Zeit­sol­da­ten und ihr Wunsch­stu­di­en­ort

Mit der Be­schwer­de gegen die Ver­set­zung an die zu­stän­di­ge Be­treu­ungs­dienst­stel­le kann nicht die Ein­pla­nung zum Stu­di­um der Hu­man­me­di­zin an einem an­de­ren als dem be­vor­zug­ten Stu­di­en­ort an­ge­foch­ten wer­den.

Zeit­sol­da­ten und ihr Wunsch­stu­di­en­ort

Im vor­lie­gend vom Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt ent­schie­de­nen Fall wur­de die Antrag­stel­le­rin nach ihrer Über­nah­me als Anwär­te­rin für die Lauf­bahn der Offi­zie­re des Sani­täts­diens­tes für das Stu­di­um der Human­me­di­zin am Stu­di­en­ort X ein­ge­plant, wo ihr begin­nend mit dem Win­ter­se­mes­ter 2011/​2012 ein Stu­di­en­platz zuge­wie­sen wur­de und wo sie bis heu­te an der Uni­ver­si­tät X stu­diert. Die Ein­pla­nung zum Stu­di­um der Human­me­di­zin will die Antrag­stel­le­rin ersicht­lich nicht angrei­fen. Dem Stu­di­en­ort X stimm­te sie in Vor­be­rei­tung der Ein­pla­nung zu. Mit Bescheid vom 27.07.2011 beur­laub­te das Per­so­nal­amt die Antrag­stel­le­rin gemäß § 11 SUV 1 ab dem 1.10.2011 unter Weg­fall der Geld- und Sach­be­zü­ge zum Stu­di­um der Human­me­di­zin.

Wäh­rend der Beur­lau­bung zum Stu­di­um besteht das Sol­da­ten­ver­hält­nis fort. Gemäß Nr. 3.7 Abs. 1 des Rah­men­er­las­ses des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums der Ver­tei­di­gung – Fü San II 3 – vom 17.10.2007 für die Ein­stel­lung, recht­li­che Stel­lung, Aus­bil­dung, Betreu­ung und Für­sor­ge der Sani­täts­of­fi­zier-Anwär­ter und Sani­täts­of­fi­zier-Anwär­te­rin­nen unter­ste­hen die­se wäh­rend der Beur­lau­bung trup­pen­dienst­lich dem Dienst­stel­len­lei­ter oder der Dienst­stel­len­lei­te­rin der Betreu­ungs­dienst­stel­le, zu der die Ver­set­zung erfolgt ist. Die Betreu­ungs­dienst­stel­le (in Ver­bin­dung mit dem Betreu­ungs­of­fi­zier) ist für den Sani­täts­of­fi­zier-Anwär­ter oder die Sani­täts­of­fi­zier-Anwär­te­rin der stän­di­ge Ansprech­part­ner und das orga­ni­sa­to­ri­sche Bin­de­glied in allen Fra­gen des Stu­di­ums und der mili­tä­ri­schen Lauf­bahn (sie­he im Ein­zel­nen Nrn. 3.8, 4.2.2 Abs. 3, 5.3 Abs. 5, 5.4, 5.5, 5.6 Abs. 2 und 5.10 Abs. 2 des Rah­men­er­las­ses).

Auf die­ser Grund­la­ge lässt die Ver­set­zung der Antrag­stel­le­rin an das Bun­des­wehr­kran­ken­haus X kei­ne Rechts- oder Ermes­sens­feh­ler erken­nen. Das Bun­des­wehr­kran­ken­haus X ist für alle Sani­täts­of­fi­zier-Anwär­ter, die – wie die Antrag­stel­le­rin – im Rah­men des Stu­di­en­platz­kon­tin­gents der Bun­des­wehr an der Uni­ver­si­tät X stu­die­ren, ört­lich wie fach­lich eine geeig­ne­te, wenn nicht sogar die prä­de­sti­nier­te Betreu­ungs­dienst­stel­le; dies­be­züg­li­che Ein­wän­de hat die Antrag­stel­le­rin auch nicht erho­ben. Viel­mehr hat sie mit ihrem Antrag auf Ent­schei­dung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts durch ihre Bevoll­mäch­tig­ten bean­tra­gen las­sen, die Ver­set­zungs­ver­fü­gung vom 26.07.2011 und den dies­be­züg­li­chen Teil des Beschwer­de­be­scheids vom 30.09.2011 auf­zu­he­ben und die Antrags­geg­ne­rin zu ver­pflich­ten, sie ohne Zusa­ge der Umzugs­kos­ten­ver­gü­tung nach X zu ver­set­zen. Die­ser Antrag bestimmt den Gegen­stand des vor­lie­gen­den Ver­fah­rens.

Soweit sich die Antrag­stel­le­rin dar­auf beruft, dass sie ver­hei­ra­tet und ihrem Ehe­mann, eben­falls Sol­dat, ein Wohn­sitz­wech­sel nicht mög­lich oder zumut­bar sei, han­delt es sich nicht um einen schwer­wie­gen­den per­sön­li­chen Grund im Sin­ne der Nr. 6 der Richt­li­ni­en zur Ver­set­zung, zum Dienst­pos­ten­wech­sel und zur Kom­man­die­rung von Sol­da­ten 2. Im Übri­gen stellt, was auch für ande­re per­sön­li­che Grün­de im Sin­ne von Nr. 7 der Ver­set­zungs­richt­li­ni­en gilt, die Ver­set­zung an die Betreu­ungs­dienst­stel­le eine blo­ße Fol­ge­maß­nah­me zu der Zuwei­sung des Stu­di­en­plat­zes dar. Per­sön­li­che und fami­liä­re Grün­de kön­nen im Rah­men der Aus­wahl­kon­fe­renz über die – grund­sätz­lich leis­tungs­ori­en­tier­te – Ver­tei­lung der Stu­di­en­plät­ze in ein­ge­schränk­tem Umfang berück­sich­tigt wer­den (sie­he Nr. 5.1 Abs. 1 des Rah­men­er­las­ses). Kom­men, wie im Fal­le der Antrag­stel­le­rin, per­sön­li­che und fami­liä­re Grün­de dort nicht erfolg­reich zum Tra­gen, so kann die Stu­di­en­platz­zu­wei­sung nicht mit­tel­bar über Ein­wän­de gegen die Ver­set­zung zur Betreu­ungs­dienst­stel­le in Fra­ge gestellt wer­den; viel­mehr folgt – umge­kehrt – die Ver­set­zung an die Betreu­ungs­dienst­stel­le ört­lich und fach­lich der Stu­di­en­platz­zu­wei­sung.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 15. Okto­ber 2013 – 1 WB 46.12

  1. Ver­ord­nung über den Urlaub der Sol­da­tin­nen und Sol­da­ten (Sol­da­tin­nen- und Sol­da­ten­ur­laubs­ver­ord­nung – SUV -) i.d.F. der Bek. vom 14.05.1997, BGBl I S. 1134, zuletzt geän­dert durch Art. 3 Wehr­rechts­än­de­rungs­ge­setz 2011 vom 28.04.2011, BGBl I S. 678[]
  2. vom 03.03.1988, VMBl S. 76 in der zuletzt am 9.06.2009, VMBl S. 86 geän­der­ten Fas­sung[]