Zei­ten im aus­län­di­schen öffent­li­chen Dienst als ruhe­ge­halt­fä­hi­ge Dienst­zeit

Mit der Aus­le­gung des in § 11 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 NBeamtVG und § 11 Nr. 2 BeamtVG ver­wen­de­ten Rechts­be­griffs aus­län­di­scher öffent­li­cher Dienst hat­te sich aktu­ell das Nie­der­säch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt zu befas­sen:

Zei­ten im aus­län­di­schen öffent­li­chen Dienst als ruhe­ge­halt­fä­hi­ge Dienst­zeit

Die Vor­schrift des § 11 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 NBeamtVG stimmt hin­sicht­lich des hier strei­ti­gen Tat­be­stands­merk­mals mit der Rege­lung des § 11 Nr. 2 BeamtVG und deren Vor­gän­ger­re­ge­lung – § 116 Abs. 1 Nr. 2 BBG a. F. – über­ein 1.

Die Rege­lun­gen des § 11 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 NBeamtVG und des § 11 Nr. 2 BeamtVG erfas­sen ins­be­son­de­re Beschäf­ti­gun­gen im Beam­ten­ver­hält­nis eines aus­län­di­schen Staa­tes 2.

Vom öffent­li­chen Dienst im Sin­ne des § 11 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 NBeamtVG und des § 11 Nr. 2 BeamtVG ist aller­dings, wie das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt schon zu § 116 Abs. 1 Nr. 2 BBG a. F. ent­schie­den hat, nicht begriffs­not­wen­dig ein bei einem ande­ren Staat auf pri­vat­recht­li­cher Grund­la­ge geleis­te­ter Dienst aus­ge­schlos­sen. Denn auch im Gel­tungs­be­reich des Grund­ge­set­zes kann öffent­li­cher Dienst sowohl in einem öffent­lich-recht­li­chen Dienst­ver­hält­nis als auch in einem pri­vat­recht­li­chen Arbeits­ver­hält­nis geleis­tet wer­den 3. Die Berück­sich­ti­gung eines bei einem ande­ren Staat auf pri­vat­recht­li­cher Grund­la­ge geleis­te­ten Diens­tes im Rah­men des § 11 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 NBeamtVG und des § 11 Nr. 2 BeamtVG setzt jedoch vor­aus, dass der Dienst in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land her­kömm­lich in einem öffent­lich-recht­li­chen Ver­hält­nis aus­ge­übt wird 4.

Es kommt hin­zu, dass Zei­ten nur dann nach Maß­ga­be des § 11 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 NBeamtVG und des § 11 Nr. 2 BeamtVG als ruhe­ge­halt­fä­hig aner­kannt wer­den kön­nen, wenn die im Aus­land aus­ge­üb­te Tätig­keit als mit der Beam­ten­tä­tig­keit gleich­wer­tig anzu­se­hen ist oder doch ihr sehr nahe kommt 5. Tätig­kei­ten, die nach deut­schen Gepflo­gen­hei­ten nie­mals in einem öffent­lich-recht­li­chen Ver­hält­nis, son­dern in einem Ver­trags­ver­hält­nis aus­ge­übt wer­den, kom­men nicht in Betracht 6.

Nie­der­säch­si­sches Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 22. August 2014 – 5 LA 238/​13

  1. vgl. dazu Fürst, GKÖD, § 11 BeamtVG Rn 2; Schütz/​Maiwald, Beam­ten­recht des Bun­des und der Län­der, § 11 BeamtVG Rn 1; Küm­mel, BeamtVG, § 11 Rn 3[]
  2. Plog/​Wiedow, BBG, Band 2, § 11 BeamtVG Rn 50; Fürst, a. a. O., § 11 BeamtVG Rn 35; Schütz/​Maiwald, a. a. O., § 11 BeamtVG Rn 19; Küm­mel, a. a. O., § 11 Rn 54[]
  3. vgl. BVerwG, Urteil vom 08.11.1961 – BVerwG VI C 181.58, Buch­holz 232 § 116 BBG Nr. 2 S. 5 und 8; vgl. eben­so zu § 11 BeamtVG Plog/​Wiedow, a. a. O., § 11 BeamtVG Rn 50; Fürst, a. a. O., § 11 BeamtVG Rn 35; Schütz/​Maiwald, a. a. O., § 11 BeamtVG Rn 19; Küm­mel, a. a. O., § 11 Rn 54[]
  4. vgl. zu § 116 Abs. 1 Nr. 2 BBG a. F. BVerwG, Urteil vom 08.11.1961, a. a. O., S. 8; vgl. eben­so zu § 11 BeamtVG Plog/​Wiedow, a. a. O., § 11 BeamtVG Rn 50; Fürst, a. a. O., § 11 BeamtVG Rn 35; Schütz/​Maiwald, a. a. O., § 11 BeamtVG Rn 19; Küm­mel, a. a. O., § 11 Rn 54[]
  5. vgl. eben­so zu § 11 BeamtVG Plog/​Wiedow, a. a. O., § 11 BeamtVG Rn 7; vgl. auch BVerwG, Urteil vom 28.10.2004 – BVerwG 2 C 38.0319[]
  6. vgl. eben­so zu § 11 BeamtVG Plog/​Wiedow, a. a. O., § 11 BeamtVG Rn 50[]