Zoff beim Bun­des­ge­richts­hof – die rich­ter­li­che Unab­hän­gig­keit

Das Dienst­ge­richt des Bun­des – ein beson­de­rer Senat des Bun­des­ge­richts­hofs – hat die Anträ­ge von zwei Rich­tern des Bun­des­ge­richts­hofs zurück­ge­wie­sen, mit denen sie die Fest­stel­lung bean­tragt haben, dass Maß­nah­men des Prä­si­den­ten und des Prä­si­di­ums des Bun­des­ge­richts­hofs ihre rich­ter­li­che Unab­hän­gig­keit beein­träch­tigt hät­ten und daher unzu­läs­sig gewe­sen sei­en.

Zoff beim Bun­des­ge­richts­hof – die rich­ter­li­che Unab­hän­gig­keit

Der Prä­si­dent des Bun­des­ge­richts­hofs hat­te gegen­über der Geschäfts­stel­le des 2. Straf­se­nats ange­ord­net, ihm dienst­li­che Erklä­run­gen vor­zu­le­gen, die meh­re­re Rich­ter des 2. Straf­se­nats, die wegen Befan­gen­heit abge­lehnt wor­den waren, gem. § 26 Abs. 3 StPO in Straf­ver­fah­ren abge­ge­ben hat­ten, und hat­te in die dienst­li­chen Erklä­run­gen Ein­sicht genom­men. In den bei­den vom Dienst­ge­richt ent­schie­de­nen Ver­fah­ren haben zwei Rich­ter des 2. Straf­se­nats des Bun­des­ge­richts­hofs dies als rechts­wid­ri­gen Ein­griff in ihre rich­ter­li­che Unab­hän­gig­keit bean­stan­det.

Dar­über hin­aus hat der Antrag­stel­ler in dem Ver­fah­ren RiZ 4/​12 wei­te­re Maß­nah­men als Ver­let­zung sei­ner rich­ter­li­chen Unab­hän­gig­keit bestan­det. Mit Beschluss vom 11. Janu­ar 2012 hat­te der 2. Straf­se­nat in der Sache 2 StR 346/​11 fest­ge­stellt, dass er nicht ord­nungs­ge­mäß besetzt sei, weil der Geschäfts­ver­tei­lungs­plan mit der Zuwei­sung eines Vor­sit­zen­den Rich­ters als Vor­sit­zen­dem des 2. und des 4. Straf­se­nats mit der Ver­fas­sung nicht in Ein­klang ste­he, und hat­te die Haupt­ver­hand­lung aus­ge­setzt, um dem Prä­si­di­um des Bun­des­ge­richts­hofs die Gele­gen­heit zu geben, eine ver­fas­sungs­ge­mä­ße Rege­lung her­bei­zu­füh­ren. Die Bean­stan­dun­gen des Antrag­stel­lers betref­fen im Wesent­li­chen Äuße­run­gen des Prä­si­den­ten in Bezug auf die Abset­zung und Zustel­lung der Ent­schei­dungs­grün­de des Aus­set­zungs­be­schlus­ses des 2. Straf­se­nats vom 11. Janu­ar 2012, die Ein­la­dung des Antrag­stel­lers zur Anhö­rung und deren Durch­füh­rung im Prä­si­di­um am 18. Janu­ar 2012. Wei­ter hat sich der Antrag­stel­ler gegen den Beschluss des Prä­si­di­ums vom 18. Janu­ar 2012 gewandt, mit dem die­ses an sei­nem Beschluss zur Beset­zung des Vor­sit­zes im 2. und 4. Straf­se­nat fest­ge­hal­ten hat.

Das Dienst­ge­richt des Bun­des hat in den bean­stan­de­ten Vor­gän­gen kei­ne Maß­nah­men der Dienst­auf­sicht im Sin­ne des § 26 Abs. 3 DRiG gese­hen und des­halb die Anträ­ge zurück­ge­wie­sen.

Dienst­ge­richt des Bun­des, Urtei­le vom 14. Febru­ar 2013 – RiZ 3/​12 und 4/​12