"Brau­hof" – ein voll­stän­dig umschlos­se­ner Raum

In der Gas­tro­no­mie spielt die tat­säch­li­che Öff­nung von Türen und (Dach-)Fenstern für die Gel­tung des Rauch­ver­bo­tes kei­ne Rol­le. Ein voll­stän­dig mit Wän­den umschlos­se­ner Raum, der auch voll­stän­dig über­dacht ist, wird nicht durch die kom­plet­te Öff­nung des zen­tra­len glä­ser­nen Hub­da­ches, das 40 % der Dach­flä­che aus­macht, zu einer Frei­flä­che.

<span class="dquo">"</span>Brau­hof" – ein voll­stän­dig umschlos­se­ner Raum

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Düsel­dorf in dem hier vor­lie­gen­den Fall eine Kla­ge des "Ueri­ge" bezüg­lich der Gel­tung des Rauch­ver­bots im Brau­hof abge­wie­sen. Die Ueri­ge Ober­gä­ri­ge Haus­braue­rei GmbH hat­te gegen die Lan­des­haupt­stadt Düs­sel­dorf geklagt, um sich gegen die Ein­stu­fung des "Brau­ho­fes" als voll­stän­dig umschlos­se­ner Raum im Sin­ne des Nicht­rau­cher­schutz­ge­set­zes zu weh­ren.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf aus­ge­führt, dass der "Brau­hof" nach allen Sei­ten hin Wän­de auf­wei­se und voll­stän­dig über­dacht sei. Die kom­plet­te Öff­nung des zen­tra­len glä­ser­nen Hub­da­ches, das etwa 40 % (28 qm) der gesam­ten – im Übri­gen aus übli­chem Mau­er­werk bestehen­den – Dach­flä­che (von ca. 70 qm) aus­ma­che, las­se den "Brau­hof" trotz sei­ner Bezeich­nung nicht zu einer Frei­flä­che wer­den. Auch sonst in der Gas­tro­no­mie spie­le die tat­säch­li­che Öff­nung von Türen und (Dach-)Fenstern für die Gel­tung des Rauch­ver­bo­tes kei­ne Rol­le. Die Ein­stu­fung des soge­nann­ten "Brau­ho­fes" als voll­stän­dig umschlos­se­ner Raum im Sin­ne des Nicht­rau­cher­schutz­ge­set­zes sei nicht zu bean­stan­den.

Der von der Ueri­ge GmbH ange­stell­te Ver­gleich mit Fuß­ball­sta­di­en, in denen bei geöff­ne­tem Dach geraucht wer­den dür­fe, ver­fan­ge nicht. Sport­ein­rich­tun­gen und Gast­stät­ten könn­ten durch den Gesetz­ge­ber näm­lich ohne Wei­te­res unter­schied­lich behan­delt wer­den. Aus die­sem Grund kom­me auch eine Vor­la­ge an den Ver­fas­sungs­ge­richts­hof in Müns­ter zwecks Über­prü­fung des Nicht­rau­cher­schutz­ge­set­zes nicht in Betracht.

Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 21. Janu­ar 2014 – 3 K 4778/​13