Bun­des­netz­agen­tur und die Schie­nen­netz-Benut­zungs­be­stim­mun­gen

Das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt hat ent­schie­den, dass die Bun­des­netz­agen­tur für Elek­tri­zi­tät, Gas, Tele­kom­mu­ni­ka­ti­on, Post und Eisen­bah­nen die Ände­rung eines Teils der Schie­nen­netz-Benut­zungs­be­stim­mun­gen der DB Netz AG ver­lan­gen durf­te. Die­se hat­te einem Teil der Schie­nen­netz-Benut­zungs­be­stim­mun­gen wider­spro­chen.

Bun­des­netz­agen­tur und die Schie­nen­netz-Benut­zungs­be­stim­mun­gen

Die Klä­ge­rin, die DB Netz AG, betreibt das Schie­nen­netz der ehe­ma­li­gen Deut­schen Bun­des­bahn sowie der vor­ma­li­gen Reichs­bahn. Sie ist nach dem All­ge­mei­nen Eisen­bahn­ge­setz ver­pflich­tet, Eisen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men die Schie­nen­we­ge zur Nut­zung bereit­zu­stel­len und ihnen die dis­kri­mi­nie­rungs­freie Benut­zung ihrer Schie­nen­we­ge zu gewäh­ren. Hier­für muss sie Schie­nen­netz-Benut­zungs­be­din­gun­gen (SNB) mit einem vor­ge­schrie­be­nen Min­dest­in­halt auf­stel­len, die Bestand­teil der pri­vat­recht­li­chen Nut­zungs­ver­trä­ge wer­den, die die DB Netz AG mit den Eisen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men abschließt. Vor der Ver­öf­fent­li­chung der Schie­nen­netz-Benut­zungs­be­stim­mun­gen hat sie das Klau­sel­werk der Bun­des­netz­agen­tur vor­zu­le­gen. Die­se kann Bedin­gun­gen wider­spre­chen, die gegen Vor­schrif­ten des Eisen­bahn­rechts über den Zugang zur Eisen­bahn­in­fra­struk­tur ver­sto­ßen. Die betrof­fe­nen Klau­seln tre­ten dann nicht in Kraft.

Den von der Klä­ge­rin vor­ge­leg­ten Schie­nen­netz-Benut­zungs­be­stim­mun­gen 2008 wider­sprach die Bun­des­netz­agen­tur im Hin­blick auf 99 Klau­seln und eine Anla­ge und ver­lang­te deren Ände­rung. Mit ihrer hier­ge­gen gerich­te­ten Kla­ge hat die Klä­ge­rin vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Köln 1 und dem Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Müns­ter 2 hin­sicht­lich eines grö­ße­ren Teils der bean­stan­de­ten Klau­seln Erfolg gehabt. Auf­grund von bei­den Sei­ten ein­ge­leg­ter Revi­sio­nen hat­te das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt nur noch über 13 von der Bun­des­netz­agen­tur bean­stan­de­te Klau­seln zu ent­schei­den. Es hat die­se Bean­stan­dun­gen als recht­mä­ßig bestä­tigt. Sie betra­fen unter ande­rem Klau­seln, durch die die DB Netz AG eine Min­de­rung des Ent­gelts, das die Eisen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men an sie für die Nut­zung des Schie­nen­we­ges zu zah­len haben, ins­be­son­de­re in Fäl­len aus­schlie­ßen woll­te, in denen die Nut­zung des Schie­nen­wegs etwa durch Bau­ar­bei­ten oder infol­ge höhe­rer Gewalt vor­über­ge­hend unter­bro­chen ist. Ande­re zu Recht bean­stan­de­te Klau­seln betra­fen die Vor­aus­set­zun­gen, unter denen die DB Netz AG von Eisen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­men eine Sicher­heit für die anfal­len­den Ent­gel­te ver­lan­gen kann, oder die For­de­rung, das gesam­te ein­ge­setz­te Per­so­nal des Eisen­bahn­ver­kehrs­un­ter­neh­mens (also ein­schließ­lich der Rei­ni­gungs­kräf­te) müs­se die deut­sche Spra­che in Wort und Schrift beherr­schen.

Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt, Urteil vom 29. Sep­tem­ber 2011 – 6 C 17.10

  1. Urteil vom 21.08.2009 – 18 K 2722/​07[]
  2. Urteil vom 17.06.2010 – 13 A 2557/​09[]