Das Abi­fes­ti­val und die Pflich­ten des Ver­an­stal­ters

Aus der über den nor­ma­len Gebrauch der Stra­ßen hin­aus­ge­hen­den (Son­der-)Nut­zung folgt die Pflicht, an der Umset­zung des ver­an­stal­tungs­be­zo­ge­nen Ver­kehrs­len­kungs- und ‑siche­rungs­kon­zep­tes mit­zu­wir­ken, ins­be­son­de­re die gefor­der­ten Ver­kehrs­pos­ten bereit­zu­stel­len.

Das Abi­fes­ti­val und die Pflich­ten des Ver­an­stal­ters

So die Ent­schei­dung des Ver­wal­tungs­ge­richts Osna­brück in dem hier vor­lie­gen­den Fall der ver­kehrs­re­geln­den Maß­nah­men zum Abi­fes­ti­val 2012 in Lin­gen. Der Ver­an­stal­ter des Fes­ti­vals begehrt im Wege des vor­läu­fi­gen Recht­schut­zes die Ent­bin­dung von der Ver­pflich­tung, bestimm­te Stra­ßen­ab­schnit­te, die im Rah­men des dies­jäh­ri­gen Abi­fes­ti­vals (13.07. bis zum 15.07.2012) in Anspruch genom­men wer­den, ins­be­son­de­re an Absperrstel­len mit selbst zu stel­len­den Ver­kehrs­pos­ten zu beset­zen und zu über­wa­chen, sowie die Kos­ten für das Anschaf­fen und Auf­stel­len von Ver­kehrs­zei­chen zu tra­gen.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Osna­brück sei das Absper­ren der im Ein­zel­nen benann­ten Straßen/​Straßenteile und einer Kanal­brü­cke erfor­der­lich, um die zu erwar­ten­den Besu­cher­strö­me in geord­ne­ten Bah­nen zu len­ken, Gefah­ren für den Stra­ßen­ver­kehr zu unter­bin­den und unzu­mut­ba­re Beein­träch­ti­gun­gen der umlie­gen­den Wohn­be­bau­ung zu ver­mei­den. Auch die Ver­pflich­tung des Antrag­stel­lers, ein­zel­ne Absperrstel­len mit selbst gestell­ten Pos­ten zu beset­zen, um den durch die Ver­an­stal­tung beding­ten Fahr­zeug­ver­kehr in der vor­ge­se­he­nen Wei­se zu len­ken, sei nicht zu bean­stan­den.

Aus der über den nor­ma­len Gebrauch der Stra­ßen hin­aus­ge­hen­den (Sonder-)Nutzung fol­ge die Pflicht, an der Umset­zung des ver­an­stal­tungs­be­zo­ge­nen Ver­kehrs­len­kungs- und ‑siche­rungs­kon­zep­tes mit­zu­wir­ken, ins­be­son­de­re die gefor­der­ten Ver­kehrs­pos­ten bereit­zu­stel­len. Dabei ende die recht­li­che Ver­ant­wort­lich­keit des Antrag­stel­lers nicht an der Gren­ze des Ver­an­stal­tungs­ge­län­des, son­dern schlie­ße den siche­ren Hin- und Rück­weg zur Ver­an­stal­tung ein. Den Ver­kehrs­pos­ten oblä­gen aber ledig­lich Hin­weis- und Len­kungs­funk­tio­nen. Bei Ver­kehrs­ver­stö­ßen und ähn­li­chem müs­se die Ord­nungs­be­hör­de bzw. die Poli­zei ein­ge­schal­tet.

Dass der Antrag­stel­ler nicht in der Lage sei, die erfor­der­li­chen Ver­kehrs­pos­ten zu stel­len, habe er nicht kon­kret dar­ge­legt. Die durch die ange­ord­ne­te Anschaf­fung und Auf­stel­lung von Ver­kehrs­zei­chen ent­ste­hen­den Kos­ten fie­len ange­sichts der Grö­ßen­ord­nung des Fes­ti­vals im Ver­gleich zu den übri­gen Kos­ten nicht spür­bar ins Gewicht und sei­en des­halb eben­falls nicht geeig­net, dem Anlie­gen des Antrag­stel­lers statt­zu­ge­ben.

Ver­wal­tungs­ge­richt Osna­brück, Beschluss vom 9. Juli 2012 – 6 B 55/​12