Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt – und die nicht erfor­der­li­che Pro­zess­kos­ten­hil­fe

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts ist im Ver­fah­ren über eine Ver­fas­sungs­be­schwer­de die Bewil­li­gung von Pro­zess­kos­ten­hil­fe an den Antrag­stel­ler ent­spre­chend §§ 114 ff. ZPO mög­lich [1].

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt – und die nicht erfor­der­li­che Pro­zess­kos­ten­hil­fe

Aller­dings wird Pro­zess­kos­ten­hil­fe nur unter stren­gen Vor­aus­set­zun­gen gewährt, weil das Ver­fah­ren kos­ten­frei ist und kein Anwalts­zwang besteht.

Sie wird daher nur gewährt, wenn dies unbe­dingt erfor­der­lich erscheint, weil die betrof­fe­ne Per­son nicht in der Lage ist, sich selbst zu ver­tre­ten [2].

Der Antrag­stel­ler hat hier­zu vor­zu­tra­gen, dass er dar­an gehin­dert ist, sei­ne Rech­te selbst und ohne anwalt­li­che Hil­fe ange­mes­sen wahr­zu­neh­men, oder es müs­sen unter Berück­sich­ti­gung der Aus­füh­run­gen in der Antrags­schrift zumin­dest Anhalts­punk­te dafür ersicht­lich sein, dass der Antrag­stel­ler außer­stan­de sein könn­te, den Sach­ver­halt sowie sei­ne Inter­es­sen und Rech­te, die er wahr­neh­men will, selbst dar­zu­stel­len.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 2. März 2020 – 2 BvR 1819/​19

  1. vgl. BVerfGE 1, 109, 110 ff.; 1, 415, 416; 79, 252, 253; 92, 122, 123; BVerfG, Beschluss vom 09.07.2010 – 2 BvR 2258/​09, Rn. 6; Beschluss vom 08.03.2017 – 1 BvR 2680/​16, Rn. 3; Beschluss vom 09.06.2017 – 2 BvR 336/​16, Rn. 2[]
  2. vgl. BVerfGE 27, 57; 78, 7, 19 f.; 92, 122, 123; BVerfG, Beschluss vom 09.07.2010 – 2 BvR 2258/​09, Rn. 6; Beschluss vom 11.08.2016 – 2 BvR 1754/​14, Rn. 2; Beschluss vom 02.12 2016 – 1 BvR 2014/​16, Rn. 2; Beschluss vom 08.03.2017 – 1 BvR 2680/​16, Rn. 3; Beschluss vom 09.06.2017 – 2 BvR 336/​16, Rn. 2; Beschluss vom 11.10.2017 – 2 BvR 932/​17, Rn. 2[]