Bun­des­tags­wahl – und die Form der Nicht­an­er­ken­nungs­be­schwer­de

Die Nicht­an­er­ken­nungs­be­schwer­de ist unzu­läs­sig, wenn sie nicht die nach § 96a Abs. 2 in Ver­bin­dung mit § 23 Abs. 1 Satz 1 BVerfGG ein­zu­hal­ten­de Schrift­form wahrt.

Bun­des­tags­wahl – und die Form der Nicht­an­er­ken­nungs­be­schwer­de

Das Schrift­form­erfor­der­nis des § 23 Abs. 1 Satz 1 BVerfGG ver­langt, dass aus dem Schrift­stück der Inhalt der Erklä­rung, die abge­ge­ben wer­den soll, und die Per­son, von der sie aus­geht, hin­rei­chend zuver­läs­sig ent­nom­men wer­den kön­nen. Nicht unbe­dingt not­wen­dig ist die hand­schrift­li­che Unter­zeich­nung; der Urhe­ber der Erklä­rung kann auch auf ande­re Wei­se ange­ge­ben wer­den 1. Die Über­mitt­lung eines ver­fah­rens­ein­lei­ten­den Antrags per E‑Mail genügt die­sem Form­erfor­der­nis nicht 2.

Danach fehl­te es vor­lie­gend an der Ein­hal­tung des Schrift­form­erfor­der­nis­ses, weil die Beschwer­de zum einen am 11.07.2017 per E‑Mail erho­ben wur­de und zum ande­ren aus ihr auch nicht her­vor­geht, von wel­cher die Beschwer­de­füh­re­rin ver­tre­ten­den natür­li­chen Per­son die­se her­rührt. Auch die wei­te­ren nach Ablauf der Beschwer­de­frist des § 96a Abs. 2 BVerfGG ein­ge­gan­ge­nen Ein­ga­ben der Beschwer­de­füh­re­rin vom 14.07.2017 sind weder unter­schrie­ben, noch las­sen sie den Urhe­ber die­ser Erklä­run­gen in sons­ti­ger Wei­se erken­nen.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 25. Juli 2017 – 2 BvC 6/​17

  1. BVerfGE 15, 288, 291[]
  2. vgl. BVerfG, Beschluss vom 27.11.2015 – 2 BvQ 43/​15 5 m.w.N.; Lenz/​Hansel, BVerfGG, 2. Aufl.2015, § 23 Rn. 10; Put­tler, in: Burkiczak/​Dollinger/​Schorkopf, BVerfGG, § 23 Rn. 9 m.w.N.[]