Vom Flug­be­glei­ter zum Rich­ter

Die Tätig­keit als Flug­be­glei­ter ist kei­ne besol­dungs­recht­li­che Erfah­rungs­zeit eines Rich­ters.

Vom Flug­be­glei­ter zum Rich­ter

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg hat – anders als in der Vor­in­stanz noch das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin – die Kla­ge eines Rich­ters des Lan­des Ber­lin abge­wie­sen, sei­ne vor der Ein­stel­lung als Rich­ter aus­ge­üb­ten Tätig­kei­ten als Flug­be­glei­ter und Flug­gast­ab­fer­ti­ger als besol­dungs­recht­lich rele­van­te Erfah­rungs­zeit anzu­er­ken­nen, was zu einer Erhö­hung sei­ner Besol­dung geführt hät­te.

Nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts hat die zustän­di­ge Senats­ver­wal­tung die Aner­ken­nung der Vor­tä­tig­kei­ten zu Recht abge­lehnt. Nach dem im Land Ber­lin gel­ten­den Besol­dungs­recht sei­en bei Rich­tern Zei­ten einer frü­he­ren Tätig­keit in einem nicht-juris­ti­schen Beruf als Erfah­rungs­zeit anzu­er­ken­nen, wenn die Tätig­keit für den Erwerb der nach dem Deut­schen Rich­ter­ge­setz not­wen­di­gen sozia­len Kom­pe­tenz för­der­lich sein konn­te.

Von die­ser Rege­lung wür­den nur sol­che Tätig­kei­ten erfasst, bei denen der per­sön­li­che Umgang mit ande­ren Men­schen im Vor­der­grund ste­he und der sozia­le Kon­takt prä­gend sei, weil nur sol­che Tätig­kei­ten geeig­net sei­en, die von einem Rich­ter gefor­der­te sozia­le Kom­pe­tenz zu begrün­den. Die­se Vor­aus­set­zung hat der Senat für die Beru­fe eines Flug­be­glei­ters und eines Flug­gast­ab­fer­ti­gers ver­neint. Nach dem Berufs­bild die­ser Tätig­kei­ten ste­he die Erbrin­gung stan­dar­di­sier­ter Ser­vice­leis­tun­gen im Mit­tel­punkt. Der Umgang mit ande­ren Men­schen beschrän­ke sich dar­auf, in die­sem Rah­men die rei­bungs­lo­se Durch­füh­rung des Flug­ver­kehrs zu gewähr­leis­ten.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin ‑Bran­den­burg, Urteil vom 17. Sep­tem­ber 2015 – OVG 4 B 23.13