Bun­des­li­ga­spie­le im SC-Frei­burg Sta­di­on

Die Bun­des­li­ga­spie­le im SC-Frei­burg Sta­di­on sind wahr­schein­lich zu Unrecht als sel­te­ne Ereig­nis­se im Sin­ne der Sport­an­la­gen­lärm­schutz­ver­ord­nung ein­ge­stuft wor­den. Daher ver­let­zen die erteil­te Bau­ge­neh­mi­gung hin­sicht­lich die­ser Fuß­ball­spie­le vor­aus­sicht­lich die Rech­te von Nach­barn in einem Wohn­ge­biet.

Bun­des­li­ga­spie­le im SC-Frei­burg Sta­di­on

So hat der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg in dem hier vor­lie­gen­den einst­wei­li­gen Rechts­schutz­ver­fah­ren ent­schie­den und den Anwoh­nern teil­wei­se recht gege­ben, die sich gegen die vor­läu­fi­ge Zulas­sung von Spie­len im zukünf­ti­gen SC-Sta­di­on in den täg­li­chen Ruhe­zei­ten zwi­schen 20:00 Uhr und 22:00 Uhr, den sonn­täg­li­chen Ruhe­zei­ten zwi­schen 13:00 Uhr und 15:00 Uhr sowie der Nacht­zeit ab 22:00 Uhr gewehrt haben.

Bereits mit Beschluss vom 2. Okto­ber 2019 unter­sag­te der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg in einem Ver­fah­ren des einst­wei­li­gen Rechts­schut­zes auf Antrag von Anwoh­nern (Antrag­stel­ler) vor­läu­fig die Nut­zung des Sta­di­ons für Fuß­ball­spie­le zu die­sen Zei­ten. Auf die Anhö­rungs­rü­gen des Antrags­geg­ners (Land Baden-Würt­tem­berg) und der Bei­ge­la­de­nen (Betrei­ber­ge­sell­schaft des Sta­di­ons) hat der Ver­wal­tungs­ge­richts­hof das Ver­fah­ren durch Beschluss vom 19. Mai 2020 fort­ge­setzt, soweit er im Beschwer­de­ver­fah­ren mit Beschluss vom 2. Okto­ber 2019 den Antrag­stel­lern recht gege­ben hat­te. Der Beschluss vom 2. Okto­ber 2019 ist dage­gen unan­fecht­bar gewor­den, soweit dar­in die Beschwer­den der Antrag­stel­ler im Übri­gen zurück­ge­wie­sen wur­den, also hin­sicht­lich der Zuläs­sig­keit der Errich­tung des Fuß­ball­sta­di­ons samt Neben­an­la­gen, der Nut­zung des Sta­di­ons für Fuß­ball­spie­le an Werk- und Sonn­ta­gen tags außer­halb der Ruhe­zei­ten und für Dritt­ver­an­stal­tun­gen sowie hin­sicht­lich der Nut­zung des Trai­nings­ge­län­des.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts­ho­fes Baden-Würt­tem­berg sei im Rah­men des einst­wei­li­gen Rechts­schutz­ver­fah­rens sei davon aus­zu­ge­hen, dass die erteil­te Bau­ge­neh­mi­gung hin­sicht­lich die­ser Fuß­ball­spie­le vor­aus­sicht­lich die Rech­te der in einem benach­bar­ten Wohn­ge­biet ansäs­si­gen Antrag­stel­ler ver­let­ze. Denn die­se Spie­le sei­en wahr­schein­lich zu Unrecht als sel­te­ne Ereig­nis­se im Sin­ne der Sport­an­la­gen­lärm­schutz­ver­ord­nung ein­ge­stuft wor­den. Sel­te­ne Ereig­nis­se in die­sem Sin­ne setz­ten eine beson­de­re, vom Nor­mal­be­trieb qua­li­ta­tiv abwei­chen­de Betriebs­si­tua­ti­on vor­aus und lie­ßen nicht gene­rell eine Erhö­hung der zuläs­si­gen Immis­si­ons­richt­wer­te an 18 Tagen im Jahr zu. Die geneh­mig­ten und bei den Bun­des­li­ga­spie­len tat­säch­lich zu erwar­ten­den Lärm­wer­te über­schrit­ten des­halb vor­aus­sicht­lich die den Antrag­stel­lern zumut­ba­ren Lärm­schwel­len.

Aus die­sen Grün­den sind Bun­des­li­ga­spie­le und Vor­be­rei­tungs­spie­le, die im Wesent­li­chen in den Ruhe­zei­ten statt­fin­den oder in die Nacht­zeit hin­ein­rei­chen, vor­läu­fig unzu­läs­sig.

Wei­te­re Spie­le sind von der Bau­ge­neh­mi­gung nicht umfasst (z. B. Rele­ga­ti­ons­spie­le) oder aus­drück­lich unter­sagt wor­den, weil die Geneh­mi­gung Fuß­ball­spie­le mit einem plan­mä­ßi­gen Spiel­be­ginn ab 20:30 Uhr aus­schließt.

Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Baden-Würt­tem­berg, Beschluss vom 20. August 2020 – 3 S 2948/​19

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