Ver­sor­gungs­be­zü­ge für den straf­fäl­lig gewor­de­nen Ex-Bür­ger­meis­ter

Ein ehe­ma­li­ger Bür­ger­meis­ter, der wegen Straf­ta­ten ver­ur­teilt wur­de, die er wäh­rend sei­ner Amts­zeit began­gen hat, hat kei­nen Anspruch auf Ver­sor­gungs­be­zü­ge und muss bereits aus­ge­zahl­te Ver­sor­gungs­be­zü­ge erstat­ten.

Ver­sor­gungs­be­zü­ge für den straf­fäl­lig gewor­de­nen Ex-Bür­ger­meis­ter

In dem jetzt vom Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg ent­schie­de­nen Ver­fah­ren war der Klä­ger von 1970 bis zu sei­ner bean­trag­ten Ver­set­zung in den Ruhe­stand im Okto­ber 2006 Bür­ger­meis­ter der beklag­ten Stadt Hai­ger­loch. Das Land­ge­richt Hechin­gen ver­ur­teil­te ihn im Novem­ber 2006 für zahl­rei­che wäh­rend sei­ner Amts­zeit als Bür­ger­meis­ter zwi­schen 1993 und 2004 began­ge­ne Straf­ta­ten rechts­kräf­tig zu einer Frei­heits­stra­fe von einem Jahr und zehn Mona­ten. Mit sei­ner Kla­ge wand­te er sich beim Ver­wal­tungs­ge­richt Sig­ma­rin­gen gegen die Rück­nah­me eines Beschei­des über die Fest­set­zung sei­ner Ver­sor­gungs­be­zü­ge sowie gegen die Rück­for­de­rung bereits aus­be­zahl­ter Ver­sor­gungs­be­zü­ge. Das Ver­wal­tungs­ge­richt gab der Kla­ge hin­sicht­lich der Rück­for­de­rung teil­wei­se statt und wies sie im Übri­gen ab. Im Beru­fungs­ver­fah­ren des Klä­gers und der beklag­ten Stadt hat der VGH dage­gen nicht nur den Ver­lust der Ver­sor­gungs­be­zü­ge, son­dern auch die Rück­for­de­rung aus­ge­zahl­ter Ver­sor­gungs­be­zü­ge ins­ge­samt als recht­mä­ßig bestä­tigt.

Der Klä­ger habe auf­grund der straf­recht­li­chen Ver­ur­tei­lung sei­ne Rech­te als Ruhe­stands­be­am­ter und damit auch jeg­li­che Ver­sor­gungs­an­sprü­che ver­lo­ren. Hier­an ände­re nichts, wenn der Kom­mu­na­le Ver­sor­gungs­ver­band Baden-Würt­tem­berg ihm, wie er gel­tend mache, Aus­künf­te erteilt habe, dass er Ver­sor­gungs­be­zü­ge behal­ten dür­fe, die in "straf­frei­en“ Amts­pe­ri­oden ent­stan­den sei­en. Auch die dem­nach zu Unrecht von Dezem­ber 2006 bis Mai 2007 gezahl­ten Ver­sor­gungs­be­zü­ge müs­se der Klä­ger voll­stän­dig erstat­ten.

Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg, Urteil vom 30. Okto­ber 2012 – 4 S 546/​11