Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts als all­ge­mei­ne Beschwer­de­stel­le

Die Benut­zung des Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts als "all­ge­mei­ne Beschwer­de­stel­le" recht­fer­tigt die Auf­er­le­gung einer Miss­brauchs­ge­bühr.

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richts als all­ge­mei­ne Beschwer­de­stel­le

Die Erhe­bung einer Miss­brauchs­ge­bühr beruht auf § 34 Abs. 2 BVerfGG. Danach kann das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt eine Gebühr bis zu 2.600 € auf­er­le­gen, wenn die Ein­le­gung der Ver­fas­sungs­be­schwer­de einen Miss­brauch dar­stellt. Ein Miss­brauch liegt vor, wenn die Ver­fas­sungs­be­schwer­de offen­sicht­lich unzu­läs­sig oder unbe­grün­det ist und ihre Ein­le­gung des­halb von jedem Ein­sich­ti­gen als völ­lig aus­sichts­los ange­se­hen wer­den muss1.

So ver­hält es sich auch in dem hier vom Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt ent­schie­de­nen Fall: Die Ver­fas­sungs­be­schwer­de ist ange­sichts des untaug­li­chen Beschwer­de­ge­gen­stan­des offen­sicht­lich unzu­läs­sig. Ihre völ­li­ge Aus­sichts­lo­sig­keit ergibt sich zudem aus dem Man­gel an ver­fas­sungs­recht­li­cher Argu­men­ta­ti­on. Die­se Ein­sicht konn­te umso mehr erwar­tet wer­den, als der Beschwer­de­füh­rer in vor­an­ge­gan­ge­nen Ver­fah­ren ent­spre­chend belehrt wor­den ist und er das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt als all­ge­mei­ne Beschwer­de­stel­le benutzt. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt muss es nicht hin­neh­men, an der Erfül­lung sei­ner Auf­ga­ben durch für jeder­mann erkenn­bar unzu­läs­si­ge Ver­fas­sungs­be­schwer­den gehin­dert zu wer­den, wodurch ande­ren Bür­gern der ihnen zukom­men­de Grund­rechts­schutz nur ver­zö­gert gewährt wer­den kann2.

Die­se Ent­schei­dung ist unan­fecht­bar; dies gilt auch, soweit sie den Aus­spruch über die Miss­brauchs­ge­bühr betrifft3.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 12. Sep­tem­ber 2018 – 1 BvR 962/​18

  1. vgl. BVerfGK 6, 219; 10, 94, 97; 14, 468, 470; stRspr []
  2. vgl. BVerfGK 6, 219; 10, 94, 97 m.w.N.; stRspr []
  3. vgl. BVerfGE 133, 163, 167 Rn. 10; BVerfG, Beschluss vom 27.10.2017 – 1 BvR 160/​15 2 []