Bils­ter Berg – Lärm­schutz an der Renn­stre­cke

Die neue Renn­stre­cke und die Ruhe der Nach­barn: Das Ver­wal­tungs­ge­richt Min­den hat in einem Ver­fah­ren des einst­wei­li­gen Rechts­schut­zes den Betrieb der Renn- und Test­stre­cke Bils­ter Berg vor­läu­fig unter­sagt und damit dem Eil­an­trag eines benach­bar­ten Grund­stücks­ei­gen­tü­mers teil­wei­se statt­ge­ge­ben. Der Bau der Anla­ge, die Mit­te nächs­ten Jah­res den Betrieb auf­neh­men soll, darf aber wei­ter­ge­hen; inso­weit wur­de der Antrag abge­lehnt.

Bils­ter Berg – Lärm­schutz an der Renn­stre­cke

Ins­ge­samt fünf Eigen­tü­mer von in der Nähe des Vor­ha­bens gele­ge­nen Grund­stü­cken haben gegen die der Bau­her­rin vom beklag­ten Kreis Höx­ter erteil­te Geneh­mi­gung vom 29. Juli 2011 geklagt und außer­dem um vor­läu­fi­gen Rechts­schutz nach­ge­sucht. Sie sind der Mei­nung, die erteil­te Geneh­mi­gung wider­spre­che hin­sicht­lich des beim Betrieb der Renn­stre­cke zu erwar­ten­den Lärms den Vor­ga­ben des Bun­des­im­mis­si­ons­schutz­ge­set­zes und der „Tech­ni­schen Anlei­tung zum Schutz gegen Lärm“ (TA Lärm).

Das Ver­wal­tungs­ge­richt Min­den hat nun das ers­te Eil­ver­fah­ren ent­schie­den und einem Grund­stücks­nach­barn zum Teil Recht gege­ben. Neben Zwei­feln an der Rich­tig­keit des von der Betrei­ber­ge­sell­schaft im Geneh­mi­gungs­ver­fah­ren vor­ge­leg­ten Schall­gut­ach­tens war für die Kam­mer ent­schei­dend, dass die Rege­lun­gen in der streit­ge­gen­ständ­li­chen Geneh­mi­gung nicht hin­rei­chend sicher­stel­len, dass jeweils gel­ten­de Immis­si­ons­richt­wer­te beim Betrieb der Renn­stre­cke ein­ge­hal­ten wer­den. Die der Betrei­be­rin gemach­ten Auf­la­gen – zu denen die Instal­la­ti­on eines Moni­to­ring­sys­tems gehört, das den wäh­rend des Renn­be­triebs ent­ste­hen­den Lärm ermit­teln und auf die­ser Grund­la­ge die Lärm­be­las­tung für die Umge­bung berech­nen soll – wür­den dies nicht garan­tie­ren.

Der Bau der Anla­ge kann unge­ach­tet des­sen fort­ge­setzt wer­den. Die recht­li­chen Beden­ken des Ver­wal­tungs­ge­richts gegen die Geneh­mi­gung beschränk­ten sich im Wesent­li­chen auf den Betriebs­um­fang und nicht auf die Errich­tung der Renn­stre­cke an sich. Das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt für das Land Nord­rhein-West­fa­len hat­te den dem Vor­ha­ben zugrun­de lie­gen­den Bebau­ungs­plan der Stadt Bad Dri­burg im Rah­men eines Nor­men­kon­troll­ver­fah­rens bereits für rech­tens erklärt.

Ver­wal­tungs­ge­richt Min­den, Beschluss vom 16. Novem­ber 2011 – 11 L 430/​11