Burg Mün­zen­berg – ohne Wind­ener­gie­an­la­gen

Die Errich­tung von Wind­ener­gie­an­la­gen in einer Ent­fer­nung von 3 bis 4 Kilo­me­tern zu einem geschütz­ten Ein­zel­kul­tur­denk­mal stellt eine erheb­li­che Beein­träch­ti­gung des Kul­tur­denk­mals dar und ver­stößt gegen das Hes­si­sche Denk­mal­schutz­ge­setz.

Burg Mün­zen­berg – ohne Wind­ener­gie­an­la­gen

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Gie­ßen in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge auf Geneh­mi­gung und Betrieb von Wind­ener­gie­an­la­gen abge­wie­sen. In der Gemar­kung Wöl­fers­heim-Wohn­bach woll­te die Klä­ge­rin vier Wind­ener­gie­an­la­gen errich­ten. Das ist durch Bescheid vom Regie­rungs­prä­si­di­um Darm­stadt abge­lehnt wor­den. Dar­auf­hin wur­de auf Ertei­lung einer immis­si­ons­schutz­recht­li­chen Geneh­mi­gung für die Errich­tung und den Betrieb der Anla­gen geklagt und die Klä­ge­rin mach­te gel­tend, dass erneu­er­ba­re Ener­gien unter dem Aspekt des Kli­ma­schut­zes geför­dert wer­den müss­ten und daher die denk­mal­schutz­recht­li­chen und arten­schutz­recht­li­chen Belan­ge zurück­zu­stel­len sei­en.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Gie­ßen hät­te die Errich­tung der Anla­gen in einer Ent­fer­nung von 3 bis 4 Kilo­me­tern zu der als Ein­zel­kul­tur­denk­mal geschütz­ten Burg Mün­zen­berg (Mün­zen­burg) eine erheb­li­che Beein­träch­ti­gung der Mün­zen­burg zur Fol­ge. Somit wür­de das Vor­ha­ben gegen das Hes­si­sche Denk­mal­schutz­ge­setz ver­sto­ßen. Die über 200 Meter hohen Wind­ener­gie­an­la­gen sei­en von ver­schie­de­nen Sicht­punk­ten der Mün­zen­burg zu sehen und wür­den die Bedeu­tung die­ser Burg als Denk­mal erheb­lich beein­träch­ti­gen. Mit die­ser Mei­nung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Gie­ßen die im Ableh­nungs­be­scheid des Regie­rungs­prä­si­di­ums ver­tre­te­ne Auf­fas­sung bestä­tigt.

Ob einer Geneh­mi­gung dar­über hin­aus auch arten­schutz­recht­li­che Bestim­mun­gen wegen eines signi­fi­kant erhöh­ten Tötungs­ri­si­ko für das loka­le Vor­kom­men des Rot­mi­lans und regio­nal­pla­ne­ri­sche Fest­set­zun­gen des Teil­re­gio­nal­pla­nes „Erneu­er­ba­re Ener­gien 2019/​Südhessen“ ent­ge­gen­ste­hen, war für das Ver­wal­tungs­ge­richt Gie­ßen nicht (mehr) ent­schei­dend.

Ver­wal­tungs­ge­richt Gie­ßen, Urteil vom 15. Sep­tem­ber 2020 – 1 K 4076/​17.GI