Wehr­be­schwer­de­ver­fah­ren – und die erle­dig­te trup­pen­dienst­li­che Maß­nah­me

Hat sich eine trup­pen­dienst­li­che Maß­nah­me, die – wie hier – kei­nen Befehl im Sin­ne von § 2 Nr. 2 WStG dar­stellt, oder die Ableh­nung einer sol­chen Maß­nah­me vor der gericht­li­chen Ent­schei­dung erle­digt, so ent­schei­det das Wehr­dienst­ge­richt gemäß § 19 Abs. 1 Satz 3 WBO (hier i.V.m. § 21 Abs. 2 Satz 1 WBO), ob die Maß­nah­me rechts­wid­rig gewe­sen ist, wenn der Antrag­stel­ler ein berech­tig­tes Inter­es­se an die­ser Fest­stel­lung hat.

Wehr­be­schwer­de­ver­fah­ren – und die erle­dig­te trup­pen­dienst­li­che Maß­nah­me

Das erfor­der­li­che Fest­stel­lungs­in­ter­es­se kann sich nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts aus einem Reha­bi­li­tie­rungs­in­ter­es­se, aus einer Wie­der­ho­lungs­ge­fahr oder aus der Absicht erge­ben, einen Scha­dens­er­satz­an­spruch gel­tend zu machen, sofern die­ser nicht von vorn­her­ein als aus­sichts­los erscheint; ein berech­tig­tes Fest­stel­lungs­in­ter­es­se kommt auch in Betracht, wenn die erle­dig­te Maß­nah­me eine fort­dau­ern­de fak­ti­sche Grund­rechts­be­ein­träch­ti­gung nach sich zieht [1].

Die Annah­me einer Wie­der­ho­lungs­ge­fahr setzt die kon­kret abseh­ba­re Mög­lich­keit vor­aus, dass in naher Zukunft eine glei­che oder gleich­ar­ti­ge Ent­schei­dung oder Maß­nah­me zu Las­ten des Antrag­stel­lers zu erwar­ten ist [2]. Dabei müs­sen im Wesent­li­chen die glei­chen tat­säch­li­chen und recht­li­chen Ver­hält­nis­se bestehen wie bei der erle­dig­ten Ent­schei­dung oder Maß­nah­me. Ent­schei­dend ist die Klä­rung der recht­li­chen und tat­säch­li­chen Vor­aus­set­zun­gen zukünf­ti­gen Ver­wal­tungs­han­delns unter Anwen­dung der dafür maß­geb­li­chen Rechts­vor­schrif­ten.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 26. Janu­ar 2017 – 1 WB 47.15

  1. stRspr, vgl. z.B. BVerwG, Beschluss vom 29.01.2013 – 1 WB 60.11, NVwZ 2013, 1227 Rn. 26 m.w.N.[]
  2. vgl. BVerwG, Beschluss vom 29.04.2008 – 1 WB 11.07, Buch­holz 310 § 113 Abs. 1 VwGO Nr. 31 Rn. 21 m.w.N.[]