Vakanz­ver­tre­tun­gen – und die Funk­ti­ons­zu­la­ge

Beam­te kön­nen die Funk­ti­ons­zu­la­ge für Vakanz­ver­tre­tun­gen höher­wer­ti­ger Ämter nur erhal­ten, wenn sie die lauf­bahn­recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für die Wahr­neh­mung die­ser Ämter erfül­len; dies gilt auch dann, wenn ein Dienst­herr in gro­ßem Umfang Beam­te ohne eine sol­che Beför­de­rungs­rei­fe mit Vakanz­ver­tre­tun­gen beauf­tragt.

Vakanz­ver­tre­tun­gen – und die Funk­ti­ons­zu­la­ge

Das hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig jezt auf die Kla­ge meh­re­re Poli­zei­be­am­ter im säch­si­schen Lan­des­dienst ent­schie­den. Die Poli­zei­be­am­ten wur­den in der Zeit seit 2005 jeweils über eini­ge Jah­re mit Vakanz­ver­tre­tun­gen für höher­wer­ti­ge Ämter betraut. Hier­für haben sie die Zah­lung einer Zula­ge nach dem dama­li­gen § 46 BBesG bean­tragt.

Ihr Begeh­ren ist im Ver­wal­tungs­ver­fah­ren und in den gericht­li­chen Vor­in­stan­zen erfolg­los geblie­ben. Das Säch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in Baut­zen hat in sei­nen Beru­fungs­ur­tei­len dar­auf abge­stellt, dass ein Zula­gen­an­spruch jeden­falls des­halb nicht bestehe, weil die Poli­zei­be­am­ten nicht die lauf­bahn­recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen für die Beför­de­rung in das jewei­li­ge Amt erfül­len, des­sen Auf­ga­ben sie im Wege der Vakanz­ver­tre­tung wahr­ge­nom­men haben 1. Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat jetzt die­se Ent­schei­dun­gen bestä­tigt und die Revi­si­on der Poli­zei­be­am­ten zurück­ge­wie­sen:

Nach Ansicht des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts müs­sen die gesetz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen der Zula­gen­norm gege­ben sein, um den Zula­gen­an­spruch zu begrün­den; ins­be­son­de­re kann das von den Poli­zei­be­am­tenn bean­stan­de­te Ver­hal­ten des Dienst­herrn nicht dazu füh­ren, dass die Beam­ten die gesetz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen des Zulagen­tat­be­stan­des nicht erfül­len müs­sen.

Außer­dem hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in einem der Ver­fah­ren ent­schie­den, dass kei­ne recht­li­chen Beden­ken gegen die Rege­lung im säch­si­schen Lauf­bahn­recht für Poli­zei­voll­zugs­be­am­te bestehen, wonach Beam­te, die ledig­lich prü­fungs­er­leich­tert in den geho­be­nen Poli­zei­voll­zugs­dienst auf­ge­stie­gen sind, nur bis zum Poli­zei- oder Kri­mi­nal­haupt­kom­mis­sar der Besol­dungs­grup­pe A11 beför­dert wer­den kön­nen.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urtei­le vom 13. Dezem­ber 2018 – 2 C 50.17 u.a.

  1. Sächs. OVG, Urteil­te vom 29.08.2017 2 A 540/​16 u.a.[]