Bei­trags­pflicht für Stra­ßen­aus­bau

Erfolgt an einer Stra­ße eine Aus­bau­maß­nah­me, kön­nen Aus­bau­bei­trä­ge von den Eigen­tü­mern der angren­zen­den Grund­stü­cke erho­ben wer­den. Stellt ein Stra­ßen­ab­schnitt – unab­hän­gig vom ein­heit­li­chen Stra­ßen­na­men – wegen sei­nes anders­ar­ti­gen Erschei­nungs­bilds, ins­be­son­de­re wegen des wesent­lich brei­te­ren Fahr­bahn­be­reichs, der anders gestal­te­ten Mit­tel­in­seln sowie der Park­flä­chen, eine eigen­stän­di­ge Stra­ße dar, so kön­nen die an sie angren­zen­den Grund­stü­cke nicht zu Aus­bau­bei­trä­gen her­an­ge­zo­gen wer­den, wenn an die­sem Abschnitt kei­ne Aus­bau­maß­nah­me statt­fin­det.

Bei­trags­pflicht für Stra­ßen­aus­bau

So hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz in dem hier vor­lie­gen­den Fall des Stra­ßen­aus­baus der Eure­ner Stra­ße in Trier ent­schie­den. Die Stadt Trier hat die Eure­ner Stra­ße zwi­schen der Ein­mün­dung der Stra­ße „Im Spey­er“ und der Ein­mün­dung der Eure­ner Stra­ße in die Eisen­bahn­stra­ße aus­ge­baut und zunächst Aus­bau­bei­trags-Vor­aus­leis­tun­gen von den Eigen­tü­mern der Anlie­ger­grund­stü­cke die­ses Teils der Eure­ner Stra­ße erho­ben. Nach­dem das Ver­wal­tungs­ge­richt Trier in einem Eil­ver­fah­ren die Auf­fas­sung ver­tre­ten hat­te, die Eure­ner Stra­ße stel­le über den aus­ge­bau­ten Bereich hin­aus in ihrem gesam­ten Ver­lauf eine ein­heit­li­che Ver­kehrs­an­la­ge dar, zog die Stadt sämt­li­che Anlie­ger, also auch die Eigen­tü­mer, deren Grund­stü­cke nicht an dem aus­ge­bau­ten Teil­stück lie­gen, zu end­gül­ti­gen Bei­trä­gen her­an. Hier­ge­gen leg­te die Eigen­tü­me­rin des frü­he­ren Eisen­bahn-Aus­bes­se­rungs­werks Trier-West Wider­spruch ein und bean­trag­te beim Ver­wal­tungs­ge­richt ohne Erfolg vor­läu­fi­gen Rechts­schutz. Die Eigen­tü­me­rin hat Beschwer­de vor dem Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz ein­ge­legt.

Nach Auf­fas­sung des Ober­ver­wal­tungs­ge­richts han­de­le es sich bei der Eure­ner Stra­ße zwi­schen der Ein­mün­dung der Stra­ße „Im Spey­er“ und der Ein­mün­dung in die Eisen­bahn­stra­ße um eine selb­stän­di­ge Ver­kehrs­an­la­ge. Denn der jen­seits des aus­ge­bau­ten Bereichs und nord­öst­lich der Ein­mün­dung der Stra­ße „Im Spey­er“ stadt­ein­wärts lie­gen­de Teil der Eure­ner Stra­ße stel­le unab­hän­gig vom ein­heit­li­chen Stra­ßen­na­men wegen sei­nes anders­ar­ti­gen Erschei­nungs­bilds, ins­be­son­de­re wegen des wesent­lich brei­te­ren Fahr­bahn­be­reichs, der anders gestal­te­ten Mit­tel­in­seln sowie der Park­flä­chen, eine eigen­stän­di­ge Stra­ße dar. Da an die­ser Stra­ße kei­ne Aus­bau­maß­nah­men erfolgt sei­en, könn­ten die an sie angren­zen­den Grund­stü­cke und damit auch das Grund­stück des frü­he­ren Eisen­bahn-Aus­bes­se­rungs­wer­kes Trier-West nicht zu Aus­bau­bei­trä­gen her­an­ge­zo­gen wer­den.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz, Beschluss vom 2. Mai 2012 – 6 B 10157/​12.OVG