Beweis­wür­di­gung des Ver­wal­tungs­rich­ters

Die Grund­sät­ze der Beweis­wür­di­gung sind nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richts regel­mä­ßig nicht dem Ver­fah­rens­recht, son­dern dem sach­li­chen Recht zuzu­ord­nen 1

Beweis­wür­di­gung des Ver­wal­tungs­rich­ters

Ein Ver­fah­rens­feh­ler kann aus­nahms­wei­se dann gege­ben sein, wenn die Beweis­wür­di­gung objek­tiv will­kür­lich ist, gegen die Denk­ge­set­ze ver­stößt oder einen all­ge­mei­nen Erfah­rungs­satz miss­ach­tet 2.

Ein Ver­fah­rens­man­gel bei der Beweis­wür­di­gung liegt aber nur dann vor, wenn sich der gerüg­te Feh­ler hin­rei­chend ein­deu­tig von der mate­ri­ell­recht­li­chen Sub­sum­ti­on, d.h. der kor­rek­ten Anwen­dung des sach­li­chen Rechts abgren­zen lässt und der Tatrich­ter den ihm bei der Tat­sa­chen­fest­stel­lung durch den Grund­satz frei­er Beweis­wür­di­gung gemäß § 108 Abs. 1 Satz 1 VwGO eröff­ne­ten Wer­tungs­rah­men ver­las­sen hat.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschluss vom 3. Mai 2016 – 1 B 45.16

  1. vgl. nur BVerwG, Beschlüs­se vom 12.01.1995 – 4 B 197.94, Buch­holz 406.12 § 22 BauN­VO Nr. 4 S. 4; vom 02.11.1995 – 9 B 710.94, Buch­holz 310 § 108 VwGO Nr. 266 S. 18 f.; und vom 18.04.2008 – 8 B 105.07ZOV 2008, 168; jeweils m.w.N.[]
  2. BVerwG, Beschlüs­se vom 25.06.2004 – 1 B 249.03, Buch­holz 402.25 § 1 AsylVfG Nr. 284; und vom 23.09.2011 – 1 B 19.11 – juris; jeweils m.w.N.[]