Ver­le­sungs­ver­bot im Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren eines Sol­da­ten

Das Ver­le­sungs­ver­bot des § 106 Abs. 2 Satz 4 WDO darf nicht durch die Ver­neh­mung der Ver­neh­mungs­per­son um­gan­gen wer­den, wenn die Ver­neh­mung ohne Be­ach­tung der im ge­richt­li­chen Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren gel­ten­den Be­leh­rungs­pflich­ten er­folgt ist, der Sol­dat ins­be­son­de­re nicht über das Recht auf Ver­tei­di­ger­kon­sul­ta­ti­on be­lehrt wor­den war.

Ver­le­sungs­ver­bot im Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren eines Sol­da­ten

Hat sich ein Sol­dat nach Auf­nah­me von Vor­er­mitt­lun­gen durch die Wehr­dis­zi­pli­nar­an­walt­schaft ge­stän­dig ein­ge­las­sen, ohne zuvor über sein Recht auf Ver­tei­di­ger­kon­sul­ta­ti­on be­lehrt wor­den zu sein, ist das Ge­ständ­nis im ge­richt­li­chen Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren nicht ver­wert­bar, wenn der an­walt­lich ver­tre­te­ne Sol­dat bis zu dem in § 91 Abs. 1 WDO, § 257 StPO be­stimm­ten Zeit­raum sei­ner Ver­wer­tung wi­der­spricht.

Wi­der­spricht der Sol­dat nicht vor der Ein­lei­tung des ge­richt­li­chen Dis­zi­pli­nar­ver­fah­rens der Be­tei­li­gung der Ver­trau­ens­per­son und führt er mit ihr ein Ge­spräch zur Vor­be­rei­tung ihrer Stel­lung­nah­me, kann die Ver­trau­ens­per­son als Zeu­ge zum In­halt des Ge­sprächs im ge­richt­li­chen Dis­zi­pli­nar­ver­fah­ren ver­nom­men wer­den.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 28. Juni 2012 – 2 WD 34.10