Besei­ti­gungs­ver­fü­gung bei Neben­ge­bäu­den

Ist durch Urteil bereits die mate­ri­el­le Bau­rechts­wid­rig­keit von Neben­ge­bäu­den fest­ge­stellt wor­den, so ist die Besei­ti­gungs­ver­fü­gung recht­mä­ßig.

Besei­ti­gungs­ver­fü­gung bei Neben­ge­bäu­den

Das hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt an der Wein­stra­ße im Fall der Gast­stät­te "Burg­schän­ke" in St. Mar­tin ent­schie­den. Der Klä­ger ist Eigen­tü­mer eines im Außen­be­reich von St. Mar­tin gele­ge­nen Grund­stücks. Er betreibt dort die Gast­stät­te "Burg­schän­ke" in direk­ter Nach­bar­schaft zur Burg­mau­er der Burg­rui­ne Krops­burg, die im Eigen­tum einer Pri­vat­per­son steht.

Nach­dem die alte "Burg­schän­ke" 1995 abge­brannt war, hat­te der Klä­ger die Gast­stät­te in ande­rer Form als zuvor, ins­be­son­de­re mit deut­li­chem Abstand zur Burg­mau­er der Burg­rui­ne, neu errich­tet. 2005 geneh­mig­te der beklag­te Land­kreis dem Klä­ger auf dem­sel­ben Grund­stück Lager- und Abstell­räu­me als Anbau an das Gast­stät­ten­ge­bäu­de. Dage­gen wand­te sich der Eigen­tü­mer der Rui­ne Krops­burg mit Erfolg: Die Bau­ge­neh­mi­gung wur­de vom Kreis­rechts­aus­schuss des Beklag­ten auf­ge­ho­ben, weil die Neben­ge­bäu­de nicht den erfor­der­li­chen Grenz­ab­stand ein­hiel­ten. Sowohl das Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt als auch das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Rhein­land-Pfalz bestä­tig­ten die Auf­he­bung der Bau­ge­neh­mi­gung.

Nach­dem der Klä­ger nicht bereit war, den Anbau frei­wil­lig zu besei­ti­gen, erließ der Beklag­te eine Besei­ti­gungs­ver­fü­gung. Der Klä­ger erhob dage­gen nach erfolg­lo­ser Durch­füh­rung eines Wider­spruchs­ver­fah­rens Kla­ge und mach­te gel­tend, die Errich­tung des Anbaus habe ohne Ein­hal­tung eines Grenz­ab­stan­des erfol­gen kön­nen. Die Sach- und Rechts­la­ge müs­se in Anbe­tracht neu­er Erkennt­nis­se und aktu­el­ler Recht­spre­chung voll­stän­dig ermit­telt und neu bewer­tet wer­den.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts ist die Besei­ti­gungs­ver­fü­gung recht­mä­ßig. Die Anbau­ten an die Burg­schän­ke ver­let­zen Rech­te des Eigen­tü­mers der Burg­rui­ne. Dies hat das Gericht bereits mit rechts­kräf­ti­gem Urteil aus dem Jah­re 2007 fest­ge­stellt. Dar­in ist die Recht­mä­ßig­keit des Wider­spruchs­be­scheids des Land­krei­ses bestä­tigt wor­den, der im Dezem­ber 2006 die Bau­ge­neh­mi­gung des Klä­gers auf die Anfech­tung des Eigen­tü­mers der Burg­rui­ne hin auf­ge­ho­ben hat. Die Rechts­kraft des Urteils bin­det alle dama­li­gen Pro­zess­be­tei­lig­ten und erfasst auch die Fra­ge der mate­ri­el­len Bau­rechts­wid­rig­keit der Neben­ge­bäu­de. Die maß­geb­li­che Sach- oder Rechts­la­ge hat sich zwi­schen­zeit­lich auch nicht ver­än­dert.

Ver­wal­tungs­ge­richt Neu­stadt an der Wein­stra­ße, Urteil vom 31. Janu­ar 2012 – 5 K 701/​11.NW