Bet­ten­steu­er in Dort­mund

Wird in einer städ­ti­schen Beher­ber­gungs­ab­ga­ben­sat­zung die Abga­be nur in Bezug auf pri­va­te, nicht hin­ge­gen beruf­lich ver­an­lass­te Über­nach­tun­gen erho­ben, ist die­se nich­tig, da den Hote­liers die recht­li­che Hand­ha­be fehlt, die für die­se Dif­fe­ren­zie­rung not­wen­di­gen Anga­ben vom Hotel­gast zu erhal­ten.

Bet­ten­steu­er in Dort­mund

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Gel­sen­kir­chen in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Her­an­zie­hung von Beher­ber­gungs­be­trie­ben zur sog. „Bet­ten­steu­er“ in der Stadt Dort­mund für rechts­wid­rig gehal­ten und die streit­ge­gen­ständ­li­chen Steu­er­be­schei­de auf­ge­ho­ben. Geklagt hat­ten drei Hote­liers gegen ihre Her­an­zie­hung zur in der Stadt Dort­mund erho­be­nen Beher­ber­gungs­ab­ga­be. Nach der städ­ti­schen Beher­ber­gungs­ab­ga­be­sat­zung wird die Abga­be nur in Bezug auf pri­va­te, nicht hin­ge­gen beruf­lich ver­an­lass­te Über­nach­tun­gen erho­ben. Eine pri­va­te Über­nach­tung liegt danach nicht vor, wenn der Beher­ber­gungs­gast dies ein­deu­tig durch eine Arbeit­ge­ber­be­schei­ni­gung nach­weist. Bei Feh­len eines sol­chen Nach­wei­ses wird die Steu­er erho­ben.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Gel­sen­kir­chen keh­re die Sat­zung die Beweis­last für die Ent­ste­hung der Steu­er­pflicht fak­tisch zu Las­ten der Beher­ber­gungs­be­trie­be und zu Guns­ten der Stadt um. Dies sei nicht gerecht­fer­tigt, weil die Hote­liers kei­ne recht­li­che Hand­ha­be hät­ten, die für die Dif­fe­ren­zie­rung zwi­schen pri­vat und beruf­lich ver­an­lass­ten Über­nach­tun­gen not­wen­di­gen Anga­ben vom Hotel­gast zu erlan­gen. Aus die­sem Grun­de feh­le es auch an der rechts­staat­lich gebo­te­nen Vor­her­seh­bar­keit der Steu­er­schuld für die Betrie­be. Schließ­lich sei die Steu­er­ge­rech­tig­keit ver­fah­rens­recht­lich nicht gewähr­leis­tet. Weil die Stadt über kei­ne effek­ti­ven Instru­men­te zur Über­prü­fung der Anga­ben der Gäs­te zum Über­nach­tungs­zweck ver­fü­ge, unter­lie­ge letzt­lich nur der „ehr­li­che“ Gast der Besteue­rung.

Ver­wal­tungs­ge­richt Gel­sen­kir­chen, Urtei­le vom 27. Novem­ber 2012 – 19 K 2007/​11 u.a.