Das Affen­haus im Mag­de­bur­ger Zoo

Die Bewoh­ner der an einen seit Jahr­zehn­ten bestehen­den Zoo angren­zen­den Wohn­grund­stü­cke haben bei die­ser Vor­be­las­tung die von einem neu­en Affen­haus übli­cher­wei­se aus­ge­hen­den Tier­ge­räu­sche grund­sätz­lich hin­zu­neh­men. Weist die neu erteil­te Bau­ge­neh­mi­gung für ein Affen­haus bau­li­che und betrieb­li­che Ände­run­gen auf, die aller Vor­aus­sicht nach zu einer erheb­li­chen Min­de­rung der Lärm­be­läs­ti­gun­gen füh­ren, so dass die Geräuschim­mis­sio­nen auf Grund die­ser Ände­run­gen für die Anwoh­ner als zumut­bar ein­zu­stu­fen sind, ist ein Bau­stopp nicht gerecht­fer­tigt.

Das Affen­haus im Mag­de­bur­ger Zoo

So das Ober­ver­wa­tungs­ge­richt des Lan­des Sach­sen-Anhalt in dem hier vor­lie­gen­den Fall des Neu­baus des Affen­hau­ses im Mag­de­bur­ger Zoo. Das Ver­wal­tungs­ge­richt Mag­de­burg 1 hat­te einem Eil­rechts­schutz­an­trag eines Anwoh­ners statt­ge­ge­ben und einen Bau­stopp für das Affen­haus im Mag­de­bur­ger Zoo auf der Grund­la­ge einer von der Lan­des­haupt­stadt im August 2013 erteil­ten (neu­en) Bau­ge­neh­mi­gung aus­ge­spro­chen. Dage­gen rich­tet sich die Beschwer­de des Mag­de­bur­ger Zoos vor dem Ober­ver­wal­tungs­gricht des Lan­des Sach­sen-Anhalt.

In sei­ner Ent­schei­dung hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt des Lan­des Sach­sen-Anhalt aus­ge­führt, dass die vor­lie­gend streit­ge­gen­ständ­li­che Bau­ge­neh­mi­gung ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts nicht mit der bereits im Janu­ar 2013 erteil­ten Geneh­mi­gung für das Affen­haus iden­tisch sei, weil das geneh­mig­te Vor­ha­ben bau­li­che und betrieb­li­che Ände­run­gen auf­wei­se, die aller Vor­aus­sicht nach zu einer erheb­li­chen Min­de­rung der in Streit ste­hen­den Lärm­be­läs­ti­gun­gen führ­ten. Es spre­che auch Über­wie­gen­des dafür, dass sich die Tie­re nur wäh­rend der Öff­nungs­zei­ten des Zoos im Schau- oder Frei­ge­he­ge auf­hiel­ten und in der übri­gen Zeit in dem Stall­ge­bäu­de unter­ge­bracht sei­en, als zumut­bar ein­zu­stu­fen sei­en. Auch hät­ten die Bewoh­ner der an einen seit Jahr­zehn­ten bestehen­den Zoo angren­zen­den Wohn­grund­stü­cke bei die­ser Vor­be­las­tung die von einer sol­chen Anla­ge übli­cher­wei­se aus­ge­hen­den Tier­ge­räu­sche grund­sätz­lich hin­zu­neh­men.

Daher hat das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt den vom Ver­wal­tungs­ge­richt aus­ge­spro­che­nen Bau­stopp auf­ge­ho­ben.

Ober­ver­wal­tungs­ge­richt des Lan­des Sach­sen-Anhalt, Beschluss vom 22. Janu­ar 2014 – 2 M 151/​13

  1. VG Mag­de­burg, Beschluss vom 30.09.2013 – 1 B 374/​13 MD[]