Vor­ge­zo­ge­ne Alters­gren­ze für Ver­fas­sungs­schutz­be­am­te

In Rhein­land-Pfalz gibt es kei­ne vor­ge­zo­ge­ne Alters­gren­ze für Ver­fas­sungs­schutz­be­am­te. Nach einem Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts Mainz ist es nicht zu bean­stan­den, dass nach dem rhein­land-pfäl­zi­schen Beam­ten­recht für Ange­hö­ri­ge der Obser­va­ti­ons­grup­pe des Lan­des­ver­fas­sungs­schut­zes (Beam­te des geho­be­nen Diens­tes), anders als ins­be­son­de­re für Beam­te des geho­be­nen Diens­tes im Mobi­len Ein­satz­kom­man­do (MEK), das voll­ende­te 60. Lebens­jahr nach 25 Ein­satz­jah­ren nicht die Alters­gren­ze bil­det.

Vor­ge­zo­ge­ne Alters­gren­ze für Ver­fas­sungs­schutz­be­am­te

Der in der Obser­va­ti­ons­grup­pe täti­ge Klä­ger woll­te sei­nen Dienst­her­ren ver­pflich­tet sehen, sei­ne Alters­gren­ze auf das voll­ende­te 60. Lebens­jahr fest­zu­set­zen. Er mach­te unter ande­rem gel­tend, dass es nicht gerecht­fer­tigt sei, die Beam­ten in der Obser­va­ti­ons­grup­pe nicht denen des MEK gleich­zu­stel­len. Tätig­keit und Belas­tung in bei­den Berei­chen ent­sprä­chen sich. Er sei z.B. im Zusam­men­hang mit der Schley­er-Ent­füh­rung, der Isla­mis­mus-Über­wa­chung und der Bekämp­fung der Baa­der-Mein­hof-Grup­pe tätig gewe­sen. Er habe Dienst auf der Stra­ße geleis­tet, mit stän­dig wech­seln­den Arbeits­schich­ten, auch nachts, sonn- und fei­er­tags.

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Mainz aht die Kla­ge abge­wie­sen: Die Belas­tun­gen der Beam­ten der Obser­va­ti­ons­grup­pe sei­en, so die Main­zer Ver­wal­tungs­rich­ter, doch noch in einem Maße gerin­ger sei­en als die der MEK-Beam­ten, so dass die Dif­fe­ren­zie­rung bei der Alters­gren­ze rech­tens sei. Die MEK-Ange­hö­ri­gen müss­ten im Gegen­satz zu den Ange­hö­ri­gen der Obser­va­ti­ons­grup­pe über die all­ge­mei­ne Poli­zei­dienst­fä­hig­keit hin­aus­ge­hen­de kör­per­li­che Anfor­de­run­gen erfül­len. Dem­entspre­chend sei­en die Ein­sät­ze des MEK in der Regel gefähr­li­cher, weil des­sen Mit­glie­der im Fal­le des Zugriffs, der den Mit­glie­dern der Obser­va­ti­ons­grup­pe ver­wehrt sei, in direk­te Kon­fron­ta­ti­on gerie­ten. Des­halb sei­en die Mit­glie­der des MEK auch immer bewaff­net, die Mit­glie­der der Obser­va­ti­ons­grup­pe hin­ge­gen nur auf beson­de­re Anord­nung zum Selbst­schutz.

Ver­wal­tungs­ge­richt Mainz, Urteil vom 26. Novem­ber 2010 – 4 K 1433/​09.MZ