Bestands­kräf­ti­ge Alt­an­schlie­ßer­be­schei­de in Bran­den­burg

Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg hat in zwei Beru­fungs­ver­fah­ren bestä­tigt, dass weder der Mär­ki­sche Abwas­ser- und Was­ser­zweck­ver­band noch der Was­ser- und Abwas­ser­zweck­ver­band Werder/​Havelland ver­pflich­tet sind, bestands­kräf­tig gewor­de­ne Anschluss­bei­trags­be­schei­de auf­zu­he­ben, wenn sie nach dem Beschluss des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts vom 12. Novem­ber 2015 1 als rechts­wid­rig erschei­nen.

Bestands­kräf­ti­ge Alt­an­schlie­ßer­be­schei­de in Bran­den­burg

Wenn das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt eine ver­fas­sungs­kon­for­me Aus­le­gung eines Geset­zes vor­ge­be, blie­ben bestands­kräf­ti­ge Beschei­de davon grund­sätz­lich unbe­rührt (ent­spre­chen­de Anwen­dung von § 79 Abs. 2 Satz 1 BVerfGG).

Eine Aus­nah­me sei hier nicht zu machen. Ins­be­son­de­re hät­ten die Zweck­ver­bän­de weder in gleich­ge­la­ger­ten Fäl­len bestands­kräf­ti­ge Beschei­de auf­ge­ho­ben noch – wie teil­wei­se vor­ge­bracht – beim Erlass der Beschei­de betro­gen. Die Beschei­de sei­en im Zeit­punkt ihres Erlas­ses auch nicht offen­sicht­lich rechts­wid­rig, son­dern von der dama­li­gen ober- und höchst­rich­ter­li­chen Recht­spre­chung gedeckt gewe­sen.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Urtei­le vom 12. Novem­ber 2019 – OVG 9 B 40.18 und OVG 9 B 11.19

  1. BVerfG, Beschluss vom 12.11.2015 – 1 BvR 2961/​14, 1 BvR 3051/​14[]