Zuschlag für begrenzt dienst­fä­hi­ge Beam­te

Art. 3 Abs. 1 GG er­for­dert eine Bes­ser­stel­lung der be­grenzt dienst­fä­hi­gen Be­am­ten ge­gen­über den vor­zei­tig in den Ru­he­stand ver­setz­ten Be­am­ten. Bei der Be­rech­nung des Zu­schlags gemäß § 72a Abs 2 BBesG für be­grenzt dienst­fä­hi­ge Be­am­te ist auf die Net­to­ali­men­ta­ti­on ab­zu­stel­len [1].

Zuschlag für begrenzt dienst­fä­hi­ge Beam­te

Nach dem Urteil des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts vom 28. April 2005 [2] for­dert Art. 3 Abs. 1 GG eine Bes­ser­stel­lung der begrenzt dienst­fä­hi­gen Beam­ten. Die­se brin­gen ihre gan­ze Arbeits­kraft ein, sodass sich ihr Arbeits­ein­satz in höhe­ren Bezü­gen nie­der­schla­gen muss, als ihnen bei der Frei­stel­lung vom Dienst durch Zur­ru­he­set­zung in der Gestalt von Ruhe­stands­be­zü­gen gewährt wür­de. Ein blo­ßer Nach­teils­aus­gleich reicht nicht aus [3].

Abzu­stel­len ist bei der gebo­te­nen Bes­ser­stel­lung der begrenzt dienst­fä­hi­gen Beam­ten gegen­über den vor­zei­tig in den Ruhe­stand ver­setz­ten Beam­ten auf die Net­to­ali­men­ta­ti­on. Dem­entspre­chend hat der Senat dar­auf hin­ge­wie­sen, dass der Ver­ord­nungs­ge­ber auch der unter­schied­li­chen Besteue­rung von Dienst­be­zü­gen und Ruhe­ge­halt Rech­nung zu tra­gen hat. Dies beruht dar­auf, dass bei der Prü­fung, ob Beam­ten­be­zü­ge amts­an­ge­mes­sen sind, stets auf die Net­to­be­zü­ge abzu­stel­len ist [4].

Dabei ist nicht nur auf die steu­er­li­chen Nach­tei­le abzu­stel­len, auf die das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in sei­nem Urteil vom 28. April 2005 ledig­lich bei­spiel­haft hin­ge­wie­sen hat. Dies ergibt sich aus dem im Urteil zitier­ten Ver­weis auf den Auf­satz von Mende/​Summer [5]. Die Lücke beim Ver­gleich der Ali­men­ta­ti­on des Ruhe­stands­be­am­ten und des Beam­ten im Arbeits­zeit­sta­tus der begrenz­ten Dienst­fä­hig­keit besteht im vol­len Ver­sor­gungs­ab­schlag, in der ungüns­ti­ge­ren Behand­lung im Ein­kom­men­steu­er­recht, im Bei­hil­fe­recht sowie gege­be­nen­falls in einem Auf­wand für den Weg zur Arbeits­stät­te. Dem­entspre­chend muss eine Zuschlags­ver­ord­nung gemäß § 72a Abs. 2 Satz 1 BBesG neben der gebo­te­nen Bes­ser­stel­lung auch den Aus­gleich die­ser Nach­tei­le beinhal­ten. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat im Beschluss vom 27.07.2006 [6] zudem dar­auf hin­ge­wie­sen, dass die nach § 72a Abs. 1 Satz 2 BBesG anzu­stel­len­de Ver­gleichs­be­rech­nung für die fort­schrei­ten­de Dienst­ver­rich­tung fort­zu­schrei­ben sein könn­te, sodass hier­aus sogar ein wei­te­res Anwach­sen der Dienst­be­zü­ge fol­gen wür­de.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschlüs­se vom 14. Mai 2013 – 2 B 4.12 und 2 B 6.12

  1. im An­schluss an BVerwG, Ur­teil vom 28.04.2005 – 2 C 1.04, BVerw­GE 123, 308 = Buch­holz 240 § 72a BBesG Nr. 1[]
  2. BVerwG, Urteil vom 28.04.2005 – 2 C 1.04, BVerw­GE 123, 308, Buch­holz 240 § 72a BBesG Nr. 1[]
  3. vgl. auch BVerfG, Beschluss vom 27.07.2006 – 2 BvL 13/​04, BVerfGK 8, 421, 427[]
  4. stRspr, vgl. auch BVerwG, Urtei­le vom 27.05.2010 – 2 C 33.09, Buch­holz 11 Art. 33 Abs. 5 GG Nr. 117 Rn. 8 und vom 20.03.2008 – 2 C 49.07, BVerw­GE 131, 20 = Buch­holz 11 Art. 33 Abs. 5 GG Nr. 94 jeweils Rn. 25; BVerfG, Beschlüs­se vom 30.03.1977 – 2 BvR 1039/​75 u.a., BVerfGE 44, 249, 266, vom 22.03.1990 – 2 BvL 1/​86, BVerfGE 81, 363, 376 und vom 24.11.1998 – 2 BvL 26/​91 u.a., BVerfGE 99, 300, 315[]
  5. Mende/​Summer, ZBR 2005, 122, 125[]
  6. BVerfG, Beschluss vom 27.07.2006 – 2 BvL 13/​04, BVerfGK 8, 421, 426[]