­cher als der Nomi­nal­lohn­in­dex und in dem Zeit­raum der Jah­re 1990 bis 2004 die Besol­dung stär­ker als der Nomi­nal­lohn­in­dex und der Ver­brau­cher­preis­in­dex gestie­gen ist. Die Anhe­bung der Kos­ten­dämp­fungs­pau­scha­le zum 1.01.2003 um 50 % auf 150 € in den Besol­dungs­grup­pen A 7 bis A 11 und auf 300 € in den Besol­dungs­grup­pen A 12 und höher (vgl. § 12a Abs. 1 der Ver­ord­nung über die Gewäh­rung von Bei­hil­fen in Krank­heits, Geburts- und Todes­fäl­len Nord­rhein-West­fa­len in der durch Art. II des Geset­zes über die Fest­stel­lung des Haus­halts­plans des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len für das Haus­halts­jahr 2003 [Haus­halts­ge­setz 2003] und des Geset­zes zur Ände­rung der Ver­ord­nung über die Gewäh­rung von Bei­hil­fen in Krank­heits, Geburts- und Todes­fäl­len [Bei­hil­fen­ver­ord­nung – BVO] vom 18.12 2002 geän­der­ten Fas­sung [143]) begrün­det bei der gege­be­nen Besol­dungs­ent­wick­lung eben­falls nicht die Annah­me eines Ver­fas­sungs­ver­sto­ßes.

    Ein Ver­stoß gegen den rela­ti­ven Schutz des Ali­men­ta­ti­ons­prin­zips ange­sichts der Kür­zung der Besol­dung um 0,5 % im Jahr 2003 liegt in den bei­den ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­räu­men eben­falls nicht vor. Zwar ist es ver­fas­sungs­recht­lich nicht unbe­denk­lich, dass der Lan­des­ge­setz­ge­ber in der Begrün­dung des Gesetz­ent­wurfs zum SZG-NRW kei­ne umfas­sen­den Berech­nun­gen und Ver­glei­che mit sämt­li­chen Para­me­tern einer amts­an­ge­mes­se­nen Besol­dung ange­stellt bezie­hungs­wei­se sol­che nicht doku­men­tiert hat [144]. Aller­dings tra­fen den Lan­des­ge­setz­ge­ber in der Pha­se der Teil­fö­de­ra­li­sie­rung zwi­schen den Jah­ren 2003 und 2006 wegen der zwi­schen Bund und Län­dern geteil­ten Ali­men­ta­ti­ons­ver­ant­wor­tung auch nur ein­ge­schränk­te Begrün­dungs­pflich­ten, weil er für die Bemes­sung des zen­tra­len Gehalts­be­stand­teils, die Grund­ge­halts­sät­ze, nicht zustän­dig war. Im Übri­gen lag aus mate­ri­el­ler Sicht die allei­ni­ge Ursa­che der in ihrem Umfang über­schau­ba­ren Besol­dungs­kür­zung in der Kür­zung der Son­der­zah­lung. Die­ser Besol­dungs­be­stand­teil steht im Rah­men einer ins­ge­samt amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­ta­ti­on grund­sätz­lich zur Dis­po­si­ti­on des Besol­dungs­ge­setz­ge­bers.

    Ergeb­nis: Beam­ten­be­sol­dung in Nord­rhein-West­fa­len (Besol­dungs­grup­pen A12/​A13 im Jahr 2003)[↑]

    Auch die Vor­schrif­ten über die Besol­dung in den Besol­dungs­grup­pen A 12/​A 13 im Jahr 2003 in Nord­rhein-West­fa­len [4] waren mit Art. 33 Abs. 5 GG in der bis zum 31.08.2006 gel­ten­den Fas­sung ver­ein­bar. Hin­sicht­lich des ers­ten, zwei­ten, drit­ten und fünf­ten Para­me­ters kann auf die Aus­füh­run­gen in dem Ver­fah­ren 2 BvL 19/​09 ver­wie­sen wer­den. Die Grund­ge­halts­sät­ze in den Besol­dungs­grup­pen A 12/​A 13 stie­gen im streit­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum näm­lich wir­kungs­gleich mit denen der Besol­dungs­grup­pe A 9. Dass die Grund­ge­halts­sät­ze in den Besol­dungs­grup­pen A 13 und höher erst mit Wir­kung zum 1.06.1992 und nicht wie die der unte­ren Besol­dungs­grup­pen zum 1.05.1992 um 5,4 % erhöht wur­den (vgl. § 1 Abs. 1 Nr. 1 des Art. 2 BBVAnpG 1992 vom 23.03.1993 [139]) und dass sich die Anpas­sung in den Besol­dungs­grup­pen A 12 und höher durch Art. 1 Nr. 2 BBVAnpG 2003/​2004 vom 10.09.2003 [14] um 2,4 % erst zum 1.07.2003 und nicht wie in den unte­ren Besol­dungs­grup­pen bereits zum 1.04.2003 voll­zog, kann bei der hie­si­gen Berech­nung ver­nach­läs­sigt wer­den. Hin­sicht­lich der Gewäh­rung einer Son­der­zah­lung und der Ein­mal­zah­lung erge­ben sich eben­falls kei­ne Abwei­chun­gen. Einem Ver­gleich der Ent­wick­lung des Abstands zwi­schen der A 13-Besol­dung und ande­ren Besol­dungs­grup­pen (vier­ter Para­me­ter) in den Jah­ren 1998 und 2003 kann ein Indiz für einen Ver­stoß gegen den Kern­ge­halt der Ali­men­ta­ti­on auch nicht ent­nom­men wer­den. So betrug der Abstand zwi­schen dem Grund­ge­halts­satz der Besol­dungs­grup­pe A 13 und dem Grund­ge­halts­satz der Besol­dungs­grup­pe A 5 (jeweils End­stu­fe) in den Jah­ren 1998 und 2003 etwa 105 % und zwi­schen dem Grund­ge­halts­satz der Besol­dungs­grup­pe A 13 und dem Grund­ge­halts­satz der Besol­dungs­grup­pe A 9 (jeweils Endstufe)in den Jah­ren 1998 und 2003 etwa 54 %

    Ergeb­nis: Beam­ten­be­sol­dung in Nie­der­sach­sen (Besol­dungs­grup­pen A9 im Jahr 2005)[↑]

    In Nie­der­sach­sen genüg­te in dem Jahr 2005 das Grund­ge­halt in der Besol­dungs­grup­pe A 9 noch den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen. Auch inso­weit fehlt es an aus­rei­chen­den Indi­zi­en dafür, dass die Bezü­ge ver­fas­sungs­recht­lich nicht mehr akzep­ta­bel waren. Sons­ti­ge Grün­de, die für eine evi­dent unzu­rei­chen­de Besol­dung spre­chen könn­ten, lie­gen eben­falls nicht vor. Auch ein Ver­stoß gegen den rela­ti­ven Schutz des Ali­men­ta­ti­ons­prin­zips ist nicht gege­ben.

    Ein Indiz für die evi­den­te Unan­ge­mes­sen­heit der Ali­men­ta­ti­on ergibt sich ledig­lich aus einer Gegen­über­stel­lung der Anpas­sung der Besol­dung mit der Ent­wick­lung der Ein­kom­men der Tarif­be­schäf­tig­ten im öffent­li­chen Dienst und dem Ver­gleich mit der Ent­wick­lung des Ver­brau­cher­preis­in­dex. Die Vor­aus­set­zun­gen der wei­te­ren Para­me­ter für einen Ver­stoß gegen den Kern des Ali­men­ta­ti­ons­prin­zips (Ver­gleich mit der Ent­wick­lung des Nomi­nal­lohn­in­dex, Abstands­ge­bot und Quer­ver­gleich mit ande­ren Län­dern) lie­gen nicht vor.

    Die Ent­wick­lung der Grund­ge­halts­sät­ze zuzüg­lich Son­der­zah­lun­gen in der Besol­dungs­grup­pe A 9 in Nie­der­sach­sen stellt sich für den hier zu betrach­ten­den ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum 1991 bis 2005 fol­gen­der­ma­ßen dar:

    Die Grund­ge­halts­sät­ze wur­den

  • zum 1.03.1991 um 6,0 % durch § 2 Abs. 1 Nr. 1 des Art. 1 BBVAnpG 1991 vom 21.02.1992 [138],
  • zum 1.05.1992 um 5,4 % durch § 1 Abs. 1 Nr. 1 des Art. 2 BBVAnpG 1992 vom 23.03.1993 [139],
  • zum 1.05.1993 um 3,0 % durch § 1 Abs. 1 Nr. 1 des Art. 2 BBVAnpG 1993 vom 20.12 1993 [140],
  • zum 1.01.1995 um 2,0 % durch § 1 Abs. 1 Nr. 1 des Art. 2 BBVAnpG 1994 vom 24.08.1994 [141],
  • zum 1.05.1995 um 3,2 % durch § 1 Abs. 1 Nr. 1 des Art. 2 BBVAnpG 1995 vom 18.12 1995 [142],
  • zum 1.03.1997 durch Art. 1 Abs. 1 Nr. 1 BBVAnpG 1996/​1997 vom 24.03.1997 [120] um 1,3 %,
  • zum 1.01.1998 durch Art. 1 Abs. 1 Nr. 1 BBVAnpG 1998 vom 06.08.1998 [121] um 1,5 %,
  • zum 1.06.1999 durch Art. 1 Abs. 1 Nr. 1 BBVAnpG 1999 vom 19.11.1999 [122] um 2,9 %,
  • durch Art. 1 Abs. 1 Nr. 1 BBVAnpG 2000 vom 19.04.2001 [123] zum 1.01.2001 um 1,8 % und zum 1.01.2002 um 2,2 %
  • sowie durch Art. 1 bis 3 BBVAnpG 2003/​2004 vom 10.09.2003 [14] zum 1.04.2003 um 2,4 % sowie zum 1.04.2004 um 1,0 % und zum 1.08.2004 um 1,0 %

erhöht.

Für das Jahr 2003 wur­de den nie­der­säch­si­schen Beam­ten eine (ein­ma­li­ge) Son­der­zah­lung in Höhe von 65 % der für den Monat Dezem­ber 2003 maß­ge­ben­den Bezü­ge gewährt (vgl. § 13 Abs. 2 NBesG, ein­ge­fügt durch Art. 1 Nr. 4 Nds. Bes­ÄndG). Das SoZuwG, das zuletzt im Jahr 2002 eine jähr­li­che Son­der­zu­wen­dung in Höhe von 86,31 % der für Dezem­ber 2002 maß­ge­ben­den Bezü­ge vor­sah (§ 6 Abs. 1 SoZuwG), war durch Art. 18 Abs. 1 Nr. 1 BBVAnpG 2003/​2004 auf­ge­ho­ben wor­den. Mit Wir­kung vom 01.01.2004 erhiel­ten Beam­te der Besol­dungs­grup­pe A 9 eine monat­li­che Son­der­zah­lung in Höhe von 4,17 % der berück­sich­ti­gungs­fä­hi­gen Bezü­ge (vgl. § 8 NBesG in der Fas­sung des Art. 1 Nr. 3 Nds. Bes­ÄndG). Im Jahr 2005 wur­de die jähr­li­che Son­der­zah­lung für die Besol­dungs­grup­pen A 9 und höher gestri­chen (vgl. § 8 NBesG in der Fas­sung des Art. 5 Nr. 1 NHhBgG 2005).

Die Strei­chung der jähr­li­chen Son­der­zah­lung von ursprüng­lich 86,31 % der für Dezem­ber 2002 maß­ge­ben­den Bezü­ge ent­spricht einer fik­ti­ven Besol­dungs­kür­zung von 6,71 % für das Jahr 2005. Dar­aus ergibt sich ein Anstieg der A 9‑Besoldung in dem Zeit­raum 1990 bis 2005 um 29,93 % Wie­der­um kann die Strei­chung des Urlaubs­gel­des zum Jahr 2004 rech­ne­risch ver­nach­läs­sigt wer­den.

In dem­sel­ben Zeit­raum stie­gen in Nie­der­sach­sen die Ver­diens­te der Tarif­be­schäf­tig­ten im öffent­li­chen Dienst der Län­der um 40,1 %, der Nomi­nal­lohn­in­dex um 25,2 % und der Ver­brau­cher­preis­in­dex um 36,8 %.

Damit betrug aus­ge­hend von der Basis 100 im Jahr 1990 im Jahr 2005 die Dif­fe­renz zwi­schen dem Anstieg der Tarif­ver­diens­te und der Besol­dung 7,83 % und zwi­schen dem Ver­brau­cher­preis­in­dex und der Besol­dung 5,29 % Gleich­zei­tig blieb der Anstieg des Nomi­nal­lohn­in­dex um 3,78 % hin­ter dem Anstieg der Besol­dung zurück. Damit ist hin­sicht­lich des ers­ten und drit­ten Para­me­ters die Gren­ze einer 5 %-igen Abwei­chung von der Besol­dungs­ent­wick­lung über­schrit­ten und hin­sicht­lich des zwei­ten Para­me­ters deut­lich unter­schrit­ten.

Einem sys­tem­in­ter­nen Besol­dungs­ver­gleich lässt sich ein Abschmel­zen der Abstän­de zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen und ‑ord­nun­gen, das eine unan­ge­mes­se­ne Ali­men­ta­ti­on der Beam­ten der Besol­dungs­grup­pe A 9 indi­zie­ren könn­te, nicht ent­neh­men. So betrug der Abstand zwi­schen dem Grund­ge­halts­satz der Besol­dungs­grup­pe A 9 und dem Grund­ge­halts­satz der Besol­dungs­grup­pe A 5 (jeweils Endstufe)in den Jah­ren 2000 und 2005 in Nie­der­sach­sen etwa 32 %.

Aus einem Quer­ver­gleich mit ande­ren Län­dern ergibt sich wegen der im Jahr 2005 hin­sicht­lich der Grund­ge­halts­sät­ze als zen­tra­lem Gehalts­be­stand­teil (noch) bun­des­ein­heit­li­chen Besol­dung auf der Grund­la­ge des BBesG a.F. eben­falls kein Indiz dafür, dass die Bezü­ge in Nie­der­sach­sen im Jahr 2005 evi­dent unan­ge­mes­sen waren.

Unge­ach­tet des Umstan­des, dass der Ver­gleich der Tarif­ent­wick­lung im öffent­li­chen Dienst und des Ver­brau­cher­preis­in­dex mit der Besol­dungs­ent­wick­lung für das Jahr 2005 einen Ver­stoß gegen den Kern des Ali­men­ta­ti­ons­prin­zips indi­ziert, waren die Bezü­ge in der Besol­dungs­grup­pe A 9 in Nie­der­sach­sen noch nicht evi­dent unan­ge­mes­sen. So stieg die Besol­dung in dem betrach­te­ten Zeit­raum deut­lich stär­ker als der Nomi­nal­lohn­in­dex und weder aus dem sys­tem­in­ter­nen noch aus dem län­der­über­grei­fen­den Besol­dungs­ver­gleich erge­ben sich Anhalts­punk­te für ein ver­fas­sungs­wid­ri­ges Ali­men­ta­ti­ons­ni­veau.

Es sind auch kei­ne wei­te­ren Umstän­de ersicht­lich, die bei der gebo­te­nen Gesamt­ab­wä­gung für eine evi­den­te Unan­ge­mes­sen­heit der Bezü­ge spre­chen. Zwar ent­spricht die suk­zes­si­ve Strei­chung der Son­der­zah­lung zwi­schen den Jah­ren 2003 und 2005 einer rea­len Besol­dungs­ab­sen­kung in Höhe von 6,71 %. Ange­sichts der Anhe­bung der Bezü­ge zum 1.04.2003 um 2,4 %, zum 1.04.2004 um 1,0 % und zum 1.08.2004 um 1,0 % sowie der Gewäh­rung einer Ein­mal­zah­lung im Jahr 2003 in Höhe von 185 € und in Höhe von 50 € im Jahr 2004 belief sich der Ein­kom­mens­ver­lust brut­to im Jahr 2005 auf etwa 2,55 % gegen­über dem Jahr 2002. Dass eine ein­ma­li­ge Kür­zung in die­ser Höhe ver­fas­sungs­recht­lich nicht mehr hin­nehm­bar wäre, ist in die­sem kon­kre­ten Fall nicht zwei­fels­frei erkenn­bar. Die ledig­lich vor­über­ge­hen­de Ein­füh­rung einer Kos­ten­dämp­fungs­pau­scha­le für den Zeit­raum vom 01.01.1999 bis 31.12 2001 in Höhe von 200 DM für Beam­te der Besol­dungs­grup­pe A 9 gemäß § 87c Abs. 4 des Nie­der­säch­si­schen Beam­ten­ge­set­zes (ein­ge­fügt durch Art. 14 Nr. 2 des Haus­halts­be­gleit­ge­set­zes 1999 des Lan­des Nie­der­sach­sen vom 21.01.1999 [145]) genügt bei der gege­be­nen Besol­dungs­ent­wick­lung eben­falls nicht für die Annah­me eines Ver­fas­sungs­ver­sto­ßes. Durch Art. 4 Nr. 4 des Haus­halts­be­gleit­ge­set­zes 2002 vom 18.12 2001 [146] ist die Kür­zung der Bei­hil­fe um eine Kos­ten­dämp­fungs­pau­scha­le mit Wir­kung vom 01.01.2002 auf­ge­ho­ben wor­den.

Ein Ver­stoß gegen den rela­ti­ven Schutz des Ali­men­ta­ti­ons­prin­zips ange­sichts der schritt­wei­sen Kür­zung der Besol­dung zwi­schen den Jah­ren 2003 und 2005 liegt aus den zu dem Ver­fah­ren 2 BvL 19/​09 aus­ge­führ­ten Grün­den unge­ach­tet des Umstan­des, dass der Lan­des­ge­setz­ge­ber in der Begrün­dung des Gesetz­ent­wurfs zur Neu­fas­sung des § 8 NBesG kei­ne umfas­sen­den Berech­nun­gen und Ver­glei­che mit sämt­li­chen Para­me­tern einer amts­an­ge­mes­se­nen Besol­dung ange­stellt bezie­hungs­wei­se sol­che nicht doku­men­tiert hat [147], nicht vor.

Kei­ne Nich­tig­erklä­rung der Säch­si­schen Besol­dungs­nor­men[↑]

Der Ver­stoß einer Norm gegen das Grund­ge­setz kann ent­we­der zur Nich­tig­erklä­rung (vgl. § 82 Abs. 1 i.V.m. § 78 BVerfGG) oder dazu füh­ren, dass das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die mit der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit gege­be­ne Unver­ein­bar­keit der Norm mit dem Grund­ge­setz fest­stellt (vgl. § 82 Abs. 1 i.V.m. § 79 Abs. 1 und § 31 Abs. 2 BVerfGG). Eine Nich­tig­erklä­rung hät­te zur Fol­ge, dass es für die Besol­dung an der gesetz­li­chen Grund­la­ge feh­len wür­de, der es mit Blick auf den ver­fas­sungs­recht­lich vor­ge­ge­be­nen und ein­fach­recht­lich etwa in § 2 Abs. 1 BBesG ange­ord­ne­ten Geset­zes­vor­be­halt bedarf. Damit wür­de ein Zustand geschaf­fen, der von der ver­fas­sungs­mä­ßi­gen Ord­nung noch wei­ter ent­fernt wäre als der bis­he­ri­ge [148].

Stellt das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die Unver­ein­bar­keit einer Norm oder meh­re­rer Nor­men mit dem Grund­ge­setz fest, folgt dar­aus grund­sätz­lich die Ver­pflich­tung des Gesetz­ge­bers, die Rechts­la­ge rück­wir­kend ver­fas­sungs­ge­mäß umzu­ge­stal­ten. Aus­nah­men von die­ser Regel­fol­ge der Unver­ein­bar­keit hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt wie­der­holt bei haus­halts­wirt­schaft­lich bedeut­sa­men Nor­men bejaht [149]. Spe­zi­ell bei besol­dungs­recht­li­chen Nor­men gilt es zu beach­ten, dass die Ali­men­ta­ti­on des Beam­ten der Sache nach die Befrie­di­gung eines gegen­wär­ti­gen Bedarfs aus gegen­wär­tig zur Ver­fü­gung ste­hen­den Haus­halts­mit­teln dar­stellt. Eine all­ge­mei­ne rück­wir­ken­de Behe­bung des Ver­fas­sungs­ver­sto­ßes ist daher mit Blick auf die Beson­der­hei­ten des Beam­ten­ver­hält­nis­ses nicht gebo­ten [150]. Eine rück­wir­ken­de Behe­bung ist jedoch sowohl hin­sicht­lich der Klä­ge­rin des Aus­gangs­ver­fah­rens als auch hin­sicht­lich etwai­ger Klä­ger erfor­der­lich, über deren Anspruch noch nicht abschlie­ßend ent­schie­den wor­den ist [151].

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 17. Novem­ber 2015 – 2 BvL 19/​092 BvL 20/​092 BvL 5/​13 und 2 BvL 20/​14

  1. BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[][]
  2. OVG NRW, Beschlüs­se vom 09.07.2009 – 1 A 1525/​08 und 1 A 1695/​08[]
  3. BVerfG – 2 BvL 19/​09[]
  4. BVerfG – 2 BvL 20/​09[][]
  5. VG Hal­le, Beschluss vom 22.02.2012 – 5 A 55/​12 HAL[]
  6. BVerfG – 2 BvL 5/​13[][][][]
  7. VG Braun­schweig, Beschluss vom 03.04.2014 – 7 A 219/​12[]
  8. BVerfG – 2 BvL 20/​14[][][][]
  9. BGBl I S.206[]
  10. BGBl I S. 3020[][][][]
  11. BGBl I S. 3642[][][][]
  12. BGBl I S. 1780[][][]
  13. BBVAnpG 2003/​2004[]
  14. BGBl I S. 1798[][][][][]
  15. BGBl I S. 686[][][]
  16. BGBl I S. 3082[]
  17. GVBl S. 696[]
  18. LT-Drucks. 13/​4313, S. 1, 17[]
  19. GVBl S. 2[]
  20. LT-Drucks. 3/​9111, S. 13[]
  21. GVBl S. 387, 402[][]
  22. SächsGVBl. S. 2[]
  23. LT-Drucks. 5/​3195, S. 115[]
  24. GVBl S. 372[]
  25. GVBl S. 244[]
  26. LT-Drucks. 15/​389, S. 4[]
  27. GVBl S. 664[]
  28. LT-Drucks. 15/​1340, S. 6, 18[]
  29. BGBl I S.2034[][][]
  30. BVerfG – 2 BvL 19/​09 und 2 BvL 20/​09[][]
  31. GVBl S. 50[]
  32. GVBl S. 327[][]
  33. GVBl S. 170[][]
  34. vgl. auch BVerfGE 130, 263, 290[]
  35. vgl. BVerw­GE 131, 20, 28 f.[]
  36. Sächs. GVBl. Sei­te 327[][]
  37. Sächs. GVBl. S. 170[]
  38. Sächs. GVBl. Sei­te 170[]
  39. Sächs. GVBl., S. 402[]
  40. BGBl. I Sei­te 3020[][][][][][][]
  41. BGBl. I Sei­te 1798[][][][]
  42. GVBl. NRW, S. 696[][]
  43. BGBl.I Sei­te 1798[]
  44. vgl. dazu BVerfGE 119, 247, 272 f.; 121, 205, 232[]
  45. vgl. BVerfGE 8, 1, 16; 117, 330, 349; 119, 247, 263, 269; 130, 263, 292; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. 92; stRspr[]
  46. vgl. BVerfGE 106, 225, 232; 117, 330, 344; 130, 263, 292; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. 92[]
  47. vgl. BVerfGE 99, 300, 314; 107, 218, 236 f.; 117, 330, 344; 119, 247, 266; 130, 263, 292; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. 92[]
  48. vgl. BVerfGE 8, 1, 14; 107, 218, 238; 117, 330, 351; 119, 247, 269; 130, 263, 292; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. 93[]
  49. vgl. BVerfGE 44, 249, 265 f.; 99, 300, 315; 107, 218, 237; 114, 258, 288; 130, 263, 292; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. 93[]
  50. vgl. BVerfGE 99, 300, 321[]
  51. vgl. BVerfGE 83, 89, 98; 117, 330, 350; 130, 52, 67; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. 93[]
  52. vgl. BVerfGE 8, 1, 22 f.; 114, 258, 288; 117, 372, 381; 121, 241, 261; 130, 263, 294; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. 94[]
  53. vgl. BVerfGE 81, 363, 375 f.; 130, 263, 294; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. 94[]
  54. vgl. BVerfGE 44, 249, 264 ff.; 117, 330, 352; 130, 263, 294; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. 94[]
  55. vgl. BVerfGE 117, 330, 352; 130, 263, 294; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. 94[]
  56. vgl. BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. 94[]
  57. vgl. BVerfGE 103, 310, 320; 117, 330, 353; 121, 241, 261; 130, 263, 294; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. 95[]
  58. vgl. BVerfGE 65, 141, 148 f.; 103, 310, 319 f.; 110, 353, 364 f.; 117, 330, 353; 130, 263, 294 f.; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. 96[]
  59. vgl. BVerfGE 44, 249, 263, 267 f.; 114, 258, 288 f.; 130, 263, 295[]
  60. vgl. BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[][][][][][][][][][][][][][][][][][][][][][][][]
  61. vgl. BVerfGE 130, 263, 292 f.; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. 98[]
  62. BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. 98[]
  63. vgl. BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. 99[]
  64. vgl. BVerfGE 114, 258, 293; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[]
  65. vgl. BVerfGE 114, 258, 293 f.; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.; fer­ner BVerfGK 12, 189, 202[]
  66. vgl. Bam­ber­ger, ZBR 2008, S. 361, 363; Lind­ner, ZBR 2014, S. 9, 10[]
  67. vgl. BVerfGK 12, 189, 202[]
  68. vgl. BVerfGE 114, 258, 287; 119, 247, 269; 130, 263, 292[]
  69. vgl. BVerfGE 107, 218, 238; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[]
  70. vgl. BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. mit Ver­weis auf Stutt­mann, DVBl 2014, S. 746, 749[]
  71. vgl. BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. unter Ver­weis auf BT-Drs. 18/​477, S. 11[]
  72. vgl. BVerfGE 44, 249, 266, 272; 81, 363, 376; 99, 300, 321; 107, 218, 237; 114, 258, 286; 117, 330, 350[]
  73. vgl. BVerfGE 8, 1, 14; 44, 249, 265 f.; 117, 330, 351; 119, 247, 269; 130, 263, 292[]
  74. vgl. BVerfGE 44, 249, 275; 117, 330, 351 f.[]
  75. vgl. BVerfGE 130, 263, 293 f.; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[][]
  76. vgl. BVerfGE 114, 258, 293; 117, 330, 355; 130, 263, 293; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[]
  77. vgl. BVerfGE 130, 263, 293; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[]
  78. vgl. BVerfGE 117, 330, 355; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[]
  79. vgl. BVerfGE 44, 249, 264[]
  80. vgl. BVerfGE 81, 363, 382 f.; 99, 300, 321 f.[]
  81. vgl. dazu für den Fami­li­en­zu­schlag bei Beam­ten mit mehr als zwei Kin­dern BVerfGE 99, 300, 321 f.; vgl. auch BVerfGE 107, 218, 242 f.[]
  82. vgl. BVerfGE 120, 125, 156 f., zur Berück­sich­ti­gung von pri­va­ten Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rungs­bei­trä­gen als Son­der­auf­wen­dun­gen mit Hin­blick auf die Steu­er­frei­heit des Exis­tenz­mi­ni­mums[]
  83. vgl. die Berech­nun­gen bei Stutt­mann, NVwZ 2015 S. 1007, 1014[]
  84. vgl. BVerfGE 30, 90, 103; 93, 319, 349[]
  85. vgl. BVerfGE 44, 249, 265 f.; 114, 258, 287 f.; 119, 247, 269; 130, 263, 293; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[]
  86. vgl. BVerfGE 114, 258, 294; 130, 263, 293; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[]
  87. vgl. BVerfGE 114, 258, 293 f.; 117, 330, 354; 119, 247, 268; 130, 263, 293 f.; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.; BVerfGK 12, 189, 202; 12, 253, 263 f.[][]
  88. vgl. BVerfGE 44, 249, 265; 99, 300, 315; 114, 258, 288; 130, 263, 292; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[]
  89. vgl. BVerfGE 6, 132, 164[]
  90. vgl. BVerfGE 7, 155, 162; 119, 247, 260 f.; stRspr[]
  91. vgl. BVerfGE 119, 247, 261 m.w.N.[]
  92. vgl. BVerfGE 121, 205, 226; 130, 263, 296; BVerfG, Beschluss vom 26.11.2010 – 2 BvR 2435/​10, NVwZ 2011, S. 746, 747[]
  93. vgl. BVerfGE 7, 155, 163[]
  94. vgl. BVerfGE 119, 247, 261; 121, 205, 221[]
  95. vgl. auch BVerfGE 121, 205, 221[]
  96. vgl. BVerfGE 119, 247, 264; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[]
  97. vgl. BVerfGE 130, 263, 299; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[]
  98. vgl. BVerfGE 83, 89, 99; 106, 225, 232[]
  99. vgl. BVerfGE 83, 89, 98; 106, 225, 233; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[]
  100. vgl. BVerfGE 117, 330, 351 f.; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.; BVerfGK 12, 253, 260 f.[]
  101. vgl. BVerfGE 58, 68, 78; 106, 225, 233; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[]
  102. vgl. BVerfGE 39, 196, 200 f.; 121, 241, 261; vgl. zur pas­sen­den Bezeich­nung als „Kor­re­lat“ des Dienst­herrn für die mit der Beru­fung in das Beam­ten­ver­hält­nis ver­bun­de­ne Pflicht des Beam­ten, unter Ein­satz sei­ner gan­zen Per­sön­lich­keit die­sem – grund­sätz­lich auf Lebens­zeit – sei­ne vol­le Arbeits­kraft zur Ver­fü­gung zu stel­len BVerfGE 37, 167, 179, 70, 69, 80; 119, 247, 264[]
  103. vgl. BVerfGE 114, 258, 298; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[]
  104. vgl. BVerfGE 76, 256, 298; 114, 258, 298; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[]
  105. vgl. BVerfGE 39, 196, 202; 114, 258, 298[]
  106. vgl. BVerfGE 105, 73, 115, 125; 114, 258, 298[]
  107. vgl. BVerfGE 130, 263, 294; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[]
  108. BGBl I S. 2248[]
  109. vgl. Kube, in: Maunz/​Dürig, Grund­ge­setz, Art. 143d Rn. 14 [Janu­ar 2010] mit Ver­weis auf BT-Drs. 16/​12410, S. 13; Rei­mer, in: Epping/​Hillgruber, Beck­OK GG, Art. 143d Rn. 9 [März 2015][]
  110. vgl. BVerfGE 129, 124, 170; 132, 195, 245[]
  111. vgl. BVerfGE 44, 249, 264 f.; 76, 256, 311; 81, 363, 378; 99, 300, 320; 114, 258, 291; 117, 372, 388; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.; stRspr[]
  112. vgl. Wolff, ZBR 2005, S. 361, 368[]
  113. vgl. BVerfGE 8, 1, 12 ff.; 18, 159, 166 f.; 70, 69, 79 f.; 76, 256, 310; 114, 258, 289; 130, 263, 295 f.; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[]
  114. vgl. BVerfGE 76, 256, 311; 114, 258, 288 f.; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[]
  115. vgl. BVerfGE 44, 249, 264 f.; 76, 256, 311; 81, 363, 378; 99, 300, 320; 114, 258, 291; 117, 372, 388; stRspr[]
  116. vgl. BVerfGE 76, 256, 311; 114, 258, 291 f.[]
  117. vgl. BVerfGE 130, 263, 302; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[]
  118. vgl. BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a., mit Ver­weis auf Schmidt-Aßmann, in: Hoff­mann-Rie­m/­Schmidt-Aßman­n/­Voß­kuh­le (Hrsg.), Grund­la­gen des Ver­wal­tungs­rechts, Bd. II, 2. Aufl.2012, § 27 Rn. 61; anders für den Fall des Grund­rechts auf Gewähr­leis­tung eines men­schen­wür­di­gen Exis­tenz­mi­ni­mums aus Art. 1 Abs. 1 GG i.V.m. Art.20 Abs. 1 GG, BVerfGE 132, 134, 162 f. Rn. 70; 137, 34, 73 f. Rn. 77 und das Grund­recht der Wis­sen­schafts­frei­heit aus Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG, BVerfG, Beschluss vom 12.05.2015 – 1 BvR 1501/​13 u.a. 61[]
  119. BVerfG – 2 BvL 19/​09 und 20/​09[]
  120. BGBl I S. 590[][][]
  121. BGBl I S.2026[][][]
  122. BGBl I S. 2198[][][]
  123. BGBl I S. 618[][][]
  124. GVBl S. 3[]
  125. GVBl S. 327, 329[][]
  126. GVBl S.194[]
  127. GVBl S. 397[]
  128. GVBl S. 370[]
  129. GMBl 2001 S. 918[]
  130. BGBl I S. 1666[]
  131. BGBl I S. 3926[]
  132. vgl. BVerfGK 12, 189 ? Ver­sor­gungs­rück­la­ge; BVerfGE 114, 258 ? Absen­kung Ruhe­ge­halts­satz[]
  133. vgl. LT-Drucks. 5/​3195, S. 115[][][]
  134. vgl. Tabel­le 3 der Volks­wirt­schaft­li­chen Gesamt­rech­nun­gen für Sach­sen des Sta­tis­ti­schen Lan­des­am­tes des Frei­staa­tes Sach­sen „Brut­to­in­lands­pro­dukt und Brut­to­wert­schöp­fung in jewei­li­gen Prei­sen im Frei­staat Sach­sen 2008 bis 2014 nach Wirt­schafts­be­rei­chen und ‑abschnit­ten“[]
  135. GVBl S. 243[]
  136. GVBl S. 502[]
  137. BGBl I S. 2363[]
  138. BGBl I S. 266[][]
  139. BGBl I S. 342[][][]
  140. BGBl I S. 2139[][]
  141. BGBl I S. 2229[][]
  142. BGBl I S.1942[][]
  143. GVBl S. 655[]
  144. vgl. LT-Drucks. 13/​4313, S. 1, 17[]
  145. GVBl S. 10[]
  146. GVBl S. 806[]
  147. vgl. LT-Drucks. 15/​1340, S. 18[]
  148. BVerfGE 119, 331, 382 f.; 125, 175, 255 f.; 130, 263, 312; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.194[]
  149. vgl. BVerfGE 93, 121, 148; 105, 73, 134; 117, 1, 70; 130, 263, 312 f.; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.195[]
  150. vgl. BVerfGE 81, 363, 383 ff.; 99, 300, 330 f.; 130, 263, 313; BVerfG, Urteil vom 05.05.2005 – 2 BvL 17/​09 u.a.195[]
  151. vgl. BVerfGE 99, 300, 331; 130, 263, 313; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.195[]