Vor­aus­set­zun­gen für die Ein­stel­lung in den Bun­des­po­li­zei­dienst

Der Bewer­ber um eine Ernen­nung zum Beam­ten in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land muss sich jeder­zeit durch sein gesam­tes Ver­hal­ten zur frei­heit­lich-demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung im Sin­ne des Grund­ge­set­zes beken­nen und für deren Erhal­tung ein­tre­ten. Dar­über hin­aus hat er jeden Schein der Iden­ti­fi­ka­ti­on mit einem dem frei­heit­li­chen Rechts­staat zuwi­der­lau­fen­den Gedan­ken­gut zu ver­mei­den.

Vor­aus­set­zun­gen für die Ein­stel­lung in den Bun­des­po­li­zei­dienst

So das Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz in dem hier vor­lie­gen­den Fall eines Man­nes, der mit einem Eil­an­trag sei­ne Ein­stel­lung zur Aus­bil­dung zum Bun­des­po­li­zei­be­am­ten erzwin­gen woll­te. Auf dem Com­pu­ter des Stel­len­be­wer­bers befan­den sich ein Video sowie wei­te­re Doku­men­te isla­mis­ti­schen Inhalts, die die­ser unter sei­nem Pro­fil in einem sozia­len Inter­net-Netz­werk ein­ge­stellt hat­te. Das Video ent­hielt eine Pas­sa­ge, wonach es eine grö­ße­re Sün­de sei, nicht zu beten, als einen Men­schen zu töten. Vor die­sem Hin­ter­grund lehn­te die Bun­des­po­li­zei­aka­de­mie sei­ne Ein­stel­lung ab. Dage­gen hat sich der Betrof­fe­ne mit dem Eil­an­trag gewehrt.

In sei­ner Ent­schei­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz aus­ge­führt, dass der Bewer­ber um eine Ernen­nung zum Beam­ten in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land die Gewähr dafür bie­ten muss, dass er sich jeder­zeit durch sein gesam­tes Ver­hal­ten zur frei­heit­lich-demo­kra­ti­schen Grund­ord­nung im Sin­ne des Grund­ge­set­zes bekennt und für deren Erhal­tung ein­tritt. Wei­ter­hin hat ein Beam­ter jeden Schein der Iden­ti­fi­ka­ti­on mit einem dem frei­heit­li­chen Rechts­staat zuwi­der­lau­fen­den Gedan­ken­gut zu ver­mei­den.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts bestün­den auf­grund des Ver­hal­tens des Antrag­stel­lers berech­tig­te Zwei­fel an des­sen Ver­fas­sungs­treue. Er habe das Video und ande­re Doku­men­te isla­mis­ti­schen Inhalts in das Inter­net ein­ge­stellt, ande­ren zugäng­lich gemacht und sich davon nicht distan­ziert. Des­halb sei der Ein­druck gerecht­fer­tigt, er iden­ti­fi­zie­re sich mit die­sen Inhal­ten. Aus die­sen Grün­den habe die Antrags­geg­ne­rin die Ein­stel­lung des Antrag­stel­lers in den Poli­zei­dienst zu Recht abge­lehnt.

Ver­wal­tungs­ge­richt Koblenz, Beschluss vom 3. Novem­ber 2016 – 2 L 1159/​16.KO