Bun­des­tags-Rechts­aus­schluss – und die Abbe­ru­fung sei­nes Vor­sit­zen­den

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat einen Eil­an­trag der AfD-Frak­ti­on im Deut­schen Bun­des­tag abge­lehnt, die bean­tragt hat­te, mit­tels einst­wei­li­ger Anord­nung zu ermög­li­chen, dass der von ihr ent­sand­te Abge­ord­ne­te Brand­ner sei­ne Rech­te und Pflich­ten als Vor­sit­zen­der des Aus­schus­ses für Recht und Ver­brau­cher­schutz des Deut­schen Bun­des­ta­ges (Rechts­aus­schuss) vor­über­ge­hend wie­der effek­tiv wahr­neh­men kann, nach­dem die­ser zuvor wegen sei­ner unhalt­ba­ren Äuße­run­gen durch die Aus­schuss­mehr­heit als Vor­sit­zen­der abge­wählt wor­den war.

Bun­des­tags-Rechts­aus­schluss – und die Abbe­ru­fung sei­nes Vor­sit­zen­den

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat dabei im Wege der Fol­gen­ab­wä­gung ent­schie­den; danach lie­gen hier bei Anle­gung der für das Organ­streit­ver­fah­ren gel­ten­den stren­gen Maß­stä­be kei­ne Umstän­de vor, die den Erlass der einst­wei­li­gen Anord­nung als drin­gend gebo­ten erschei­nen las­sen.

Die Vor­ge­schich­te

Die AfD-Frak­ti­on begehrt mit ihrem Antrag auf Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung, dem mit Mehr­heits­be­schluss des Bun­des­tags­aus­schus­ses für Recht und Ver­brau­cher­schutz (im Fol­gen­den: Rechts­aus­schuss) vom Amt des Vor­sit­zen­den die­ses Aus­schus­ses abbe­ru­fe­nen Abge­ord­ne­ten Brand­ner einst­wei­len zu ermög­li­chen, sei­ne Rech­te und Pflich­ten als Vor­sit­zen­der wie­der effek­tiv wahr­neh­men zu kön­nen.

Der Rechts­aus­schuss des 19. Deut­schen Bun­des­ta­ges kon­sti­tu­ier­te sich in der Sit­zung vom 31.01.2018. Nach der Ver­ein­ba­rung im Ältes­ten­rat steht der Vor­sitz in die­sem Aus­schuss der AfD-Frak­ti­on zu. Die­se schlug den Abge­ord­ne­ten Brand­ner als Vor­sit­zen­den vor. Nach län­ge­rer Aus­spra­che über die Bedeu­tung des Begriffs "bestim­men" in § 58 der Geschäfts­ord­nung des Deut­schen Bun­des­ta­ges (im Fol­gen­den: GO-BT), wonach die Aus­schüs­se ihre Vor­sit­zen­den und deren Stell­ver­tre­ter nach den Ver­ein­ba­run­gen im Ältes­ten­rat bestim­men, ver­stän­dig­te man sich dar­auf, eine Wahl durch­zu­füh­ren. Bei die­ser erhielt der Abge­ord­ne­te Brand­ner 19 von 43 abge­ge­be­nen Stim­men bei 12 Gegen­stim­men und 12 Ent­hal­tun­gen [1].

Der Abge­ord­ne­te Brand­ner rief vor allem durch einen wei­ter­ge­lei­te­ten frem­den Bei­trag sowie durch eige­ne Bei­trä­ge auf dem Kurz­nach­rich­ten­dienst "Twit­ter" zu dem Anschlag auf eine Syn­ago­ge in Hal­le (Saa­le) am 9.10.2019 und zu einer Äuße­rung des Sän­gers Udo Lin­den­berg zum Ergeb­nis der Land­tags­wahl in Thü­rin­gen vom 27.10.2019 öffent­li­che Empö­rung her­vor. Dar­auf­hin bean­trag­ten die Obleu­te der Frak­tio­nen CDU/​CSU, SPD, FDP, Die Lin­ke und Bündnis90/​Die Grü­nen in der Sit­zung des Rechts­aus­schus­ses vom 13.11.2019 die Abbe­ru­fung des Aus­schuss­vor­sit­zen­den. Der Abge­ord­ne­te Dr. Fech­ner (SPD) führ­te zur Begrün­dung aus, dass mit der Über­nah­me des Amtes des Vor­sit­zen­den des Rechts­aus­schus­ses eine beson­de­re Ver­ant­wor­tung ein­her­ge­he. Die Arbeits­fä­hig­keit des Aus­schus­ses hän­ge davon ab, dass der Vor­sit­zen­de als Reprä­sen­tant des gesam­ten Aus­schus­ses wir­ke und wir­ken kön­ne. Dafür sei es uner­läss­lich, dass er Bür­ge­rin­nen und Bür­gern und Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­tern des öffent­li­chen Lebens respekt­voll begeg­ne. Der Vor­sit­zen­de müs­se inner­halb und außer­halb der Tätig­keit als Aus­schuss­vor­sit­zen­der zumin­dest inso­weit Mäßi­gung üben, als dies die unab­ding­ba­re Vor­aus­set­zung dafür sei, den Aus­schuss unpar­tei­isch zu lei­ten und nach außen ver­tre­ten zu kön­nen. Das Ver­hal­ten des Abge­ord­ne­ten Brand­ner, ins­be­son­de­re in den letz­ten Wochen, las­se nur den Schluss zu, dass ihm die Bereit­schaft oder die per­sön­li­che Befä­hi­gung feh­le, das wich­ti­ge Amt des Vor­sit­zen­den des Rechts­aus­schus­ses mit der dafür erfor­der­li­chen Mäßi­gung aus­zu­fül­len. Gera­de die par­la­men­ta­ri­sche Arbeit des Rechts­aus­schus­ses sei den Wer­ten des Grund­ge­set­zes wie Demo­kra­tie, Respekt, Tole­ranz und Viel­falt ver­pflich­tet. Der Vor­sit­zen­de müs­se die­se Wer­te nicht nur in sei­ner Amts­füh­rung ver­kör­pern, son­dern auch bei sei­nen sons­ti­gen öffent­li­chen Betä­ti­gun­gen beach­ten. Die Ver­ein­ba­rung im Ältes­ten­rat, dass die Frak­ti­on der AfD den Vor­sitz des Rechts­aus­schus­ses stel­le, habe wei­ter­hin Bestand. Es lie­ge nun an der Frak­ti­on der AfD, eine Per­son aus ihren Rei­hen zu nomi­nie­ren, die dem Amt des Vor­sit­zen­den gerecht wer­de und es mit Anstand, Respekt und Wür­de aus­fül­le [2].

Der Abge­ord­ne­te Reusch (AfD) erwi­der­te dar­auf, der Antrag sei nach sei­ner Auf­fas­sung unzu­läs­sig und offen­kun­dig unbe­grün­det. Für die Abwahl eines Aus­schuss­vor­sit­zen­den bestehe kei­ne recht­li­che Grund­la­ge in der Geschäfts­ord­nung des Deut­schen Bun­des­ta­ges. Hier­von unab­hän­gig folg­ten die Pflich­ten eines Aus­schuss­vor­sit­zen­den aus § 59 GO-BT. Es sei zwi­schen den Mit­glie­dern des Aus­schus­ses unstrei­tig, dass der Vor­sit­zen­de die Sit­zun­gen stets pro­fes­sio­nell, par­tei­po­li­tisch neu­tral und objek­tiv gelei­tet habe. Dem­entspre­chend fän­den sich inso­weit kei­ne Bean­stan­dun­gen in der Begrün­dung des Antrags auf Abbe­ru­fung. Anders als vor­ge­tra­gen sei die Arbeits­fä­hig­keit des Aus­schus­ses damit zu kei­ner Zeit durch den Vor­sit­zen­den gefähr­det wor­den. Es sei das gute Recht der Antrag­stel­ler, außer­halb von Sit­zun­gen getä­tig­te Äuße­run­gen des Vor­sit­zen­den zu kri­ti­sie­ren. Es gebe jedoch kei­nen recht­li­chen Anspruch auf ver­ba­le Mäßi­gung des Aus­schuss­vor­sit­zen­den außer­halb von Sit­zun­gen, so dass eine Abbe­ru­fung auch nicht mit ent­spre­chen­den Äuße­run­gen begrün­det wer­den kön­ne. Ins­be­son­de­re sei kei­ne Ver­let­zung der in der Recht­spre­chung für Hoheits­trä­ger ent­wi­ckel­ten Grund­sät­ze zum Neu­tra­li­täts­ge­bot gege­ben. Der Wis­sen­schaft­li­che Dienst des Deut­schen Bun­des­ta­ges habe in einem Gut­ach­ten vom 19.03.2018 dar­ge­legt, dass die­se rele­vant für Äuße­run­gen sei­en, die ein Hoheits­trä­ger in sei­ner hoheit­li­chen Funk­ti­on täti­ge. Spre­che ein Hoheits­trä­ger dage­gen als Bür­ger, ins­be­son­de­re als Par­tei­po­li­ti­ker, bestün­den kei­ne beson­de­ren Beschrän­kun­gen, da er inso­weit nicht von einer Befug­nis Gebrauch mache, son­dern sei­ne Frei­heits­rech­te, ins­be­son­de­re sei­ne Mei­nungs­frei­heit aus Art. 5 GG, wahr­neh­me. Die Äuße­run­gen des Vor­sit­zen­den in den sozia­len Medi­en sei­en für jeder­mann leicht erkenn­bar nicht in sei­ner Funk­ti­on als Vor­sit­zen­der, son­dern als Bür­ger und Par­tei­po­li­ti­ker getä­tigt wor­den [3].

Der Rechts­aus­schuss beschloss mit 37 Ja-Stim­men gegen sechs Nein-Stim­men, den Abge­ord­ne­ten Brand­ner vom Aus­schuss­vor­sitz abzu­be­ru­fen [4].

Seit­her über­nimmt der stell­ver­tre­ten­de Aus­schuss­vor­sit­zen­de, der Abge­ord­ne­te Prof. Dr. Hir­te (CDU/​CSU), die Lei­tung des Rechts­aus­schus­ses. Auch die Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter des Aus­schuss­se­kre­ta­ri­ats arbei­ten seit­dem dem Abge­ord­ne­ten Brand­ner als Aus­schuss­vor­sit­zen­den nicht mehr zu.

Das Organ­streit­ver­fah­ren – und der Eil­an­trag

Im Wege des Organ­streit­ver­fah­rens bean­trag­te dar­auf­hin die AfD-Frak­ti­on fest­zu­stel­len,

  1. dass der Aus­schuss für Recht und Ver­brau­cher­schutz des Deut­schen Bun­des­ta­ges sowie der Deut­sche Bun­des­tag dadurch gegen die Rech­te der AfD-Frak­ti­on aus Arti­kel 38 Absatz 1 Satz 2 des Grund­ge­set­zes – Recht auf Gleich­be­hand­lung als Frak­ti­on sowie Recht auf fai­re und loya­le Anwen­dung der Geschäfts­ord­nung des Deut­schen Bun­des­ta­ges – und gegen deren aus dem Rechts­staats­prin­zip, Arti­kel 20 Absatz 2 Satz 2, Absatz 3 des Grund­ge­set­zes fol­gen­des Recht auf effek­ti­ve Oppo­si­ti­on ver­sto­ßen haben, dass der Rechts­aus­schuss (als Teil­or­gan des Deut­schen Bun­des­ta­ges) den von der AfD-Frak­ti­on ent­sand­ten Abge­ord­ne­ten Brand­ner als Aus­schuss­vor­sit­zen­den durch Mehr­heits­be­schluss "abge­wählt" hat, und
  2. dass der Deut­sche Bun­des­tag dadurch gegen die Rech­te der AfD-Frak­ti­on aus Arti­kel 38 Absatz 1 Satz 2 des Grund­ge­set­zes – Recht auf Gleich­be­hand­lung als Frak­ti­on sowie Recht auf fai­re und loya­le Anwen­dung der Geschäfts­ord­nung des Deut­schen Bun­des­ta­ges – und gegen deren aus dem Rechts­staats­prin­zip, Arti­kel 20 Absatz 2 Satz 2, Absatz 3 des Grund­ge­set­zes fol­gen­des Recht auf effek­ti­ve Oppo­si­ti­on ver­stößt, dass er es dem von der AfD-Frak­ti­on ent­sand­ten Abge­ord­ne­ten Brand­ner unmög­lich macht, sei­ne Rech­te und Pflich­ten als Vor­sit­zen­der des Aus­schus­ses für Recht und Ver­brau­cher­schutz des Deut­schen Bun­des­ta­ges tat­säch­lich wahr­zu­neh­men.

Dar­über hin­aus bean­tragt sie, "das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt möge den Zustand im Wege der einst­wei­li­gen Anord­nung vor­läu­fig dahin­ge­hend regeln, dass der von ihr ent­sand­te Abge­ord­ne­te Brand­ner sei­ne Rech­te und Pflich­ten als Vor­sit­zen­der des Aus­schus­ses für Recht und Ver­brau­cher­schutz des Deut­schen Bun­des­ta­ges wie­der effek­tiv wahr­neh­men kann".

Die­sen Antrag begrün­det sie wie folgt: Rechts­schutz­ziel sei die Aus­übung ihrer Min­der­hei­ten­rech­te und Oppo­si­ti­ons­auf­ga­ben zu Bedin­gun­gen, die dem Grund­satz der Gleich­be­hand­lung der Frak­tio­nen, der fai­ren und loya­len Anwen­dung der Geschäfts­ord­nung sowie dem Grund­satz effek­ti­ver Oppo­si­ti­on ent­sprä­chen. Dies sei nur mög­lich durch eine ver­fas­sungs­ge­richt­li­che einst­wei­li­ge Anord­nung, da sich die der­zei­ti­ge ver­fas­sungs­fer­ne Situa­ti­on, die ihr die Wahr­neh­mung ihrer essen­zi­el­len Rech­te nicht erlau­be, mit dem wei­te­ren Zeit­ab­lauf von Tag zu Tag ver­tie­fe. Damit schwän­den zugleich mit klei­ner wer­den­dem zeit­li­chem Abstand zur nächs­ten Bun­des­tags­wahl ihre ver­fas­sungs­recht­lich ver­bürg­ten Chan­cen, von der Min­der­heit zur Mehr­heit wer­den zu kön­nen.

Selbst die für man­che Fäl­le, etwa der vor­läu­fi­gen Nicht­an­wen­dung eines Geset­zes; vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt auf­ge­stell­ten "beson­ders stren­gen Anfor­de­run­gen" sei­en hier ohne Wei­te­res erfüllt. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ver­lan­ge in die­sen Fäl­len, dass die Nach­tei­le, die etwa mit einem Inkraft­las­sen eines Geset­zes bei spä­te­rer Fest­stel­lung sei­ner Ver­fas­sungs­wid­rig­keit ver­bun­den wären, in Aus­maß und Schwe­re die Nach­tei­le deut­lich über­wö­gen, die im Fal­le der vor­läu­fi­gen Ver­hin­de­rung eines sich dann spä­ter als ver­fas­sungs­ge­mäß erwei­sen­den Geset­zes ein­trä­ten.

Im vor­lie­gen­den Fall wäre die AfD-Frak­ti­on bei unge­hin­der­tem Gesche­hens­ab­lauf wei­ter­hin gehin­dert, ihre Oppo­si­ti­ons­auf­ga­ben zu erfül­len. Als Oppo­si­ti­ons­frak­ti­on sei sie auch in die­ser Zeit in beson­de­rer Wei­se auf die Mög­lich­keit der tat­säch­li­chen Wahr­neh­mung ihrer Aus­schuss­vor­sit­ze ange­wie­sen. Die­se Benach­tei­li­gung wür­de sich mit zuneh­men­dem Zeit­ab­lauf der­art ver­tie­fen, dass sie ihre Chan­cen, die ihr als Oppo­si­ti­ons­frak­ti­on zustün­den, über einen lan­gen Zeit­raum des ver­blei­ben­den Res­tes der Legis­la­tur­pe­ri­ode nicht mehr nut­zen könn­te. Dies wür­de sich auch nach­tei­lig auf ihre Wahl­chan­cen aus­wir­ken.

Bei Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung wür­de dem­ge­gen­über nie­man­dem etwas genom­men, da der tat­säch­li­che Aus­schuss­vor­sitz hier unstrei­tig nicht der CDU-Frak­ti­on und unstrei­tig nicht der Regie­rungs­sei­te zuste­he. Der hier zu befürch­ten­de und zu ver­hin­dern­de schwe­re Nach­teil lie­ge über­dies dar­in, dass fun­da­men­ta­le, im öffent­li­chen Inter­es­se lie­gen­de Ver­fas­sungs­prin­zi­pi­en auf dem Spiel stün­den.

Die Antrags­geg­ner – der Deut­sche Bun­des­tag sowie des­sen Aus­schuss für Recht und Ver­brau­cher­schutz – hal­ten den Eil­an­trag sowohl für unzu­läs­sig als auch für unbe­grün­det.

Ein Antrag auf Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung sei regel­mä­ßig unzu­läs­sig, wenn das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt eine ent­spre­chen­de Rechts­fol­ge im Haupt­sa­che­ver­fah­ren nicht bewir­ken könn­te. Gemäß § 67 Satz 1 BVerfGG stel­le das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt im Organ­streit ledig­lich fest, ob die bean­stan­de­te Maß­nah­me oder Unter­las­sung gegen eine Bestim­mung des Grund­ge­set­zes ver­sto­ße. Es oblie­ge sodann dem jewei­li­gen Staats­or­gan selbst, einen fest­ge­stell­ten ver­fas­sungs­wid­ri­gen Zustand zu been­den. Kas­sa­to­ri­sche oder rechts­ge­stal­ten­de Wir­kung kom­me der Ent­schei­dung im Organ­streit nicht zu. Gegen­stand eines Antrags auf Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung im Organ­streit­ver­fah­ren kön­ne daher allein die vor­läu­fi­ge Siche­rung des strei­ti­gen organ­schaft­li­chen Rechts des Antrag­stel­lers sein, damit es nicht im Zeit­raum bis zur Ent­schei­dung in der Haupt­sa­che durch die Schaf­fung voll­ende­ter Tat­sa­chen über­spielt wer­de.

Nach die­sen Grund­sät­zen sei der Antrag auf Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung hier auf eine Rechts­fol­ge gerich­tet, die im Haupt­sa­che­ver­fah­ren nicht bewirkt wer­den kön­ne. Selbst im Erfolgs­fall wür­de das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt in der Haupt­sa­che allein den Ver­fas­sungs­ver­stoß durch die Abwahl fest­stel­len. Es oblä­ge dann dem Aus­schuss selbst, wie­der einen ver­fas­sungs­ge­mä­ßen Zustand her­zu­stel­len. Über die­ses Rechts­schutz­ziel gehe der hier gestell­te Antrag auf Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung deut­lich hin­aus.

Abge­se­hen davon sei der Antrag auch nicht auf eine Siche­rung der Rech­te der AfD-Frak­ti­on gerich­tet. Er zie­le viel­mehr dar­auf ab, die gewünsch­te Rechts­fol­ge des Haupt­sa­che­ver­fah­rens her­bei­zu­füh­ren, ohne das Haupt­sa­che­ver­fah­ren abzu­war­ten. Ein zeit­li­ches Moment, das dazu füh­ren wür­de, dass die Rea­li­sie­rung der Rechts­po­si­ti­on der AfD-Frak­ti­on durch das Abwar­ten der Haupt­sa­che ver­ei­telt wür­de, sei weder vor­ge­tra­gen noch erkenn­bar.

Der Antrag auf Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung sei auch unbe­grün­det.

Die AfD-Frak­ti­on habe in kei­ner Wei­se dar­ge­legt, wel­che schwe­ren Nach­tei­le ihr ent­stün­den, wenn die begehr­te einst­wei­li­ge Anord­nung nicht erlas­sen wer­de. Sol­che schwe­ren Nach­tei­le sei­en auch im Übri­gen nicht ersicht­lich. Eine ver­fas­sungs­recht­li­che Posi­ti­on einer Bun­des­tags­frak­ti­on, die einen Anspruch auf Ent­sen­dung eines Aus­schuss­vor­sit­zen­den begrün­den wür­de, exis­tie­re nicht. Unge­ach­tet des­sen wäre die­se Rechts­po­si­ti­on zur­zeit im Grund­satz nicht ange­tas­tet. Wie die AfD-Frak­ti­on selbst anfüh­re, hiel­ten die Mit­glie­der der ande­ren Frak­tio­nen im Rechts­aus­schuss an der Abspra­che im Ältes­ten­rat, die der AfD-Frak­ti­on das Zugriffs­recht auf den Aus­schuss­vor­sitz zuwei­se, auch nach der Abwahl des Abge­ord­ne­ten Brand­ner aus­drück­lich fest. Die AfD-Frak­ti­on habe also wei­ter­hin die Mög­lich­keit, einen Abge­ord­ne­ten als Aus­schuss­vor­sit­zen­den zu benen­nen, mache aber von die­ser Mög­lich­keit zur Zeit kei­nen Gebrauch. War­um gera­de die Nicht­be­set­zung des Vor­sit­zes durch den Abge­ord­ne­ten Brand­ner einen schwe­ren Nach­teil für die AfD-Frak­ti­on dar­stel­len sol­le, der durch den Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung abzu­wen­den wäre, sei in kei­ner Wei­se erkenn­bar.

Selbst wenn jedoch ein hin­rei­chend gewich­ti­ges, ver­fas­sungs­recht­lich geschütz­tes Inter­es­se der AfD-Frak­ti­on dar­an bestün­de, dass der Abge­ord­ne­te Brand­ner den Vor­sitz des Rechts­aus­schus­ses inne­ha­be, so müs­se der Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung hier trotz­dem auf­grund der vor­zu­neh­men­den Inter­es­sen­ab­wä­gung unter­blei­ben. Wür­de die einst­wei­li­ge Anord­nung erlas­sen, stell­te sich aber in der Haupt­sa­che her­aus, dass die Abwahl des Abge­ord­ne­ten Brand­ner als Vor­sit­zen­der des Rechts­aus­schus­ses ver­fas­sungs­recht­lich nicht zu bean­stan­den sei, so müss­te der Rechts­aus­schuss den Abge­ord­ne­ten Brand­ner wie­der als Aus­schuss­vor­sit­zen­den ein­set­zen und mit ihm zusam­men­ar­bei­ten, obwohl das Ver­trau­ens­ver­hält­nis ihm als Vor­sit­zen­dem gegen­über mas­siv gestört sei und noch nicht geklärt wäre, ob er auch nach Erlass der Haupt­sa­che­ent­schei­dung die Funk­ti­on des Vor­sit­zen­den wei­ter aus­üben wür­de. Auf­grund des gestör­ten Ver­trau­ens­ver­hält­nis­ses, das auch man­gels einer end­gül­ti­gen Sach­ent­schei­dung nicht schlicht aus Ver­fas­sungs­rä­son wie­der­auf­ge­baut wer­den müss­te, wäre auf die­se Wei­se die Funk­ti­ons­fä­hig­keit der Aus­schuss­ar­beit mas­siv beein­träch­tigt. Dar­über hin­aus wäre auch das Selbst­or­ga­ni­sa­ti­ons­recht des Deut­schen Bun­des­ta­ges und sei­ner Aus­schüs­se, das in Art. 40 Abs. 1 GG wur­ze­le, beein­träch­tigt, da der Rechts­aus­schuss bis zum Erlass einer Haupt­sa­che­ent­schei­dung mit einem Vor­sit­zen­den zusam­men­ar­bei­ten und sich von ihm poli­tisch nach außen ver­tre­ten las­sen müss­te, dem der Aus­schuss mit gro­ßer Mehr­heit die­se Auf­ga­ben ent­zo­gen habe.

Anders wäre die Situa­ti­on im umge­kehr­ten Fall, in dem der Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung abge­lehnt wür­de, der Antrag im Haupt­sa­che­ver­fah­ren aber Erfolg hät­te, weil sich her­aus­stell­te, dass die Abwahl des Abge­ord­ne­ten Brand­ner gegen Ver­fas­sungs­recht ver­sto­ßen habe. In die­sem Fall wür­de der Abge­ord­ne­te Brand­ner bis zur Haupt­sa­che­ent­schei­dung von der Wahr­neh­mung der Posi­ti­on als Aus­schuss­vor­sit­zen­der aus­ge­schlos­sen. Aller­dings kön­ne die AfD-Frak­ti­on für die Zwi­schen­zeit einen ande­ren Kan­di­da­ten für den Vor­sitz nomi­nie­ren, der im Fall sei­ner Wahl die Funk­ti­on über­näh­me. Mach­te sie von die­sem Recht kei­nen Gebrauch, wür­den die Geschäf­te des Aus­schuss­vor­sit­zen­den wei­ter vom stell­ver­tre­ten­den Vor­sit­zen­den geführt. Die AfD-Frak­ti­on wäre dann zwar nicht frei dar­in, zu ent­schei­den, wel­che Per­son aus ihrer Frak­ti­on den Vor­sitz des Aus­schus­ses über­nimmt. Ihr stün­de es aber ohne Wei­te­res frei, einen ande­ren Abge­ord­ne­ten für die Funk­ti­on des Aus­schuss­vor­sit­zen­den vor­zu­schla­gen und auf die­se Wei­se die von ihr in die­sem Zusam­men­hang behaup­te­ten Oppo­si­ti­ons­rech­te wahr­zu­neh­men.

Ein Über­wie­gen der Inter­es­sen der AfD-Frak­ti­on an der vor­läu­fi­gen Wahr­neh­mung der von ihr gel­tend gemach­ten Rech­te gegen­über den ent­ge­gen­ste­hen­den kor­re­spon­die­ren­den Inter­es­sen von Bun­des­tag und Rechts­aus­schuss las­se sich nicht fest­stel­len.

Eil­an­trag im Organ­streit­ver­fah­ren

Der Antrag ist zuläs­sig.

Bun­des­tag und Rechts­aus­schuss ver­wei­sen zwar zu Recht dar­auf, dass ein Antrag auf Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung regel­mä­ßig unzu­läs­sig ist, wenn das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt eine ent­spre­chen­de Rechts­fol­ge im Haupt­sa­che­ver­fah­ren nicht bewir­ken könn­te [5]. Dem­ge­mäß kommt der Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung im Organ­streit, in dem um die Unan­wend­bar­keit einer Norm oder die Ver­pflich­tung des Antrags­geg­ners zu einem bestimm­ten Ver­hal­ten gestrit­ten wird, grund­sätz­lich nicht in Betracht [6]. In Ver­fah­ren, in denen in der Haupt­sa­che – wie hier – zuläs­si­ger­wei­se die Fest­stel­lung einer Ver­let­zung organ­schaft­li­cher Rech­te im Sin­ne des § 67 Satz 1 BVerfGG bean­tragt wird, ist jedoch die Ver­pflich­tung des Antrags­geg­ners zu einem bestimm­ten Ver­hal­ten im Wege der einst­wei­li­gen Anord­nung zuläs­sig. Andern­falls könn­te die einst­wei­li­ge Anord­nung, der imma­nent ist, dass sie einen Zustand vor­läu­fig regelt (§ 32 Abs. 1 BVerfGG), ihre Funk­ti­on nicht erfül­len [7].

Gegen­stand eines Antrags auf Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung im Organ­streit­ver­fah­ren kann allein die vor­läu­fi­ge Siche­rung des strei­ti­gen organ­schaft­li­chen Rechts des Antrag­stel­lers sein, damit es nicht im Zeit­raum bis zur Ent­schei­dung in der Haupt­sa­che durch die Schaf­fung voll­ende­ter Tat­sa­chen über­spielt wird [8].

Ent­ge­gen der Auf­fas­sung von Bun­des­tag und Rechts­aus­schuss ist auch die­se Vor­aus­set­zung hier erfüllt. Der vor­lie­gen­de Eil­an­trag ist sinn­ge­mäß dar­auf gerich­tet, dem Abge­ord­ne­ten Brand­ner bis zur Ent­schei­dung in der Haupt­sa­che die Befug­nis­se eines Aus­schuss­vor­sit­zen­den wie­der ein­zu­räu­men. Dar­in läge kei­ne unzu­läs­si­ge Vor­weg­nah­me der Haupt­sa­che, da kei­ne unum­kehr­ba­re Rechts­po­si­ti­on geschaf­fen wür­de.

Vor­aus­set­zun­gen einer einst­wei­li­gen Anord­nung

Nach § 32 Abs. 1 BVerfGG kann das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt im Streit­fall einen Zustand durch einst­wei­li­ge Anord­nung vor­läu­fig regeln, wenn dies zur Abwehr schwe­rer Nach­tei­le, zur Ver­hin­de­rung dro­hen­der Gewalt oder aus einem ande­ren wich­ti­gen Grund zum gemei­nen Wohl drin­gend gebo­ten ist. Der Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung im Organ­streit­ver­fah­ren bedeu­tet einen erheb­li­chen Ein­griff des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts in Auto­no­mie und ori­gi­nä­re Zustän­dig­keit ande­rer Ver­fas­sungs­or­ga­ne. Bei der Prü­fung der Vor­aus­set­zun­gen des § 32 Abs. 1 BVerfGG ist daher grund­sätz­lich ein stren­ger Maß­stab anzu­le­gen [9]. Bei der Ent­schei­dung über den Antrag auf Erlass einer einst­wei­li­gen Anord­nung haben die Grün­de, die für die Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der ange­grif­fe­nen Maß­nah­me vor­ge­tra­gen wer­den, grund­sätz­lich außer Betracht zu blei­ben, es sei denn, die in der Haupt­sa­che begehr­te Fest­stel­lung oder der in der Haupt­sa­che gestell­te Antrag erwie­se sich als von vorn­her­ein unzu­läs­sig oder offen­sicht­lich unbe­grün­det [10]. Bei offe­nem Aus­gang des Haupt­sa­che­ver­fah­rens muss das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt die Fol­gen abwä­gen, die ein­tre­ten wür­den, wenn einer­seits eine einst­wei­li­ge Anord­nung nicht ergin­ge, der Antrag in der Haupt­sa­che aber Erfolg hät­te, und ande­rer­seits die begehr­te einst­wei­li­ge Anord­nung erlas­sen wür­de, dem Antrag in der Haupt­sa­che aber der Erfolg zu ver­sa­gen wäre [11].

Erfolgs­aus­sich­ten in der Haupt­sa­che

Die ver­wei­ger­te Zuar­beit der Bun­des­tags­ver­wal­tung

Der Haupt­an­trag zu b), fest­zu­stel­len, dass der Deut­sche Bun­des­tag dadurch gegen die Rech­te der AfD-Frak­ti­on ver­stößt, dass er es dem von der AfD-Frak­ti­on ent­sand­ten Abge­ord­ne­ten Brand­ner unmög­lich macht, sei­ne Rech­te und Pflich­ten als Vor­sit­zen­der des Rechts­aus­schus­ses tat­säch­lich wahr­zu­neh­men, ist unzu­läs­sig. Er genügt nicht den Begrün­dungs­an­for­de­run­gen des § 23 Abs. 1 Satz 2 BVerfGG. Die AfD-Frak­ti­on befasst sich in der Antrags­be­grün­dung nur am Ran­de mit der Wei­ge­rung der Bun­des­tags­ver­wal­tung, mit dem Abge­ord­ne­ten Brand­ner zusam­men­zu­ar­bei­ten. Sinn­ge­mäß wird sie als Fol­ge­maß­nah­me der Abbe­ru­fung bezeich­net, "die die Rechts­stel­lung der AfD-Frak­ti­on betrifft und die dem Deut­schen Bun­des­tag zuzu­rech­nen ist". Eine nähe­re Begrün­dung erfolgt nicht. Zwar erscheint eine Ver­let­zung von Art. 38 Abs. 1 Satz 2 GG durch eine Wei­ge­rung der Bun­des­tags­ver­wal­tung, einen ein­zel­nen Aus­schuss­vor­sit­zen­den bei sei­ner Arbeit zu unter­stüt­zen, nicht aus­ge­schlos­sen. Erfolgt die­se Wei­ge­rung aber allein wegen der Abbe­ru­fung, "steht und fällt" deren Recht­mä­ßig­keit mit der Recht­mä­ßig­keit des ange­grif­fe­nen Beschlus­ses. Es ist nicht ersicht­lich, dass die Bun­des­tags­ver­wal­tung ihre Wei­ge­rung im Fal­le der erfolg­rei­chen Bean­stan­dung des Beschlus­ses auf­rech­terhiel­te. Vor die­sem Hin­ter­grund hät­te es vor­lie­gend Aus­füh­run­gen dazu bedurft, war­um der Haupt­an­trag zu b) zusätz­lich erfor­der­lich ist.

Die Abwahl des Aus­schuss­vor­sit­zen­den

Der Haupt­an­trag zu a) ist weder von vorn­her­ein unzu­läs­sig noch offen­sicht­lich unbe­grün­det.

Gleich­be­hand­lung der Frak­tio­nen

Mit den Grund­sät­zen der Gleich­be­hand­lung der Frak­tio­nen [12] und der fai­ren und loya­len Anwen­dung der Geschäfts­ord­nung [13] sowie mit dem Recht auf effek­ti­ve Oppo­si­ti­on [14] benennt die AfD-Frak­ti­on rüge­fä­hi­ge Posi­tio­nen, deren Ver­let­zung im Organ­streit­ver­fah­ren gemäß Art. 93 Abs. 1 Nr. 1 GG in Ver­bin­dung mit § 64 Abs. 1 BVerfGG fest­ge­stellt wer­den kann. Die AfD-Frak­ti­on und sowie der Deut­sche Bun­des­tag und des­sen Aus­schuss sind gemäß Art. 93 Abs. 1 Nr. 1 GG in Ver­bin­dung mit § 63 BVerfGG par­tei­fä­hig. Die Abbe­ru­fung des Abge­ord­ne­ten Brand­ner stellt einen taug­li­chen Ver­fah­rens­ge­gen­stand im Sin­ne des § 64 Abs. 1 BVerfGG dar [15]. Die Sechs-Monats-Frist des § 64 Abs. 3 BVerfGG, die mit dem Abbe­ru­fungs­be­schluss vom 13.11.2019 in Gang gesetzt wor­den ist, ist eben­falls ein­ge­hal­ten. Auch das Rechts­schutz­be­dürf­nis ist zu beja­hen. Ins­be­son­de­re ist nach der hier erfolg­ten Befas­sung des Ple­nums nach § 127 GO-BT kein ande­rer Weg für die AfD-Frak­ti­on erkenn­bar, die Abbe­ru­fung des Abge­ord­ne­ten Brand­ner rück­gän­gig zu machen.

Recht der Frak­tio­nen auf glei­che Teil­ha­be an der par­la­men­ta­ri­schen Wil­lens­bil­dung

Die Frak­tio­nen im Deut­schen Bun­des­tag haben ein aus Art. 38 Abs. 1 Satz 2 GG abge­lei­te­tes Recht auf glei­che Teil­ha­be an der par­la­men­ta­ri­schen Wil­lens­bil­dung [16]. Es gilt der Grund­satz der Gleich­be­hand­lung der Frak­tio­nen [17], der sich auf die Mit­wir­kungs­be­fug­nis der Abge­ord­ne­ten in den Aus­schüs­sen des Deut­schen Bun­des­ta­ges erstreckt. Grund­sätz­lich muss jeder Aus­schuss ein ver­klei­ner­tes Abbild des Ple­nums sein und in sei­ner Zusam­men­set­zung die Zusam­men­set­zung des Ple­nums wider­spie­geln [18]. Dies erfor­dert eine mög­lichst getreue Abbil­dung der Stär­ke der im Ple­num ver­tre­te­nen Frak­tio­nen (Grund­satz der Spie­gel­bild­lich­keit) [19]. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat zwar ent­schie­den, dass der Grund­satz der Spie­gel­bild­lich­keit nicht für Gre­mi­en und Funk­tio­nen gilt, die ledig­lich orga­ni­sa­to­ri­scher Art sind und daher nicht dem Ein­fluss des Prin­zips gleich­be­rech­tig­ter Teil­nah­me an den dem Bun­des­tag nach dem Grund­ge­setz über­tra­ge­nen Auf­ga­ben unter­lie­gen [20]. So hal­te sich gera­de die Beschrän­kung der Ver­ga­be von Vor­sit­zen in Aus­schüs­sen durch die Geschäfts­ord­nung des Deut­schen Bun­des­ta­ges im Rah­men der dem Bun­des­tag zuste­hen­den Geschäfts­ord­nungs­au­to­no­mie [21]. Vor­lie­gend geht es aber nicht um die Ver­wei­ge­rung eines Aus­schuss­vor­sit­zes durch die Geschäfts­ord­nung selbst, son­dern um einen Pos­ten, der der AfD-Frak­ti­on nach § 12 GO-BT grund­sätz­lich zusteht. Vor die­sem Hin­ter­grund erscheint es nicht aus­ge­schlos­sen, dass Art. 38 Abs. 1 Satz 2 GG der Frak­ti­on – gege­be­nen­falls unter Rekurs auf den von der AfD-Frak­ti­on ange­führ­ten Gedan­ken der "fai­ren und loya­len Anwen­dung der Geschäfts­ord­nung" – hier ein ver­fas­sungs­recht­li­ches Teil­ha­be­recht ver­leiht, das durch die Abbe­ru­fung des Abge­ord­ne­ten Brand­ner beein­träch­tigt sein könn­te.

Grund­satz der effek­ti­ven Oppo­si­ti­on

Nicht ein­deu­tig ist auch die Rechts­la­ge hin­sicht­lich des von der AfD-Frak­ti­on als ver­letzt gerüg­ten Grund­sat­zes der effek­ti­ven Oppo­si­ti­on, wel­cher in der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts aner­kannt ist [22]. Der ver­fas­sungs­recht­li­che Schutz der Oppo­si­ti­on wur­zelt im Demo­kra­tie­prin­zip, Art.20 Abs. 1, Abs. 2 und Art. 28 Abs. 1 Satz 1 GG. Aus dem Mehr­heits­prin­zip nach Art. 42 Abs. 2 GG und den im Grund­ge­setz vor­ge­se­he­nen par­la­men­ta­ri­schen Min­der­hei­ten­rech­ten fol­gen der Respekt vor der Sach­ent­schei­dung der par­la­men­ta­ri­schen Mehr­heit und die Gewähr­leis­tung einer rea­lis­ti­schen Chan­ce der par­la­men­ta­ri­schen Min­der­heit, zur Mehr­heit zu wer­den. Dahin­ter steht die Idee eines – inner- wie außer­par­la­men­ta­ri­schen – offe­nen Wett­be­werbs der unter­schied­li­chen poli­ti­schen Kräf­te, wel­cher nament­lich vor­aus­setzt, dass die Oppo­si­ti­on nicht behin­dert wird. Dem­ge­mäß ist die Bil­dung und Aus­übung einer orga­ni­sier­ten poli­ti­schen Oppo­si­ti­on kon­sti­tu­tiv für die frei­heit­li­che demo­kra­ti­sche Grund­ord­nung [23]. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat den Grund­satz effek­ti­ver Oppo­si­ti­on dar­über hin­aus aus dem Rechts­staats­prin­zip, dem ver­fas­sungs­recht­li­chen Rechts­schutz­sys­tem und aus Art. 38 Abs. 1 Satz 2 GG abge­lei­tet [24] und dabei die Kon­troll­funk­ti­on der par­la­men­ta­ri­schen Oppo­si­ti­on betont. Damit sie die­se erfül­len kann, müs­sen die im Grund­ge­setz vor­ge­se­he­nen Min­der­hei­ten­rech­te auf Wirk­sam­keit hin aus­ge­legt wer­den. Eine effek­ti­ve Oppo­si­ti­on darf bei der Aus­übung ihrer Kon­troll­be­fug­nis­se nicht auf das Wohl­wol­len der Par­la­ments­mehr­heit ange­wie­sen sein. Denn die Kon­troll­be­fug­nis­se sind der par­la­men­ta­ri­schen Oppo­si­ti­on nicht nur in ihrem eige­nen Inter­es­se, son­dern in ers­ter Linie im Inter­es­se des demo­kra­ti­schen, gewal­ten­ge­glie­der­ten Staa­tes – zur öffent­li­chen Kon­trol­le der von der Mehr­heit gestütz­ten Regie­rung und ihrer Exe­ku­tiv­or­ga­ne – in die Hand gege­ben. Der Grund­satz der Gewal­ten­tei­lung im par­la­men­ta­ri­schen Regie­rungs­sys­tem gewähr­leis­tet daher die prak­ti­sche Aus­üb­bar­keit der par­la­men­ta­ri­schen Kon­trol­le gera­de auch durch die par­la­men­ta­ri­sche Oppo­si­ti­on [25].

Es ist frag­lich, ob die Beset­zung eines Aus­schuss­vor­sit­zes als Kon­troll­recht in die­sem Sin­ne auf­zu­fas­sen ist. Mit den "klas­si­schen" Min­der­hei­ten­rech­ten, die Gegen­stand des ange­führ­ten BVerfG, Urteils waren, dürf­te die­se Rechts­po­si­ti­on zumin­dest nicht ver­gleich­bar sein, da sie der Oppo­si­ti­on – auf Grund­la­ge einer par­la­men­ta­risch tra­dier­ten Übung [26], Sep­tem­ber 1999)) – ihrer Funk­ti­on eigent­lich frem­de Lei­tungs­auf­ga­ben über­trägt. Indes muss die vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt umschrie­be­ne Kon­troll­funk­ti­on den Grund­satz der effek­ti­ven Oppo­si­ti­on nicht voll­um­fäng­lich beschrei­ben; das Urteil bot kei­ne Gele­gen­heit, sich zu ande­ren Oppo­si­ti­ons­rech­ten zu ver­hal­ten. Vor die­sem Hin­ter­grund erscheint es nicht von vorn­her­ein aus­ge­schlos­sen, dass der in der Ent­schei­dung auf­ge­stell­te Ober­satz, wonach die par­la­men­ta­ri­sche Mehr­heit die Min­der­heit bei der Wahr­neh­mung ihrer Befug­nis­se nicht behin­dern darf, auch auf die vor­lie­gen­de Kon­stel­la­ti­on Anwen­dung fin­det. Die AfD-Frak­ti­on trägt nach­voll­zieh­bar vor, dass das Amt eines Aus­schuss­vor­sit­zen­den Oppo­si­ti­ons­po­li­ti­kern die Mög­lich­keit gibt, sich mit Blick auf kom­men­de Legis­la­tur­pe­ri­oden unter ande­rem für Regie­rungs­äm­ter zu pro­fi­lie­ren [27]. Die Abbe­ru­fung von einer sol­chen Lei­tungs­ver­ant­wor­tung kann die­se Chan­cen schmä­lern.

Recht­fer­ti­gung eines mög­li­chen Ein­griffs

Nicht ohne Wei­te­res zu beant­wor­ten ist schließ­lich die Fra­ge, ob eine Beein­träch­ti­gung der vor­ge­nann­ten Rechts­po­si­tio­nen vor­lie­gend über­haupt und, wenn ja, unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen ver­fas­sungs­recht­lich gerecht­fer­tigt wer­den könn­te. Die Geschäfts­ord­nung des Deut­schen Bun­des­ta­ges ver­hält sich nicht aus­drück­lich zur Mög­lich­keit einer Abbe­ru­fung oder Abwahl eines Aus­schuss­vor­sit­zen­den [28]. Dem von Bun­des­tag und Rechts­aus­schuss vor­ge­richt­lich ange­führ­ten Actus-con­tra­ri­us-Gedan­ken wohnt jedoch eine gewis­se Plau­si­bi­li­tät inne [29]. Lie­ße man die Abbe­ru­fung grund­sätz­lich zu, könn­te aber eini­ges dafür spre­chen, die Min­der­heits­frak­tio­nen in ihren Rech­ten dadurch zu schüt­zen, dass man einen plau­si­blen Grund für die Abbe­ru­fung ver­langt [30]. Maß­stä­be hier­für drän­gen sich nicht auf. Sie müs­sen im Haupt­sa­che­ver­fah­ren ent­wi­ckelt wer­den.

Fol­gen­ab­wä­gung /​Interessenabwägung

Die wegen des offe­nen Ver­fah­rens­aus­gangs zu tref­fen­de Inter­es­sen­ab­wä­gung führt zur Ableh­nung des Antrags.

Ergin­ge die einst­wei­li­ge Anord­nung nicht, hät­te der Haupt­an­trag zu a) aber letzt­lich Erfolg, wäre der Abge­ord­ne­te Brand­ner bis zum Zeit­punkt des Abschlus­ses des Haupt­sa­che­ver­fah­rens dar­an gehin­dert, das ihm recht­lich zuste­hen­de Amt des Aus­schuss­vor­sit­zen­den aus­zu­üben. Zwar wür­de das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt den ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­chen Beschluss nicht auf­he­ben, da im Organ­streit­ver­fah­ren nach § 67 BVerfGG – wie es auch vor­lie­gend bean­tragt ist – ledig­lich die Fest­stel­lung eines die AfD-Frak­ti­on beein­träch­ti­gen­den Ver­fas­sungs­ver­sto­ßes begehrt wer­den kann [31]. Der Bun­des­tag sowie des­sen Rechts­schuss wären aber ver­pflich­tet, dem Abge­ord­ne­ten Brand­ner in die­sem Fall die Wahr­neh­mung der Befug­nis­se eines Aus­schuss­vor­sit­zen­den wie­der zu ermög­li­chen [32].

Aller­dings wei­sen Bun­des­tag und Rechts­aus­schuss zu Recht dar­auf hin, dass Gegen­stand des Ver­fah­rens – und somit auch des Ent­schei­dungs­aus­spru­ches – nicht die Rechts­po­si­ti­on eines ein­zel­nen Abge­ord­ne­ten, son­dern die der AfD-Frak­ti­on als Bun­des­tags­frak­ti­on ist. Vor die­sem Hin­ter­grund hat die AfD-Frak­ti­on die Mög­lich­keit, ihre der­zei­ti­ge fak­ti­sche – und womög­lich auch rechts­be­deut­sa­me – Beein­träch­ti­gung durch die Benen­nung eines ande­ren Kan­di­da­ten für den Vor­sitz des Rechts­aus­schus­ses selbst zu ver­rin­gern. Die Aus­schuss­mit­glie­der der übri­gen Frak­tio­nen haben zuge­sagt, eine ande­re Per­son in die­ser Posi­ti­on bil­li­gen zu wol­len. Zwar ver­kennt das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nicht, dass die Mehr­heit des Ple­nums des Deut­schen Bun­des­ta­ges Kan­di­da­ten der AfD-Frak­ti­on für das Amt des Bun­des­tags­vi­ze­prä­si­den­ten und für die Beset­zung wei­te­rer Gre­mi­en seit Beginn der Legis­la­tur­pe­ri­ode mehr­fach nicht unter­stützt hat. Es besteht der­zeit aber kein Grund, die Ernst­haf­tig­keit der von der Aus­schuss­mehr­heit abge­ge­be­nen Zusa­ge in Fra­ge zu stel­len. Die Prä­sen­ta­ti­on eines ande­ren Aus­schuss­vor­sit­zen­den durch die AfD-Frak­ti­on wür­de deren Beein­träch­ti­gung zwar nicht voll­ends besei­ti­gen. Das Inter­es­se der Frak­tio­nen, nicht irgend­wel­che – den Mehr­heits­frak­tio­nen womög­lich geneh­me­re – Per­sön­lich­kei­ten auf für sie wich­ti­ge Stel­len zu posi­tio­nie­ren, erscheint nach­voll­zieh­bar [33]. Dass die AfD-Frak­ti­on aber, wie sie selbst vor­trägt, an der Erfül­lung ihrer Oppo­si­ti­ons­auf­ga­ben voll­stän­dig gehin­dert wäre, trifft nicht zu.

Wür­de die einst­wei­li­ge Anord­nung dem­ge­gen­über erlas­sen und erwie­se sich der ver­fah­rens­ge­gen­ständ­li­che Beschluss spä­ter als ver­fas­sungs­ge­mäß, wür­de der Rechts­aus­schuss bis zum Abschluss des Haupt­sa­che­ver­fah­rens wei­ter­hin von einer Per­son gelei­tet, die das Ver­trau­en der Aus­schuss­mehr­heit offen­sicht­lich nicht besitzt. Dies gefähr­de­te die Arbeits­fä­hig­keit des Aus­schus­ses. Zudem grif­fe der Eil­be­schluss in das von Art. 40 Abs. 1 GG garan­tier­te Selbst­be­stim­mungs­recht des Bun­des­ta­ges ein, wozu das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt nur unter stren­gen Vor­aus­set­zun­gen im Eil­ver­fah­ren befugt ist.

Nach alle­dem lie­gen auf Sei­ten der AfD-Frak­ti­on kei­ne Umstän­de vor, die den Erlass der einst­wei­li­gen Anord­nung als drin­gend gebo­ten erschei­nen las­sen.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 4. Mai 2020 – 2 BvE 1/​20

  1. vgl. das Kurz­pro­to­koll der 1. Sit­zung des Rechts­aus­schus­ses, Protokoll-Nr.19/1[]
  2. vgl. das Pro­to­koll der 71. Sit­zung des Rechts­aus­schus­ses vom 13.11.2019, S. 21 f.[]
  3. vgl. das Pro­to­koll der 71. Sit­zung des Rechts­aus­schus­ses vom 13.11.2019, S. 22 f.[]
  4. vgl. das Pro­to­koll der 71. Sit­zung des Rechts­aus­schus­ses vom 13.11.2019, S. 24[]
  5. vgl. BVerfGE 7, 99, 105; 14, 192, 193; 16, 220, 226; BVerfGK 1, 32, 39; BVerfG, Beschluss vom 21.12.2011 – 1 BvQ 44/​11, Rn. 1; Bar­c­zak, in: ders., BVerfGG, 2018, § 32 Rn. 37; Lenz/​Hansel, BVerfGG, 2. Aufl.2015, § 32 Rn. 31[]
  6. vgl. BVerfGE 151, 58, 64 Rn. 13[]
  7. vgl. BVerfGE 140, 225; Beth­ge, in: Maun­z/­Schmidt-Bleib­treu/­Klein/­Be­th­ge, BVerfGG, § 67 Rn. 36, Mai 2017 m.w.N.; Bar­c­zak, in: ders., BVerfGG, 2018, § 67 Rn. 6[]
  8. vgl. BVerfGE 89, 38, 44; 96, 223, 229; 98, 139, 144; 108, 34, 41; 118, 111, 122; 145, 348, 356 f. Rn. 29[]
  9. vgl. BVerfGE 55, 1, 3; 104, 23, 27; 108, 34, 41; 118, 111, 122; 132, 195, 232 Rn. 86; 140, 211, 219 Rn. 13; 140, 225, 226 f. Rn. 7; BVerfG, Beschluss vom 17.09.2019 – 2 BvQ 59/​19, Rn. 16[]
  10. vgl. BVerfGE 89, 38, 43 f.; 103, 41, 42; 118, 111, 122; 140, 225, 226 Rn. 7; stRspr[]
  11. vgl. BVerfGE 105, 365, 371; 129, 284, 298; 132, 195, 232 f. Rn. 87; 140, 225, 226 f. Rn. 7; stRspr[]
  12. vgl. BVerfGE 135, 317, 396 Rn. 153[]
  13. vgl. BVerfGE 1, 144, 149; 80, 188, 219; 84, 304, 332; 96, 264, 285[]
  14. vgl. BVerfGE 142, 25, 55 ff. Rn. 85 ff.[]
  15. vgl. BVerfGE 140, 115, 141 f. Rn. 65[]
  16. vgl. BVerfGE 84, 304, 325; 96, 264, 278; 112, 118, 133; 135, 317, 396 Rn. 153[]
  17. vgl. BVerfGE 93, 195, 204; 135, 317, 396 Rn. 153[]
  18. vgl. BVerfGE 80, 188, 222; 84, 304, 323; 96, 264, 282; 112, 118, 133; 130, 318, 354; 131, 230, 235; 135, 317, 396 Rn. 153; 140, 115, 151 Rn. 93[]
  19. vgl. BVerfGE 130, 318, 354; 131, 230, 235; 140, 115, 151 Rn. 93[]
  20. vgl. BVerfGE 96, 264, 280; 140, 115, 151 f. Rn. 94[]
  21. vgl. BVerfGE 84, 304, 328; 140, 115, 151 f. Rn. 94[]
  22. vgl. BVerfGE 142, 25 ff.[]
  23. vgl. BVerfGE 142, 25, 55 f. Rn. 86[]
  24. BVerfGE 142, 25, 56 f. Rn. 87 ff.[]
  25. BVerfGE 142, 25, 57 f. Rn. 90[]
  26. vgl. Ritzel/​Bücker, Hand­buch für die Par­la­men­ta­ri­sche Pra­xis, § 12 GO-BT unter 1.d[]
  27. vgl. Grigoleit/​Kersten, DÖV 2001, S. 363, 367[]
  28. vgl. Ritzel/​Bücker, Hand­buch für die Par­la­men­ta­ri­sche Pra­xis, § 58 GO-BT unter a), Sep­tem­ber 2000[]
  29. Win­kel­mann, in: Morlok/​Schliesky/​Wiefelspütz, Par­la­ments­recht, 2016, § 23 Rn. 40; a.A. Grigoleit/​Kersten, DÖV 2001, S. 363, 365[]
  30. vgl. Vet­ter, Die Par­la­ments­aus­schüs­se im Ver­fas­sungs­sys­tem der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, 1986, S. 157 f.; Win­kel­mann, in: Morlok/​Schliesky/​Wiefelspütz, Par­la­ments­recht, 2016, § 23 Rn. 40[]
  31. vgl. BVerfGE 151, 191, 197 Rn. 14[]
  32. vgl. BVerfGE 151, 58, 64 Rn. 14[]
  33. vgl. Vet­ter, Die Par­la­ments­aus­schüs­se im Ver­fas­sungs­sys­tem der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land, 1986, S. 140 ff.; Dach, in: Schneider/​Zeh, Par­la­ments­recht und Par­la­ments­pra­xis, 1989, § 40 Rn. 12; Ismayr, Der Deut­sche Bun­des­tag, 3. Aufl.2012, S. 172; Win­kel­mann, in: Morlok/​Schliesky/​Wiefelspütz, Par­la­ments­recht, 2016, § 23 Rn. 36 f.[]