Weg­stre­cken­ent­schä­di­gung für die Rich­ter­fort­bil­dung

Die Teil­nah­me an einer Ver­an­stal­tung der Deut­schen Rich­ter­aka­de­mie stell­te für einen nie­der­säch­si­schen Berufs­rich­ter nach der bis zum 1. April 2009 gül­ti­gen Rechts­la­ge regel­mä­ßig eine Fort­bil­dungs­rei­se im Sin­ne von § 11 Abs. 4 BRKG dar mit der Fol­ge, dass er – anders als bei einer Dienst­rei­se im Sin­ne von § 2 BRKG – kei­nen gebun­de­nen Rechts­an­spruch auf Aus­la­ge­n­er­stat­tung, son­dern ledig­lich einen Anspruch auf ermes­sens­ge­rech­te Ent­schei­dung über die Gewäh­rung einer Kos­ten­er­stat­tung hat­te.

Weg­stre­cken­ent­schä­di­gung für die Rich­ter­fort­bil­dung

Hat die obers­te Dienst­be­hör­de die Ent­schei­dung über die Gewäh­rung einer Weg­stre­cken­ent­schä­di­gung für Fort­bil­dungs­rei­sen zur Deut­schen Rich­ter­aka­de­mie in einem Erlass gene­rell getrof­fen, so kann der Berufs­rich­ter in der Regel nur ver­lan­gen, ent­spre­chend der in der anti­zi­pier­ten Ver­wal­tungs­pra­xis zum Aus­druck kom­men­den Ermes­sens­bin­dung der Ver­wal­tung gleich­mä­ßig behan­delt zu wer­den.

Bei der Ent­schei­dung nach § 11 Abs. 4 BRKG, ob und in wel­chem Umfang ent­stan­de­ne Kos­ten ver­gü­tet wer­den sol­len, müs­sen ins­be­son­de­re der Zweck der Ver­an­stal­tung und das Maß der dienst­li­chen und per­sön­li­chen Inter­es­sen an der Fort­bil­dung berück­sich­tigt wer­den 1. Dabei ist es unter Ermes­sens­ge­sichts­punk­ten regel­mä­ßig nicht zu bean­stan­den, wenn für die Fahrt zu einer fünf- bis sechs­tä­gi­gen Fort­bil­dungs­ver­an­stal­tung der Deut­schen Rich­ter­aka­de­mie eine Weg­stre­cken­ent­schä­di­gung unter Abzug eines pau­scha­len Eigen­an­teils in Höhe von 50,- Euro gewährt wird.

Ver­wal­tungs­ge­richt Göt­tin­gen, Urteil vom 27. April 2009 – 3 A 495/​07

  1. vgl. BVerwG, Urteil vom 12. Dezem­ber 1979 – 6 C 23.78 -, juris, RdNr. 18[]

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