Unter­be­zahl­te säch­si­sche Beam­te

Die Bezü­ge säch­si­scher Beam­ter der Besol­dungs­grup­pe A 10 im Jahr 2011 waren ver­fas­sungs­wid­rig.

Unter­be­zahl­te säch­si­sche Beam­te

Mit die­ser auf Rich­ter­vor­la­gen ver­schie­de­ner Ver­wal­tungs­ge­rich­te ergan­ge­nen Ent­schei­dung knüpft das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt an sein Urteil zur Besol­dung der Rich­ter und Staats­an­wäl­te (R‑Besoldung) vom 05.05.2015 1 an, des­sen ver­fas­sungs­recht­li­cher Maß­stab auf die A-Besol­dung im Wesent­li­chen über­trag­bar ist. Die Grund­ge­halts­sät­ze der Besol­dungs­grup­pe A 10 in Sach­sen im Jahr 2011 sind mit Art. 33 Abs. 5 GG unver­ein­bar. Der Lan­des­ge­setz­ge­ber hat ver­fas­sungs­kon­for­me Rege­lun­gen mit Wir­kung spä­tes­tens vom 01.07.2016 an zu tref­fen.

Anders die Situa­ti­on in Nord­rhein-West­fa­len und in Nie­der­sach­sen: Dort bil­lig­te das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die zu sei­ner Über­prü­fung gestell­ten Bezü­ge: Die Grund­ge­halts­sät­ze der Besol­dungs­grup­pe A 9 in Nord­rhein-West­fa­len in den Jah­ren 2003 und 2004 sowie A 12 und A 13 im Jahr 2003 sind hin­ge­gen mit Art. 33 Abs. 5 GG ver­ein­bar, eben­so die Grund­ge­halts­sät­ze der Besol­dungs­grup­pe A 9 in Nie­der­sach­sen im Jahr 2005.

Inhalts­über­sicht


Die Rich­ter­vor­la­gen[↑]

Gegen­stand der Ent­schei­dung sind ins­ge­samt vier Ver­fah­ren der kon­kre­ten Nor­men­kon­trol­le zur Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit der A‑Besoldung von Beam­ten aus den Bun­des­län­dern Sach­sen, Nord­rhein-West­fa­len und Nie­der­sach­sen:

  • Die bei­den – inzwi­schen sie­ben Jah­re alte – Vor­la­gen des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts für das Land Nord­rhein-West­fa­len 2 betref­fen die Fra­ge, ob die Ali­men­ta­ti­on nord­rhein-west­fä­li­scher Beam­ter
    • eines Jus­tiz­voll­zug­samts­in­spek­tors der Besol­dungs­grup­pe A 9 in den Jah­ren 2003 und 2004 3 und
    • eines Ober­amts­an­walts der Besol­dungs­grup­pen A 12 und A 13 im Jahr 2003 4

    ver­fas­sungs­ge­mäß war.

  • Die Vor­la­ge des Ver­wal­tungs­ge­richts Hal­le 5 bezieht sich auf die Ali­men­ta­ti­on einer Lan­des­in­spek­to­rin der Besol­dungs­grup­pe A 10 nach dem säch­si­schen Besol­dungs­ge­setz im Jahr 2011 6; für die bei der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Mit­tel­deutsch­land in Hal­le beschäf­tig­te Klä­ge­rin des Aus­gangs­ver­fah­rens ist das Besol­dungs­recht des Frei­staa­tes Sach­sen maß­geb­lich.
  • Gegen­stand der Vor­la­ge des Ver­wal­tungs­ge­richts Braun­schweig 7 ist die Fra­ge, ob die Ali­men­ta­ti­on eines Steu­er­amts­in­spek­tors in der Besol­dungs­grup­pe A 9 in Nie­der­sach­sen im Jahr 2005 ver­fas­sungs­ge­mäß war 8.

Ent­wick­lung der Beam­ten­be­sol­dung[↑]

Von 1971 bis 2003 war für die Besol­dung der Beam­ten allein der Bun­des­ge­setz­ge­ber zustän­dig. Er hat­te von sei­ner kon­kur­rie­ren­den Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz in Art. 74a Abs. 1 a.F. GG für die Besol­dung und Ver­sor­gung der Ange­hö­ri­gen des öffent­li­chen Diens­tes (ein­ge­fügt durch Art. 1 Nr. 1 des Acht­und­zwan­zigs­ten Geset­zes zur Ände­rung des Grund­ge­set­zes vom 18.03.1971 9) durch den Erlass des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes abschlie­ßend Gebrauch gemacht. Bis zum Jahr 2003 war auch die Gewäh­rung einer jähr­li­chen Son­der­zu­wen­dung (soge­nann­tes Weih­nachts­geld) und eines jähr­li­chen Urlaubs­gel­des bun­des­ein­heit­lich gere­gelt. Nach § 67 Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz (in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 06.08.2002 – BBesG a.F. – 10) erhiel­ten die Beam­ten eine Son­der­zu­wen­dung nach beson­de­rer bun­des­ge­setz­li­cher Rege­lung; glei­ches galt nach § 68a BBesG a.F. bezüg­lich des Urlaubs­gel­des.

Die Son­der­zu­wen­dung war im Gesetz über die Gewäh­rung einer jähr­li­chen Son­der­zu­wen­dung (Son­der­zu­wen­dungs­ge­setz – SoZuwG) in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 15.12 1998 11 gere­gelt. Nach § 6 Abs. 1 Satz 1 SoZuwG wur­de der Grund­be­trag in Höhe der nach dem Besol­dungs­recht für den Monat Dezem­ber maß­ge­ben­den Bezü­ge gewährt, wobei gemäß § 13 SoZuwG ein Bemes­sungs­fak­tor galt, der sich nach dem Ver­hält­nis der Bezü­ge im Dezem­ber 1993 zu den­je­ni­gen im Dezem­ber des lau­fen­den Jah­res errech­ne­te. Im Jahr 2002 betrug die jähr­li­che Son­der­zu­wen­dung 86,31 % des für Dezem­ber 2002 maß­ge­ben­den Grund­be­tra­ges. Bei Fort­gel­tung die­ser Rege­lung hät­te die Son­der­zu­wen­dung im Jahr 2003 84,29 % der Dezem­ber­be­zü­ge betra­gen.

Das Urlaubs­geld war im Gesetz über die Gewäh­rung eines jähr­li­chen Urlaubs­gel­des (Urlaubs­geld­ge­setz – UrlGG) in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 16.05.2002 12 gere­gelt. Beam­te zähl­ten zu dem nach § 1 Abs. 1 UrlGG berech­tig­ten Per­so­nen­kreis. Die Bestim­mung lau­te­te:

§ 1 – Berech­tig­ter Per­so­nen­kreis

(1) Ein jähr­li­ches Urlaubs­geld erhal­ten nach die­sem Gesetz

  1. Bun­des­be­am­te, Beam­te der Län­der, der Gemein­den, der Gemein­de­ver­bän­de sowie der sons­ti­gen der Auf­sicht eines Lan­des unter­ste­hen­den Kör­per­schaf­ten, Anstal­ten und Stif­tun­gen des öffent­li­chen Rechts; aus­ge­nom­men sind die Ehren­be­am­ten und die Beam­ten auf Wider­ruf, die neben­bei ver­wen­det wer­den, sowie ent­pflich­te­te Hoch­schul­leh­rer,
  2. Rich­ter des Bun­des und der Län­der; aus­ge­nom­men sind die ehren­amt­li­chen Rich­ter,
  3. Berufs­sol­da­ten und Sol­da­ten auf Zeit mit Anspruch auf Besol­dung oder Aus­bil­dungs­geld (§ 30 Abs. 2 des Sol­da­ten­ge­set­zes).

Die­ses Gesetz gilt nicht für die öffent­lich-recht­li­chen Reli­gi­ons­ge­sell­schaf­ten und ihre Ver­bän­de.

§ 2 UrlGG regel­te die Vor­aus­set­zun­gen eines Urlaubs­geld­an­spruchs wie folgt:

§ 2 – Anspruchs­vor­aus­set­zun­gen

(1) Vor­aus­set­zung für den Anspruch ist, dass der Berech­tig­te

  1. am ers­ten all­ge­mei­nen Arbeits­tag des Monats Juli in einem der in § 1 Abs. 1 bezeich­ne­ten Rechts­ver­hält­nis­se steht und nicht für den gesam­ten Monat Juli ohne Bezü­ge beur­laubt ist und
  2. seit dem ers­ten all­ge­mei­nen Arbeits­tag des lau­fen­den Jah­res unun­ter­bro­chen bei einem öffent­lich-recht­li­chen Dienst­herrn (§ 29 Abs. 1 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes) in einem Dienst, Arbeits- oder Aus­bil­dungs­ver­hält­nis steht oder gestan­den hat.

Sind die Anspruchs­vor­aus­set­zun­gen nach Num­mer 1 nur des­halb nicht erfüllt, weil wegen einer Eltern­zeit kein Anspruch auf Bezü­ge besteht, so ist dies in dem Kalen­der­jahr unschäd­lich, in dem Dienst- oder Anwär­ter­be­zü­ge für min­des­tens drei vol­le Kalen­der­mo­na­te des ers­ten Kalen­der­halb­jah­res zuge­stan­den haben oder Dienst- oder Anwär­ter­be­zü­ge unmit­tel­bar nach Been­di­gung der Eltern­zeit wie­der zuste­hen. Auf die War­te­zeit nach Num­mer 2 wird der wäh­rend die­ser Zeit geleis­te­te Wehr- oder Zivil­dienst ange­rech­net.

(2) Die Vor­aus­set­zun­gen des Absat­zes 1 Nr. 2 gel­ten auch als erfüllt für die Zeit zwi­schen der Been­di­gung eines Beam­ten­ver­hält­nis­ses oder eines öffent­lich-recht­li­chen Aus­bil­dungs­ver­hält­nis­ses kraft Rechts­vor­schrift oder all­ge­mei­ner Ver­wal­tungs­an­ord­nung infol­ge Bestehens einer Lauf­bahn­prü­fung (Abschluss­prü­fung) und der Begrün­dung eines Dienst- oder Arbeits­ver­hält­nis­ses bei einem öffent­lich-recht­li­chen Dienst­herrn, längs­tens bis zum ers­ten all­ge­mei­nen Arbeits­tag des auf die Lauf­bahn­prü­fung fol­gen­den Monats.

Nach § 4 Abs. 1 UrlGG betrug das Urlaubs­geld für Beam­te der Besol­dungs­grup­pe A 9 und höher 255, 65 €. § 4 UrlGG lau­te­te:

§ 4 – Höhe des Urlaubs­gel­des

(1) Das Urlaubs­geld beträgt 255,65 €, für Beam­te und Sol­da­ten mit Grund­ge­halt aus den Besol­dungs­grup­pen A 1 bis A 8 332,34 €.

(2) Ein Berech­tig­ter, des­sen regel­mä­ßi­ge Arbeits­zeit oder des­sen Dienst und des­sen Bezü­ge ermä­ßigt wor­den sind, erhält ein im glei­chen Ver­hält­nis ver­rin­ger­tes Urlaubs­geld.

(3) Erhält der Berech­tig­te ein Urlaubs­geld aus einem ande­ren Beschäf­ti­gungs­ver­hält­nis, so ist die­se Leis­tung auf das nach die­sem Gesetz zuste­hen­de Urlaubs­geld anzu­rech­nen.

Ab dem Jahr 2002 gab es Bestre­bun­gen, die Beam­ten­be­sol­dung für eigen­stän­di­ge Rege­lun­gen der Län­der zu öff­nen, die schließ­lich in eine zunächst auf das Son­der­zah­lungs­recht begrenz­te Teil­fö­de­ra­li­sie­rung der Besol­dung mün­de­ten.

Die Teil­fö­de­ra­li­sie­rung des Besol­dungs­rechts wur­de voll­zo­gen durch das Gesetz über die Anpas­sung von Dienst- und Ver­sor­gungs­be­zü­gen in Bund und Län­dern 2003/​2004 sowie zur Ände­rung dienst­recht­li­cher Vor­schrif­ten 13 vom 10.09.2003 14. Durch Art. 18 Abs. 1 BBVAn­pG 2003/​2004 wur­den das Son­der­zu­wen­dungs­ge­setz und das Urlaubs­geld­ge­setz auf­ge­ho­ben. Art. 18 Abs. 2 BBVAn­pG 2003/​2004 regel­te ihre über­gangs­wei­se gel­ten­de wei­te­re Anwen­dung. Die Vor­schrift lau­te­te:

Arti­kel 18 – Auf­he­bung von Vor­schrif­ten

(1) Es wer­den auf­ge­ho­ben:

  1. das Gesetz über die Gewäh­rung einer jähr­li­chen Son­der­zu­wen­dung in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 15.12 1998 11, zuletzt geän­dert durch Arti­kel 3 des Geset­zes vom 16.02.2002 15, und
  2. das Urlaubs­geld­ge­setz in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 16.05.2002 12.

(2) Das Gesetz über die Gewäh­rung einer jähr­li­chen Son­der­zu­wen­dung in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 15.12 1998 11, zuletzt geän­dert durch Arti­kel 3 des Geset­zes vom 16.02.2002 15, und das Urlaubs­geld­ge­setz in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 16.05.2002 12 sind bis zum Inkraft­tre­ten bun­des- oder lan­des­ge­setz­li­cher Rege­lun­gen zur Gewäh­rung von jähr­li­chen Son­der­zah­lun­gen wei­ter anzu­wen­den.

(…)

Den Län­dern wur­de gemäß Art. 18 Abs. 2 in Ver­bin­dung mit Art. 13 Nr. 7 BBVAn­pG 2003/​2004 im Wege einer Neu­fas­sung des § 67 BBesG zugleich die Befug­nis ein­ge­räumt, eige­ne Rege­lun­gen bezüg­lich einer jähr­li­chen Son­der­zah­lung zu erlas­sen. Die­se "Öff­nungs­klau­sel" schreibt einen bun­des­ein­heit­li­chen Höchst­be­trag der Son­der­zah­lun­gen vor, gewährt dem Bund und den Län­dern aber im Übri­gen – hin­sicht­lich Höhe, Zweck, Struk­tur und Zah­lungs­wei­se – umfas­sen­de inhalt­li­che Gestal­tungs­frei­heit. Die Pas­sa­ge lau­tet:

Arti­kel 13 – Ände­rung des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes

Das Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 06.08.2002 16, zuletzt geän­dert durch Arti­kel 3 die­ses Geset­zes, wird wie folgt geän­dert:

1. – 6. (…)

7. § 67 wird wie folgt gefasst:

"§ 67 Jähr­li­che Son­der­zah­lun­gen

(1) Soweit der Bund oder die Län­der durch Gesetz jähr­li­che Son­der­zah­lun­gen gewäh­ren, dür­fen die­se im Kalen­der­jahr die Bezü­ge eines Monats nicht über­stei­gen. Dane­ben kann für jedes Kind eines Berech­tig­ten ein Son­der­be­trag bis zur Höhe von 25, 56 € gewährt wer­den. Bei den Bezü­gen nach Satz 1 sind die Aus­lands­dienst­be­zü­ge nach dem 5. Abschnitt, Zula­gen und Ver­gü­tun­gen nach den §§ 42a, 45, 47, 48, 50a und 51 sowie sons­ti­ge Ein­mal­zah­lun­gen nicht zu berück­sich­ti­gen. Abwei­chend von Satz 1 kann die jähr­li­che Son­der­zah­lung für die Besol­dungs­grup­pen A 2 bis A 8 um bis zu 332,34 € und für alle übri­gen Besol­dungs­grup­pen um bis zu 255,65 € erhöht wer­den.

(2) In der bun­des- oder lan­des­ge­setz­li­chen Rege­lung ist die Zah­lungs­wei­se zu bestim­men. Außer­dem kann fest­ge­legt wer­den, dass die Son­der­zah­lun­gen nach Absatz 1 Satz 1 und 3 ruhe­ge­halt­fä­hig sind. Gleich­zei­tig kann bestimmt wer­den, dass sie an den all­ge­mei­nen Anpas­sun­gen nach § 14 teil­neh­men."

8. (…)

Für die Jah­re 2003 und 2004 ent­hielt das BBVAn­pG 2003/​2004 spe­zi­el­le Rege­lun­gen, die neben die bereits zitier­ten Bestim­mun­gen tra­ten. Art. 1 Nr. 5 BBVAn­pG 2003/​2004 in Ver­bin­dung mit § 85 BBesG betraf die Ein­mal­zah­lung im Jahr 2003; Art. 2 Nr. 2 BBVAn­pG 2003/​2004 in Ver­bin­dung mit § 85 BBesG betraf die Ein­mal­zah­lung im Jahr 2004. Die­se Ein­mal­zah­lun­gen kamen als wei­te­rer Besol­dungs­be­stand­teil zu der sons­ti­gen Besol­dung in den Jah­ren 2003 bezie­hungs­wei­se 2004 hin­zu. Die betref­fen­den Vor­schrif­ten lau­ten:

Arti­kel 1 – Ände­rung des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes für das Jahr 2003

Das Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 06.08.2002 16, geän­dert durch Arti­kel 10 des Geset­zes vom 06.08.2002 17, wird wie folgt geän­dert:

1. – 4. (…)

5. Nach § 83 wer­den fol­gen­de §§ 84 und 85 ange­fügt:

" (…)

§ 85 Ein­mal­zah­lung im Jahr 2003

(1) Beam­te, Rich­ter und Sol­da­ten mit Anspruch auf Besol­dung für den gesam­ten Monat April 2003 und min­des­tens einen Tag im Monat Mai 2003 erhal­ten eine Ein­mal­zah­lung in Höhe von 7, 5 vom Hun­dert der Dienst­be­zü­ge, die ihnen im Monat März 2003 (Basis­mo­nat) zuge­stan­den haben, höchs­tens 185 €, soweit von der Ermäch­ti­gung nach Absatz 6 inner­halb von drei Mona­ten nach dem 16.09.2003 kein Gebrauch gemacht wird. Satz 1 gilt nicht für Emp­fän­ger von Bezü­gen aus der Besol­dungs­grup­pe B 11.

(…)

(6) Die Län­der wer­den ermäch­tigt, jeweils für ihren Bereich durch Gesetz zu regeln, dass die Ein­mal­zah­lung nach Absatz 1 für die Ämter der den Staats­se­kre­tä­ren des Bun­des ver­gleich­ba­ren Beam­ten in den Län­dern ent­spre­chend Absatz 1 Satz 2 bestimmt wer­den kann."

6. (…)

Arti­kel 2 – Ände­rung des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes für das Jahr 2004

Das Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz in der Fas­sung der Bekannt­ma­chung vom 06.08.2002 16, zuletzt geän­dert durch Arti­kel 1 die­ses Geset­zes, wird wie folgt geän­dert:

1. (…)

2. § 85 wird wie folgt gefasst:

"§ 85 Ein­mal­zah­lung im Jahr 2004

(1) Beam­te, Rich­ter und Sol­da­ten, die im Monat Novem­ber 2004 unun­ter­bro­chen bei dem­sel­ben Dienst­herrn in einem Beam­ten, Rich­ter- oder Sol­da­ten­ver­hält­nis ste­hen und min­des­tens für einen Tag in die­sem Monat Anspruch auf Besol­dung haben, erhal­ten eine Ein­mal­zah­lung in Höhe von 50 €, Anwär­ter in Höhe von 30 €, soweit von der Ermäch­ti­gung nach Absatz 4 inner­halb von drei Mona­ten nach dem 16.09.2003 kein Gebrauch gemacht wird. Satz 1 gilt nicht für Emp­fän­ger von Bezü­gen aus der Besol­dungs­grup­pe B 11."

(2) – 3. …

Beam­ten­be­sol­dung in Nord­rhein-West­fa­len vor der Föde­ra­lis­mus­re­form[↑]

Die drei Län­der, deren Besol­dungs­vor­schrif­ten ver­fah­rens­ge­gen­ständ­lich sind, haben von der Mög­lich­keit, jähr­li­che Son­der­zah­lun­gen in eige­ner Zustän­dig­keit für ihren Bereich neu zu regeln, in unter­schied­li­cher Wei­se Gebrauch gemacht.

Der nord­rhein-west­fä­li­sche Land­tag ver­ab­schie­de­te am 20.11.2003 als Art. I des Geset­zes über die Gewäh­rung einer Son­der­zah­lung und über die Bezü­ge der Staats­se­kre­tä­re und ent­spre­chen­der Ver­sor­gungs­emp­fän­ger in den Jah­ren 2003 und 2004 für das Land Nord­rhein-West­fa­len das Gesetz über die Gewäh­rung einer Son­der­zah­lung an Beam­te, Rich­ter und Ver­sor­gungs­emp­fän­ger für das Land Nord­rhein-West­fa­len (Son­der­zah­lungs­ge­setz NRW – SZG-NRW) 18. Das Gesetz, das am 30.11.2003 in Kraft trat, sah eine gegen­über der alten Rechts­la­ge gerin­ge­re jähr­li­che Son­der­zah­lung vor; ein geson­der­tes Urlaubs­geld wur­de nicht mehr gewährt. Nach § 6 des Geset­zes betrug der Grund­be­trag der Son­der­zah­lung für das Jahr 2003 für Beam­te der Besol­dungs­grup­pen A 9 und höher 50 % der für den Monat Dezem­ber maß­geb­li­chen Bezü­ge.

Die maß­geb­li­chen Vor­schrif­ten des SZG-NRW in der Fas­sung vom 30.11.2003 waren:

§ 1 – Gel­tungs­be­reich

(1) Eine jähr­li­che Son­der­zah­lung erhal­ten nach die­sem Gesetz

  1. Beam­tin­nen und Beam­te des Lan­des, der Gemein­den, der Gemein­de­ver­bän­de und der sons­ti­gen der Auf­sicht des Lan­des unter­ste­hen­den Kör­per­schaf­ten, Anstal­ten und Stif­tun­gen des öffent­li­chen Rechts; aus­ge­nom­men sind die Ehren­be­am­tin­nen und Ehren­be­am­ten,

(2) …

§ 2 – Anspruchs­vor­aus­set­zun­gen für Beam­te und Rich­ter

(1) Vor­aus­set­zung für den Anspruch ist, dass die Berech­tig­ten

  1. am 1.12 in einem der in § 1 Abs. 1 Nr. 1 und 2 bezeich­ne­ten Rechts­ver­hält­nis­se ste­hen,
  2. seit dem ers­ten nicht all­ge­mein frei­en Tag des Monats Okto­ber unun­ter­bro­chen oder im lau­fen­den Kalen­der­jahr ins­ge­samt sechs Mona­te bei einem öffent­lich-recht­li­chen Dienst­herrn (§ 29 Abs. 1 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes) in einem haupt­be­ruf­li­chen Dienst- oder Arbeits­ver­hält­nis oder einem Aus­bil­dungs­ver­hält­nis ste­hen oder gestan­den haben und
  3. min­des­tens bis ein­schließ­lich 31.03.des fol­gen­den Jah­res im Dienst die­ses Dienst­herrn ver­blei­ben, es sei denn, dass sie ein frü­he­res Aus­schei­den nicht selbst zu ver­tre­ten haben.

(2) – (6) …

§ 5 – Zusam­men­set­zung der Son­der­zah­lung

Die Son­der­zah­lung besteht aus einem Grund­be­trag und einem Son­der­be­trag für Kin­der.

§ 6 – Grund­be­trag für Beam­te und Rich­ter

(1) Der Grund­be­trag wird in den Jah­ren 2003, 2004 und 2005 für die Beam­tin­nen und Beam­ten der Besol­dungs­grup­pen A 2 bis A 6 in Höhe von 84, 29 vom Hun­dert, für die Beam­tin­nen und Beam­ten der Besol­dungs­grup­pen A 7 und A 8 sowie für die Emp­fän­ge­rin­nen und Emp­fän­ger von Anwär­ter­be­zü­gen in Höhe von 70 vom Hun­dert und im Übri­gen in Höhe von 50 vom Hun­dert aus den nach dem Besol­dungs­recht für den Monat Dezem­ber maß­ge­ben­den Bezü­gen berech­net und gewährt, und zwar auch dann, wenn der/​dem Berech­tig­ten die Bezü­ge für die­sen Monat nur teil­wei­se zuste­hen oder in den Fäl­len einer Beur­lau­bung ohne Dienst­be­zü­ge nicht zuste­hen. Ab dem Jahr 2006 tritt an die Stel­le der in Satz 1 genann­ten Vom­hun­dert­sät­ze der Vom­hun­dert­satz, der sich aus dem Ver­hält­nis der regel­mä­ßig anzu­pas­sen­den Bezü­ge nach dem Stand Dezem­ber 1993 und denen im Dezem­ber des lau­fen­den Jah­res errech­net. Das Finanz­mi­nis­te­ri­um wird ermäch­tigt, den jeweils maß­ge­ben­den Vom­hun­dert­satz fest­zu­set­zen.

(2) Bezü­ge im Sin­ne des Absat­zes 1 sind unter Berück­sich­ti­gung des § 6 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes

  1. das Grund­ge­halt, der Fami­li­en­zu­schlag, Amts, Stel­len, Aus­gleichs- und Über­lei­tungs­zu­la­gen, Leis­tungs­be­zü­ge für Pro­fes­so­ren sowie für haupt­be­ruf­li­che Lei­ter und Mit­glie­der von Lei­tungs­gre­mi­en an Hoch­schu­len, soweit die­se nicht als Ein­mal­zah­lun­gen gewährt wer­den, sowie Anwär­ter­be­zü­ge,

(3) …

(4) …

In der Begrün­dung zum Gesetz­ent­wurf vom 15.09.2003 wird die Lage der öffent­li­chen Haus­hal­te im Land, die ins­be­son­de­re auf­grund der nega­ti­ven wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung und der hohen Steu­er­aus­fäl­le äußerst ange­spannt sei, als Pro­blem benannt. Von der daher zwin­gend gebo­te­nen Ent­las­tung der Haus­hal­te von Land und Kom­mu­nen könn­ten die Per­so­nal­kos­ten als größ­ter Aus­ga­ben­block nicht aus­ge­nom­men wer­den; viel­mehr müs­se die Ent­las­tung auch einen ange­mes­se­nen Bei­trag der Beam­ten und Ver­sor­gungs­emp­fän­ger ein­schlie­ßen 19.

Beam­ten­be­sol­dung im Frei­staat Sach­sen vor der Föde­ra­lis­mus­re­form[↑]

In Sach­sen wur­de zum 1.01.2004 die Höhe der jähr­li­chen Son­der­zah­lung für Beam­te des geho­be­nen Diens­tes auf 1.200 € fest­ge­setzt; das Urlaubs­geld, das bis­her 255, 65 € betra­gen hat­te, ent­fiel durch die Auf­he­bung des UrlGG. Die maß­geb­li­chen Vor­schrif­ten des Säch­si­schen Geset­zes über die Gewäh­rung einer jähr­li­chen Son­der­zah­lung (Säch­si­sches Son­der­zah­lungs­ge­setz – SächsSZG) vom 06.01.2004 20 lau­te­ten:

§ 1 – Gel­tungs­be­reich

(1) Eine jähr­li­che Son­der­zah­lung nach die­sem Gesetz erhal­ten

  1. Beam­te des Frei­staa­tes Sach­sen, der Gemein­den, der Gemein­de­ver­bän­de, der Land­krei­se sowie der sons­ti­gen der Auf­sicht des Frei­staa­tes Sach­sen unter­ste­hen­den Kör­per­schaf­ten, Anstal­ten und Stif­tun­gen des öffent­li­chen Rechts,
  2. Rich­ter des Frei­staa­tes Sach­sen,
  3. Mit­glie­der der Staats­re­gie­rung,
  4. Ver­sor­gungs­emp­fän­ger, denen lau­fen­de Ver­sor­gungs­be­zü­ge zuste­hen, die der Frei­staat Sach­sen, eine Gemein­de, ein Gemein­de­ver­band, ein Land­kreis oder eine der sons­ti­gen der Auf­sicht des Frei­staa­tes Sach­sen unter­ste­hen­den Kör­per­schaf­ten, Anstal­ten und Stif­tun­gen des öffent­li­chen Rechts zu tra­gen hat.
  5. Aus­ge­nom­men von einer jähr­li­chen Son­der­zah­lung sind Ehren­be­am­te und ehren­amt­li­che Rich­ter.

    (2) Das Gesetz gilt nicht für öffent­lich-recht­li­che Reli­gi­ons­ge­sell­schaf­ten und ihre Ver­bän­de.

    § 2 – Anspruchs­vor­aus­set­zun­gen

    Vor­aus­set­zung für den Anspruch ist, dass der Berech­tig­te am 1.12 in einem der in § 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 bis 4 bezeich­ne­ten Rechts­ver­hält­nis­se steht.

    § 4 – Höhe der Son­der­zah­lung für Beam­te, Rich­ter und Mit­glie­der der Staats­re­gie­rung

    (1) Die Höhe der Son­der­zah­lung für Beam­te, Rich­ter und Mit­glie­der der Staats­re­gie­rung bemisst sich nach der Besol­dungs­grup­pe, die am 1.12 für die Bezü­ge­zah­lung maß­ge­bend ist. Sie beträgt

  1. im ein­fa­chen und mitt­le­ren Dienst
  2. im geho­be­nen Dienst
  3. im höhe­ren Dienst für die Besol­dungs­grup­pen A 13 bis A 16, C 1 bis C 3, R 1, R 2, W 1 und W 2:
  4. für die übri­gen Besol­dungs­grup­pen und Mit­glie­der der Staats­re­gie­rung
  5. für Anwär­ter

(2) Im Fal­le einer Teil­zeit­be­schäf­ti­gung wird die Son­der­zah­lung im glei­chen Ver­hält­nis wie die Arbeits­zeit gekürzt.

(3) Hat der Berech­tig­te nicht wäh­rend des gesam­ten Kalen­der­jah­res auf­grund einer Tätig­keit im Dienst eines öffent­lich-recht­li­chen Dienst­herrn (§ 29 Abs. 1 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes) Bezü­ge erhal­ten, ver­min­dert sich die Son­der­zah­lung für die Zei­ten, für die ihm kei­ne Bezü­ge zuge­stan­den haben. Die Min­de­rung beträgt für jeden vol­len Monat ein Zwölf­tel. Dabei wer­den meh­re­re Zeit­räu­me zusam­men­ge­zählt und in die­sem Fal­le der Monat zu 30 Tagen gerech­net. Der Zah­lung von Bezü­gen steht die Zah­lung von Mut­ter­schafts­geld nach dem Mut­ter­schutz­ge­setz in der jeweils gel­ten­den Fas­sung wäh­rend eines Arbeits­ver­hält­nis­ses zu einem öffent­lich-recht­li­chen Dienst­herrn gleich. Für die Dau­er einer Eltern­zeit unter­bleibt die Min­de­rung bis zur Voll­endung des zwölf­ten Lebens­mo­nats des Kin­des, wenn am Tage vor Antritt der Eltern­zeit Anspruch auf Bezü­ge aus einem Rechts­ver­hält­nis nach Satz 1 bestan­den hat.

(4) Erhält der Berech­tig­te eine der Son­der­zah­lung nach die­sem Gesetz ver­gleich­ba­re Leis­tung oder eine ver­gleich­ba­re tarif­li­che Leis­tung, ver­min­dert sich die Son­der­zah­lung ent­spre­chend.

Nach der Begrün­dung des Gesetz­ent­wurfs 21 soll­te ein voll­stän­di­ger Sys­tem­wech­sel voll­zo­gen wer­den mit einer Ver­ein­heit­li­chung der Son­der­zah­lun­gen für Besol­dungs- und Ver­sor­gungs­emp­fän­ger mit Anspruch auf Bezü­ge nach dem Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz bezie­hungs­wei­se Beam­ten­ver­sor­gungs­ge­setz unmit­tel­bar und für die­je­ni­gen mit Anspruch auf Bezü­ge nach dem Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz bezie­hungs­wei­se Beam­ten­ver­sor­gungs­ge­setz in Ver­bin­dung mit der Zwei­ten Ver­ord­nung über besol­dungs­recht­li­che Über­gangs­re­ge­lun­gen nach Her­stel­lung der Ein­heit Deutsch­lands (Zwei­te Besol­dungs-Über­gangs­ver­ord­nung – 2. BesÜV a.F.) bezie­hungs­wei­se der Ver­ord­nung über beam­ten­ver­sor­gungs­recht­li­che Über­gangs­re­ge­lun­gen nach Her­stel­lung der Ein­heit Deutsch­lands (Beam­ten­ver­sor­gungs-Über­gangs­ver­ord­nung – BeamtVÜV). Zugleich soll­te im Hin­blick auf Dere­gu­lie­rung und Ver­wal­tungs­ver­ein­fa­chung der Rege­lungs­in­halt wesent­lich gekürzt und trans­pa­rent gestal­tet wer­den. An die Stel­le der bei­den Bun­des­ge­set­ze und der bei­den Leis­tun­gen Son­der­zu­wen­dung und Urlaubs­geld soll­te im Frei­staat Sach­sen ein Gesetz über die Gewäh­rung einer ein­zi­gen Son­der­zah­lung tre­ten. Um den ver­än­der­ten all­ge­mei­nen sozia­len, wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Rah­men­be­din­gun­gen im Frei­staat Sach­sen Rech­nung zu tra­gen, soll­te die Höhe der künf­ti­gen Son­der­zah­lung unter das bis­he­ri­ge Niveau von Urlaubs­geld und jähr­li­cher Son­der­zah­lung abge­senkt wer­den. Die Besol­dungs- und Ver­sor­gungs­emp­fän­ger soll­ten damit einen soli­da­ri­schen Bei­trag zur Haus­halts­kon­so­li­die­rung leis­ten.

Durch Art. 27 des Geset­zes beglei­ten­der Rege­lun­gen zum Dop­pel­haus­halt 2011/​2012 (Haus­halts­be­gleit­ge­setz 2011/​2012 – HBG 2011/​2012) vom 15.12 2010 22, in Kraft getre­ten am 1.01.2011, wur­de das SächsSZG auf­ge­ho­ben. Die­se Vor­schrift lau­tet wie folgt:

Das Säch­si­sche Gesetz über die Gewäh­rung einer jähr­li­chen Son­der­zah­lung (Säch­si­sches Son­der­zah­lungs­ge­setz – SächsSZG) vom 06.01.2004 23 wird auf­ge­ho­ben.

Die Geset­zes­be­grün­dung 24 recht­fer­tigt die Maß­nah­me mit der gerin­gen Wirt­schafts­kraft, der hohen Arbeits­lo­sig­keit im Frei­staat Sach­sen und dem nied­ri­gen Bezahl­ni­veau für ver­gleich­ba­re Beschäf­tig­te außer­halb des öffent­li­chen Diens­tes. Das grund­ge­setz­li­che Ver­schul­dungs­ver­bot in Ver­bin­dung mit der pro­gnos­ti­zier­ten lang­fris­ti­gen Ein­nah­me­ent­wick­lung im Frei­staat Sach­sen erfor­de­re eine nach­hal­ti­ge Anpas­sung der Struk­tu­ren und Prü­fung sämt­li­cher Aus­ga­ben. Auch von den Beam­ten des Frei­staa­tes Sach­sen wer­de inso­weit ein Bei­trag erwar­tet.

Beam­ten­be­sol­dung in Nie­der­sach­sen vor der Föde­ra­lis­mus­re­form[↑]

Das Land Nie­der­sach­sen mach­te erst­mals mit dem Gesetz zur Ände­rung besol­dungs- und ande­rer dienst­recht­li­cher Vor­schrif­ten und des Minis­ter­ge­set­zes vom 31.10.2003 (Nds. Bes­ÄndG) 25 von sei­ner Besol­dungs­kom­pe­tenz Gebrauch.

Nr. 4 Nds. Bes­ÄndG, in Kraft getre­ten am 8.11.2003, füg­te einen neu­en § 13 in das Nie­der­säch­si­sche Besol­dungs­ge­setz (NBesG) vom 05.06.1997 26 ein, nach dem für das Jahr 2003 eine (ein­ma­li­ge) Son­der­zah­lung in Höhe von 65 % der für den Monat Dezem­ber 2003 maß­ge­ben­den Bezü­ge gewährt wur­de. § 13 NBesG lau­te­te:

§ 13 – Besol­dungs- und ver­sor­gungs­recht­li­che Über­gangs­vor­schrif­ten

(1) Das Bun­des­be­sol­dungs- und ‑ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­setz 2003/​2004 gilt für die durch Lan­des­recht bestimm­ten Emp­fän­ge­rin­nen und Emp­fän­ger von Dienst- oder Ver­sor­gungs­be­zü­gen aus den Besol­dungs­grup­pen B 9 und B 10 nicht, soweit dadurch die Grund­ge­halts­sät­ze und Amts­zu­la­gen in den Jah­ren 2003 und 2004 erhöht und Ein­mal­zah­lun­gen fest­ge­legt wer­den.

(2) Für das Jahr 2003 wer­den Son­der­zah­lun­gen als Ein­mal­zah­lung in Anwen­dung des Geset­zes über die Gewäh­rung einer jähr­li­chen Son­der­zu­wen­dung in der Fas­sung vom 15.12 1998 11, zuletzt geän­dert durch Arti­kel 3 des Geset­zes vom 16.02.2002 15, geleis­tet; der nach des­sen § 13 Satz 1 anzu­wen­den­de Bemes­sungs­fak­tor beträgt 0, 65.

Im Jahr 2004 bestimm­te sich die Son­der­zah­lung nach § 8 NBesG (§ 8 NBesG a.F.; ein­ge­fügt durch Art. 1 Nr. 3 Nds. Bes­ÄndG mit Wir­kung vom 01.01.2004), der eine monat­li­che Son­der­zah­lung in Höhe von 4,17 % der berück­sich­ti­gungs­fä­hi­gen Bezü­ge – dies ent­spricht bei Betrach­tung des gesam­ten Kalen­der­jah­res 2004 etwa 50 % eines Monats­be­zu­ges – vor­sah. Nied­ri­ge­re Besol­dungs­grup­pen (A 2 bis A 8) erhiel­ten im Inter­es­se des sozia­len Aus­gleichs zusätz­lich einen Erhö­hungs­be­trag in Form eines Fest­be­trags von 120 €, der im Monat Juli mit dem Son­der­zah­lungs­be­trag aus­be­zahlt wur­de. § 8 NBesG a.F. hat­te fol­gen­den Inhalt:

§ 8 – Son­der­zah­lun­gen

(1) Beam­tin­nen, Beam­te, Rich­te­rin­nen und Rich­ter erhal­ten neben ihren monat­li­chen Dienst- oder Anwär­ter­be­zü­gen monat­lich eine Son­der­zah­lung (§ 67 BBesG) in Höhe von 4, 17 vom Hun­dert die­ser Bezü­ge. Zula­gen und Ver­gü­tun­gen nach den §§ 42 a, 45, 47, 48, 50 a und 51 BBesG, Aus­lands­dienst­be­zü­ge nach dem 5. Abschnitt des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes sowie Ein­mal­zah­lun­gen gehö­ren nicht zu den Bezü­gen im Sin­ne des Sat­zes 1. In den Besol­dungs­grup­pen A 2 bis A 8 erhöht sich die Son­der­zah­lung für den Monat Juli um 120 €.

(2) Ver­sor­gungs­emp­fän­ge­rin­nen und Ver­sor­gungs­emp­fän­ger erhal­ten neben ihren monat­li­chen Ver­sor­gungs­be­zü­gen eine monat­li­che Son­der­zah­lung (§ 50 Abs. 4 des Beam­ten­ver­sor­gungs­ge­set­zes – BeamtVG) in Höhe von 4, 17 vom Hun­dert die­ser Bezü­ge. Satz 1 gilt nicht für Per­so­nen, die einen Unter­halts­bei­trag auf­grund eines Gna­den­er­wei­ses oder einer Dis­zi­pli­nar­ent­schei­dung oder Über­gangs­geld nach § 47 oder 47 a BeamtVG erhal­ten. Für die Berech­nung nach Satz 1 sind die monat­li­chen Ver­sor­gungs­be­zü­ge vor der Anwen­dung von Ruhens- und Anrech­nungs­vor­schrif­ten zugrun­de zu legen. Nicht zu den Bezü­gen im Sin­ne des Sat­zes 1 gehö­ren die Zuschlä­ge nach den §§ 50 a bis 50 e BeamtVG und Ein­mal­zah­lun­gen.

(3) Berech­tig­te nach den Absät­zen 1 und 2 erhal­ten für jedes Kind, für das ihnen in Bezug auf den Monat Juli ein Fami­li­en­zu­schlag gewährt wird, eine jähr­li­che Son­der­zah­lung in Höhe von 25,56 €. Wai­sen, denen der Fami­li­en­zu­schlag zusteht, erhal­ten die jähr­li­che Son­der­zah­lung selbst. Die jähr­li­che Son­der­zah­lung wird mit den Bezü­gen für den Monat Juli gezahlt.

Der Gesetz­ent­wurf 27 bezweck­te, von der durch das BBVAn­pG 2003/​2004 eröff­ne­ten selbst­stän­di­gen Gestal­tungs­be­fug­nis Gebrauch zu machen mit dem Ziel, einen Bei­trag des öffent­li­chen Diens­tes zur Kon­so­li­die­rung des Haus­halts zu leis­ten.

Im ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Jahr 2005 rich­te­te sich die Son­der­zah­lung nach der gemäß Art. 5 Nr. 1 des Nie­der­säch­si­schen Haus­halts­be­gleit­ge­set­zes (NHh­BgG) 2005 vom 17.12 2004 28 vor­ge­nom­me­nen Neu­re­ge­lung des § 8 NBesG (§ 8 NBesG n.F.). An die Stel­le der im Jahr 2004 ein­ge­führ­ten monat­li­chen Son­der­zah­lung und des Erhö­hungs­be­tra­ges trat mit Wir­kung vom 01.01.2005 für Emp­fän­ger von Dienst­be­zü­gen nied­ri­ge­rer Besol­dungs­grup­pen (A 2 bis A 8) eine jähr­li­che Son­der­zah­lung in Höhe von 420 €, die neben den Dienst­be­zü­gen für den Monat Dezem­ber gezahlt wur­de. Für die übri­gen Besol­dungs­grup­pen wur­de die jähr­li­che Son­der­zah­lung gestri­chen; ledig­lich ein kin­der­be­zo­ge­ner Betrag in Höhe von 25,56 € pro Kind blieb bestehen. In der so geän­der­ten Fas­sung lau­te­te § 8 NBesG:

§ 8 – Jähr­li­che Son­der­zah­lun­gen

(1) Beam­tin­nen und Beam­te in den Besol­dungs­grup­pen A2 bis A8 erhal­ten neben ihren Dienst­be­zü­gen für den Monat Dezem­ber eine jähr­li­che Son­der­zah­lung in Höhe von 420 €. § 6 Abs.1 BBesG gilt ent­spre­chend.

(2) Beam­tin­nen, Beam­te, Rich­te­rin­nen, Rich­ter, Ver­sor­gungs­emp­fän­ge­rin­nen und Ver­sor­gungs­emp­fän­ger erhal­ten neben ihren Dienst, Anwär­ter- oder Ver­sor­gungs­be­zü­gen für den Monat Dezem­ber für jedes Kind, für das ihnen in Bezug auf den Monat Dezem­ber ein Fami­li­en­zu­schlag gewährt wird, eine jähr­li­che Son­der­zah­lung in Höhe von 25,56 €. Wai­sen, denen der Fami­li­en­zu­schlag zusteht, erhal­ten die­se Son­der­zah­lung selbst.

Aus­weis­lich der Geset­zes­be­grün­dung 29 sei­en auf­grund der über­aus ange­spann­ten haus­halts­wirt­schaft­li­chen Situa­ti­on und der damit ver­bun­de­nen Ver­schär­fung der Kon­so­li­die­rungs­er­for­der­nis­se aber­mals struk­tu­rel­le Ein­grif­fe in den Lan­des­haus­halt in Form einer Redu­zie­rung der Per­so­nal­aus­ga­ben not­wen­dig.

Beam­ten­be­sol­dung nach der Föde­ra­lis­mus­re­form[↑]

Im Jahr 2006 ging infol­ge der soge­nann­ten Föde­ra­lis­mus­re­form I die Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz für die Beam­ten­be­sol­dung und ‑ver­sor­gung auf die Län­der über.

Das Gesetz zur Ände­rung des Grund­ge­set­zes (Art. 22, 23, 33, 52, 72, 73, 74, 74a, 75, 84, 85, 87c, 91a, 91b, 93, 98, 104a, 104b, 105, 107, 109, 125a, 125b, 125c, 143c) vom 28.08.2006 30 führ­te mit Wir­kung vom 01.09.2006 zu einer föde­ra­len Neu­ord­nung der dienst­recht­li­chen Rege­lungs­kom­pe­ten­zen. Durch Art. 1 Nr. 8 des Ände­rungs­ge­set­zes wur­de unter ande­rem der im Jahr 1971 ein­ge­füg­te Art. 74a GG (vgl. Art. I Nr. 1 des 28. Geset­zes zur Ände­rung des Grund­ge­set­zes vom 18.03.1971, BGBl I S.206) auf­ge­ho­ben, der dem Bund die kon­kur­rie­ren­de Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz für die Besol­dung und Ver­sor­gung aller Ange­hö­ri­gen des öffent­li­chen Diens­tes zuge­wie­sen hat­te. An die Stel­le des in die­ser Bestim­mung zum Aus­druck kom­men­den Grund­sat­zes der bun­des­ein­heit­li­chen Besol­dung und Ver­sor­gung trat die Rege­lung in Art. 74 Abs. 1 Nr. 27 GG, wonach der Bund die kon­kur­rie­ren­de Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz über "die Sta­tus­rech­te und ‑pflich­ten der Beam­ten der Län­der, Gemein­den und ande­ren Kör­per­schaf­ten des öffent­li­chen Rechts sowie der Rich­ter in den Län­dern mit Aus­nah­me der Lauf­bah­nen, Besol­dung und Ver­sor­gung" inne­hat. Nach der Über­gangs­vor­schrift des Art. 125a Abs. 1 GG gilt das Bun­des­be­sol­dungs­ge­setz als Bun­des­recht fort; es kann aber durch Lan­des­recht ersetzt wer­den.

Die Vor­la­gen des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts für das Land Nord­rhein-West­fa­len 31 bezie­hen sich auf die Kalen­der­jah­re 2003 und 2004, die Vor­la­ge des Ver­wal­tungs­ge­richts Braun­schweig bezieht sich auf das Jahr 2005 8, also jeweils auf Zeit­räu­me der zwi­schen Bund und Län­dern geteil­ten Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz im Besol­dungs­recht. Die Vor­la­ge des Ver­wal­tungs­ge­richts Hal­le 6 betrifft das Kalen­der­jahr 2011, also einen Zeit­raum, in dem die Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz für die Besol­dung der Beam­ten der Län­der aus­schließ­lich bei den Län­dern lag.

Beam­ten­be­sol­dung in Nord­rhein-West­fa­len nach der Föde­ra­lis­mus­re­form[↑]

Grund­la­ge der Besol­dung der Beam­ten in Nord­rhein-West­fa­len in den Jah­ren 2003 und 2004 war das BBesG a.F.

§ 1 BBesG a.F. regel­te den per­so­nel­len und sach­li­chen Anwen­dungs­be­reich des Geset­zes:

§ 1 – Gel­tungs­be­reich

(1) Die­ses Gesetz regelt die Besol­dung der

  1. Bun­des­be­am­ten, der Beam­ten der Län­der, der Gemein­den, der Gemein­de­ver­bän­de sowie der sons­ti­gen der Auf­sicht eines Lan­des unter­ste­hen­den Kör­per­schaf­ten, Anstal­ten und Stif­tun­gen des öffent­li­chen Rechts; aus­ge­nom­men sind die Ehren­be­am­ten und die Beam­ten auf Wider­ruf, die neben­bei ver­wen­det wer­den,
  2. Rich­ter des Bun­des und der Län­der; aus­ge­nom­men sind die ehren­amt­li­chen Rich­ter,
  3. Berufs­sol­da­ten und Sol­da­ten auf Zeit.

(2) Zur Besol­dung gehö­ren fol­gen­de Dienst­be­zü­ge:

  1. Grund­ge­halt,
  2. Leis­tungs­be­zü­ge für Pro­fes­so­ren sowie haupt­be­ruf­li­che Lei­ter und Mit­glie­der von Lei­tungs­gre­mi­en an Hoch­schu­len,
  3. Fami­li­en­zu­schlag,
  4. Zula­gen,
  5. Ver­gü­tun­gen,
  6. Aus­lands­dienst­be­zü­ge.

(3) Zur Besol­dung gehö­ren fer­ner fol­gen­de sons­ti­ge Bezü­ge:

  1. Anwär­ter­be­zü­ge,
  2. jähr­li­che Son­der­zu­wen­dun­gen,
  3. ver­mö­gens­wirk­sa­me Leis­tun­gen,
  4. jähr­li­ches Urlaubs­geld.
  5. (4) Die Län­der kön­nen besol­dungs­recht­li­che Vor­schrif­ten im Sin­ne der Absät­ze 1 bis 3 nur erlas­sen, soweit dies bun­des­ge­setz­lich aus­drück­lich gere­gelt ist.

    (5) Die­ses Gesetz gilt nicht für die öffent­lich-recht­li­chen Reli­gi­ons­ge­sell­schaf­ten und ihre Ver­bän­de.

Die Besol­dungs­ord­nung A und die Bemes­sung des Grund­ge­hal­tes waren in § 20 und § 27 BBesG samt Anla­gen gere­gelt:

§ 20 – Bun­des­be­sol­dungs­ord­nun­gen A und B

(1) Die Ämter der Beam­ten und Sol­da­ten und ihre Besol­dungs­grup­pen wer­den in Bun­des­be­sol­dungs­ord­nun­gen oder in Lan­des­be­sol­dungs­ord­nun­gen gere­gelt. Die §§ 21 und 22 blei­ben unbe­rührt.

(2) Die Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung A – auf­stei­gen­de Gehäl­ter – und die Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung B – fes­te Gehäl­ter – sind Anla­ge I. Die Grund­ge­halts­sät­ze der Besol­dungs­grup­pen sind in der Anla­ge IV aus­ge­wie­sen. Die Bun­des­re­gie­rung wird ermäch­tigt, durch Rechts­ver­ord­nung mit Zustim­mung des Bun­des­ra­tes Funk­tio­nen den Ämtern in den Bun­des­be­sol­dungs­ord­nun­gen zuzu­ord­nen.

(3) …

§ 27 – Bemes­sung des Grund­ge­halts

(1) Das Grund­ge­halt wird, soweit die Besol­dungs­ord­nun­gen nichts ande­res vor­se­hen, nach Stu­fen bemes­sen. Das Auf­stei­gen in den Stu­fen bestimmt sich nach dem Besol­dungs­dienst­al­ter und der Leis­tung. Es wird min­des­tens das Anfangs­grund­ge­halt der jewei­li­gen Besol­dungs­grup­pe gezahlt.

(2) Das Grund­ge­halt steigt bis zur fünf­ten Stu­fe im Abstand von zwei Jah­ren, bis zur neun­ten Stu­fe im Abstand von drei Jah­ren und dar­über hin­aus im Abstand von vier Jah­ren.

(3) – (5) …

In Anla­ge IV Nr. 1 zum BBesG sind die Grund­ge­halts­sät­ze der Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung A ent­hal­ten.

Linea­re Besol­dungs­an­pas­sun­gen in den Jah­ren 2003 und 2004 erfolg­ten im Wege einer Ände­rung des § 14 BBesG a.F. durch Art. 1 bis 3 BBVAn­pG 2003/​2004. Zum 1.04.2003 wur­den die Grund­ge­halts­sät­ze in den Besol­dungs­grup­pen A 2 bis A 11 und zum 1.07.2003 in den Besol­dungs­grup­pen A 12 und höher jeweils um 2,4 % ange­ho­ben. Zum 1.04.2004 und 1.08.2004 wur­den in der Besol­dungs­ord­nung A die Grund­ge­halts­sät­ze jeweils um 1,0 % erhöht. § 14 BBesG in der Fas­sung des Art. 1 Nr. 2 BBVAn­pG 2003/​2004 vom 10.09.2003 lau­te­te:

§ 14 – Anpas­sung der Besol­dung

(1) Die Besol­dung wird ent­spre­chend der Ent­wick­lung der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se und unter Berück­sich­ti­gung der mit den Dienst­auf­ga­ben ver­bun­de­nen Ver­ant­wor­tung durch Bun­des­ge­setz regel­mä­ßig ange­passt.

(2) Um 2, 4 vom Hun­dert wer­den erhöht

  1. die Grund­ge­halts­sät­ze,
  2. der Fami­li­en­zu­schlag mit Aus­nah­me der Erhö­hungs­be­trä­ge für die Besol­dungs­grup­pen A 2 bis A 5,
  3. die Amts­zu­la­gen sowie die all­ge­mei­ne Stel­len­zu­la­ge nach Vor­be­mer­kung Num­mer 27 der Bun­des­be­sol­dungs­ord­nun­gen A und B,
  4. die Anwär­ter­grund­be­trä­ge.

Die Erhö­hung gilt für die Besol­dungs­grup­pen A 2 bis A 11 und Anwär­ter ab 1.04.2003, für die übri­gen Besol­dungs­grup­pen ab 1.07.2003, soweit von der Ermäch­ti­gung nach Absatz 4 inner­halb von drei Mona­ten nach dem 16.09.2003 kein Gebrauch gemacht wird. Die Erhö­hung nach Satz 1 Nr. 1 gilt in den Jah­ren 2003 und 2004 nicht für die Besol­dungs­grup­pe B 11. Die erhöh­ten Beträ­ge erge­ben sich aus den Anla­gen IV, V, VIII und IX in der ab dem 1.04.2003 gel­ten­den Fas­sung.

§ 14 BBesG in der Fas­sung des Art. 2 Nr. 1 BBVAn­pG 2003/​2004 vom 10.09.2003 lau­te­te:

§ 14 – Anpas­sung der Besol­dung

(1) Die Besol­dung wird ent­spre­chend der Ent­wick­lung der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se und unter Berück­sich­ti­gung der mit den Dienst­auf­ga­ben ver­bun­de­nen Ver­ant­wor­tung durch Bun­des­ge­setz regel­mä­ßig ange­passt.

(2) Um 1, 0 vom Hun­dert wer­den erhöht

  1. die Grund­ge­halts­sät­ze,
  2. der Fami­li­en­zu­schlag mit Aus­nah­me der Erhö­hungs­be­trä­ge für die Besol­dungs­grup­pen A 2 bis A 5,
  3. die Amts­zu­la­gen sowie die all­ge­mei­ne Stel­len­zu­la­ge nach Vor­be­mer­kung Num­mer 27 der Bun­des­be­sol­dungs­ord­nun­gen A und B,
  4. die Anwär­ter­grund­be­trä­ge.

Die Erhö­hung gilt ab 1.04.2004, soweit von der Ermäch­ti­gung nach Absatz 4 inner­halb von drei Mona­ten nach dem 16.09.2003 kein Gebrauch gemacht wird. Die Erhö­hung nach Satz 1 Nr. 1 gilt im Jahr 2004 nicht für die Besol­dungs­grup­pe B 11. Die erhöh­ten Beträ­ge erge­ben sich aus den Anla­gen IV, V, VIII und IX in der ab dem 1.04.2004 gel­ten­den Fas­sung.

(3) – (4) …

§ 14 BBesG in der Fas­sung des Art. 3 Nr. 1 BBVAn­pG 2003/​2004 vom 10.09.2003 hat­te fol­gen­den Inhalt:

§ 14 – Anpas­sung der Besol­dung

(1) Die Besol­dung wird ent­spre­chend der Ent­wick­lung der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se und unter Berück­sich­ti­gung der mit den Dienst­auf­ga­ben ver­bun­de­nen Ver­ant­wor­tung durch Bun­des­ge­setz regel­mä­ßig ange­passt.

(2) Um 1, 0 vom Hun­dert wer­den erhöht

  1. die Grund­ge­halts­sät­ze,
  2. der Fami­li­en­zu­schlag mit Aus­nah­me der Erhö­hungs­be­trä­ge für die Besol­dungs­grup­pen A 2 bis A 5,
  3. die Amts­zu­la­gen sowie die all­ge­mei­ne Stel­len­zu­la­ge nach Vor­be­mer­kung Num­mer 27 der Bun­des­be­sol­dungs­ord­nun­gen A und B,
  4. die Anwär­ter­grund­be­trä­ge.

Die Erhö­hung gilt ab 1.08.2004, soweit von der Ermäch­ti­gung nach Absatz 4 inner­halb von drei Mona­ten nach dem 16.09.2003 kein Gebrauch gemacht wird. Die Erhö­hung nach Satz 1 Nr. 1 gilt im Jahr 2004 nicht für die Besol­dungs­grup­pe B 11. Die erhöh­ten Beträ­ge erge­ben sich aus den Anla­gen IV, V, VIII und IX in der ab dem 1.08.2004 gel­ten­den Fas­sung.

(3) – (4) …

Beam­ten­be­sol­dung im Frei­staat Sach­sen nach der Föde­ra­lis­mus­re­form[↑]

Grund­la­ge der Besol­dung der Beam­ten in Sach­sen im Vor­la­ge­zeit­raum des Jah­res 2011 war neben dem Säch­si­schen Son­der­zah­lungs­ge­setz das Säch­si­sche Besol­dungs­ge­setz (Sächs­BesG) vom 28.01.1998 32 in der Fas­sung des Art. 2 des Sechs­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 19.06.2009 33.

§ 1 Abs. 1 Sächs­BesG regel­te den sach­li­chen und per­sön­li­chen Gel­tungs­be­reich des Sächs­BesG in dem ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum:

§ 1 – Gel­tungs­be­reich

(1) Die­ses Gesetz regelt die Besol­dung der Beam­ten und Rich­ter des Frei­staa­tes Sach­sen und der Beam­ten der Gemein­den, der Gemein­de­ver­bän­de, der Land­krei­se und der sons­ti­gen der Auf­sicht des Frei­staa­tes unter­ste­hen­den Kör­per­schaf­ten, Anstal­ten und Stif­tun­gen des öffent­li­chen Rechts; aus­ge­nom­men sind die Ehren­be­am­ten, die ehren­amt­li­chen Rich­ter sowie die Beam­ten auf Wider­ruf, die neben­bei ver­wen­det wer­den. Es trifft fer­ner Rege­lun­gen über Ver­sor­gungs­be­zü­ge, Auf­wands­ent­schä­di­gun­gen und Zuwen­dun­gen aus Grün­den der Für­sor­ge.

(2) …

Für die Höhe der ein­zel­nen Besol­dungs­be­stand­tei­le (Grund­ge­halts­sät­ze, Fami­li­en­zu­schlag und Zula­gen) ver­wies § 20a Abs. 2 in Ver­bin­dung mit § 20a Abs. 1 Nr. 1 bis 3 Sächs­BesG auf die Anla­gen zum Sächs­BesG. § 20a Abs. 1 Sächs­BesG regel­te die Höhe der Besol­dungs­an­pas­sung. § 20a Abs. 1 und 2 Sächs­BesG lau­te­ten in der vom 01.03.2009 bis 31.03.2011 gel­ten­den Fas­sung:

§ 20a – Erhö­hung der Besol­dung und der Ver­sor­gungs­be­zü­ge 2010

(1) Ab dem 1.03.2010 erhö­hen sich um 1, 2 Pro­zent

  1. die Grund­ge­halts­sät­ze,
  2. der Fami­li­en­zu­schlag mit Aus­nah­me der Erhö­hungs­be­trä­ge für die Besol­dungs­grup­pen A 2 bis A 5,
  3. die Amts­zu­la­gen sowie die all­ge­mei­ne Stel­len­zu­la­ge nach Vor­be­mer­kung Num­mer 27 der Anla­ge I des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes (Bun­des­be­sol­dungs­ord­nun­gen A und B),
  4. die Anwär­ter­grund­be­trä­ge,
  5. die Leis­tungs­be­zü­ge für Pro­fes­so­ren sowie haupt­be­ruf­li­che Lei­ter und Mit­glie­der von Lei­tungs­gre­mi­en an Hoch­schu­len, soweit die­se nach § 13 an den all­ge­mei­nen linea­ren Besol­dungs­an­pas­sun­gen teil­neh­men kön­nen und die Teil­nah­me in der jewei­li­gen Beru­fungs­ver­ein­ba­rung fest­ge­legt ist,
  6. der Aus­lands­zu­schlag und der Aus­lands­kin­der­zu­schlag.

Die Erhö­hung nach Satz 1 ist eine Anpas­sung der Besol­dung im Sin­ne von § 14 Abs. 1 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes. Sie gilt ent­spre­chend für die in § 84 Abs. 1 und 2 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes genann­ten Bezü­ge­be­stand­tei­le.

(2) Die ab dem 1.03.2010 gel­ten­den Beträ­ge erge­ben sich aus den Anla­gen 21 bis 34.

(3) – (4) …

Für den Zeit­raum vom 01.01.2011 bis 31.03.2011 fan­den sich die Grund­ge­halts­sät­ze der A‑Besoldung in Anla­ge 21, die Amts­zu­la­gen in Anla­ge 22 und der Fami­li­en­zu­schlag in Anla­ge 25 zum Sächs­BesG in der Fas­sung des Art. 2 des Sechs­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 19.06.2009 33.

Zum 1.04.2011 wur­den die Grund­ge­halts­sät­ze auf Grund­la­ge des § 20 Abs. 1 Nr. 1 Sächs­BesG in der Fas­sung des Sie­ben­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 16.06.2011 34 um 1,5 % erhöht. § 20 Abs. 2 in Ver­bin­dung mit § 20 Abs. 1 Nr. 1 bis 3 Sächs­BesG ver­wies hin­sicht­lich der Besol­dungs­hö­he auf die Anla­gen zum Sächs­BesG. § 20 Sächs­BesG in die­ser Fas­sung lau­te­te:

§ 20 – Erhö­hung der Besol­dung und der Ver­sor­gungs­be­zü­ge 2011

(1) Ab dem 1.04.2011 erhö­hen sich um 1, 5 Pro­zent

  1. die Grund­ge­halts­sät­ze,
  2. der Fami­li­en­zu­schlag mit Aus­nah­me der Erhö­hungs­be­trä­ge für die Besol­dungs­grup­pen A 2 bis A 5,
  3. die Amts­zu­la­gen sowie die all­ge­mei­ne Stel­len­zu­la­ge nach Vor­be­mer­kung Num­mer 27 der Anla­ge I des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes (Bun­des­be­sol­dungs­ord­nun­gen A und B),
  4. die Anwär­ter­grund­be­trä­ge,
  5. die Leis­tungs­be­zü­ge für Pro­fes­so­ren sowie haupt­be­ruf­li­che Lei­ter und Mit­glie­der von Lei­tungs­gre­mi­en an Hoch­schu­len, soweit die­se nach § 13 an den all­ge­mei­nen linea­ren Besol­dungs­an­pas­sun­gen teil­neh­men kön­nen und die Teil­nah­me in der jewei­li­gen Beru­fungs­ver­ein­ba­rung fest­ge­legt ist, und
  6. der Aus­lands­zu­schlag und der Aus­lands­kin­der­zu­schlag.

Die Erhö­hung nach Satz 1 ist eine Anpas­sung der Besol­dung im Sin­ne von § 14 Abs. 1 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes. Sie gilt ent­spre­chend für die in § 84 Abs. 1 und 2 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes genann­ten Bezü­ge­be­stand­tei­le.

(2) Die ab dem 1.04.2011 gel­ten­den Beträ­ge erge­ben sich aus den Anla­gen 2 bis 12.

(3) – (4) …

Für den Zeit­raum vom 01.04.bis 31.12 2011 fan­den sich die Grund­ge­halts­sät­ze der A‑Besoldung in Anla­ge 2, die Amts­zu­la­gen in Anla­ge 3 und der Fami­li­en­zu­schlag in Anla­ge 6 zum Sächs­BesG in der Fas­sung des Sie­ben­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 16.06.2011.

Fer­ner erhiel­ten Beam­te im ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Jahr 2011 gemäß § 18 Abs. 1 Satz 1 Sächs­BesG in der Fas­sung vom 01.04.2011 eine Ein­mal­zah­lung in Höhe von 360 €. § 18 Sächs­BesG lau­te­te wie folgt:

§ 18 – Ein­mal­zah­lung im Jahr 2011

(1) Beam­te und Rich­ter, die min­des­tens für einen Tag des Monats April 2011 Anspruch auf Besol­dung aus einem Beam­ten- oder Rich­ter­ver­hält­nis bei einem Dienst­herrn im Frei­staat Sach­sen hat­ten, erhal­ten mit den Bezü­gen für den Monat Juni 2011 eine Ein­mal­zah­lung in Höhe von 360 EUR. Anwär­ter erhal­ten eine Ein­mal­zah­lung in Höhe von 120 EUR. Beim Zusam­men­tref­fen von meh­re­ren Ansprü­chen nach den Sät­zen 1 und 2 sind die Ver­hält­nis­se zum 1.04.2011 maß­ge­bend. Für Beam­te und Rich­ter, die sich im Monat April 2011 in Eltern­zeit befun­den haben, gel­ten die Sät­ze 1 und 2 ent­spre­chend; Absatz 2 gilt mit der Maß­ga­be, dass auf die Ver­hält­nis­se am Tag vor Beginn der Eltern­zeit abge­stellt wird.

(2) – (3) …

Beam­ten­be­sol­dung in Nie­der­sach­sen nach der Föde­ra­lis­mus­re­form[↑]

In Nie­der­sach­sen regel­te im ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum neben dem Nie­der­säch­si­schen Besol­dungs­ge­setz, das – wie oben beschrie­ben – die Gewäh­rung einer Son­der­zah­lung vor­sah, das BBesG a.F. die Besol­dung der Beam­ten, wes­halb auf die Aus­füh­run­gen zu der Rechts­la­ge in Nord­rhein-West­fa­len ver­wie­sen wird; eine Anpas­sung der Grund­ge­halts­sät­ze erfolg­te in dem streit­ge­gen­ständ­li­chen Jahr 2005 nicht.

Zuläs­sig­keit der Rich­ter­vor­la­gen[↑]

Die vier Rich­ter­vor­la­gen sind zuläs­sig.

Zwar hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Hal­le sei­ne Vor­la­ge­fra­ge nicht prä­zi­se for­mu­liert, weil es in den Tenor des Vor­la­ge­be­schlus­ses kei­ne der Vor­schrif­ten auf­ge­nom­men hat, auf denen die Besol­dung der Klä­ge­rin beruht. Es ergibt sich jedoch aus dem Tenor in Ver­bin­dung mit der Begrün­dung des Vor­la­ge­be­schlus­ses hin­rei­chend genau, dass die Vor­la­ge­fra­ge auf die Amts­an­ge­mes­sen­heit der Ali­men­ta­ti­on der Klä­ge­rin des Aus­gangs­ver­fah­rens in der Besol­dungs­grup­pe A 10 in Sach­sen im Jahr 2011 gerich­tet ist 35.

Die Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit der Vor­la­ge­fra­ge ist auch im Hin­blick auf die Zuläs­sig­keit der Kla­ge hin­rei­chend dar­ge­tan. Ins­be­son­de­re ist die ver­wal­tungs­pro­zes­sua­le Ent­schei­dung für die Beklag­te des Aus­gangs­ver­fah­rens als rich­ti­gen Kla­ge­geg­ner ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu bean­stan­den.

Die ört­li­che Zustän­dig­keit des Ver­wal­tungs­ge­richts Hal­le folgt aus § 52 Nr. 4 Satz 1 Var. 1 VwGO, weil die Klä­ge­rin ihren dienst­li­chen Wohn­sitz (§ 15 Abs. 1 Satz 1 BBesG) an der Außen­stel­le der Beklag­ten in Hal­le hat.

Die Beklag­te des Aus­gangs­ver­fah­rens, die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung Mit­tel­deutsch­land, ist als Kör­per­schaft des öffent­li­chen Rechts für die Fest­stel­lungs­kla­ge gemäß § 78 Abs. 1 Nr. 1 Var. 3 VwGO, § 126 Abs. 3 BRRG pas­siv­le­gi­ti­miert. Zwar ist nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts die Kla­ge auf Fest­stel­lung der Unte­rali­men­ta­ti­on grund­sätz­lich gegen das Land zu rich­ten. Zur Begrün­dung ver­weist das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt dar­auf, dass es seit der Föde­ra­lis­mus­re­form 2006 Sache der Lan­des­ge­setz­ge­ber ist, eine etwai­ge ver­fas­sungs­wid­rig zu nied­ri­ge Ali­men­ta­ti­on der Lan­des­be­am­ten zu besei­ti­gen 36. Dies betrifft indes die Kon­stel­la­ti­on, in der das Land zugleich der Dienst­herr und damit Adres­sat der Ver­pflich­tung zur amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­ta­ti­on ist. Vor­lie­gend kommt dage­gen der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung Mit­tel­deutsch­land die Dienst­her­ren­ei­gen­schaft zu. Unge­ach­tet des­sen bleibt es ange­sichts der Geset­zes­bin­dung der Besol­dung (vgl. § 2 Abs. 1 BBesG) Sache des Lan­des­ge­setz­ge­bers, eine ver­fas­sungs­wid­rig zu nied­ri­ge Ali­men­ta­ti­on der Lan­des­be­am­ten zu besei­ti­gen.

Die Ent­schei­dung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts[↑]

Die im Fol­gen­den näher bezeich­ne­ten Vor­schrif­ten des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes – Vor­la­ge des Ver­wal­tungs­ge­richts Hal­le 6 – sind mit Art. 33 Abs. 5 GG unver­ein­bar, soweit sie die Besol­dungs­grup­pe A 10 im Kalen­der­jahr 2011 betref­fen. Die Vor­la­gen des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts für das Land Nord­rhein-West­fa­len 31 und des Ver­wal­tungs­ge­richts Braun­schweig 8 sind hin­ge­gen unbe­grün­det:

    1. Anla­ge 21 Num­mer 1 (Grund­ge­halts­sät­ze Besol­dungs­ord­nung A ab 1.03.2010) zu § 20a Absatz 2 des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes (Sächs­BesG) in der Fas­sung des Sechs­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 19.06.2009 37 in der Fas­sung des Anhangs zu Arti­kel 2 Num­mer 7 des Sechs­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 19.06.2009 37
    2. sowie Anla­ge 2 Num­mer 1 (Grund­ge­halts­sät­ze Besol­dungs­ord­nung A ab 1.04.2011) zu § 20 Absatz 2 des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes (Sächs­BesG) in der Fas­sung des Sie­ben­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 16.06.2011 38 in der Fas­sung des Anhangs zu Arti­kel 1 Num­mer 6 des Sie­ben­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 16.06.2011 39
  1. jeweils in Ver­bin­dung mit Arti­kel 27 des Geset­zes beglei­ten­der Rege­lun­gen zum Dop­pel­haus­halt 2011/​2012 (Haus­halts­be­gleit­ge­setz 2011/​2012 – HBG 2011/​2012) vom 15.12 2010 40 sind, soweit sie die Besol­dungs­grup­pe A 10 in dem Kalen­der­jahr 2011 betref­fen, mit Arti­kel 33 Absatz 5 des Grund­ge­set­zes unver­ein­bar.

  2. Der Gesetz­ge­ber des Frei­staa­tes Sach­sen hat ver­fas­sungs­kon­for­me Rege­lun­gen mit Wir­kung spä­tes­tens vom 01.07.2016 an zu tref­fen.
    1. Anla­ge IV Num­mer 1 (Grund­ge­halts­sät­ze Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung A ab 1.01.2002) zu § 20 Absatz 2 Satz 2 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes (BBesG) in der Fas­sung vom 06.08.2002 41
    2. sowie Anla­ge IV Num­mer 1 (Grund­ge­halts­sät­ze Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung A ab 1.04.2003) zu § 20 Absatz 2 Satz 2 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes (BBesG) in der Fas­sung vom 06.08.2002 41 in der Fas­sung des Anhangs 1 zu Arti­kel 1 Num­mer 6 des Geset­zes über die Anpas­sung von Dienst- und Ver­sor­gungs­be­zü­gen in Bund und Län­dern 2003/​2004 sowie zur Ände­rung dienst­recht­li­cher Vor­schrif­ten (Bun­des­be­sol­dungs- und ‑ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­setz 2003/​2004 – BBVAn­pG 2003/​2004) vom 10.09.2003 42
    3. sowie Anla­ge IV Num­mer 1 (Grund­ge­halts­sät­ze Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung A ab 1.04.2004) zu § 20 Absatz 2 Satz 2 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes (BBesG) in der Fas­sung vom 06.08.2002 41 in der Fas­sung des Anhangs 14 zu Arti­kel 2 Num­mer 3 des Geset­zes über die Anpas­sung von Dienst- und Ver­sor­gungs­be­zü­gen in Bund und Län­dern 2003/​2004 sowie zur Ände­rung dienst­recht­li­cher Vor­schrif­ten (Bun­des­be­sol­dungs- und ‑ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­setz 2003/​2004 – BBVAn­pG 2003/​2004) vom 10.09.2003 42
    4. sowie Anla­ge IV Num­mer 1 (Grund­ge­halts­sät­ze Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung A ab 1.08.2004) zu § 20 Absatz 2 Satz 2 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes (BBesG) in der Fas­sung vom 06.08.2002 41 in der Fas­sung des Anhangs 27 zu Arti­kel 3 Num­mer 2 des Geset­zes über die Anpas­sung von Dienst- und Ver­sor­gungs­be­zü­gen in Bund und Län­dern 2003/​2004 sowie zur Ände­rung dienst­recht­li­cher Vor­schrif­ten (Bun­des­be­sol­dungs- und ‑ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­setz 2003/​2004 – BBVAn­pG 2003/​2004) vom 10.09.2003 42

    jeweils in Ver­bin­dung mit § 1 Absatz 1 Num­mer 1, §§ 2, 5, 6 Absät­ze 1 und 2 Num­mer 1 Son­der­zah­lungs­ge­setz Nord­rhein-West­fa­len vom 20.11.2003 43 sind, soweit sie die Besol­dungs­grup­pe A 9 in Nord­rhein-West­fa­len in den Kalen­der­jah­ren 2003 und 2004 betref­fen, mit Arti­kel 33 Absatz 5 des Grund­ge­set­zes in der bis zum 31.08.2006 gel­ten­den Fas­sung ver­ein­bar.

    1. Anla­ge IV Num­mer 1 (Grund­ge­halts­sät­ze Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung A ab 1.01.2002) zu § 20 Absatz 2 Satz 2 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes (BBesG) in der Fas­sung vom 06.08.2002 41
    2. sowie Anla­ge IV Num­mer 1 (Grund­ge­halts­sät­ze Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung A ab 1.07.2003) zu § 20 Absatz 2 Satz 2 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes (BBesG) in der Fas­sung vom 06.08.2002 41 in der Fas­sung des Anhangs 1 zu Arti­kel 1 Num­mer 6 des Geset­zes über die Anpas­sung von Dienst- und Ver­sor­gungs­be­zü­gen in Bund und Län­dern 2003/​2004 sowie zur Ände­rung dienst­recht­li­cher Vor­schrif­ten (Bun­des­be­sol­dungs- und ‑ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­setz 2003/​2004 – BBVAn­pG 2003/​2004) vom 10.09.2003 42

    jeweils in Ver­bin­dung mit § 1 Absatz 1 Num­mer 1, §§ 2, 5, 6 Absät­ze 1 und 2 Num­mer 1 Son­der­zah­lungs­ge­setz Nord­rhein-West­fa­len vom 20.11.2003 43 sind, soweit sie die Besol­dungs­grup­pen A 12 und A 13 in dem Kalen­der­jahr 2003 in Nord­rhein-West­fa­len betref­fen, mit Arti­kel 33 Absatz 5 GG in der bis zum 31.08.2006 gel­ten­den Fas­sung ver­ein­bar.

  3. Anla­ge IV Num­mer 1 (Grund­ge­halts­sät­ze Bun­des­be­sol­dungs­ord­nung A ab 1.08.2004) zu § 20 Absatz 2 Satz 2 des Bun­des­be­sol­dungs­ge­set­zes (BBesG) in der Fas­sung vom 06.08.2002 41 in der Fas­sung des Anhangs 27 zu Arti­kel 3 Num­mer 2 des Geset­zes über die Anpas­sung von Dienst- und Ver­sor­gungs­be­zü­gen in Bund und Län­dern 2003/​2004 sowie zur Ände­rung dienst­recht­li­cher Vor­schrif­ten (Bun­des­be­sol­dungs- und ‑ver­sor­gungs­an­pas­sungs­ge­setz 2003/​2004 – BBVAn­pG 2003/​2004) vom 10.09.2003 44 ist, soweit sie die Besol­dungs­grup­pe A 9 in Nie­der­sach­sen im Kalen­der­jahr 2005 betrifft, mit Arti­kel 33 Absatz 5 des Grund­ge­set­zes in der bis zum 31.08.2006 gel­ten­den Fas­sung ver­ein­bar.

Ver­fas­sungs­recht­li­cher Maß­stab bei der Beam­ten­be­sol­dung[↑]

Der ver­fas­sungs­recht­li­che Maß­stab, an dem die Rechts­grund­la­gen für die Besol­dung der Beam­ten zu mes­sen sind, ergibt sich aus Art. 33 Abs. 5 GG. Nach der bis zum 31.08.2006 gel­ten­den Fas­sung die­ser Bestim­mung ist das Recht des öffent­li­chen Diens­tes unter Berück­sich­ti­gung der her­ge­brach­ten Grund­sät­ze des Berufs­be­am­ten­tums zu regeln; die­se For­mu­lie­rung wur­de durch Art. 1 Nr. 3 des Geset­zes zur Ände­rung des Grund­ge­set­zes vom 28.08.2006 30 um die Wör­ter "und fort­zu­ent­wi­ckeln" ergänzt 45.

Zu den vom Gesetz­ge­ber wegen ihres grund­le­gen­den und struk­tur­prä­gen­den Cha­rak­ters nicht nur zu berück­sich­ti­gen­den, son­dern zu beach­ten­den 46 her­ge­brach­ten Grund­sät­zen des Berufs­be­am­ten­tums zählt das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip. Art. 33 Abs. 5 GG ist unmit­tel­bar gel­ten­des Recht und ent­hält einen Rege­lungs­auf­trag an den Gesetz­ge­ber sowie eine insti­tu­tio­nel­le Garan­tie des Berufs­be­am­ten­tums 47. Des Wei­te­ren begrün­det Art. 33 Abs. 5 GG ein grund­rechts­glei­ches Recht der Beam­ten, soweit deren sub­jek­ti­ve Rechts­stel­lung betrof­fen ist 48.

Der Inhalt des Ali­men­ta­ti­ons­prin­zips wird von ver­schie­de­nen Deter­mi­nan­ten geprägt. Das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip ver­pflich­tet den Dienst­herrn, Beam­te sowie ihre Fami­li­en lebens­lang ange­mes­sen zu ali­men­tie­ren und ihnen nach ihrem Dienst­rang, nach der mit ihrem Amt ver­bun­de­nen Ver­ant­wor­tung und nach der Bedeu­tung des Berufs­be­am­ten­tums für die All­ge­mein­heit ent­spre­chend der Ent­wick­lung der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se und des all­ge­mei­nen Lebens­stan­dards einen ange­mes­se­nen Lebens­un­ter­halt zu gewäh­ren. Damit wird der Bezug der Besol­dung sowohl zu der Ein­kom­mens- und Aus­ga­ben­si­tua­ti­on der Gesamt­be­völ­ke­rung als auch zur Lage der Staats­fi­nan­zen, das heißt zu der sich in der Situa­ti­on der öffent­li­chen Haus­hal­te aus­drü­cken­den Leis­tungs­fä­hig­keit des Dienst­herrn, her­ge­stellt 49. Im Rah­men die­ser Ver­pflich­tung zu einer dem Amt ange­mes­se­nen Ali­men­tie­rung hat der Gesetz­ge­ber die Attrak­ti­vi­tät des Beam­ten­ver­hält­nis­ses für über­durch­schnitt­lich qua­li­fi­zier­te Kräf­te, das Anse­hen des Amtes in den Augen der Gesell­schaft, die vom Amts­in­ha­ber gefor­der­te Aus­bil­dung und sei­ne Bean­spru­chung zu berück­sich­ti­gen 50. Für die Beur­tei­lung der Ange­mes­sen­heit der Ali­men­ta­ti­on kommt es auf deren Gesamt­hö­he an, zu deren Ermitt­lung neben dem Grund­ge­halt auch wei­te­re Besol­dungs­be­stand­tei­le wie Son­der­zah­lun­gen oder Stel­len­zu­la­gen 51 her­an­zu­zie­hen sind, auch wenn die­se für sich betrach­tet nicht den ver­fas­sungs­recht­li­chen Schutz eines her­ge­brach­ten Grund­sat­zes des Berufs­be­am­ten­tums gemäß Art. 33 Abs. 5 GG genie­ßen 52.

Bei der prak­ti­schen Umset­zung der aus Art. 33 Abs. 5 GG resul­tie­ren­den Pflicht zur amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­tie­rung besitzt der Gesetz­ge­ber einen wei­ten Ent­schei­dungs­spiel­raum 53. Dies gilt sowohl hin­sicht­lich der Struk­tur als auch hin­sicht­lich der Höhe der Besol­dung 54; die­se ist der Ver­fas­sung nicht unmit­tel­bar, als fes­ter und exakt bezif­fer­ba­rer Betrag, zu ent­neh­men 55. Inso­fern stellt die in Art. 33 Abs. 5 GG ent­hal­te­ne Garan­tie eines "amts­an­ge­mes­se­nen" Unter­halts ledig­lich eine den Besol­dungs­ge­setz­ge­ber in die Pflicht neh­men­de ver­fas­sungs­recht­li­che Gestal­tungs­di­rek­ti­ve dar 56.

Inner­halb des ihm zukom­men­den Ent­schei­dungs­spiel­raums muss der Gesetz­ge­ber das Besol­dungs­recht den tat­säch­li­chen Not­wen­dig­kei­ten und der fort­schrei­ten­den Ent­wick­lung der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se anpas­sen. Die von ihm jeweils gewähl­te Lösung – hin­sicht­lich Struk­tur und Höhe der Ali­men­ta­ti­on – unter­liegt aller­dings der gericht­li­chen Kon­trol­le 57.

Es ist jedoch nicht Auf­ga­be des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zu prü­fen, ob der Gesetz­ge­ber dabei die gerech­tes­te, zweck­mä­ßigs­te und ver­nünf­tigs­te Lösung gewählt hat 58. Dem wei­ten Ent­schei­dungs­spiel­raum des Gesetz­ge­bers ent­spricht viel­mehr eine zurück­hal­ten­de, auf den Maß­stab evi­den­ter Sach­wid­rig­keit beschränk­te Kon­trol­le der ein­fach­ge­setz­li­chen Rege­lung 59. Im Ergeb­nis beschränkt sich die mate­ri­el­le Kon­trol­le dabei auf die Fra­ge, ob die Bezü­ge der Beam­ten evi­dent unzu­rei­chend sind. Ob dies der Fall ist, muss anhand einer Gesamt­schau ver­schie­de­ner Kri­te­ri­en und unter Berück­sich­ti­gung der kon­kret in Betracht kom­men­den Ver­gleichs­grup­pen geprüft wer­den 60.

Ori­en­tie­rungs­rah­men für die ver­fas­sungs­ge­mä­ße Aus­ge­stal­tung des Ali­men­ta­ti­ons­prin­zips[↑]

Im Rah­men die­ser Gesamt­schau liegt es nahe, mit Hil­fe von aus dem Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip ableit­ba­ren und volks­wirt­schaft­lich nach­voll­zieh­ba­ren Para­me­tern einen durch Zah­len­wer­te kon­kre­ti­sier­ten Ori­en­tie­rungs­rah­men für eine grund­sätz­lich ver­fas­sungs­ge­mä­ße Aus­ge­stal­tung der Ali­men­ta­ti­ons­struk­tur und des Ali­men­ta­ti­ons­ni­veaus zu ermit­teln. Hier­zu eig­nen sich fünf Para­me­ter, die in der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts zum Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip ange­legt sind und denen indi­zi­el­le Bedeu­tung bei der Ermitt­lung des ver­fas­sungs­recht­lich geschul­de­ten Ali­men­ta­ti­ons­ni­veaus zukommt. In sei­nem Urteil zur soge­nann­ten R‑Besoldung vom 05.05.2015 1 hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die­se Para­me­ter erst­mals her­an­ge­zo­gen. Sie las­sen sich wegen des­sel­ben ver­fas­sungs­recht­li­chen Beur­tei­lungs­maß­stabs (Art. 33 Abs. 5 GG) auf die Über­prü­fung der Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit der A‑Besoldung über­tra­gen. Ist die Mehr­heit die­ser Para­me­ter erfüllt (1. Prü­fungs­stu­fe), besteht eine Ver­mu­tung für eine ver­fas­sungs­wid­ri­ge Unte­rali­men­ta­ti­on. Durch die Berück­sich­ti­gung wei­te­rer ali­men­ta­ti­ons­re­le­van­ter Kri­te­ri­en im Rah­men einer Gesamt­ab­wä­gung (2. Prü­fungs­stu­fe) kann die­se Ver­mu­tung wider­legt oder erhär­tet wer­den 61.

Der Gesetz­ge­ber muss den für die Bemes­sung der amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­ta­ti­on rele­van­ten Kri­te­ri­en sowohl bei struk­tu­rel­len Neu­aus­rich­tun­gen im Besol­dungs­recht als auch bei der kon­ti­nu­ier­li­chen Fort­schrei­bung der Besol­dungs­hö­he über die Jah­re hin­weg Rech­nung tra­gen 62. Eben­so­we­nig wie die exak­te Höhe der ange­mes­se­nen Besol­dung lässt sich dabei der Zeit­punkt, zu dem die­se als gera­de noch amts­an­ge­mes­sen anzu­se­hen ist, unmit­tel­bar der Ver­fas­sung ent­neh­men. Ob der Gesetz­ge­ber sei­ner Pflicht zur Anpas­sung der Ali­men­tie­rung an die all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se bei der Fort­schrei­bung der Besol­dungs­hö­he nach­kommt, zeigt sich viel­mehr erst anhand einer Gegen­über­stel­lung der Besol­dungs­ent­wick­lung einer­seits mit ver­schie­de­nen Ver­gleichs­grö­ßen ande­rer­seits über einen aus­sa­ge­kräf­ti­gen Zeit­raum hin­weg. Die hier­bei regel­mä­ßig her­an­zu­zie­hen­den Schwel­len­wer­te, bei deren Über­schrei­tung eine erkenn­ba­re Dif­fe­renz zwi­schen der Besol­dungs­ent­wick­lung oder ‑höhe und der her­an­zu­zie­hen­den Ver­gleichs­grö­ße vor­liegt, haben dabei ledig­lich Ori­en­tie­rungs­cha­rak­ter 63.

Eine deut­li­che Dif­fe­renz zwi­schen der Besol­dungs­ent­wick­lung und den Tarif­er­geb­nis­sen der Ange­stell­ten im öffent­li­chen Dienst in dem jeweils betrof­fe­nen Land oder – bei der Bun­des­be­sol­dung – auf Bun­des­ebe­ne ist ein wich­ti­ger Para­me­ter für eine evi­den­te Miss­ach­tung des Ali­men­ta­ti­ons­ge­bo­tes (ers­ter Para­me­ter 64).

Bezugs­rah­men für die Amts­an­ge­mes­sen­heit der Ali­men­ta­ti­on sind zunächst die Ein­kom­men der Arbeit­neh­mer mit ver­gleich­ba­rer Aus­bil­dung und Tätig­keit inner­halb des öffent­li­chen Diens­tes 65. Dem Ein­kom­mens­ni­veau die­ser pri­vat­recht­lich beschäf­tig­ten Arbeit­neh­mer kommt eine beson­de­re Bedeu­tung für die Bestim­mung der Wer­tig­keit des Amtes und damit der Ange­mes­sen­heit der Besol­dung zu 66, zumal die Tarif­ab­schlüs­se im öffent­li­chen Dienst ein gewich­ti­ges Indiz für die Ent­wick­lung der (sons­ti­gen) all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se sowie des all­ge­mei­nen Lebens­stan­dards sind 67. Zwar ist der Besol­dungs­ge­setz­ge­ber – auch ange­sichts der grund­sätz­li­chen Unter­schie­de zwi­schen der Tari­fent­loh­nung und der Beam­ten­be­sol­dung – von Ver­fas­sungs wegen nicht ver­pflich­tet, bei Anpas­sun­gen der Bezü­ge eine strik­te Par­al­le­li­tät zu den Tarif­er­geb­nis­sen des öffent­li­chen Diens­tes zu gewähr­leis­ten 68. Ande­rer­seits darf er aber auch die Tarif­er­geb­nis­se bei der Fest­set­zung der Beam­ten­be­sol­dung nicht in einer über die Unter­schied­lich­keit der Ent­loh­nungs­sys­te­me hin­aus­ge­hen­den Wei­se außer Betracht las­sen. Wird bei einer Gegen­über­stel­lung der Besol­dungs­ent­wick­lung mit der Ent­wick­lung der Tarif­er­geb­nis­se im öffent­li­chen Dienst eine Abkop­pe­lung der Bezü­ge der Amts­trä­ger hin­rei­chend deut­lich sicht­bar, ist dies mit der von Ver­fas­sungs wegen gebo­te­nen Ori­en­tie­rungs­funk­ti­on der Tarif­er­geb­nis­se für die Besol­dungs­an­pas­sung unver­ein­bar 61.

Dies ist in der Regel der Fall, wenn die Dif­fe­renz zwi­schen den Tarif­er­geb­nis­sen und der Besol­dungs­an­pas­sung min­des­tens fünf Pro­zent des Index­wer­tes der erhöh­ten Besol­dung beträgt. Eine sol­che Dif­fe­renz ent­sprä­che, legt man die Tarif­er­hö­hun­gen im öffent­li­chen Dienst seit 1980 um durch­schnitt­lich jähr­lich 2, 35 % zugrun­de, mehr als einer voll­stän­di­gen Nicht­an­pas­sung der Besol­dung im Anschluss an zwei auf­ein­an­der­fol­gen­de durch­schnitt­li­che Tarif­er­hö­hun­gen 61.

Aus­ge­hend von dem jeweils streit­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­ab­schnitt ist die Betrach­tung dabei auf den Zeit­raum der zurück­lie­gen­den 15 Jah­re zu erstre­cken, um einer­seits zufäl­li­ge Aus­schlä­ge auf­zu­fan­gen und ande­rer­seits eine metho­di­sche Ver­gleich­bar­keit noch zu gewähr­leis­ten. Ergän­zend ist gege­be­nen­falls für einen wei­te­ren gleich­lan­gen Zeit­raum, der auch den Zeit­raum der fünf Jah­re vor Beginn des oben genann­ten 15-jäh­ri­gen Betrach­tungs­zeit­raums abdeckt und sich mit die­sem Zeit­raum über­lappt, eine Ver­gleichs­be­rech­nung durch­zu­füh­ren. Durch eine der­ar­ti­ge Staf­fel­prü­fung soll sicher­ge­stellt wer­den, dass etwai­ge sta­tis­ti­sche Aus­rei­ßer berei­nigt wer­den 61.

Eine deut­li­che Abwei­chung der Besol­dungs­ent­wick­lung von der Ent­wick­lung des Nomi­nal­lohn­in­dex im jeweils betrof­fe­nen Land ist ein wei­te­res Indiz für eine evi­den­te Miss­ach­tung des Ali­men­ta­ti­ons­ge­bo­tes (zwei­ter Para­me­ter 61).

Die Ver­pflich­tung zur Anpas­sung der Besol­dung an die Ent­wick­lung der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se 69 erfor­dert, dass die Besol­dung der Beam­ten zu der Ein­kom­mens­si­tua­ti­on und ‑ent­wick­lung der Gesamt­be­völ­ke­rung in Bezug gesetzt wird 70. Zur Ori­en­tie­rung eig­net sich inso­weit der Nomi­nal­lohn­in­dex, der ein all­ge­mein aner­kann­ter Indi­ka­tor für die Ein­kom­mens- und Wohl­stands­ent­wick­lung der abhän­gig Beschäf­tig­ten in Deutsch­land ist 71. Die­ser Index misst die Ver­än­de­rung des durch­schnitt­li­chen Brut­to­mo­nats­ver­diens­tes inklu­si­ve Son­der­zah­lun­gen der voll­zeit, teil­zeit- und gering­fü­gig beschäf­tig­ten Arbeit­neh­mer. Er ist weit­ge­hend reprä­sen­ta­tiv für die Ver­dienst­ent­wick­lung und bil­det sie trans­pa­rent, exakt, zeit­nah und in regel­mä­ßi­gen Zeit­ab­stän­den ab 72. Auch wenn das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in ande­rem Zusam­men­hang die abso­lu­te Höhe der Net­to­be­zü­ge als Beur­tei­lungs­grund­la­ge für die Amts­an­ge­mes­sen­heit her­an­ge­zo­gen hat 73, kann zur Gewähr­leis­tung der Ver­gleich­bar­keit im Rah­men der hier vor­ge­nom­me­nen Gegen­über­stel­lung der pro­zen­tua­len Ent­wick­lung des brut­to­lohn­ba­sier­ten Nomi­nal­lohn­in­dex mit der Besol­dung über einen län­ge­ren Zeit­raum auf die Brut­to­be­sol­dung abge­stellt wer­den; Ver­zer­run­gen infol­ge der Steu­er­pro­gres­si­on oder der Belas­tung mit Sozi­al­ab­ga­ben fal­len bei die­ser rela­tio­na­len Betrach­tung nicht signi­fi­kant ins Gewicht und könn­ten gege­be­nen­falls im Rah­men der erfor­der­li­chen Gesamt­be­trach­tung berück­sich­tigt wer­den 61.

Beträgt die Dif­fe­renz zwi­schen der Besol­dungs­ent­wick­lung und der Ent­wick­lung des Nomi­nal­lohn­in­dex bei Zugrun­de­le­gung eines Zeit­raums von 15 Jah­ren bis zu dem ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­ab­schnitt sowie in einem über­lap­pen­den gleich­lan­gen Zeit­raum in der Regel min­des­tens fünf Pro­zent des Index­wer­tes der erhöh­ten Besol­dung, ist dies ein wei­te­res Indiz für die evi­den­te Unan­ge­mes­sen­heit der Ali­men­ta­ti­on 61.

Eine deut­li­che Abwei­chung der Besol­dungs­ent­wick­lung von der Ent­wick­lung des Ver­brau­cher­preis­in­dex in dem jeweils betrof­fe­nen Land oder – bei der Bun­des­be­sol­dung – auf Bun­des­ebe­ne ist ein wei­te­res Indiz für eine Ver­let­zung des Kern­ge­halts der Ali­men­ta­ti­on (drit­ter Para­me­ter 61).

Der Gesetz­ge­ber hat bei der Bemes­sung der Besol­dung zu berück­sich­ti­gen, dass die­se dem Beam­ten über die Befrie­di­gung der Grund­be­dürf­nis­se hin­aus einen sei­nem Amt ange­mes­se­nen Lebens­un­ter­halt ermög­li­chen muss 74. Das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip ver­langt – par­al­lel zu der Kon­stel­la­ti­on eines fami­li­är beding­ten Unter­halts­be­darfs 75, durch eine ent­spre­chen­de Bemes­sung der Bezü­ge zu ver­hin­dern, dass das Gehalt infol­ge eines Anstiegs der all­ge­mei­nen Lebens­hal­tungs­kos­ten auf­ge­zehrt wird und dem Beam­ten infol­ge des Kauf­kraft­ver­lus­tes die Mög­lich­keit genom­men wird, den ihm zukom­men­den Lebens­zu­schnitt zu wah­ren. Zur Ermitt­lung der wirt­schaft­li­chen Situa­ti­on des Beam­ten ist der Ent­wick­lung sei­nes Ein­kom­mens die all­ge­mei­ne Preis­ent­wick­lung anhand des Ver­brau­cher­preis­in­dex gegen­über­zu­stel­len. Der Ver­brau­cher­preis­in­dex bemisst die durch­schnitt­li­che Preis­ent­wick­lung aller Waren und Dienst­leis­tun­gen (Mie­ten, Nah­rungs­mit­tel, Beklei­dung, Kraft­fahr­zeu­ge, Fri­seur, Rei­ni­gung, Repa­ra­tu­ren, Ener­gie­kos­ten, Rei­sen etc.), die von pri­va­ten Haus­hal­ten für Kon­sum­zwe­cke in Anspruch genom­men wer­den 61.

Bleibt die Besol­dungs­ent­wick­lung im ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­ab­schnitt hin­ter der Ent­wick­lung des Ver­brau­cher­preis­in­dex in den zurück­lie­gen­den 15 Jah­ren und in einem wei­te­ren gleich­lan­gen über­lap­pen­den Zeit­raum in der Regel um min­des­tens fünf Pro­zent zurück, ist dies ein wei­te­res Indiz für die evi­den­te Unan­ge­mes­sen­heit der Ali­men­ta­ti­on 61.

Der vier­te Para­me­ter ergibt sich aus einem sys­tem­in­ter­nen Besol­dungs­ver­gleich 61.

Aus dem Leis­tungs­grund­satz in Art. 33 Abs. 2 GG und dem Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip in Art. 33 Abs. 5 GG folgt ein Abstands­ge­bot, das es dem Gesetz­ge­ber unge­ach­tet sei­nes wei­ten Gestal­tungs­spiel­raums unter­sagt, den Abstand zwi­schen ver­schie­de­nen Besol­dungs­grup­pen dau­er­haft ein­zu­eb­nen. Die Amts­an­ge­mes­sen­heit der Ali­men­ta­ti­on der Beam­ten bestimmt sich daher auch durch ihr Ver­hält­nis zur Besol­dung ande­rer Beam­ten­grup­pen 76. Der sys­tem­in­ter­ne Besol­dungs­ver­gleich ist inso­weit ein wei­te­rer Para­me­ter für die Kon­kre­ti­sie­rung der durch Art. 33 Abs. 5 GG gebo­te­nen Ali­men­ta­ti­on (vier­ter Para­me­ter).

Durch die Anknüp­fung der Ali­men­ta­ti­on an inner­dienst­li­che, unmit­tel­bar amts­be­zo­ge­ne Kri­te­ri­en wie den Dienst­rang soll sicher­ge­stellt wer­den, dass die Bezü­ge ent­spre­chend der unter­schied­li­chen Wer­tig­keit der Ämter abge­stuft sind. Daher bestimmt sich ihre Amts­an­ge­mes­sen­heit auch im Ver­hält­nis zur Besol­dung und Ver­sor­gung ande­rer Beam­ten­grup­pen. Gleich­zei­tig kommt dar­in zum Aus­druck, dass jedem Amt eine Wer­tig­keit imma­nent ist, die sich in der Besol­dungs­hö­he wider­spie­geln muss. Die Wer­tig­keit wird ins­be­son­de­re durch die Ver­ant­wor­tung des Amtes und die Inan­spruch­nah­me des Amts­in­ha­bers bestimmt. Die "amts"-angemessene Besol­dung ist not­wen­di­ger­wei­se eine abge­stuf­te Besol­dung 77. Die Orga­ni­sa­ti­on der öffent­li­chen Ver­wal­tung stellt dar­auf ab, dass in den höher besol­de­ten Ämtern die für den Dienst­herrn wert­vol­le­ren Leis­tun­gen erbracht wer­den. Des­halb muss im Hin­blick auf das Leis­tungs- und das Lauf­bahn­prin­zip mit der orga­ni­sa­ti­ons­recht­li­chen Glie­de­rung der Ämter eine Staf­fe­lung der Gehäl­ter ein­her­ge­hen. Ver­glei­che sind dabei nicht nur inner­halb einer Besol­dungs­ord­nung, son­dern gera­de auch zwi­schen den ver­schie­de­nen Besol­dungs­ord­nun­gen gebo­ten 78. Amts­an­ge­mes­se­ne Gehäl­ter sind auf die­ser Grund­la­ge so zu bemes­sen, dass sie Beam­ten eine Lebens­hal­tung ermög­li­chen, die der Bedeu­tung ihres jewei­li­gen Amtes ent­spricht 79.

Ver­fas­sungs­recht­lich bedenk­lich ist im Lich­te des Abstands­ge­bots auch eine ali­men­ta­ti­ons­be­zo­ge­ne Schlech­ter­stel­lung höhe­rer Besol­dungs­grup­pen durch eine zeit­ver­setz­te und/​oder gestuf­te Inkraft­set­zung der Besol­dungs­er­hö­hung für Ange­hö­ri­ge die­ser Besol­dungs­grup­pen als Aus­druck einer sozia­len Staf­fe­lung. Der Besol­dungs­ge­setz­ge­ber ent­fernt sich dabei regel­mä­ßig von der ver­fas­sungs­recht­li­chen Vor­ga­be, die Bemes­sung der Ali­men­ta­ti­on – für alle Beam­ten – an der Ent­wick­lung der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se und dem all­ge­mei­nen Lebens­stan­dard zu ori­en­tie­ren. Die von Ver­fas­sungs wegen geschul­de­te Ali­men­tie­rung ist nicht eine dem Umfang nach belie­big varia­ble Grö­ße, die sich ein­fach nach den "wirt­schaft­li­chen Mög­lich­kei­ten" der öffent­li­chen Hand oder nach den poli­ti­schen Dring­lich­keits­be­wer­tun­gen hin­sicht­lich der ver­schie­de­nen vom Staat zu erfül­len­den Auf­ga­ben oder nach dem Umfang der Bemü­hun­gen um die Ver­wirk­li­chung des all­ge­mei­nen Sozi­al­staats­prin­zips bemes­sen lässt 80.

Eine deut­li­che Ver­rin­ge­rung der Abstän­de der Brut­to­ge­häl­ter in den Besol­dungs­grup­pen infol­ge unter­schied­lich hoher linea­rer Anpas­sun­gen bei ein­zel­nen Besol­dungs­grup­pen oder zeit­lich ver­zö­ger­ter Besol­dungs­an­pas­sun­gen indi­ziert einen Ver­stoß gegen das Abstands­ge­bot. Ein Ver­stoß liegt in der Regel vor bei einer Abschmel­zung der Abstän­de zwi­schen zwei ver­gleich­ba­ren Besol­dungs­grup­pen um min­des­tens 10 % in den zurück­lie­gen­den fünf Jah­ren 61.

Für die Wah­rung eines aus­rei­chen­den Abstands der Brut­to­ge­häl­ter höhe­rer Besol­dungs­grup­pen zu den Tabel­len­wer­ten unte­rer Besol­dungs­grup­pen ist im Übri­gen in den Blick zu neh­men, dass von Ver­fas­sungs wegen bei der Bemes­sung der Besol­dung der qua­li­ta­ti­ve Unter­schied zwi­schen der Grund­si­che­rung für Arbeits­su­chen­de (frü­her Sozi­al­hil­fe), der die Befrie­di­gung eines äußers­ten Min­dest­be­darfs obliegt, und dem einem erwerbs­tä­ti­gen Beam­ten geschul­de­ten Unter­halt hin­rei­chend deut­lich wer­den muss 81. Die Net­to­ali­men­ta­ti­on in den unte­ren Besol­dungs­grup­pen muss also ihrer­seits einen Min­dest­ab­stand zum Grund­si­che­rungs­ni­veau auf­wei­sen.

Dabei ist zu prü­fen, ob ein sol­cher Min­dest­ab­stand zum sozi­al­hil­fe­recht­li­chen Exis­tenz­mi­ni­mum unter­schrit­ten wäre, wenn die Besol­dung um weni­ger als 15 vom Hun­dert über dem sozi­al­hil­fe­recht­li­chen Bedarf läge 82. Bei des­sen Berech­nung wer­den ange­sichts der seit dem 1.01.2009 bestehen­den all­ge­mei­nen Pflicht zum Abschluss einer Krank­heits­kos­ten­ver­si­che­rung (vgl. § 193 Abs. 3 VVG) die Min­dest­bei­trä­ge einer Krank­heits­kos­ten­ver­si­che­rung von den Net­to­be­zü­gen eines Beam­ten mög­li­cher­wei­se in Abzug zu brin­gen sein 83, weil die Emp­fän­ger von Leis­tun­gen der Grund­si­che­rung aus die­sen Leis­tun­gen eine Kran­ken­ver­si­che­rung nicht finan­zie­ren müs­sen. In die­sem Zusam­men­hang kann es auch dar­auf ankom­men, ob die Dienst­be­zü­ge gene­rell aus­rei­chen, um als Allein­ver­die­ner den ange­mes­se­nen Lebens­un­ter­halt einer vier­köp­fi­gen Fami­lie durch­gän­gig auf­zu­brin­gen 84. Dabei hat der Gesetz­ge­ber einen wei­ten Gestal­tungs­spiel­raum, wie bei der Fest­set­zung der Bezü­ge den Anfor­de­run­gen des Gebo­tes eines Min­dest­ab­stan­des zum Grund­si­che­rungs­ni­veau Rech­nung zu tra­gen ist. Dies kann etwa durch eine Anhe­bung des Bemes­sungs­sat­zes der Bei­hil­fe auf 100 % der ent­stan­de­nen Auf­wen­dun­gen, eine Anhe­bung des Ein­gangs­ge­hal­tes einer Besol­dungs­stu­fe ver­bun­den mit einer gerin­ge­ren pro­zen­tua­len Stei­ge­rung in den Erfah­rungs­stu­fen, eine Anhe­bung des Fami­li­en­zu­schlags in den unte­ren Besol­dungs­grup­pen oder durch sons­ti­ge geeig­ne­te Maß­nah­men unter Berück­sich­ti­gung der sich in die­sem Fall für höhe­re Besol­dungs­grup­pen mög­li­cher­wei­se auf­grund des Abstands­ge­bo­tes erge­ben­den Kon­se­quen­zen gesche­hen.

All die­se Fra­gen bedür­fen vor­lie­gend kei­ner abschlie­ßen­den Klä­rung, da kei­ne Anhalts­punk­te dafür erkenn­bar sind, dass ein der­ar­ti­ger Min­dest­ab­stand zum Grund­si­che­rungs­ni­veau hier nicht ein­ge­hal­ten wäre oder etwai­ge ver­fas­sungs­wid­ri­ge Brut­to­ge­häl­ter unte­rer Besol­dungs­grup­pen zwin­gend eine Ver­let­zung des Abstands­ge­bo­tes für die streit­ge­gen­ständ­li­chen Besol­dungs­grup­pen zur Fol­ge haben müss­ten.

Durch das Gesetz zur Ände­rung des Grund­ge­set­zes vom 28.08.2006 30 hat der Gesetz­ge­ber die Gesetz­ge­bungs­kom­pe­tenz für die Beam­ten­be­sol­dung und ‑ver­sor­gung auf die Län­der (zurück-)übertragen. Der Gleich­heits­satz (Art. 3 Abs. 1 GG) hin­dert den Lan­des­ge­setz­ge­ber zwar grund­sätz­lich nicht, von der Gesetz­ge­bung ande­rer Län­der abwei­chen­de Rege­lun­gen zu tref­fen und dabei den unter­schied­li­chen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­sen der Län­der Rech­nung zu tra­gen 85. Gleich­wohl ist eine unbe­grenz­te Aus­ein­an­der­ent­wick­lung der Bezü­ge im Bund und in den Län­dern durch die infol­ge der Neu­ord­nung der Kom­pe­tenz­ver­tei­lung im Grund­ge­setz eröff­ne­te Befug­nis zum Erlass jeweils eige­ner Besol­dungs­re­ge­lun­gen nicht gedeckt. Art. 33 Abs. 5 GG setzt der Gestal­tungs­frei­heit des Gesetz­ge­bers inso­weit Gren­zen, ohne ein besol­dungs­recht­li­ches Homo­ge­ni­täts­ge­bot zu pos­tu­lie­ren. Vor die­sem Hin­ter­grund bil­det der Quer­ver­gleich mit der Besol­dung des Bun­des und ande­rer Län­der schließ­lich ein wei­te­res Indiz für die Bestim­mung des Kern­ge­halts der Ali­men­ta­ti­on (fünf­ter Para­me­ter 61).

Die Ali­men­ta­ti­on muss es Beam­ten ermög­li­chen, sich ganz dem öffent­li­chen Dienst als Lebens­be­ruf zu wid­men und in recht­li­cher wie wirt­schaft­li­cher Sicher­heit und Unab­hän­gig­keit zur Erfül­lung der ihnen zuge­wie­se­nen Auf­ga­ben bei­zu­tra­gen 86. Sie dient damit nicht allein dem Lebens­un­ter­halt, son­dern hat – ange­sichts der Bedeu­tung des Berufs­be­am­ten­tums für die All­ge­mein­heit – zugleich eine qua­li­täts­si­chern­de Funk­ti­on 87. Damit die Ent­schei­dung für eine Tätig­keit als Beam­ter für über­durch­schnitt­lich qua­li­fi­zier­te Kräf­te attrak­tiv ist, muss sich die Amts­an­ge­mes­sen­heit der Ali­men­ta­ti­on auch durch ihr Ver­hält­nis zu den Ein­kom­men bestim­men, die für ver­gleich­ba­re und auf der Grund­la­ge ver­gleich­ba­rer Aus­bil­dung erbrach­te Tätig­kei­ten außer­halb des in Rede ste­hen­den öffent­li­chen Diens­tes erzielt wer­den 88. Neben einem Ver­gleich mit den Bezah­lungs­sys­te­men in der Pri­vat­wirt­schaft 76 ist dabei vor allem die Besol­dung in ande­ren Län­dern zu berück­sich­ti­gen. Die Attrak­ti­vi­tät eines Amtes bemisst sich – gera­de ange­sichts einer erfah­rungs­ge­mäß erhöh­ten Fle­xi­bi­li­tät von Berufs­ein­stei­gern – daher auch nach der Höhe der Bezü­ge im Län­der­ver­gleich. Eine Ver­en­gung des Blicks aus­schließ­lich auf die wirt­schaft­li­che und finan­zi­el­le Situa­ti­on des betref­fen­den Lan­des ver­lö­re aus dem Auge, dass im föde­ra­len Sys­tem des Grund­ge­set­zes die opti­ma­le Erle­di­gung der eige­nen Auf­ga­ben bei gleich­zei­tig begrenz­ten per­so­nel­len Res­sour­cen durch den Wett­be­werb mit ande­ren Dienst­her­ren bestimmt wird. Inso­weit ist neben dem eben­falls bun­des­wei­ten Ver­gleich mit der Pri­vat­wirt­schaft der Ver­gleich mit den Kon­di­tio­nen des Staats­diens­tes und der Besol­dung im Diens­te des Bun­des und ande­rer Län­der aus­sa­ge­kräf­tig 61.

Zeigt sich eine erheb­li­che Gehalts­dif­fe­renz im Ver­gleich zum Durch­schnitt der Bezü­ge der jewei­li­gen Besol­dungs­grup­pe im Bund oder in den ande­ren Län­dern, spricht dies dafür, dass die Ali­men­ta­ti­on ihre qua­li­täts­si­chern­de Funk­ti­on nicht mehr erfüllt. Wann eine sol­che Erheb­lich­keit gege­ben ist, kann nicht pau­schal beant­wor­tet wer­den. Liegt das streit­ge­gen­ständ­li­che jähr­li­che Brut­to­ein­kom­men ein­schließ­lich etwai­ger Son­der­zah­lun­gen 10 Pro­zent unter dem Durch­schnitt der übri­gen Län­der im glei­chen Zeit­raum, was gemes­sen an der streit­ge­gen­ständ­li­chen Besol­dung regel­mä­ßig einem Besol­dungs­un­ter­schied von mehr als einem Monats­ge­halt ent­spre­chen dürf­te, ist dies jeden­falls ein wei­te­res Indiz für eine ver­fas­sungs­wid­ri­ge Unte­rali­men­ta­ti­on 61.

Es besteht die Ver­mu­tung einer der ange­mes­se­nen Betei­li­gung an der all­ge­mei­nen Ent­wick­lung der wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se und des Lebens­stan­dards nicht genü­gen­den und damit ver­fas­sungs­wid­ri­gen Unte­rali­men­ta­ti­on, wenn jeden­falls drei der oben genann­ten fünf Para­me­ter erfüllt sind. Die­se Ver­mu­tung kann im Rah­men einer Gesamt­ab­wä­gung durch Berück­sich­ti­gung wei­te­rer ali­men­ta­ti­ons­re­le­van­ter Kri­te­ri­en wider­legt oder erhär­tet wer­den. Zu die­sen wei­te­ren Kri­te­ri­en zäh­len neben der Attrak­ti­vi­tät des Beam­ten­ver­hält­nis­ses für über­durch­schnitt­lich qua­li­fi­zier­te Kräf­te, dem Anse­hen des Amtes in den Augen der Gesell­schaft sowie der vom Amts­in­ha­ber gefor­der­ten Aus­bil­dung und Bean­spru­chung 89 vor allem die beson­de­re Qua­li­tät der Tätig­keit und Ver­ant­wor­tung eines Beam­ten, Ent­wick­lun­gen im Bereich der Bei­hil­fe und der Ver­sor­gung sowie der Ver­gleich mit den durch­schnitt­li­chen Brut­to­ver­diens­ten sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäf­tig­ter mit ver­gleich­ba­rer Qua­li­fi­ka­ti­on und Ver­ant­wor­tung 61.

In der Höhe der Ali­men­ta­ti­on muss sich die beson­de­re Qua­li­tät und Ver­ant­wor­tung eines Amts­trä­gers wider­spie­geln 61.

Abs. 5 GG ent­hält auch eine insti­tu­tio­nel­le Garan­tie des Berufs­be­am­ten­tums. Gegen­stand der Ein­rich­tungs­ga­ran­tie ist der Kern­be­stand von Struk­tur­prin­zi­pi­en, die sich in der Tra­di­ti­on ent­wi­ckelt und bewährt haben 90. Die Ent­wick­lung des Berufs­be­am­ten­tums ist his­to­risch eng mit der­je­ni­gen des Rechts­staats ver­knüpft: War der Beam­te ursprüng­lich allein dem Regen­ten ver­pflich­tet, wan­del­te er sich mit dem ver­än­der­ten Staats­ver­ständ­nis vom Fürs­ten- zum Staats­die­ner. Sei­ne Auf­ga­be ist es, Ver­fas­sung und Gesetz im Inter­es­se des Bür­gers auch und gera­de gegen die Staats­spit­ze zu behaup­ten. Die Über­nah­me der funk­ti­ons­we­sent­li­chen tra­dier­ten Grund­struk­tu­ren des Berufs­be­am­ten­tums in das Grund­ge­setz beruht auf einer Funk­ti­ons­be­stim­mung des Berufs­be­am­ten­tums als Insti­tu­ti­on, die, gegrün­det auf Sach­wis­sen, fach­li­che Leis­tung und loya­le Pflicht­er­fül­lung, eine sta­bi­le Ver­wal­tung sichern und damit einen aus­glei­chen­den Fak­tor gegen­über den das Staats­we­sen gestal­ten­den poli­ti­schen Kräf­ten bil­den soll 91.

Gera­de im Inter­es­se des Bür­gers sind im Bereich des Funk­ti­ons­vor­be­halts des Art. 33 Abs. 4 GG beson­de­re Anfor­de­run­gen an die Art und Qua­li­tät der Auf­ga­ben­er­fül­lung durch Beam­te zu stel­len. Zu des­sen Gewähr­leis­tungs­be­reich gehö­ren jene Auf­ga­ben, deren Wahr­neh­mung die beson­de­ren Ver­läss­lich­keits, Ste­tig­keits- und Rechts­staat­lich­keits­ga­ran­ti­en des Beam­ten­tums erfor­dert 92. Fach­li­ches Niveau und recht­li­che Inte­gri­tät des öffent­li­chen Diens­tes wer­den dabei durch das in Art. 33 Abs. 2 GG ver­an­ker­te Prin­zip der Bes­ten­aus­le­se anhand von Eig­nung, Befä­hi­gung und fach­li­cher Leis­tung sicher­ge­stellt, das den erst­ma­li­gen Zugang zu einem öffent­li­chen Amt beim Ein­tritt in das Beam­ten­ver­hält­nis eben­so wie die Ämter­be­set­zung auf­grund von Beför­de­run­gen regu­liert 93.

Sei­ne Auf­ga­be kann das Berufs­be­am­ten­tum nur erfül­len, wenn es recht­lich und wirt­schaft­lich gesi­chert ist 94. Nur wenn die inne­re und äuße­re Unab­hän­gig­keit gewähr­leis­tet ist und Wider­spruch nicht das Risi­ko einer Bedro­hung der Lebens­grund­la­gen des Amts­trä­gers und sei­ner Fami­lie in sich birgt, kann rea­lis­ti­scher­wei­se erwar­tet wer­den, dass ein Beam­ter auch dann auf rechts­staat­li­cher Amts­füh­rung beharrt, wenn sie (par­tei-)poli­tisch uner­wünscht sein soll­te 95. Das Berufs­be­am­ten­tum wird so zur tra­gen­den Stüt­ze des Rechts­staa­tes 96.

Die Ali­men­ta­ti­on bil­det die Vor­aus­set­zung dafür, dass sich der Beam­te ganz dem öffent­li­chen Dienst als Lebens­be­ruf wid­men und in recht­li­cher und wirt­schaft­li­cher Unab­hän­gig­keit zur Erfül­lung der dem Berufs­be­am­ten­tum vom Grund­ge­setz zuge­wie­se­nen Auf­ga­be, im poli­ti­schen Kräf­te­spiel eine sta­bi­le, geset­zes­treue Ver­wal­tung zu sichern, bei­tra­gen kann 97. Inso­weit ent­fal­tet das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip eine Schutz­funk­ti­on für den Beam­ten 98.

Die Amts­an­ge­mes­sen­heit der Ali­men­ta­ti­on ist fer­ner im Lich­te des Niveaus der Bei­hil­fe­leis­tun­gen zu bewer­ten 61. Die Gewäh­rung von Bei­hil­fen fin­det ihre Grund­la­ge in der Für­sor­ge­pflicht des Dienst­herrn 99. Das gegen­wär­ti­ge Sys­tem der Bei­hil­fe ist zwar nicht Bestand­teil der ver­fas­sungs­recht­lich geschul­de­ten Ali­men­ta­ti­on des Beam­ten; von Ver­fas­sungs wegen muss die amts­an­ge­mes­se­ne Ali­men­ta­ti­on ledig­lich die Kos­ten einer Kran­ken­ver­si­che­rung decken, die zur Abwen­dung krank­heits­be­ding­ter, durch Leis­tun­gen auf­grund der Für­sor­ge­pflicht nicht aus­ge­gli­che­ner Belas­tun­gen erfor­der­lich ist 100. Die Ali­men­ta­ti­on ist aber dann nicht mehr aus­rei­chend, wenn die Kran­ken­ver­si­che­rungs­prä­mi­en, die zur Abwen­dung krank­heits­be­ding­ter und nicht von der Bei­hil­fe aus­ge­gli­che­ner Belas­tun­gen erfor­der­lich sind, einen sol­chen Umfang errei­chen, dass der ange­mes­se­ne Lebens­un­ter­halt des Beam­ten oder Ver­sor­gungs­emp­fän­gers nicht mehr gewähr­leis­tet ist. Das Prin­zip der amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­ta­ti­on ver­langt par­al­lel zu der Kon­stel­la­ti­on fami­li­är beding­ter Unter­halts­las­ten, eine Aus­zeh­rung der all­ge­mei­nen Gehalts­be­stand­tei­le durch krank­heits­be­zo­ge­ne Auf­wen­dun­gen zu ver­hin­dern 101. Bei einer sol­chen Sach­la­ge kann daher eine ent­spre­chen­de Kor­rek­tur der Besol­dungs- und Ver­sor­gungs­ge­set­ze, die das Ali­men­ta­ti­ons­prin­zip kon­kre­ti­sie­ren, ver­fas­sungs­recht­lich gebo­ten sein 102. Glei­ches gilt, wenn eine Viel­zahl zeit­lich gestaf­fel­ter, für sich genom­men ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu bean­stan­den­der Ein­schnit­te des Gesetz­ge­bers im Bei­hil­fe­be­reich das für den sons­ti­gen Lebens­un­ter­halt des Beam­ten zur Ver­fü­gung ste­hen­de Ein­kom­men unan­ge­mes­sen redu­zie­ren ("Sala­mi-Tak­tik" 61).

Weder die Ver­sor­gung noch die Besol­dung stellt ein Ent­gelt für bestimm­te Dienst­leis­tun­gen des Beam­ten dar. Bei­des ist viel­mehr "Gegen­leis­tung" des Dienst­herrn dafür, dass sich der Beam­te ihm mit sei­ner gan­zen Per­sön­lich­keit zur Ver­fü­gung stellt und gemäß den jewei­li­gen Anfor­de­run­gen sei­ne Dienst­pflicht nach Kräf­ten erfüllt 103. Ver­sor­gung und Besol­dung sind Teil­ele­men­te des ein­heit­li­chen Tat­be­stands der Ali­men­ta­ti­on und schon bei Begrün­dung des Beam­ten­ver­hält­nis­ses garan­tiert 104. Der Dienst­herr ist gehal­ten, den Unter­halt des Beam­ten lebens­lang – und damit auch nach Ein­tritt in den Ruhe­stand – zu garan­tie­ren 105. Die­ser Ver­pflich­tung kommt er gegen­wär­tig durch Bereit­stel­lung einer Voll­ver­sor­gung nach. Der Beam­te hat sei­ne Alters­ver­sor­gung und die sei­ner Hin­ter­blie­be­nen nicht selbst zu ver­an­las­sen 106; statt­des­sen sind die Brut­to­be­zü­ge der akti­ven Beam­ten von vorn­her­ein – unter Berück­sich­ti­gung der künf­ti­gen Pen­si­ons­an­sprü­che – nied­ri­ger fest­ge­setzt 107. Kür­zun­gen im Bereich des Ver­sor­gungs­rechts haben zur Kon­se­quenz, dass der Amts­trä­ger einen grö­ße­ren Teil sei­ner Bezü­ge zum Zwe­cke der pri­va­ten Alters­vor­sor­ge auf­wen­den muss, um nicht über­mä­ßi­ge Ein­bu­ßen sei­nes Lebens­stan­dards bei Ein­tritt in den Ruhe­stand hin­neh­men zu müs­sen. Auch dies kann zu einer Unter­schrei­tung der ver­fas­sungs­recht­lich gebo­te­nen Ali­men­ta­ti­on füh­ren 61.

Schließ­lich muss sich die Amts­an­ge­mes­sen­heit der Ali­men­ta­ti­on, um ihre qua­li­täts­si­chern­de Funk­ti­on zu erfül­len, auch durch ihr Ver­hält­nis zu den Ein­kom­men bestim­men, die für ver­gleich­ba­re und auf der Grund­la­ge ver­gleich­ba­rer Aus­bil­dung erbrach­te Tätig­kei­ten außer­halb des öffent­li­chen Diens­tes erzielt wer­den 88. Ob die Ali­men­ta­ti­on einem Amt, das für über­durch­schnitt­lich qua­li­fi­zier­te Kräf­te attrak­tiv sein soll, ange­mes­sen ist, zeigt auch ein Ver­gleich der Besol­dungs­hö­he mit den durch­schnitt­li­chen Brut­to­ver­diens­ten sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäf­tig­ter mit ver­gleich­ba­rer Qua­li­fi­ka­ti­on und Ver­ant­wor­tung in der Pri­vat­wirt­schaft, wobei die Beson­der­hei­ten des Sta­tus und des beam­ten­recht­li­chen Besol­dungs- und Ver­sor­gungs­sys­tems nicht außer Acht gelas­sen wer­den dür­fen 108.

Aus­nahms­wei­se zuläs­si­ge Unte­rali­men­ta­ti­on[↑]

Ergibt die Gesamt­schau, dass die als unzu­rei­chend ange­grif­fe­ne Ali­men­ta­ti­on grund­sätz­lich als ver­fas­sungs­wid­ri­ge Unte­rali­men­ta­ti­on ein­zu­stu­fen ist, bedarf es der Prü­fung, ob dies im Aus­nah­me­fall ver­fas­sungs­recht­lich gerecht­fer­tigt sein kann. Der Grund­satz der amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­ta­ti­on ist Teil der mit den her­ge­brach­ten Grund­sät­zen ver­bun­de­nen insti­tu­tio­nel­len Garan­tie des Art. 33 Abs. 5 GG. Soweit er mit ande­ren ver­fas­sungs­recht­li­chen Wert­ent­schei­dun­gen oder Insti­tu­ten kol­li­diert, ist er – wie dies auch sonst der Fall ist – ent­spre­chend dem Grund­satz der prak­ti­schen Kon­kor­danz im Wege der Abwä­gung zu einem scho­nen­den Aus­gleich zu brin­gen (3. Prü­fungs­stu­fe [vgl. BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.))).

Ver­fas­sungs­rang hat nament­lich das Ver­bot der Neu­ver­schul­dung in Art. 109 Abs. 3 Satz 1 GG (ein­ge­führt durch das Gesetz zur Ände­rung des Grund­ge­set­zes [Arti­kel 91c, 91d, 104b, 109, 109a, 115, 143d] vom 29.07.2009 109). Gemäß Art. 109 Abs. 3 Satz 1 GG sind Haus­hal­te von Bund und Län­dern grund­sätz­lich ohne Ein­nah­men aus Kre­di­ten aus­zu­glei­chen (soge­nann­te Schul­den­brem­se). Aus­nahms­wei­se ist eine Neu­ver­schul­dung bei kon­junk­tu­rel­len Abwei­chun­gen von der Nor­mal­la­ge (vgl. Art. 109 Abs. 3 Satz 2 Var. 1 GG) sowie bei Natur­ka­ta­stro­phen oder außer­ge­wöhn­li­chen Not­si­tua­tio­nen zuläs­sig (vgl. Art. 109 Abs. 3 Satz 2 Var. 2 GG). Die Haus­hal­te der Län­der sind in den Haus­halts­jah­ren 2011 bis 2019 so auf­zu­stel­len, dass im Haus­halts­jahr 2020 die Vor­ga­be aus Art. 109 Abs. 3 Satz 5 GG (kei­ne struk­tu­rel­le Net­to­kre­dit­auf­nah­me) erfüllt wird (vgl. Art. 143d Abs. 1 Satz 4 GG). Dabei müs­sen die Haus­halts­ge­setz­ge­ber der Län­der das Ziel der Haus­halts­kon­so­li­die­rung im Jahr 2020 im Blick behal­ten. Kon­kre­te­re Ver­pflich­tun­gen zur Errei­chung die­ses Ziels erge­ben sich aus Art. 143d Abs. 1 Satz 4 GG nicht 110. Zum voll­stän­di­gen Abbau der Finan­zie­rungs­de­fi­zi­te bis zum Jahr 2020 sind ledig­lich die Län­der ver­pflich­tet, die gemäß Art. 143d Abs. 2 Satz 1 GG Kon­so­li­die­rungs­hil­fen aus dem Haus­halt des Bun­des erhal­ten (vgl. Art. 143d Abs. 2 Satz 4 GG).

Der in Art. 143d Abs. 1 Satz 4 GG ange­leg­ten Vor­wir­kung des Ver­bots der struk­tu­rel­len Net­to­kre­dit­auf­nah­me hat der Haus­halts­ge­setz­ge­ber auch bei der Anpas­sung der Bezü­ge der Beam­ten Rech­nung zu tra­gen 61. Unge­ach­tet der Ver­schär­fung der Regeln für die Kre­dit­auf­nah­me durch die Neu­fas­sung des Art. 109 Abs. 3 GG 111 ver­mö­gen indes allein die Finanz­la­ge der öffent­li­chen Haus­hal­te oder das Ziel der Haus­halts­kon­so­li­die­rung den Grund­satz der amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­tie­rung nicht ein­zu­schrän­ken. Andern­falls lie­fe die Schutz­funk­ti­on des Art. 33 Abs. 5 GG ins Lee­re 112. Auch das beson­de­re Treue­ver­hält­nis ver­pflich­tet Beam­te nicht dazu, stär­ker als ande­re zur Kon­so­li­die­rung öffent­li­cher Haus­hal­te bei­zu­tra­gen 113. Eine Ein­schrän­kung des Grund­sat­zes der amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­tie­rung aus rein finan­zi­el­len Grün­den kann zur Bewäl­ti­gung einer der in Art. 109 Abs. 3 Satz 2 GG genann­ten Aus­nah­me­si­tua­tio­nen in Ansatz gebracht wer­den, wenn die betref­fen­de gesetz­ge­be­ri­sche Maß­nah­me aus­weis­lich einer aus­sa­ge­kräf­ti­gen Begrün­dung in den Gesetz­ge­bungs­ma­te­ria­li­en Teil eines schlüs­si­gen und umfas­sen­den Kon­zepts der Haus­halts­kon­so­li­die­rung ist 61.

Rela­ti­ver Norm­be­stands­schutz für die Beam­tena­li­men­ta­ti­on[↑]

Jen­seits der ver­fas­sungs­recht­lich gebo­te­nen Min­des­ta­li­men­ta­ti­on, wie sie sich auf­grund der oben dar­ge­stell­ten Gesamt­ab­wä­gung ergibt, genießt die Ali­men­ta­ti­on des Beam­ten einen rela­ti­ven Norm­be­stands­schutz. Der Gesetz­ge­ber darf hier Kür­zun­gen oder ande­re Ein­schnit­te in die Bezü­ge vor­neh­men, wenn dies aus sach­li­chen Grün­den gerecht­fer­tigt ist 114. Kür­zun­gen oder ande­re Ein­schnit­te kön­nen durch sol­che Grün­de sach­lich gerecht­fer­tigt wer­den, die im Bereich des Sys­tems der Beam­ten­be­sol­dung lie­gen 115. Zu sol­chen sys­tem­im­ma­nen­ten Grün­den kön­nen finan­zi­el­le Erwä­gun­gen zwar hin­zu­tre­ten 116; das Bemü­hen, Aus­ga­ben zu spa­ren, kann aber nicht als aus­rei­chen­de Legi­ti­ma­ti­on für eine Kür­zung der Besol­dung ange­se­hen wer­den 117, soweit sie nicht als Teil eines schlüs­si­gen Gesamt­kon­zepts dem in Art. 109 Abs. 3 GG ver­an­ker­ten Ziel der Haus­halts­kon­so­li­die­rung dient 61.

Begrün­dungs­pflich­ten für den Gesetz­ge­ber[↑]

Die Fest­le­gung der Besol­dungs­hö­he durch den Gesetz­ge­ber ist an die Ein­hal­tung pro­ze­du­ra­ler Anfor­de­run­gen geknüpft. Die­se Anfor­de­run­gen tref­fen ihn ins­be­son­de­re in Form von Begrün­dungs­pflich­ten 118.

Der Gesetz­ge­ber ist gehal­ten, bereits im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren die Fort-schrei­bung der Besol­dungs­hö­he zu begrün­den. Die Ermitt­lung und Abwä­gung der berück­sich­tig­ten und berück­sich­ti­gungs­fä­hi­gen Bestim­mungs­fak­to­ren für den ver­fas­sungs­recht­lich gebo­te­nen Umfang der Anpas­sung der Besol­dung müs­sen sich in einer ent­spre­chen­den Dar­le­gung und Begrün­dung des Gesetz­ge­bers im Gesetz­ge­bungs­ver­fah­ren nie­der­schla­gen. Eine blo­ße Begründ­bar­keit genügt nicht den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen der Pro­ze­du­ra­li­sie­rung. Der mit der Aus­gleichs­funk­ti­on der Pro­ze­du­ra­li­sie­rung ange­streb­te Ratio­na­li­sie­rungs­ge­winn kann – auch mit Blick auf die Ermög­li­chung von Rechts­schutz – effek­tiv nur erreicht wer­den, wenn die erfor­der­li­chen Sach­ver­halts­er­mitt­lun­gen vor­ab erfol­gen und dann in der Geset­zes­be­grün­dung doku­men­tiert wer­den 61. Die Pro­ze­du­ra­li­sie­rung zielt auf die Her­stel­lung von Ent­schei­dun­gen und nicht auf ihre Dar­stel­lung, das heißt nach­träg­li­che Begrün­dung 119.

An die­sen Maß­stä­ben gemes­sen sind die Vor­ga­ben des Art. 33 Abs. 5 GG in der ab dem 1.09.2006 gel­ten­den Fas­sung in dem Ver­fah­ren auf die Rich­ter­vor­la­ge des Ver­wal­tungs­ge­richts Hal­le 6 nicht erfüllt. Eine Gesamt­be­trach­tung der für die Bestim­mung der Besol­dungs­hö­he maß­geb­li­chen Para­me­ter ergibt, dass die gewähr­te A 10-Besol­dung evi­dent unzu­rei­chend ist. In den Ver­fah­ren auf die Rich­ter­vor­la­gen des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts für das Land Nord­rhein-West­fa­len 120 sowie des Ver­wal­tungs­ge­richts Braun­schweig 8 ist die Bemes­sung der Besol­dung für den jeweils ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum dage­gen ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu bean­stan­den.

Ergeb­nis: Beam­ten­be­sol­dung im Frei­staat Sach­sen (Besol­dungs­grup­pe A10 im Jahr 2011)[↑]

Die Grund­ge­halts­sät­ze der Besol­dungs­ord­nung A genü­gen in der Besol­dungs­grup­pe A 10 in Sach­sen in dem Jahr 2011 nicht, um einem Beam­ten nach der mit sei­nem Amt ver­bun­de­nen Ver­ant­wor­tung und nach der Bedeu­tung die­ses Amtes für die All­ge­mein­heit einen der Ent­wick­lung der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se und des all­ge­mei­nen Lebens­stan­dards ange­mes­se­nen Lebens­un­ter­halt zu ermög­li­chen. Der Gesetz­ge­ber hat bei der Fest­le­gung der Grund­ge­halts­sät­ze die Siche­rung der Attrak­ti­vi­tät des Amtes eines Beam­ten für ent­spre­chend qua­li­fi­zier­te Kräf­te, das Anse­hen die­ses Amtes in den Augen der Gesell­schaft, die vom Beam­ten gefor­der­te Aus­bil­dung, sei­ne Ver­ant­wor­tung und sei­ne Bean­spru­chung nicht hin­rei­chend berück­sich­tigt. Dies ergibt sich in ers­ter Linie aus einem Ver­gleich der Ent­wick­lung der Grund­ge­halts­sät­ze zuzüg­lich etwai­ger Son­der­zah­lun­gen in der Besol­dungs­grup­pe A 10 mit der Ent­wick­lung der Ein­kom­men der Tarif­be­schäf­tig­ten im öffent­li­chen Dienst, der Ent­wick­lung des Nomi­nal­lohn- und des Ver­brau­cher­preis­in­dex und wird durch die Her­an­zie­hung wei­te­rer ali­men­ta­ti­ons­re­le­van­ter Kri­te­ri­en im Rah­men einer Gesamt­ab­wä­gung bestä­tigt. Kol­li­die­ren­des Ver­fas­sungs­recht steht die­sem Befund nicht ent­ge­gen.

Indi­zi­en für die evi­den­te Unan­ge­mes­sen­heit der Ali­men­ta­ti­on erge­ben sich aus einer Gegen­über­stel­lung der Anpas­sung der Besol­dung mit der Ent­wick­lung der Ein­kom­men der Tarif­be­schäf­tig­ten im öffent­li­chen Dienst sowie der Ent­wick­lung des Nomi­nal­lohn- und des Ver­brau­cher­preis­in­dex in Sach­sen.

Die Ent­wick­lung der Grund­ge­halts­sät­ze zuzüg­lich Son­der­zah­lun­gen in der Besol­dungs­grup­pe A 10 in Sach­sen stellt sich für die hier zu betrach­ten­den ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­räu­me der Jah­re 1997 bis 2011 fol­gen­der­ma­ßen dar: Die Grund­ge­halts­sät­ze wur­den

  • zum 1.03.1997 um 1,3 % durch Art. 1 Abs. 1 Nr. 1 BBVAn­pG 1996/​1997 vom 24.03.1997 121,
  • zum 1.01.1998 um 1,5 % durch Art. 1 Abs. 1 Nr. 1 BBVAn­pG 1998 vom 06.08.1998 122,
  • zum 1.06.1999 um 2,9 % durch Art. 1 Abs. 1 Nr. 1 BBVAn­pG 1999 vom 19.11.1999 123,
  • durch Art. 1 Abs. 1 Nr. 1 BBVAn­pG 2000 vom 19.04.2001 124 zum 1.01.2001 um 1,8 % und zum 1.01.2002 um 2,2 % sowie
  • durch Art. 1 bis 3 BBVAn­pG 2003/​2004 vom 10.09.2003 14 zum 1.04.2003 um 2,4 %, zum 1.04.2004 um 1,0 % und zum 1.08.2004 um 1,0 %

erhöht.

Zum 1.09.2008 wur­den die Grund­ge­halts­sät­ze der Besol­dungs­ord­nung A 10 um 2,9 % erhöht (vgl. § 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 i.V.m. Abs. 3 Satz 2 Sächs­BesG, ein­ge­fügt durch das Fünf­te Gesetz zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 17.01.2008 125). Zum 1.03.2009 wur­den die Grund­ge­halts­sät­ze um 40 € erhöht und die so erhöh­ten Grund­ge­halts­sät­ze um 3,0 % ange­ho­ben (vgl. § 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 und Nr. 3a Sächs­BesG in der Fas­sung des Sechs­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 19.06.2009 126). Zum 1.03.2010 wur­den die Grund­ge­halts­sät­ze um 1,2 % erhöht (vgl. § 20a Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Sächs­BesG in der Fas­sung des Sechs­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 19.06.2009 126). Zum 1.04.2011 wur­den die Grund­ge­halts­sät­ze um 1,5 % erhöht (vgl. § 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 Sächs­BesG in der Fas­sung des Sie­ben­ten Geset­zes zur Ände­rung des Säch­si­schen Besol­dungs­ge­set­zes vom 16.06.2011 34). Außer­dem erhiel­ten Beam­te, die min­des­tens für einen Tag des Monats April 2011 Anspruch auf Besol­dung aus einem Beam­ten- oder Rich­ter­ver­hält­nis bei einem Dienst­herrn im Frei­staat Sach­sen hat­ten, mit den Bezü­gen für den Monat Juni 2011 eine Ein­mal­zah­lung in Höhe von 360 € gemäß § 18 Abs. 1 Satz 1 Sächs­BesG.

Ab dem Jahr 2004 wur­de Beam­ten in der Besol­dungs­grup­pe A 10 durch § 4 Abs. 1 Nr. 2 SächsSZG mit den lau­fen­den Bezü­gen für den Monat Dezem­ber eine jähr­li­che Son­der­zah­lung in Höhe von 1.200 € gewährt. Das SoZuwG, das zuletzt im Jahr 2002 eine jähr­li­che Son­der­zu­wen­dung in Höhe von 86,31 % der für Dezem­ber 2002 maß­ge­ben­den Bezü­ge vor­sah (vgl. § 6 Abs. 1 SoZuwG), war durch Art. 18 Abs. 1 Nr. 1 BBVAn­pG 2003/​2004 auf­ge­ho­ben wor­den. Aller­dings war im Jahr 2003 in Sach­sen gemäß § 18 Abs. 2 BBVAn­pG 2003/​2004 das SoZuwG wei­ter anzu­wen­den, da noch kei­ne lan­des­ge­setz­li­che Rege­lung in Kraft getre­ten war.

Die Klä­ge­rin des Aus­gangs­ver­fah­rens, deren Bezü­ge bis zum 31.12 2002 gemäß § 2 Abs. 1 Satz 1 der 2. BesÜV abge­senkt waren, erhielt ab dem 1.01.2003 gemäß § 4 der 2. BesÜV einen Zuschuss bis zur Höhe des Unter­schieds­be­tra­ges zwi­schen den Bezü­gen nach § 2 der 2. BesÜV und den bei glei­chem Amt für das bis­he­ri­ge Bun­des­ge­biet gel­ten­den Dienst­be­zü­gen. Zu den Dienst­be­zü­gen gehör­ten gemäß § 1 Abs. 2 Nr. 1 Nr. 3 und 4 BBesG a.F., auf den § 2 Abs. 1 Satz 1 der 2. BesÜV ver­weist, Grund­ge­halt, Fami­li­en­zu­schlag und Zula­gen, nicht aber die jähr­li­che Son­der­zah­lung, die zu den "sons­ti­gen Bezü­gen" im Sin­ne des § 1 Abs. 3 BBesG a.F. zähl­te.

Die Son­der­zah­lung für erst­ma­lig im Bei­tritts­ge­biet Ernann­te wur­de wie­der­um gemäß § 3 Abs. 3 Satz 1 der 2. BesÜV in Höhe von 75 % der nach dem Besol­dungs­recht für den Monat Dezem­ber maß­ge­ben­den Bezü­ge gewährt. Wort­laut und Sys­te­ma­tik des § 3 Abs. 3 Satz 1 der 2. BesÜV spre­chen dafür, unter dem Begriff "Bezü­ge" im Sin­ne des § 3 Abs. 3 Satz 1 der 2. BesÜV nicht die Son­der­zah­lung als Teil sons­ti­ger Bezü­ge im Sin­ne des § 1 Abs. 3 BBesG a.F. zu ver­ste­hen, son­dern wie § 6 Abs. 1 Satz 2 Nr. 1 SoZuwG, auf den § 3 Abs. 3 Satz 1 der 2. BesÜV Bezug nimmt, ins­be­son­de­re das Grund­ge­halt ein­schließ­lich des Zuschus­ses nach § 4 der 2. BesÜV. Ange­sichts des­sen belief sich die Son­der­zah­lung im Jahr 2003 auf 75 % der für den Monat Dezem­ber maß­ge­ben­den Bezü­ge.

Durch Art. 27 des Haus­halts­be­gleit­ge­set­zes 2011/​2012 vom 15.12 2010 22 wur­de das SächsZG mit Wir­kung zum 1.01.2011 auf­ge­ho­ben. Der Weg­fall der Son­der­zah­lung ent­sprach für Beam­te, die wie die Klä­ge­rin des Aus­gangs­ver­fah­rens ihre Befä­hi­gungs­vor­aus­set­zun­gen im bis­he­ri­gen Bun­des­ge­biet erwor­ben hat­ten und erst­ma­lig im Bei­tritts­ge­biet ernannt wor­den waren, einer fik­ti­ven Besol­dungs­kür­zung von 5,88 % [(1 – 12/12,75)*100] für das Jahr 2011.

Damit stieg die A 10-Besol­dung in dem Zeit­raum 1997 bis 2011 bei Zugrun­de-legung einer ursprüng­lich gewähr­ten Son­der­zah­lung in Höhe von 75 % des Grund­be­trags der für den Monat Dezem­ber gewähr­ten Bezü­ge um 17,82 %

Die Strei­chung des Urlaubs­gel­des in Höhe von 255, 65 € durch Auf­he­bung des Urlaubs­geld­ge­set­zes (vgl. Art. 18 Abs. 1 Nr. 2 BBVAn­pG 2003/​2004) ab dem Jahr 2004, die Anhe­bung der Grund­ge­halts­sät­ze um 40 € zum 1.03.2009 sowie die Gewäh­rung einer Ein­mal­zah­lung von 360 € zum 1.06.2011 kön­nen rech­ne­risch an die­ser Stel­le ver­nach­läs­sigt wer­den, weil sie, bezo­gen auf den hier zu betrach­ten­den Zeit­raum von 15 Jah­ren, nur zu einem mini­ma­len Besol­dungs­zu­wachs von deut­lich unter 2 € monat­lich geführt haben.

Die Ver­diens­te der Tarif­be­schäf­tig­ten im öffent­li­chen Dienst der Län­der, die bis Okto­ber 2005 nach dem Bun­des-Ange­stell­ten­ta­rif­ver­trag ent­lohnt wur­den und für die mit Aus­nah­me der Län­der Ber­lin und Hes­sen seit dem 1.11.2006 der Tarif­ver­trag für den öffent­li­chen Dienst der Län­der gilt, stie­gen aus­weis­lich der vom Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt vor­ge­leg­ten Daten in den Jah­ren 1997 bis 2011 in Sach­sen um 24,3 %

In dem­sel­ben Zeit­raum stieg in Sach­sen der Nomi­nal­lohn­in­dex um 27 % und der Ver­brau­cher­preis­in­dex um 25 %.

Die Dif­fe­renz zwi­schen der Ent­wick­lung der Tarif­ein­kom­men, des Nomi­nal­lohn­in­dex und des Ver­brau­cher­preis­in­dex (100 + x) einer­seits und der Besol­dungs­ent­wick­lung (100 + y) ande­rer­seits stellt sich damit in Rela­ti­on zur Besol­dungs­ent­wick­lung wie folgt dar:

[100 + x] – [100 +y]
— — — — — — — — — — x 100.
 [100 + y]

Die Ent­wick­lung der Besol­dung blieb aus­ge­hend von der Basis 100 im Jahr 1996 im Jahr 2011 um 5,5 % hin­ter dem Anstieg der Tarif­ver­diens­te, um 7,79 % hin­ter dem Anstieg des Nomi­nal­lohn­in­dex und um 6,09 % hin­ter dem Anstieg des Ver­brau­cher­preis­in­dex zurück.

Der Anstieg des Besol­dungs­ni­veaus infol­ge der "Ost-West-Anpas­sung" auf Grund­la­ge der 2. BesÜV und der regel­mä­ßi­gen Ände­rung von deren § 2 ist nicht in die Gegen­über­stel­lung mit der Ent­wick­lung des Nomi­nal­lohn­in­dex ein­zu­be­zie­hen. Die Absen­kung der Besol­dung war zeit­lich beschränkt und betraf nur den begrenz­ten Kreis von Per­so­nen, denen nicht ein Zuschuss nach § 4 der 2. BesÜV zur Anpas­sung der Dienst­be­zü­ge an das "West­ni­veau" gewährt wur­de. Eine Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen den Besol­dungs­emp­fän­gern in der Wei­se, dass die Anpas­sung nur bei den Bezie­hern einer "Ost-Besol­dung" ein­ge­preist wird, hät­te im Übri­gen im Ein­zel­fall zur Fol­ge, dass für die­sen Per­so­nen­kreis kei­ne Unte­rali­men­ta­ti­on fest­zu­stel­len ist, wäh­rend die Besol­dungs­vor­schrif­ten (even­tu­ell) für ver­fas­sungs­wid­rig zu erklä­ren wären, soweit sie die Bezie­her einer Besol­dung auf "West-Niveau" betref­fen. Dies erscheint auch mit Blick dar­auf, dass die Bezie­her einer "Ost-Besol­dung" von vorn­her­ein – abso­lut betrach­tet – besol­dungs­recht­lich ohne­hin schlech­ter gestellt wur­den, kaum nach­voll­zieh­bar.

Eine zusätz­li­che Staf­fel­prü­fung ist vor­lie­gend nicht ange­zeigt, da nicht auf belast­ba­re und aus­sa­ge­kräf­ti­ge Daten für einen zurück­lie­gen­den über­lap­pen­den Zeit­raum zurück­ge­grif­fen wer­den kann. Die Daten über die Ent­wick­lung des Nomi­nal­lohn­in­dex in Sach­sen in den ers­ten Jah­ren nach der Wie­der­ver­ei­ni­gung sind kaum aus­sa­ge­kräf­tig und daher für eine Ver­gleichs­be­trach­tung nicht geeig­net (Anstieg im Jahr 1992 gegen­über dem Vor­jahr um 30,4 %; Anstieg im Jahr 1993 um 14,5 %). Glei­ches gilt für den Ver­brau­cher­preis­in­dex, der im Jahr 1992 gegen­über dem Vor­jahr um 13,9 % und im Jahr 1993 um 10,7 % anstieg.

Die Gesamt­be­trach­tung der ange­führ­ten Para­me­ter begrün­det somit die Ver­mu­tung, dass die Grund­ge­halts­sät­ze der Besol­dungs­ord­nung A 10 in Sach­sen im Jahr 2011 das Min­dest­maß amts­an­ge­mes­se­ner Ali­men­ta­ti­on unter­schrit­ten haben.

Im Rah­men einer Gesamt­ab­wä­gung unter Ein­be­zie­hung wei­te­rer ali­men­ta­ti­ons­re­le­van­ter Deter­mi­nan­ten erhär­tet sich die Ver­mu­tung der evi­den­ten Unan­ge­mes­sen­heit der Ali­men­ta­ti­on in der Besol­dungs­grup­pe A 10 in Sach­sen im Jahr 2011.

Die Ämter in der Besol­dungs­grup­pe A 10 stel­len gestei­ger­te Anfor­de­run­gen an den beruf­li­chen Wer­de­gang und die Qua­li­fi­ka­ti­on ihrer Inha­ber. § 20 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 des Beam­ten­ge­set­zes für den Frei­staat Sach­sen (Säch­si­sches Beam­ten­ge­setz – Sächs­BG 2009) in der Fas­sung vom 12.05.2009 127 ver­lang­te für die Zulas­sung zu den Lauf­bah­nen des geho­be­nen Diens­tes im streit­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum die Fach­hoch­schul­rei­fe, die all­ge­mei­ne Hoch­schul­rei­fe, die Meis­ter­prü­fung in der ent­spre­chen­den Fach­rich­tung oder einen als gleich­wer­tig aner­kann­ten Bil­dungs­stand. Der Vor­be­rei­tungs­dienst selbst dau­er­te in Sach­sen in den Lauf­bah­nen des geho­be­nen Diens­tes drei Jah­re. Er ver­mit­tel­te in einem Stu­di­en­gang an einer Fach­hoch­schu­le den Beam­ten die wis­sen­schaft­li­chen Erkennt­nis­se und Metho­den sowie die berufs­prak­ti­schen Fähig­kei­ten und Kennt­nis­se, die zur Erfül­lung der Auf­ga­ben in ihrer Lauf­bahn erfor­der­lich waren. Der Stu­di­en­gang bestand aus Fach­stu­di­en von min­des­tens acht­zehn­mo­na­ti­ger und berufs­prak­ti­schen Stu­di­en­zei­ten von min­des­tens zwölf­mo­na­ti­ger Dau­er. Letz­te­re umfass­ten die Aus­bil­dung in fach­be­zo­ge­nen Schwer­punkt­be­rei­chen der Lauf­bahn­auf­ga­ben (vgl. zum Gan­zen § 22 Abs. 4 Sächs­BG 2009). Eines Vor­be­rei­tungs­diens­tes bedurf­te es nur bei Vor­lie­gen eines gleich­wer­ti­gen Fach­hoch­schul­ab­schlus­ses nicht (vgl. § 22 Abs. 6 Satz 1 Sächs­BG 2009). Gemäß § 26 Abs. 1 Sächs­BG 2009 schloss der Vor­be­rei­tungs­dienst in den Lauf­bah­nen des geho­be­nen Diens­tes mit einer Prü­fung ab.

In die Gesamt­schau zur Beur­tei­lung der Amts­an­ge­mes­sen­heit der Ali­men­ta­ti­on der Beam­ten sind auch die spür­ba­ren Ein­schnit­te im Bereich der Bei­hil­fe ein­zu­be­zie­hen. In Sach­sen trat die Ver­ord­nung der Säch­si­schen Staats­re­gie­rung über die Gewäh­rung von Bei­hil­fe in Krank­heits, Pfle­ge, Geburts- und Todes­fäl­len (Säch­si­sche Bei­hil­fe­ver­ord­nung – Sächs­BhVO) vom 22.07.2004 128 an die Stel­le der bis dahin gemäß § 102 Säch­si­sches Beam­ten­ge­setz vom 16.07.1999 129 gel­ten­den Bei­hil­fe­vor­schrif­ten des Bun­des (vgl. All­ge­mei­ne Ver­wal­tungs­vor­schrift für Bei­hil­fen in Krank­heits, Pfle­ge, Geburts- und Todes­fäl­len [Bei­hil­fe­vor­schrif­ten – BhV] vom 01.11.2001 130). Ein­ge­führt wur­de dar­in mit Wir­kung vom 01.09.2004 ein jähr­li­cher Selbst­be­halt in Höhe von 80 € für bei­hil­fe­fä­hi­ge Auf­wen­dun­gen (vgl. § 12 Abs. 1 Satz 1 Sächs­BhVO). Dies stellt gera­de in den unte­ren Besol­dungs­grup­pen eine mehr als nur gering­fü­gi­ge finan­zi­el­le Belas­tung dar. Des Wei­te­ren wur­de mit Wir­kung zum 1.01.2005 auf­grund Anla­ge 3 zu § 6 Abs. 3 Sächs­BhVO der Erstat­tungs­satz für zahn­tech­ni­sche Leis­tun­gen von 60 % (vgl. Anla­ge 2 Nr. 1 zu § 6 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BhV) auf 40 % gekürzt.

Auch die Ein­schnit­te im Bereich des Ver­sor­gungs­rechts erhär­ten die Ver­mu­tung einer ver­fas­sungs­wid­ri­gen Unte­rali­men­ta­ti­on. Ins Gewicht fällt hier neben der Kür­zung der Besol­dungs- und Ver­sor­gungs­an­pas­sun­gen gemäß § 14a Abs. 1 Satz 2 BBesG um jähr­lich 0,2 % mit Wir­kung zum 1.01.1999 zur Bil­dung einer Ver­sor­gungs­rück­la­ge (durch das Ver­sor­gungs­re­form­ge­setz 1998 vom 29.06.1998 131) die Kür­zung des Ruhe­ge­halts von 75 % auf höchs­tens 71,75 % der ruhe­ge­halts­fä­hi­gen Dienst­be­zü­ge durch das Ver­sor­gungs­än­de­rungs­ge­setz 2001 vom 20.12 2001 132. Die­se Ein­schnit­te sind in der Ver­gan­gen­heit iso­liert betrach­tet als ver­fas­sungs­recht­lich unbe­denk­lich ein­ge­stuft wor­den 133. Unge­ach­tet des­sen füh­ren ins­be­son­de­re die Absen­kung des Pen­si­ons­ni­veaus und die dar­aus resul­tie­ren­de Not­wen­dig­keit eines erhöh­ten Eigen­an­teils an der Alters­vor­sor­ge – gera­de ange­sichts einer stei­gen­den Lebens­er­war­tung – zu einer wei­te­ren Auf­zeh­rung der Bezü­ge mit der Fol­ge, dass die Gewähr­leis­tung eines der Ent­wick­lung der all­ge­mei­nen wirt­schaft­li­chen und finan­zi­el­len Ver­hält­nis­se ange­mes­se­nen Lebens­un­ter­halts des Beam­ten nicht mehr zwei­fels­frei sicher­ge­stellt ist.

Gegen­über­stel­lun­gen mit Ver­gleichs­grup­pen außer­halb des öffent­li­chen Diens­tes füh­ren im Rah­men der erfor­der­li­chen Gesamt­schau zu kei­ner ande­ren Beur­tei­lung, son­dern bekräf­ti­gen die auf­grund des Besol­dungs­ver­gleichs getrof­fe­ne Ver­mu­tung einer evi­den­ten Unan­ge­mes­sen­heit der Besol­dung.

Das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt hat Daten aus der Ver­dienst­struk­tur­er­he­bung 2010 vor­ge­legt, die es ermög­li­chen, die A 10-Besol­dung in Sach­sen mit dem Ver­dienst von aus­ge­wähl­ten, nach Beruf, Bil­dungs­ab­schluss, Alter, Berufs­er­fah­rung und Anfor­de­rungs­ni­veau ver­wand­ten Beschäf­tig­ten­grup­pen in der Pri­vat­wirt­schaft zu ver­glei­chen und die rela­ti­ve Posi­ti­on der nach A 10 besol­de­ten Amts­trä­ger in der jewei­li­gen grup­pen­spe­zi­fi­schen Ver­tei­lung der Ver­diens­te zu bestim­men.

Ein auf die­ser Grund­la­ge durch­ge­führ­ter Ver­gleich der A 10-Besol­dung in Sach­sen mit den Ver­diens­ten (ohne Son­der­zah­lung) der Grup­pe aller Voll­zeit­be­schäf­tig­ten der Leis­tungs­grup­pe 2 (Her­aus­ge­ho­be­ne Fach­kräf­te), die über einen Fach­hoch­schul­ab­schluss ver­fü­gen, ergibt, dass im Jahr 2010 nur 4 % der Ver­gleichs­grup­pe weni­ger ver­dien­ten als ein Amts­trä­ger in der Besol­dungs­grup­pe A 10 in der ers­ten Stu­fe (nur Grund­ge­halt). Gleich­zei­tig lag des­sen Besol­dung im Jahr 2010 unter dem mitt­le­ren Ver­dienst aller Arbeit­neh­mer der Leis­tungs­grup­pe 2 mit Fach­hoch­schul­ab­schluss in aus­ge­wähl­ten Beru­fen (Inge­nieu­re; Bank­fach­leu­te; Büro­fach­kräf­te; Daten­ver­ar­bei­tungs­fach­leu­te; Architekten/​Bauingenieure; Sozi­al­ar­bei­ter, Sozi­al­pfle­ger, Sozi­al­päd­ago­gen; Ver­si­che­rungs­fach­leu­te). Immer­hin 66 % aller Voll­zeit­be­schäf­tig­ten der Leis­tungs­grup­pe 2 mit Fach­hoch­schul­ab­schluss und 74 % aller Voll­zeit­be­schäf­tig­ten der Leis­tungs­grup­pe 2 mit 21 und mehr Jah­ren Unter­neh­mens­zu­ge­hö­rig­keit ver­dien­ten im Jahr 2010 mehr als ein Amts­trä­ger in der Besol­dungs­grup­pe A 10 in der End­stu­fe (Grund­ge­halt). Mit Aus­nah­me der Grup­pe "Sozi­al­ar­bei­ter, Sozi­al­pfle­ger, Sozi­al­päd­ago­gen" lag in allen oben auf­ge­führ­ten aus­ge­wähl­ten Berufs­grup­pen der mitt­le­re Ver­dienst im Jahr 2010 über dem Grund­ge­halt eines Amts­trä­gers der Besol­dungs­grup­pe A 10 in der End­stu­fe.

Noch deut­li­cher ist die Dis­kre­panz im Ver­gleich zu der Grup­pe der Ver­si­che­rungs­fach­leu­te, deren Tätig­keit mit der der Klä­ge­rin des Aus­gangs­ver­fah­rens bei der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung ver­gleich­bar ist. So ver­dien­ten in die­ser Grup­pe 2 % weni­ger als ein Amts­trä­ger der ers­ten Stu­fe in der Besol­dungs­grup­pe A 10 in Sach­sen und nur 11 % weni­ger als ein Amts­trä­ger, der das Grund­ge­halt aus der End­stu­fe der A 10-Besol­dung in Sach­sen bezog.

In der Gesamt­ab­wä­gung ergibt sich, dass die Bemes­sung der Grund­ge­halts­sät­ze der A 10-Besol­dung in Sach­sen im ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum ver­fas­sungs­recht­lich nicht mehr ange­mes­sen war. Gegen­läu­fi­ge Aspek­te, die die Ver­mu­tung der evi­den­ten Unan­ge­mes­sen­heit der Ali­men­ta­ti­on ent­kräf­ten könn­ten, sind nicht ersicht­lich.

Kol­li­die­ren­des Ver­fas­sungs­recht steht dem Befund der evi­den­ten Unan­ge­mes­sen­heit der Besol­dung nicht ent­ge­gen. Wesent­li­che Ursa­che der Unte­rali­men­ta­ti­on war die Strei­chung der Son­der­zah­lung im Jahr 2011. Aus­weis­lich der Geset­zes­be­grün­dung zu Art. 27 des Haus­halts­be­gleit­ge­set­zes 2011/​2012, mit dem das Säch­si­sche Son­der­zah­lungs­ge­setz auf­ge­ho­ben wur­de, war die­se Maß­nah­me aus­schließ­lich fis­ka­lisch moti­viert. Eine über die Besol­dungs­kür­zung hin­aus­ge­hen­de Neu­struk­tu­rie­rung der Besol­dung, die in der Geset­zes­be­grün­dung ange­deu­tet wird 134, ist indes nicht zu erken­nen. In ihrer Begrün­dung erläu­tert die Staats­re­gie­rung, dass das grund­ge­setz­li­che Ver­schul­dungs­ver­bot eine nach­hal­ti­ge Anpas­sung der Struk­tu­ren und Prü­fung sämt­li­cher Aus­ga­ben erfor­de­re, und erläu­tert, dass von einer "Anpas­sung" der Aus­ga­ben Beam­te, aber auch ande­re Berei­che wie die Jugend­hil­fe, das eltern­bei­trags­freie Schul­vor­be­rei­tungs­jahr sowie die tarif­ver­trag­li­che Teil­zeit­be­schäf­ti­gung von Leh­rern betrof­fen sei­en 134. Zwei­fel­haft ist jedoch bereits, ob die Begrün­dungs­tie­fe des Gesetz­ent­wurfs den pro­ze­du­ra­len Anfor­de­run­gen an den Nach­weis der Ein­bet­tung der Kür­zung in ein umfas­sen­des und schlüs­si­ges Kon­zept zur Haus­halts­kon­so­li­die­rung, Rn. 110)) genügt. Der Ver­weis auf punk­tu­el­le Kür­zungs­maß­nah­men lässt nicht den Schluss zu, dass die Strei­chung der Son­der­zah­lung Teil eines Gesamt­kon­zepts der Haus­halts­kon­so­li­die­rung war. Dies kann indes dahin­ste­hen, da weder in dem Gesetz­ent­wurf hin­rei­chend begrün­det noch sonst ersicht­lich ist, dass die Kür­zungs­maß­nah­men, ins­be­son­de­re die Auf­he­bung des Son­der­zah­lungs­ge­set­zes, auf­grund einer der in Art. 109 Abs. 3 Satz 2 GG genann­ten Aus­nah­me­si­tua­tio­nen gerecht­fer­tigt war. Der pau­scha­le Hin­weis auf die "gerin­ge Wirt­schafts­kraft" und die "hohe Arbeits­lo­sig­keit" im Frei­staat Sach­sen 134 ist inso­weit kei­ne taug­li­che Begrün­dung für das Vor­lie­gen einer Pha­se kon­junk­tu­rel­len Abschwungs (vgl. Art. 109 Abs. 3 Satz 2 Var. 1 GG). Außer­dem lie­gen kei­ne Anhalts­punk­te für eine außer­ge­wöhn­lich schlech­te kon­junk­tu­rel­le Ent­wick­lung im Jahr 2010, in dem das Haus­halts­be­gleit­ge­setz 2011/​2012 ver­ab­schie­det wur­de, vor. So stieg das Brut­to­in­lands­pro­dukt, das den wich­tigs­ten Indi­ka­tor für die Kon­junk­tur­ent­wick­lung bil­det, gegen­über dem Vor­jahr um 4,13 % im Jahr 2010 und im Jahr 2011 noch ein­mal um 4,57 % 135.

Abs. 4 Satz 1 der Säch­si­schen Ver­fas­sung (Sächs­Verf) vom 27.05.1992 136, wonach bei einer von den durch­schnitt­li­chen Steu­er­ein­nah­men der vor­an­ge­gan­ge­nen vier Jah­re (Nor­mal­la­ge) um min­des­tens drei vom Hun­dert abwei­chen­den kon­junk­tu­rel­len Ent­wick­lung von dem Ver­bot der Kre­dit­auf­nah­me in Art. 95 Abs. 2 Sächs­Verf abge­wi­chen wer­den kann, trat erst auf­grund Art. 1 des Ver­fas­sungs­än­de­rungs­ge­set­zes vom 11.07.2013 137 mit Wir­kung zum 1.01.2014 in Kraft und führt schon daher zu kei­ner ande­ren Bewer­tung. Art. 95 Sächs­Verf in der im ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Jahr 2011 gel­ten­den Fas­sung vom 27.05.1992 ent­hielt kei­ne dahin­ge­hen­de Bestim­mung.

Ergeb­nis: Beam­ten­be­sol­dung in Nord­rhein-West­fa­len (Besol­dungs­grup­pe A9 in den Jah­ren 2003 und 2004)[↑]

In Nord­rhein-West­fa­len genüg­te die A 9‑Besoldung in den Jah­ren 2003 und 2004 den Anfor­de­run­gen des Art. 33 Abs. 5 GG in der bis zum 31.08.2006 gel­ten­den Fas­sung. Kei­ner der auf der ers­ten Prü­fungs­stu­fe zu betrach­ten­den Para­me­ter spricht dafür, dass die Bezü­ge ver­fas­sungs­recht­lich nicht mehr akzep­ta­bel waren und damit ein Ver­stoß gegen den abso­lu­ten Schutz des Ali­men­ta­ti­ons­prin­zips vor­liegt. Sons­ti­ge Grün­de für eine evi­den­te Unan­ge­mes­sen­heit der Besol­dung sind eben­falls nicht ersicht­lich. Auch ein Ver­stoß gegen die ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen an eine Besol­dungs­kür­zung liegt nicht vor.

Eine Gesamt­schau der besol­dungs­re­le­van­ten Para­me­ter begrün­det nicht die Ver­mu­tung, dass die gewähr­te Besol­dung im streit­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum evi­dent unzu­rei­chend war.

Die Ent­wick­lung der Grund­ge­halts­sät­ze zuzüg­lich Son­der­zah­lun­gen in der Besol­dungs­grup­pe A 9 in Nord­rhein-West­fa­len stellt sich für die hier zu betrach­ten­den ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­räu­me der Jah­re 1989 bis 2003 und 1990 bis 2004 fol­gen­der­ma­ßen dar:

Die Grund­ge­halts­sät­ze wur­den

  • zum 1.01.1989 um 1,4 % und zum 1.01.1990 um 1,7 % durch § 2 Abs. 1 Nr. 1 des Art. 1 BBVAn­pG 1988 vom 20.12 1988 138,
  • zum 1.03.1991 um 6,0 % durch § 2 Abs. 1 Nr. 1 des Art. 1 BBVAn­pG 1991 vom 21.02.1992 139,
  • zum 1.05.1992 um 5,4 % durch § 1 Abs. 1 Nr. 1 des Art. 2 BBVAn­pG 1992 vom 23.03.1993 140,
  • zum 1.05.1993 um 3,0 % durch § 1 Abs. 1 Nr. 1 des Art. 2 BBVAn­pG 1993 vom 20.12 1993 141,
  • zum 1.01.1995 um 2,0 % durch § 1 Abs. 1 Nr. 1 des Art. 2 BBVAn­pG 1994 vom 24.08.1994 142,
  • zum 1.05.1995 um 3,2 % durch § 1 Abs. 1 Nr. 1 des Art. 2 BBVAn­pG 1995 vom 18.12 1995 143,
  • zum 1.03.1997 durch Art. 1 Abs. 1 Nr. 1 BBVAn­pG 1996/​1997 vom 24.03.1997 121 um 1,3 %,
  • zum 1.01.1998 durch Art. 1 Abs. 1 Nr. 1 BBVAn­pG 1998 vom 06.08.1998 122 um 1,5 %,
  • zum 1.06.1999 durch Art. 1 Abs. 1 Nr. 1 BBVAn­pG 1999 vom 19.11.1999 123 um 2,9 %,
  • durch Art. 1 Abs. 1 Nr. 1 BBVAn­pG 2000 vom 19.04.2001 124 zum 1.01.2001 um 1,8 % und zum 1.01.2002 um 2,2 %,
  • durch Art. 1 bis 3 BBVAn­pG 2003/​2004 vom 10.09.2003 14 zum 1.04.2003 um 2,4 %, zum 1.04.2004 um 1,0 % und zum 1.08.2004 um 1,0 %
  • erhöht.

    Mit Wir­kung zum 1.12 2003 wur­de Beam­ten in der Besol­dungs­grup­pe A 9 durch § 6 Abs. 1 SZG-NRW eine jähr­li­che Son­der­zah­lung in Höhe von 50 % aus den nach dem Besol­dungs­recht für den Monat Dezem­ber maß­ge­ben­den Bezü­gen gewährt. Das SoZuwG, das zuletzt im Jahr 2002 eine jähr­li­che Son­der­zu­wen­dung in Höhe von 86,31 % der für Dezem­ber 2002 maß­ge­ben­den Bezü­ge vor­sah (§ 6 Abs. 1 SoZuwG), war durch Art. 18 Abs. 1 Nr. 1 BBVAn­pG 2003/​2004 auf­ge­ho­ben wor­den. Die dar­aus resul­tie­ren­de Kür­zung der Son­der­zah­lung ent­spricht (unter wei­te­rer Berück­sich­ti­gung einer Ein­mal­zah­lung von 185 € im Jahr 2003) einer fik­ti­ven Besol­dungs­kür­zung von 2,82 % für das Jahr 2003.

    Dar­aus ergibt sich ein Anstieg der A 9‑Besoldung in dem Zeit­raum 1989 bis 2003 um 36,83 % und in dem Zeit­raum 1990 bis 2004 um 37,66 %

    Die Strei­chung des Urlaubs­gel­des in Höhe von 255, 65 € durch Auf­he­bung des Urlaubs­geld­ge­set­zes (vgl. Art. 18 Abs. 1 Nr. 2 BBVAn­pG 2003/​2004) ab dem Jahr 2004 kann wegen mini­ma­ler Aus­wir­kun­gen auf den Ver­gleichs­zeit­raum rech­ne­risch an die­ser Stel­le eben­so ver­nach­läs­sigt wer­den wie die Ein­mal­zah­lung in Höhe von 50 € im Jahr 2004.

    Die Ver­diens­te der Tarif­be­schäf­tig­ten im öffent­li­chen Dienst der Län­der stie­gen aus­weis­lich der vom Sta­tis­ti­schen Bun­des­amt vor­ge­leg­ten Daten in den Jah­ren 1989 bis 2003 um 41,6 % und in den Jah­ren 1990 bis 2004 um 42,5 % Die durch­schnitt­li­chen Brut­to­mo­nats­ver­diens­te stie­gen zwi­schen 1989 und 2003 um 37,9 % und zwi­schen 1990 und 2004 um 35,2 % Der Ver­brau­cher­preis­in­dex stieg in Nord­rhein-West­fa­len zwi­schen 1989 und 2003 um 36,1 % und zwi­schen 1990 und 2004 um 34,6 %

    Ins­ge­samt stellt sich damit die Dif­fe­renz zwi­schen der Ent­wick­lung der Tarif­ein­kom­men, des Nomi­nal­lohn­in­dex und des Ver­brau­cher­preis­in­dex einer­seits und der Besol­dungs­ent­wick­lung ande­rer­seits in Rela­ti­on zur Besol­dungs­ent­wick­lung wie folgt dar: Die Ent­wick­lung der Besol­dung blieb aus­ge­hend von der Basis 100 im Jahr 1988 im Jahr 2003 um 3,49 % hin­ter dem Anstieg der Tarif­ver­diens­te und um 0,78 % hin­ter dem Anstieg des Nomi­nal­lohn­in­dex zurück. Der Anstieg des Ver­brau­cher­preis­in­dex fiel hin­ter den Anstieg der Besol­dung um 0,54 % zurück. Die Ent­wick­lung der Besol­dung blieb aus­ge­hend von der Basis 100 im Jahr 1989 im Jahr 2004 um 3,52 % hin­ter dem Anstieg der Tarif­ver­diens­te zurück. Der Anstieg des Nomi­nal­lohn­in­dex fiel um 1,82 % und der des Ver­brau­cher­preis­in­dex um 2,27 % hin­ter den Anstieg der Besol­dung zurück. Damit ist hin­sicht­lich kei­nes die­ser drei Para­me­ter die Gren­ze einer 5 %-igen Abwei­chung von der Besol­dungs­ent­wick­lung über­schrit­ten.

    Einem sys­tem­in­ter­nen Besol­dungs­ver­gleich lässt sich ein Abschmel­zen der Abstän­de zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen und ‑ord­nun­gen, das eine unan­ge­mes­se­ne Ali­men­ta­ti­on der Beam­ten der Besol­dungs­grup­pe A 9 indi­zie­ren könn­te, eben­falls nicht ent­neh­men. So betrug der Abstand zwi­schen dem Grund­ge­halts­satz der Besol­dungs­grup­pe A 9 und dem Grund­ge­halts­satz der Besol­dungs­grup­pe A 5 (jeweils End­stu­fe) in den Jah­ren 1998 und 2003 etwa 33 % Für die Jah­re 1999 und 2004 ergibt sich kein ande­rer Befund.

    Aus einem Quer­ver­gleich mit ande­ren Län­dern ergibt sich wegen der in den Jah­ren 2003 und 2004 hin­sicht­lich der Grund­ge­halts­sät­ze als zen­tra­lem Gehalts­be­stand­teil bun­des­ein­heit­li­chen Besol­dung auf der Grund­la­ge des BBesG a.F. eben­falls kein Indiz dafür, dass die Bezü­ge in Nord­rhein-West­fa­len in den Jah­ren 2003 und 2004 evi­dent unan­ge­mes­sen waren.

    Es sind auch kei­ne wei­te­ren Umstän­de ersicht­lich, aus denen sich bei der gebo­te­nen Gesamt­ab­wä­gung eine evi­den­te Unan­ge­mes­sen­heit der Bezü­ge ergibt. Zwar ent­spricht die Kür­zung der Son­der­zah­lung im Jahr 2003 einer rea­len Besol­dungs­ab­sen­kung in Höhe von 2,82 % Ange­sichts der Anhe­bung der Bezü­ge zum 1.04.2003 um 2,4 % sowie der Gewäh­rung einer Ein­mal­zah­lung in die­sem Jahr in Höhe von 185 € beläuft sich der Ein­kom­mens­ver­lust brut­to auf etwa 0,5 % gegen­über dem Vor­jahr. Dass eine ein­ma­li­ge Kür­zung in die­ser Höhe ver­fas­sungs­recht­lich nicht mehr hin­nehm­bar wäre, ist in die­sem kon­kre­ten Fall nicht zwei­fels­frei erkenn­bar. Dabei ist zu berück­sich­ti­gen, dass in dem Zeit­raum der Jah­re 1989 bis 2003 die Besol­dung ein wenig stär­ker als die Ver­brau­cher­prei­se und nur gering­fü­gig schwä­cher als der Nomi­nal­lohn­in­dex und in dem Zeit­raum der Jah­re 1990 bis 2004 die Besol­dung stär­ker als der Nomi­nal­lohn­in­dex und der Ver­brau­cher­preis­in­dex gestie­gen ist. Die Anhe­bung der Kos­ten­dämp­fungs­pau­scha­le zum 1.01.2003 um 50 % auf 150 € in den Besol­dungs­grup­pen A 7 bis A 11 und auf 300 € in den Besol­dungs­grup­pen A 12 und höher (vgl. § 12a Abs. 1 der Ver­ord­nung über die Gewäh­rung von Bei­hil­fen in Krank­heits, Geburts- und Todes­fäl­len Nord­rhein-West­fa­len in der durch Art. II des Geset­zes über die Fest­stel­lung des Haus­halts­plans des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len für das Haus­halts­jahr 2003 [Haus­halts­ge­setz 2003] und des Geset­zes zur Ände­rung der Ver­ord­nung über die Gewäh­rung von Bei­hil­fen in Krank­heits, Geburts- und Todes­fäl­len [Bei­hil­fen­ver­ord­nung – BVO] vom 18.12 2002 geän­der­ten Fas­sung 144) begrün­det bei der gege­be­nen Besol­dungs­ent­wick­lung eben­falls nicht die Annah­me eines Ver­fas­sungs­ver­sto­ßes.

    Ein Ver­stoß gegen den rela­ti­ven Schutz des Ali­men­ta­ti­ons­prin­zips ange­sichts der Kür­zung der Besol­dung um 0,5 % im Jahr 2003 liegt in den bei­den ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­räu­men eben­falls nicht vor. Zwar ist es ver­fas­sungs­recht­lich nicht unbe­denk­lich, dass der Lan­des­ge­setz­ge­ber in der Begrün­dung des Gesetz­ent­wurfs zum SZG-NRW kei­ne umfas­sen­den Berech­nun­gen und Ver­glei­che mit sämt­li­chen Para­me­tern einer amts­an­ge­mes­se­nen Besol­dung ange­stellt bezie­hungs­wei­se sol­che nicht doku­men­tiert hat 145. Aller­dings tra­fen den Lan­des­ge­setz­ge­ber in der Pha­se der Teil­fö­de­ra­li­sie­rung zwi­schen den Jah­ren 2003 und 2006 wegen der zwi­schen Bund und Län­dern geteil­ten Ali­men­ta­ti­ons­ver­ant­wor­tung auch nur ein­ge­schränk­te Begrün­dungs­pflich­ten, weil er für die Bemes­sung des zen­tra­len Gehalts­be­stand­teils, die Grund­ge­halts­sät­ze, nicht zustän­dig war. Im Übri­gen lag aus mate­ri­el­ler Sicht die allei­ni­ge Ursa­che der in ihrem Umfang über­schau­ba­ren Besol­dungs­kür­zung in der Kür­zung der Son­der­zah­lung. Die­ser Besol­dungs­be­stand­teil steht im Rah­men einer ins­ge­samt amts­an­ge­mes­se­nen Ali­men­ta­ti­on grund­sätz­lich zur Dis­po­si­ti­on des Besol­dungs­ge­setz­ge­bers.

    Ergeb­nis: Beam­ten­be­sol­dung in Nord­rhein-West­fa­len (Besol­dungs­grup­pen A12/​A13 im Jahr 2003)[↑]

    Auch die Vor­schrif­ten über die Besol­dung in den Besol­dungs­grup­pen A 12/​A 13 im Jahr 2003 in Nord­rhein-West­fa­len 4 waren mit Art. 33 Abs. 5 GG in der bis zum 31.08.2006 gel­ten­den Fas­sung ver­ein­bar. Hin­sicht­lich des ers­ten, zwei­ten, drit­ten und fünf­ten Para­me­ters kann auf die Aus­füh­run­gen in dem Ver­fah­ren 2 BvL 19/​09 ver­wie­sen wer­den. Die Grund­ge­halts­sät­ze in den Besol­dungs­grup­pen A 12/​A 13 stie­gen im streit­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum näm­lich wir­kungs­gleich mit denen der Besol­dungs­grup­pe A 9. Dass die Grund­ge­halts­sät­ze in den Besol­dungs­grup­pen A 13 und höher erst mit Wir­kung zum 1.06.1992 und nicht wie die der unte­ren Besol­dungs­grup­pen zum 1.05.1992 um 5,4 % erhöht wur­den (vgl. § 1 Abs. 1 Nr. 1 des Art. 2 BBVAn­pG 1992 vom 23.03.1993 140) und dass sich die Anpas­sung in den Besol­dungs­grup­pen A 12 und höher durch Art. 1 Nr. 2 BBVAn­pG 2003/​2004 vom 10.09.2003 14 um 2,4 % erst zum 1.07.2003 und nicht wie in den unte­ren Besol­dungs­grup­pen bereits zum 1.04.2003 voll­zog, kann bei der hie­si­gen Berech­nung ver­nach­läs­sigt wer­den. Hin­sicht­lich der Gewäh­rung einer Son­der­zah­lung und der Ein­mal­zah­lung erge­ben sich eben­falls kei­ne Abwei­chun­gen. Einem Ver­gleich der Ent­wick­lung des Abstands zwi­schen der A 13-Besol­dung und ande­ren Besol­dungs­grup­pen (vier­ter Para­me­ter) in den Jah­ren 1998 und 2003 kann ein Indiz für einen Ver­stoß gegen den Kern­ge­halt der Ali­men­ta­ti­on auch nicht ent­nom­men wer­den. So betrug der Abstand zwi­schen dem Grund­ge­halts­satz der Besol­dungs­grup­pe A 13 und dem Grund­ge­halts­satz der Besol­dungs­grup­pe A 5 (jeweils End­stu­fe) in den Jah­ren 1998 und 2003 etwa 105 % und zwi­schen dem Grund­ge­halts­satz der Besol­dungs­grup­pe A 13 und dem Grund­ge­halts­satz der Besol­dungs­grup­pe A 9 (jeweils Endstufe)in den Jah­ren 1998 und 2003 etwa 54 %

    Ergeb­nis: Beam­ten­be­sol­dung in Nie­der­sach­sen (Besol­dungs­grup­pen A9 im Jahr 2005)[↑]

    In Nie­der­sach­sen genüg­te in dem Jahr 2005 das Grund­ge­halt in der Besol­dungs­grup­pe A 9 noch den ver­fas­sungs­recht­li­chen Anfor­de­run­gen. Auch inso­weit fehlt es an aus­rei­chen­den Indi­zi­en dafür, dass die Bezü­ge ver­fas­sungs­recht­lich nicht mehr akzep­ta­bel waren. Sons­ti­ge Grün­de, die für eine evi­dent unzu­rei­chen­de Besol­dung spre­chen könn­ten, lie­gen eben­falls nicht vor. Auch ein Ver­stoß gegen den rela­ti­ven Schutz des Ali­men­ta­ti­ons­prin­zips ist nicht gege­ben.

    Ein Indiz für die evi­den­te Unan­ge­mes­sen­heit der Ali­men­ta­ti­on ergibt sich ledig­lich aus einer Gegen­über­stel­lung der Anpas­sung der Besol­dung mit der Ent­wick­lung der Ein­kom­men der Tarif­be­schäf­tig­ten im öffent­li­chen Dienst und dem Ver­gleich mit der Ent­wick­lung des Ver­brau­cher­preis­in­dex. Die Vor­aus­set­zun­gen der wei­te­ren Para­me­ter für einen Ver­stoß gegen den Kern des Ali­men­ta­ti­ons­prin­zips (Ver­gleich mit der Ent­wick­lung des Nomi­nal­lohn­in­dex, Abstands­ge­bot und Quer­ver­gleich mit ande­ren Län­dern) lie­gen nicht vor.

    Die Ent­wick­lung der Grund­ge­halts­sät­ze zuzüg­lich Son­der­zah­lun­gen in der Besol­dungs­grup­pe A 9 in Nie­der­sach­sen stellt sich für den hier zu betrach­ten­den ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Zeit­raum 1991 bis 2005 fol­gen­der­ma­ßen dar:

    Die Grund­ge­halts­sät­ze wur­den

  • zum 1.03.1991 um 6,0 % durch § 2 Abs. 1 Nr. 1 des Art. 1 BBVAn­pG 1991 vom 21.02.1992 139,
  • zum 1.05.1992 um 5,4 % durch § 1 Abs. 1 Nr. 1 des Art. 2 BBVAn­pG 1992 vom 23.03.1993 140,
  • zum 1.05.1993 um 3,0 % durch § 1 Abs. 1 Nr. 1 des Art. 2 BBVAn­pG 1993 vom 20.12 1993 141,
  • zum 1.01.1995 um 2,0 % durch § 1 Abs. 1 Nr. 1 des Art. 2 BBVAn­pG 1994 vom 24.08.1994 142,
  • zum 1.05.1995 um 3,2 % durch § 1 Abs. 1 Nr. 1 des Art. 2 BBVAn­pG 1995 vom 18.12 1995 143,
  • zum 1.03.1997 durch Art. 1 Abs. 1 Nr. 1 BBVAn­pG 1996/​1997 vom 24.03.1997 121 um 1,3 %,
  • zum 1.01.1998 durch Art. 1 Abs. 1 Nr. 1 BBVAn­pG 1998 vom 06.08.1998 122 um 1,5 %,
  • zum 1.06.1999 durch Art. 1 Abs. 1 Nr. 1 BBVAn­pG 1999 vom 19.11.1999 123 um 2,9 %,
  • durch Art. 1 Abs. 1 Nr. 1 BBVAn­pG 2000 vom 19.04.2001 124 zum 1.01.2001 um 1,8 % und zum 1.01.2002 um 2,2 %
  • sowie durch Art. 1 bis 3 BBVAn­pG 2003/​2004 vom 10.09.2003 14 zum 1.04.2003 um 2,4 % sowie zum 1.04.2004 um 1,0 % und zum 1.08.2004 um 1,0 %

erhöht.

Für das Jahr 2003 wur­de den nie­der­säch­si­schen Beam­ten eine (ein­ma­li­ge) Son­der­zah­lung in Höhe von 65 % der für den Monat Dezem­ber 2003 maß­ge­ben­den Bezü­ge gewährt (vgl. § 13 Abs. 2 NBesG, ein­ge­fügt durch Art. 1 Nr. 4 Nds. Bes­ÄndG). Das SoZuwG, das zuletzt im Jahr 2002 eine jähr­li­che Son­der­zu­wen­dung in Höhe von 86,31 % der für Dezem­ber 2002 maß­ge­ben­den Bezü­ge vor­sah (§ 6 Abs. 1 SoZuwG), war durch Art. 18 Abs. 1 Nr. 1 BBVAn­pG 2003/​2004 auf­ge­ho­ben wor­den. Mit Wir­kung vom 01.01.2004 erhiel­ten Beam­te der Besol­dungs­grup­pe A 9 eine monat­li­che Son­der­zah­lung in Höhe von 4,17 % der berück­sich­ti­gungs­fä­hi­gen Bezü­ge (vgl. § 8 NBesG in der Fas­sung des Art. 1 Nr. 3 Nds. Bes­ÄndG). Im Jahr 2005 wur­de die jähr­li­che Son­der­zah­lung für die Besol­dungs­grup­pen A 9 und höher gestri­chen (vgl. § 8 NBesG in der Fas­sung des Art. 5 Nr. 1 NHh­BgG 2005).

Die Strei­chung der jähr­li­chen Son­der­zah­lung von ursprüng­lich 86,31 % der für Dezem­ber 2002 maß­ge­ben­den Bezü­ge ent­spricht einer fik­ti­ven Besol­dungs­kür­zung von 6,71 % für das Jahr 2005. Dar­aus ergibt sich ein Anstieg der A 9‑Besoldung in dem Zeit­raum 1990 bis 2005 um 29,93 % Wie­der­um kann die Strei­chung des Urlaubs­gel­des zum Jahr 2004 rech­ne­risch ver­nach­läs­sigt wer­den.

In dem­sel­ben Zeit­raum stie­gen in Nie­der­sach­sen die Ver­diens­te der Tarif­be­schäf­tig­ten im öffent­li­chen Dienst der Län­der um 40,1 %, der Nomi­nal­lohn­in­dex um 25,2 % und der Ver­brau­cher­preis­in­dex um 36,8 %.

Damit betrug aus­ge­hend von der Basis 100 im Jahr 1990 im Jahr 2005 die Dif­fe­renz zwi­schen dem Anstieg der Tarif­ver­diens­te und der Besol­dung 7,83 % und zwi­schen dem Ver­brau­cher­preis­in­dex und der Besol­dung 5,29 % Gleich­zei­tig blieb der Anstieg des Nomi­nal­lohn­in­dex um 3,78 % hin­ter dem Anstieg der Besol­dung zurück. Damit ist hin­sicht­lich des ers­ten und drit­ten Para­me­ters die Gren­ze einer 5 %-igen Abwei­chung von der Besol­dungs­ent­wick­lung über­schrit­ten und hin­sicht­lich des zwei­ten Para­me­ters deut­lich unter­schrit­ten.

Einem sys­tem­in­ter­nen Besol­dungs­ver­gleich lässt sich ein Abschmel­zen der Abstän­de zwi­schen den Besol­dungs­grup­pen und ‑ord­nun­gen, das eine unan­ge­mes­se­ne Ali­men­ta­ti­on der Beam­ten der Besol­dungs­grup­pe A 9 indi­zie­ren könn­te, nicht ent­neh­men. So betrug der Abstand zwi­schen dem Grund­ge­halts­satz der Besol­dungs­grup­pe A 9 und dem Grund­ge­halts­satz der Besol­dungs­grup­pe A 5 (jeweils Endstufe)in den Jah­ren 2000 und 2005 in Nie­der­sach­sen etwa 32 %.

Aus einem Quer­ver­gleich mit ande­ren Län­dern ergibt sich wegen der im Jahr 2005 hin­sicht­lich der Grund­ge­halts­sät­ze als zen­tra­lem Gehalts­be­stand­teil (noch) bun­des­ein­heit­li­chen Besol­dung auf der Grund­la­ge des BBesG a.F. eben­falls kein Indiz dafür, dass die Bezü­ge in Nie­der­sach­sen im Jahr 2005 evi­dent unan­ge­mes­sen waren.

Unge­ach­tet des Umstan­des, dass der Ver­gleich der Tarif­ent­wick­lung im öffent­li­chen Dienst und des Ver­brau­cher­preis­in­dex mit der Besol­dungs­ent­wick­lung für das Jahr 2005 einen Ver­stoß gegen den Kern des Ali­men­ta­ti­ons­prin­zips indi­ziert, waren die Bezü­ge in der Besol­dungs­grup­pe A 9 in Nie­der­sach­sen noch nicht evi­dent unan­ge­mes­sen. So stieg die Besol­dung in dem betrach­te­ten Zeit­raum deut­lich stär­ker als der Nomi­nal­lohn­in­dex und weder aus dem sys­tem­in­ter­nen noch aus dem län­der­über­grei­fen­den Besol­dungs­ver­gleich erge­ben sich Anhalts­punk­te für ein ver­fas­sungs­wid­ri­ges Ali­men­ta­ti­ons­ni­veau.

Es sind auch kei­ne wei­te­ren Umstän­de ersicht­lich, die bei der gebo­te­nen Gesamt­ab­wä­gung für eine evi­den­te Unan­ge­mes­sen­heit der Bezü­ge spre­chen. Zwar ent­spricht die suk­zes­si­ve Strei­chung der Son­der­zah­lung zwi­schen den Jah­ren 2003 und 2005 einer rea­len Besol­dungs­ab­sen­kung in Höhe von 6,71 %. Ange­sichts der Anhe­bung der Bezü­ge zum 1.04.2003 um 2,4 %, zum 1.04.2004 um 1,0 % und zum 1.08.2004 um 1,0 % sowie der Gewäh­rung einer Ein­mal­zah­lung im Jahr 2003 in Höhe von 185 € und in Höhe von 50 € im Jahr 2004 belief sich der Ein­kom­mens­ver­lust brut­to im Jahr 2005 auf etwa 2,55 % gegen­über dem Jahr 2002. Dass eine ein­ma­li­ge Kür­zung in die­ser Höhe ver­fas­sungs­recht­lich nicht mehr hin­nehm­bar wäre, ist in die­sem kon­kre­ten Fall nicht zwei­fels­frei erkenn­bar. Die ledig­lich vor­über­ge­hen­de Ein­füh­rung einer Kos­ten­dämp­fungs­pau­scha­le für den Zeit­raum vom 01.01.1999 bis 31.12 2001 in Höhe von 200 DM für Beam­te der Besol­dungs­grup­pe A 9 gemäß § 87c Abs. 4 des Nie­der­säch­si­schen Beam­ten­ge­set­zes (ein­ge­fügt durch Art. 14 Nr. 2 des Haus­halts­be­gleit­ge­set­zes 1999 des Lan­des Nie­der­sach­sen vom 21.01.1999 146) genügt bei der gege­be­nen Besol­dungs­ent­wick­lung eben­falls nicht für die Annah­me eines Ver­fas­sungs­ver­sto­ßes. Durch Art. 4 Nr. 4 des Haus­halts­be­gleit­ge­set­zes 2002 vom 18.12 2001 147 ist die Kür­zung der Bei­hil­fe um eine Kos­ten­dämp­fungs­pau­scha­le mit Wir­kung vom 01.01.2002 auf­ge­ho­ben wor­den.

Ein Ver­stoß gegen den rela­ti­ven Schutz des Ali­men­ta­ti­ons­prin­zips ange­sichts der schritt­wei­sen Kür­zung der Besol­dung zwi­schen den Jah­ren 2003 und 2005 liegt aus den zu dem Ver­fah­ren 2 BvL 19/​09 aus­ge­führ­ten Grün­den unge­ach­tet des Umstan­des, dass der Lan­des­ge­setz­ge­ber in der Begrün­dung des Gesetz­ent­wurfs zur Neu­fas­sung des § 8 NBesG kei­ne umfas­sen­den Berech­nun­gen und Ver­glei­che mit sämt­li­chen Para­me­tern einer amts­an­ge­mes­se­nen Besol­dung ange­stellt bezie­hungs­wei­se sol­che nicht doku­men­tiert hat 148, nicht vor.

Kei­ne Nich­tig­erklä­rung der Säch­si­schen Besol­dungs­nor­men[↑]

Der Ver­stoß einer Norm gegen das Grund­ge­setz kann ent­we­der zur Nich­tig­erklä­rung (vgl. § 82 Abs. 1 i.V.m. § 78 BVerfGG) oder dazu füh­ren, dass das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die mit der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit gege­be­ne Unver­ein­bar­keit der Norm mit dem Grund­ge­setz fest­stellt (vgl. § 82 Abs. 1 i.V.m. § 79 Abs. 1 und § 31 Abs. 2 BVerfGG). Eine Nich­tig­erklä­rung hät­te zur Fol­ge, dass es für die Besol­dung an der gesetz­li­chen Grund­la­ge feh­len wür­de, der es mit Blick auf den ver­fas­sungs­recht­lich vor­ge­ge­be­nen und ein­fach­recht­lich etwa in § 2 Abs. 1 BBesG ange­ord­ne­ten Geset­zes­vor­be­halt bedarf. Damit wür­de ein Zustand geschaf­fen, der von der ver­fas­sungs­mä­ßi­gen Ord­nung noch wei­ter ent­fernt wäre als der bis­he­ri­ge 149.

Stellt das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die Unver­ein­bar­keit einer Norm oder meh­re­rer Nor­men mit dem Grund­ge­setz fest, folgt dar­aus grund­sätz­lich die Ver­pflich­tung des Gesetz­ge­bers, die Rechts­la­ge rück­wir­kend ver­fas­sungs­ge­mäß umzu­ge­stal­ten. Aus­nah­men von die­ser Regel­fol­ge der Unver­ein­bar­keit hat das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt wie­der­holt bei haus­halts­wirt­schaft­lich bedeut­sa­men Nor­men bejaht 150. Spe­zi­ell bei besol­dungs­recht­li­chen Nor­men gilt es zu beach­ten, dass die Ali­men­ta­ti­on des Beam­ten der Sache nach die Befrie­di­gung eines gegen­wär­ti­gen Bedarfs aus gegen­wär­tig zur Ver­fü­gung ste­hen­den Haus­halts­mit­teln dar­stellt. Eine all­ge­mei­ne rück­wir­ken­de Behe­bung des Ver­fas­sungs­ver­sto­ßes ist daher mit Blick auf die Beson­der­hei­ten des Beam­ten­ver­hält­nis­ses nicht gebo­ten 151. Eine rück­wir­ken­de Behe­bung ist jedoch sowohl hin­sicht­lich der Klä­ge­rin des Aus­gangs­ver­fah­rens als auch hin­sicht­lich etwai­ger Klä­ger erfor­der­lich, über deren Anspruch noch nicht abschlie­ßend ent­schie­den wor­den ist 152.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 17. Novem­ber 2015 – 2 BvL 19/​092 BvL 20/​092 BvL 5/​13 und 2 BvL 20/​14

  1. BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[][]
  2. OVG NRW, Beschlüs­se vom 09.07.2009 – 1 A 1525/​08 und 1 A 1695/​08[]
  3. BVerfG – 2 BvL 19/​09[]
  4. BVerfG – 2 BvL 20/​09[][]
  5. VG Hal­le, Beschluss vom 22.02.2012 – 5 A 55/​12 HAL[]
  6. BVerfG – 2 BvL 5/​13[][][][]
  7. VG Braun­schweig, Beschluss vom 03.04.2014 – 7 A 219/​12[]
  8. BVerfG – 2 BvL 20/​14[][][][]
  9. BGBl I S.206[]
  10. BGBl I S. 3020[]
  11. BGBl I S. 3642[][][][]
  12. BGBl I S. 1780[][][]
  13. BBVAn­pG 2003/​2004[]
  14. BGBl I S. 1798[][][][][]
  15. BGBl I S. 686[][][]
  16. BGBl I S. 3020[][][]
  17. BGBl I S. 3082[]
  18. GVBl S. 696[]
  19. LT-Drucks. 13/​4313, S. 1, 17[]
  20. GVBl S. 2[]
  21. LT-Drucks. 3/​9111, S. 13[]
  22. GVBl S. 387, 402[][]
  23. Sächs­GVBl. S. 2[]
  24. LT-Drucks. 5/​3195, S. 115[]
  25. GVBl S. 372[]
  26. GVBl S. 244[]
  27. LT-Drucks. 15/​389, S. 4[]
  28. GVBl S. 664[]
  29. LT-Drucks. 15/​1340, S. 6, 18[]
  30. BGBl I S.2034[][][]
  31. BVerfG – 2 BvL 19/​09 und 2 BvL 20/​09[][]
  32. GVBl S. 50[]
  33. GVBl S. 327[][]
  34. GVBl S. 170[][]
  35. vgl. auch BVerfGE 130, 263, 290[]
  36. vgl. BVerw­GE 131, 20, 28 f.[]
  37. Sächs. GVBl. Sei­te 327[][]
  38. Sächs. GVBl. S. 170[]
  39. Sächs. GVBl. Sei­te 170[]
  40. Sächs. GVBl., S. 402[]
  41. BGBl. I Sei­te 3020[][][][][][][]
  42. BGBl. I Sei­te 1798[][][][]
  43. GVBl. NRW, S. 696[][]
  44. BGBl.I Sei­te 1798[]
  45. vgl. dazu BVerfGE 119, 247, 272 f.; 121, 205, 232[]
  46. vgl. BVerfGE 8, 1, 16; 117, 330, 349; 119, 247, 263, 269; 130, 263, 292; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. 92; stRspr[]
  47. vgl. BVerfGE 106, 225, 232; 117, 330, 344; 130, 263, 292; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. 92[]
  48. vgl. BVerfGE 99, 300, 314; 107, 218, 236 f.; 117, 330, 344; 119, 247, 266; 130, 263, 292; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. 92[]
  49. vgl. BVerfGE 8, 1, 14; 107, 218, 238; 117, 330, 351; 119, 247, 269; 130, 263, 292; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. 93[]
  50. vgl. BVerfGE 44, 249, 265 f.; 99, 300, 315; 107, 218, 237; 114, 258, 288; 130, 263, 292; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. 93[]
  51. vgl. BVerfGE 99, 300, 321[]
  52. vgl. BVerfGE 83, 89, 98; 117, 330, 350; 130, 52, 67; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. 93[]
  53. vgl. BVerfGE 8, 1, 22 f.; 114, 258, 288; 117, 372, 381; 121, 241, 261; 130, 263, 294; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. 94[]
  54. vgl. BVerfGE 81, 363, 375 f.; 130, 263, 294; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. 94[]
  55. vgl. BVerfGE 44, 249, 264 ff.; 117, 330, 352; 130, 263, 294; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. 94[]
  56. vgl. BVerfGE 117, 330, 352; 130, 263, 294; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. 94[]
  57. vgl. BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. 94[]
  58. vgl. BVerfGE 103, 310, 320; 117, 330, 353; 121, 241, 261; 130, 263, 294; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. 95[]
  59. vgl. BVerfGE 65, 141, 148 f.; 103, 310, 319 f.; 110, 353, 364 f.; 117, 330, 353; 130, 263, 294 f.; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. 96[]
  60. vgl. BVerfGE 44, 249, 263, 267 f.; 114, 258, 288 f.; 130, 263, 295[]
  61. vgl. BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[][][][][][][][][][][][][][][][][][][][][][][][]
  62. vgl. BVerfGE 130, 263, 292 f.; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. 98[]
  63. BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. 98[]
  64. vgl. BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. 99[]
  65. vgl. BVerfGE 114, 258, 293; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[]
  66. vgl. BVerfGE 114, 258, 293 f.; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.; fer­ner BVerfGK 12, 189, 202[]
  67. vgl. Bam­ber­ger, ZBR 2008, S. 361, 363; Lind­ner, ZBR 2014, S. 9, 10[]
  68. vgl. BVerfGK 12, 189, 202[]
  69. vgl. BVerfGE 114, 258, 287; 119, 247, 269; 130, 263, 292[]
  70. vgl. BVerfGE 107, 218, 238; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[]
  71. vgl. BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. mit Ver­weis auf Stutt­mann, DVBl 2014, S. 746, 749[]
  72. vgl. BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a. unter Ver­weis auf BT-Drs. 18/​477, S. 11[]
  73. vgl. BVerfGE 44, 249, 266, 272; 81, 363, 376; 99, 300, 321; 107, 218, 237; 114, 258, 286; 117, 330, 350[]
  74. vgl. BVerfGE 8, 1, 14; 44, 249, 265 f.; 117, 330, 351; 119, 247, 269; 130, 263, 292[]
  75. vgl. BVerfGE 44, 249, 275; 117, 330, 351 f.[]
  76. vgl. BVerfGE 130, 263, 293 f.; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[][]
  77. vgl. BVerfGE 114, 258, 293; 117, 330, 355; 130, 263, 293; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[]
  78. vgl. BVerfGE 130, 263, 293; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[]
  79. vgl. BVerfGE 117, 330, 355; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[]
  80. vgl. BVerfGE 44, 249, 264[]
  81. vgl. BVerfGE 81, 363, 382 f.; 99, 300, 321 f.[]
  82. vgl. dazu für den Fami­li­en­zu­schlag bei Beam­ten mit mehr als zwei Kin­dern BVerfGE 99, 300, 321 f.; vgl. auch BVerfGE 107, 218, 242 f.[]
  83. vgl. BVerfGE 120, 125, 156 f., zur Berück­sich­ti­gung von pri­va­ten Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rungs­bei­trä­gen als Son­der­auf­wen­dun­gen mit Hin­blick auf die Steu­er­frei­heit des Exis­tenz­mi­ni­mums[]
  84. vgl. die Berech­nun­gen bei Stutt­mann, NVwZ 2015 S. 1007, 1014[]
  85. vgl. BVerfGE 30, 90, 103; 93, 319, 349[]
  86. vgl. BVerfGE 44, 249, 265 f.; 114, 258, 287 f.; 119, 247, 269; 130, 263, 293; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[]
  87. vgl. BVerfGE 114, 258, 294; 130, 263, 293; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[]
  88. vgl. BVerfGE 114, 258, 293 f.; 117, 330, 354; 119, 247, 268; 130, 263, 293 f.; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.; BVerfGK 12, 189, 202; 12, 253, 263 f.[][]
  89. vgl. BVerfGE 44, 249, 265; 99, 300, 315; 114, 258, 288; 130, 263, 292; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[]
  90. vgl. BVerfGE 6, 132, 164[]
  91. vgl. BVerfGE 7, 155, 162; 119, 247, 260 f.; stRspr[]
  92. vgl. BVerfGE 119, 247, 261 m.w.N.[]
  93. vgl. BVerfGE 121, 205, 226; 130, 263, 296; BVerfG, Beschluss vom 26.11.2010 – 2 BvR 2435/​10, NVwZ 2011, S. 746, 747[]
  94. vgl. BVerfGE 7, 155, 163[]
  95. vgl. BVerfGE 119, 247, 261; 121, 205, 221[]
  96. vgl. auch BVerfGE 121, 205, 221[]
  97. vgl. BVerfGE 119, 247, 264; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[]
  98. vgl. BVerfGE 130, 263, 299; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[]
  99. vgl. BVerfGE 83, 89, 99; 106, 225, 232[]
  100. vgl. BVerfGE 83, 89, 98; 106, 225, 233; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[]
  101. vgl. BVerfGE 117, 330, 351 f.; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.; BVerfGK 12, 253, 260 f.[]
  102. vgl. BVerfGE 58, 68, 78; 106, 225, 233; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[]
  103. vgl. BVerfGE 39, 196, 200 f.; 121, 241, 261; vgl. zur pas­sen­den Bezeich­nung als "Kor­re­lat" des Dienst­herrn für die mit der Beru­fung in das Beam­ten­ver­hält­nis ver­bun­de­ne Pflicht des Beam­ten, unter Ein­satz sei­ner gan­zen Per­sön­lich­keit die­sem – grund­sätz­lich auf Lebens­zeit – sei­ne vol­le Arbeits­kraft zur Ver­fü­gung zu stel­len BVerfGE 37, 167, 179, 70, 69, 80; 119, 247, 264[]
  104. vgl. BVerfGE 114, 258, 298; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[]
  105. vgl. BVerfGE 76, 256, 298; 114, 258, 298; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[]
  106. vgl. BVerfGE 39, 196, 202; 114, 258, 298[]
  107. vgl. BVerfGE 105, 73, 115, 125; 114, 258, 298[]
  108. vgl. BVerfGE 130, 263, 294; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[]
  109. BGBl I S. 2248[]
  110. vgl. Kube, in: Maunz/​Dürig, Grund­ge­setz, Art. 143d Rn. 14 [Janu­ar 2010] mit Ver­weis auf BT-Drs. 16/​12410, S. 13; Rei­mer, in: Epping/​Hillgruber, Beck­OK GG, Art. 143d Rn. 9 [März 2015][]
  111. vgl. BVerfGE 129, 124, 170; 132, 195, 245[]
  112. vgl. BVerfGE 44, 249, 264 f.; 76, 256, 311; 81, 363, 378; 99, 300, 320; 114, 258, 291; 117, 372, 388; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.; stRspr[]
  113. vgl. Wolff, ZBR 2005, S. 361, 368[]
  114. vgl. BVerfGE 8, 1, 12 ff.; 18, 159, 166 f.; 70, 69, 79 f.; 76, 256, 310; 114, 258, 289; 130, 263, 295 f.; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[]
  115. vgl. BVerfGE 76, 256, 311; 114, 258, 288 f.; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[]
  116. vgl. BVerfGE 44, 249, 264 f.; 76, 256, 311; 81, 363, 378; 99, 300, 320; 114, 258, 291; 117, 372, 388; stRspr[]
  117. vgl. BVerfGE 76, 256, 311; 114, 258, 291 f.[]
  118. vgl. BVerfGE 130, 263, 302; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.[]
  119. vgl. BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a., mit Ver­weis auf Schmidt-Aßmann, in: Hoff­mann-Rie­m/­Schmidt-Aßman­n/­Voß­kuh­le (Hrsg.), Grund­la­gen des Ver­wal­tungs­rechts, Bd. II, 2. Aufl.2012, § 27 Rn. 61; anders für den Fall des Grund­rechts auf Gewähr­leis­tung eines men­schen­wür­di­gen Exis­tenz­mi­ni­mums aus Art. 1 Abs. 1 GG i.V.m. Art.20 Abs. 1 GG, BVerfGE 132, 134, 162 f. Rn. 70; 137, 34, 73 f. Rn. 77 und das Grund­recht der Wis­sen­schafts­frei­heit aus Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG, BVerfG, Beschluss vom 12.05.2015 – 1 BvR 1501/​13 u.a. 61[]
  120. BVerfG – 2 BvL 19/​09 und 20/​09[]
  121. BGBl I S. 590[][][]
  122. BGBl I S.2026[][][]
  123. BGBl I S. 2198[][][]
  124. BGBl I S. 618[][][]
  125. GVBl S. 3[]
  126. GVBl S. 327, 329[][]
  127. GVBl S.194[]
  128. GVBl S. 397[]
  129. GVBl S. 370[]
  130. GMBl 2001 S. 918[]
  131. BGBl I S. 1666[]
  132. BGBl I S. 3926[]
  133. vgl. BVerfGK 12, 189 ? Ver­sor­gungs­rück­la­ge; BVerfGE 114, 258 ? Absen­kung Ruhe­ge­halts­satz[]
  134. vgl. LT-Drucks. 5/​3195, S. 115[][][]
  135. vgl. Tabel­le 3 der Volks­wirt­schaft­li­chen Gesamt­rech­nun­gen für Sach­sen des Sta­tis­ti­schen Lan­des­am­tes des Frei­staa­tes Sach­sen "Brut­to­in­lands­pro­dukt und Brut­to­wert­schöp­fung in jewei­li­gen Prei­sen im Frei­staat Sach­sen 2008 bis 2014 nach Wirt­schafts­be­rei­chen und ‑abschnit­ten"[]
  136. GVBl S. 243[]
  137. GVBl S. 502[]
  138. BGBl I S. 2363[]
  139. BGBl I S. 266[][]
  140. BGBl I S. 342[][][]
  141. BGBl I S. 2139[][]
  142. BGBl I S. 2229[][]
  143. BGBl I S.1942[][]
  144. GVBl S. 655[]
  145. vgl. LT-Drucks. 13/​4313, S. 1, 17[]
  146. GVBl S. 10[]
  147. GVBl S. 806[]
  148. vgl. LT-Drucks. 15/​1340, S. 18[]
  149. BVerfGE 119, 331, 382 f.; 125, 175, 255 f.; 130, 263, 312; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.194[]
  150. vgl. BVerfGE 93, 121, 148; 105, 73, 134; 117, 1, 70; 130, 263, 312 f.; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.195[]
  151. vgl. BVerfGE 81, 363, 383 ff.; 99, 300, 330 f.; 130, 263, 313; BVerfG, Urteil vom 05.05.2005 – 2 BvL 17/​09 u.a.195[]
  152. vgl. BVerfGE 99, 300, 331; 130, 263, 313; BVerfG, Urteil vom 05.05.2015 – 2 BvL 17/​09 u.a.195[]