Das Ber­li­ner Spiel­hal­len­ge­setz

Sind die Restrik­tio­nen eines neu­en Spiel­hal­len­ge­set­zes durch gewich­ti­ge Erwä­gun­gen des Gemein­wohls (hier Bekämp­fung der Spiel­sucht) gerecht­fer­tigt und die berech­tig­ten Belan­ge bis­he­ri­ger Spiel­hal­len­be­trei­ber durch die Ein­räu­mung von Über­gangs­fris­ten aus­rei­chend berück­sich­tigt wor­den, so ver­stößt das Gesetz nicht gegen die Grund­rech­te.

Das Ber­li­ner Spiel­hal­len­ge­setz

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin in den hier vor­lie­gen­den Fäl­len drei Kla­gen abge­wie­sen, mit denen in unter­schied­li­chem Umfang die restrik­ti­ven Bestim­mun­gen des Mit­te 2011 in Kraft getre­te­nen Ber­li­ner Spiel­hal­len­ge­set­zes ange­grif­fen wor­den sind. Die Klä­ger wand­ten sich u.a. gegen das Erlö­schen der bis­her erteil­ten Erlaub­nis­se zum 31. Juli 2016, gegen den von ande­ren Spiel­hal­len ein­zu­hal­ten­den 500m-Abstand, das Ver­bot der Mehr­fach­kon­zes­si­on, gegen das Ver­bot des Spiel­hal­len­be­trie­bes in räum­li­cher Nähe von Kin­der- oder Jugend­ein­rich­tun­gen sowie gegen die Redu­zie­rung der zuge­las­se­nen Geld­spiel­ge­rä­te in einer Spiel­hal­le auf acht Auto­ma­ten bzw. nur drei Gerä­te, wenn Spei­sen oder Geträn­ke ver­ab­reicht wer­den. Die Klä­ger rüg­ten vor allem, das Land Ber­lin habe kei­ne Gesetz­ge­bungs­zu­stän­dig­keit für den Erlass der Rege­lun­gen; im Übri­gen ver­stie­ßen die Bestim­mun­gen gegen die Berufs­frei­heit, den Schutz des Eigen­tums und den Gleich­heits­grund­satz.

Nach Auf­fas­sung des Ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin sei das beklag­te Land für den Erlass des Spiel­hal­len­ge­set­zes zustän­dig. Das Gesetz ver­sto­ße auch nicht gegen die Ver­fas­sung. Die Restrik­tio­nen des neu­en Rechts sei­en durch gewich­ti­ge Erwä­gun­gen des Gemein­wohls, ins­be­son­de­re durch das Anlie­gen gerecht­fer­tigt, die Spiel­sucht zu bekämp­fen. Den berech­tig­ten Belan­gen bis­he­ri­ger Spiel­hal­len­be­trei­ber sei durch die Ein­räu­mung von Über­gangs­fris­ten – zwei bzw. fünf Jah­re – aus­rei­chend Rech­nung getra­gen wor­den.

Ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin, Urtei­le vom 15. Febru­ar 2013 – 4 K 336.12, 4 K 342.12 und 4 K 344.12