Befan­gen­heit im Ver­wal­tungs­ver­fah­ren

Die­sel­be „Ange­le­gen­heit“ im Sin­ne des § 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 VwVfG liegt nur vor, wenn frü­he­re Gut­ach­ten oder sons­ti­ge Tätig­kei­ten der für eine Behör­de täti­gen Per­son in engem Zusam­men­hang mit dem nun­mehr zu beur­tei­len­den Lebens­sach­ver­halt ste­hen.

Befan­gen­heit im Ver­wal­tungs­ver­fah­ren

Nach § 20 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 VwVfG darf für eine Behör­de nicht tätig wer­den, wer außer­halb sei­ner amt­li­chen Eigen­schaft in der Ange­le­gen­heit ein Gut­ach­ten abge­ge­ben hat oder sonst tätig gewor­den ist. In der Ange­le­gen­heit ist eine Per­son durch Gut­ach­ten oder sonst tätig gewor­den, wenn das Gut­ach­ten oder die sons­ti­ge Tätig­keit in einem engen inne­ren Zusam­men­hang mit dem kon­kre­ten Fall gestan­den haben, auf den sich nun­mehr die Tätig­keit im Ver­wal­tungs­ver­fah­ren bezieht. Gut­ach­ten zu einer Sach- oder Rechts­fra­ge, die nicht die­sen engen Bezug zu dem­sel­ben Lebens­sach­ver­halt auf­wei­sen, rei­chen nicht aus [1]. Auch Gut­ach­ten in par­al­lel gela­ger­ten Fäl­len kön­nen nach den kon­kre­ten Umstän­den – ins­be­son­de­re bei einer mate­ri­el­len Ver­gleich­bar­keit der zu begut­ach­ten­den Fra­gen – erfasst wer­den [2].

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 29. Sep­tem­ber 2011 -6 C 17.10

  1. vgl. Kopp/​Ramsauer, VwVfG, 12. Aufl. 2011, § 20 Rn. 30[]
  2. vgl. Bonk/​Schmitz, in: Stelkens/​Bonk/​Sachs, VwVfG, 7. Aufl. 2008, § 20 Rn. 39; Rit­gen, in: Knack/​Hennecke, VwVfG, 9. Aufl. 2010, § 20 Rn. 22[]