Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt – Rich­ter­wahl und Beset­zungs­rü­ge

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat sei­ne ord­nungs­ge­mä­ße Beset­zung zur Wah­rung des Anspruchs aus Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG von Amts wegen zu prü­fen, soweit Anlass hier­zu besteht [1].

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt – Rich­ter­wahl und Beset­zungs­rü­ge

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat sich mit der von der Antrags­geg­ne­rin auf­ge­wor­fe­nen Rechts­fra­ge, ob die (hälf­ti­ge) Wahl der Rich­ter des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts durch den in § 6 BVerfGG a.F. vor­ge­se­he­nen Rich­ter­wahl­aus­schuss ver­fas­sungs­ge­mäß war und ins­be­son­de­re im Ein­klang mit Art. 94 Abs. 1 Satz 2 GG stand, in sei­nem Beschluss vom 19.06.2012 [2] aus­führ­lich befasst und ist zu dem Ergeb­nis der Ver­fas­sungs­kon­for­mi­tät der dama­li­gen Rege­lung gelangt.

Soweit gel­tend gemacht wird, der Beschluss vom 19.06.2012 [3] über­zeu­ge inhalt­lich nicht, wird ledig­lich eine abwei­chen­de Rechts­auf­fas­sung ver­tre­ten, ohne Gesichts­punk­te vor­zu­tra­gen, die in die­sem Beschluss nicht bereits berück­sich­tigt wur­den.

Das­sel­be gilt, soweit die Auf­fas­sung ver­tre­ten wird, der dama­li­ge Beschluss ent­fal­te kei­ne Bin­dungs­wir­kung, weil er unter "Mit­wir­kung der sei­ner­zeit abge­lehn­ten Rich­ter" gefasst wor­den und wegen Ver­sto­ßes gegen Art. 101 Abs. 1 Satz 2 GG nich­tig sei. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ist in sei­nem Beschluss vom 19.06.2012 [4] zu dem Ergeb­nis gekom­men, dass zwar regel­mä­ßig die Fest­stel­lung der rich­ti­gen Beset­zung eines Gerichts ohne Betei­li­gung des Rich­ters erfolgt, des­sen Berech­ti­gung zur Mit­wir­kung zwei­fel­haft ist, dass aber bei vier Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts­mit­glie­dern, die von der Fra­ge der Ord­nungs­ge­mäß­heit ihrer Wahl betrof­fen sind, die Beur­tei­lung der vor­schrifts­mä­ßi­gen Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts­be­set­zung mit der Fra­ge nach der ord­nungs­ge­mä­ßen Ein­rich­tung eines Spruch­kör­pers gleich­zu­set­zen ist, über die die­ser selbst befin­det [5]. An die­ser Rechts­auf­fas­sung, die erst in jüngs­ter Zeit erneut bestä­tigt wor­den ist [6], hält das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt fest.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 1. März 2016 – 2 BvB 1/​13

  1. vgl. BVerfGE 131, 230, 233 m.w.N.[]
  2. vgl. BVerfGE 131, 230, 234 ff.[]
  3. BVerfGE 131, 230 ff.[]
  4. BVerfGE 131, 230[]
  5. BVerfGE 131, 230, 233 m.w.N.[]
  6. BVerfG, Beschluss vom 18.02.2016 – 2 BvC 69/​14[]