Ver­sor­gungs­ver­wal­tung NRW – und ihre Beam­ten

Vor dem Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len hat­ten jetzt Kla­gen von Beam­ten der frü­he­ren Ver­sor­gungs­äm­ter und der Umwelt­ver­wal­tung gegen ihren Wech­sel in die Kommunal­verwaltung Erfolg.

Ver­sor­gungs­ver­wal­tung NRW – und ihre Beam­ten

Die Beam­ten der frü­he­ren Ver­sor­gungs­äm­ter sind nicht auf Krei­se, kreis­freie Städ­te und die Land­schafts­ver­bän­de über­ge­gan­gen, die seit der Auf­lö­sung der elf nord­rhein-west­fä­li­schen Ver­sor­gungs­äm­ter zum 1. Janu­ar 2008 für die Auf­ga­ben der Ver­sor­gungs­ver­wal­tung zustän­dig sind, ent­schied jetzt das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in Müns­ter.

Geklagt hat­ten unter ande­rem zwei Beam­te des frü­he­ren Ver­sor­gungs­am­tes Bie­le­feld, die seit dem 1. Janu­ar 2008 beim Land­schafts­ver­band West­fa­len-Lip­pe in Müns­ter bzw. beim Kreis Min­den-Lüb­be­cke tätig sind, sowie eine Beam­tin, die vom Ver­sor­gungs­amt Duis­burg zum Land­schafts­ver­band Rhein­land in Köln wech­seln muss­te. Sie hat­ten – wie vie­le ande­re – hier­ge­gen zunächst vor den Ver­wal­tungs­ge­rich­ten einst­wei­li­ge Anord­nun­gen erwirkt. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt hat­te im Beschwer­de­ver­fah­ren dage­gen im Febru­ar 2008 auf­grund einer Fol­genab­wä­gung zu Las­ten der Beam­ten ent­schie­den, weil es im über­wie­gen­den Inter­es­se der All­ge­mein­heit erfor­der­lich sei, dass die Beam­ten vor­erst bis zur end­gül­ti­gen Klä­rung im Haupt­sa­che­ver­fah­ren dort ihren Dienst ver­rich­te­ten, wo die Auf­ga­ben auch tat­säch­lich anfie­len. Im Haupt­sa­che­ver­fah­ren hat­ten die Kla­gen der Beam­ten zunächst vor den erst­in­stanz­lich zustän­di­gen Ver­wal­tungs­ge­rich­ten Düs­sel­dorf und Min­den Erfolg. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt hat die dage­gen ein­ge­leg­ten Beru­fun­gen nun­mehr zurück­ge­wie­sen.

Die Beam­ten sei­en, so die Müns­te­ra­ner Rich­ter, nicht – wie vom Gesetz vor­ge­se­hen – kraft Geset­zes auf die neu­en kom­mu­na­len Auf­ga­ben­trä­ger über­ge­gan­gen, weil sich aus dem Gesetz nicht erge­be, wel­che Beam­ten auf wel­che Kör­per­schaf­ten über­ge­hen soll­ten. Das Land hat­te nicht jedem ein­zel­nen Betrof­fe­nen gegen­über ver­fügt, wohin er wech­seln muss­te, son­dern ledig­lich im Minis­te­ri­um für Arbeit, Gesund­heit und Sozia­les nach einem Punkte­ka­ta­log mit Sozi­al­kri­te­ri­en einen soge­nann­ten Zuord­nungs­plan erstellt, in dem die Beam­ten nament­lich den neu­en Dienst­her­ren zuge­ord­net waren. Die­ser Zuord­nungs­plan, so das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, sei nicht Bestand­teil des Geset­zes gewor­den. Soweit das Land gel­tend mache, das Gesetz ver­wei­se auf ihn, sei dies dem Gesetz nicht zu ent­neh­men und auch aus ver­fas­sungs­recht­li­chen Grün­den nicht mög­lich.

Mit glei­cher Begrün­dung hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt auch der Kla­ge eines bis­her bei der Bezirks­re­gie­rung Düs­sel­dorf täti­gen Beam­ten statt­ge­ge­ben, der nach einem ähn­li­chen Gesetz zur Kom­mu­na­li­sie­rung der Umwelt­ver­wal­tung zum 1. Janu­ar 2008 auf die Stadt Rem­scheid über­ge­hen soll­te.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len, Urtei­le vom 7. Sep­tem­ber 2010 – 6 A 2077/​08, 6 A 3164/​08, 6 A 3249/​08 und 6 A 2144/​08