Das Aus­kunfts­ver­lan­gen des Säch­si­schen Daten­schutz­be­auf­trag­ten

Das Bun­des­da­ten­schutz­ge­setz ermäch­tigt den Daten­schutz­be­auf­trag­ten zur Ein­ho­lung umfas­sen­der Aus­künf­te, die geeig­net, erfor­der­lich und ver­hält­nis­mä­ßig zur Kon­trol­le der Ein­hal­tung des Daten­schut­zes in einem Unter­neh­men sind. Das Aus­kunfts­ver­lan­gen muss auch sofort voll­zieh­bar sein, da sich das Unter­neh­men sonst durch Kla­ge­er­he­bung für län­ge­re Zeit der Aus­kunfts­pflicht ent­zie­hen könn­te und die Ein­hal­tung des Daten­schut­zes dann nicht mehr effek­tiv zu kon­trol­lie­ren wäre.

Das Aus­kunfts­ver­lan­gen des Säch­si­schen Daten­schutz­be­auf­trag­ten

So das Säch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt in zwei Ver­fah­ren des vor­läu­fi­gen Rechts­schut­zes, mit denen sich das Unter­neh­men Unis­ter gegen die sofor­ti­ge Voll­zieh­bar­keit des Aus­kunfts­ver­lan­gens vom Säch­si­schen Daten­schutz­be­auf­trag­ten gewehrt hat. Der Säch­si­sche Daten­schutz­be­auf­trag­te ver­langt von der Mut­ter- und einer Toch­ter­ge­sell­schaft von Unis­ter in meh­re­ren Punk­ten umfas­sen­de Aus­künf­te über die Erhe­bung, Nut­zung und Ver­ar­bei­tung per­so­nen­be­zo­ge­ner Daten in der Unter­neh­mens­grup­pe, die Inter­net­web­sei­ten betreibt und ver­mark­tet. Damit soll die Ein­hal­tung des Daten­schut­zes bei Unis­ter kon­trol­liert wer­den. Der Daten­schutz­be­auf­trag­te hat das Aus­kunfts­ver­lan­gen für sofort voll­zieh­bar erklärt, d. h. die Aus­künf­te müs­sen trotz dage­gen erho­be­ner Kla­gen sofort erteilt wer­den. Zudem droht für jede nicht erteil­te Aus­kunft ein Zwangs­geld von 5.000,00 €. Des­halb such­te Unis­ter gegen die sofor­ti­ge Voll­zieh­bar­keit in den bei­den Eil­ver­fah­ren um vor­läu­fi­gen Rechts­schutz nach. Nach­dem Unis­ter vor dem Ver­wal­tungs­ge­richt Leip­zig [1] kei­nen Erfolg hat­te, wird das Ziel nun vor dem Säch­si­schen Ober­ver­wal­tungs­ge­richt wei­ter ver­folgt.

Nach Auf­fas­sung des Säch­si­schen Ober­ver­wal­tungs­ge­richts sei davon aus­zu­ge­hen, dass die Aus­künf­te zu Recht ver­langt und die erho­be­nen Kla­gen erfolg­los blei­ben wer­den. Das Bun­des­da­ten­schutz­ge­setz ermäch­ti­ge den Daten­schutz­be­auf­trag­ten zur Ein­ho­lung so umfas­sen­der Aus­künf­te. Dies sei auch geeig­net, erfor­der­lich und ver­hält­nis­mä­ßig, um die Ein­hal­tung des Daten­schut­zes bei Unis­ter zu kon­trol­lie­ren. Weder gebe es mil­de­re Mit­tel noch belas­te der Auf­wand für die umfas­sen­de Aus­kunfts­er­tei­lung ange­sichts der Unter­neh­mens­grö­ße Unis­ter über Gebühr. Anders als Unis­ter mei­ne, sei das Aus­kunfts­ver­lan­gen auch bestimmt genug for­mu­liert. Unis­ter kön­ne erken­nen, wel­che Aus­künf­te in wel­chem Umfang zu ertei­len sei­en. Die bis­her gege­be­nen Aus­künf­te sei­en hin­ge­gen unzu­rei­chend. Das Aus­kunfts­ver­lan­gen müs­se auch sofort voll­zieh­bar sein. Sonst kön­ne sich Unis­ter durch Kla­ge­er­he­bung für län­ge­re Zeit der Aus­kunfts­pflicht ent­zie­hen. Die Ein­hal­tung des Daten­schut­zes wäre dann bei Unis­ter nicht mehr effek­tiv zu kon­trol­lie­ren.

Säch­si­sches Ober­ver­wal­tungs­ge­richt, Beschlüs­se vom 17. Juli 2013 – 3 B 470/​12 und 3 B 504/​12

  1. VG Leip­zig, Beschlüs­se vom 03.12.2012 – 5 L 1308/​12 und vom 11.12.2012 – 5 L 1421/​12[]